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"Die bunte Welt der Verbraucher"

So shoppt die LGBTI-Community in Deutschland

Queere Menschen achten beim Einkaufen mehr auf Bio- und Markenprodukte, ergab eine neue Studie von Nielsen-PRIDE. Auch Online-Shopping ist beliebter als bei Cis-Heteros.


Wursttheke im Berliner KaDeWe (Bild: Jay Cross / flickr)

Die deutsche LGBTI-Community shoppt trendig, günstig, bio und online: Das zeigt eine aktuelle Studie von Nielsen in Zusammenarbeit mit dem Nielsen PRIDE Chapter Germany.

Das globale Performance-Management-Unternehmen liefert Informationen und Erkenntnisse zum Medien- und Konsumverhalten von Verbraucher*innen. In der neuen Studie untersuchte Nielsen im Herbst 2018 anlässlich des einjährigen Jubiläums der Ehe für alle die Unterschiede im Konsumverhalten der Deutschen und beleuchtet dabei insbesondere das Verhalten von LGBTI.

Deutliche Unterschiede im Konsumverhalten

So greift über die Hälfte der queeren Verbraucher*innen beim Einkauf lieber zu günstigeren Produkten, legt aber gleichzeitig viel Wert auf Markenprodukte. Zudem landen Bio-Produkte bei LGBTI-Menschen häufiger im Einkaufswagen als das bei der cis-heterosexuellen Vergleichsgruppe der Fall ist.

Während die meisten Deutschen Waren des täglichen Gebrauchs noch immer in Supermarkt und Co. einkaufen, shoppt fast ein Drittel der LGTBI Milch, Zahnpasta und Co. auch mal per Mausklick. Das spiegelt sich auch in den Zahlen zur Mediennutzung. Queere Konsument*innen verbringen gut eine Stunde länger pro Tag im Internet.

"Bei der LGTBI-Community handelt es sich um eine sehr bewusste Verbrauchergruppe", erklärte Özlem Yilmaz, Senior Consultant Consumer, Shopper und Media Insights bei Nielsen Deutschland. "Nicht nur in Sachen Ernährung spielen Trends wie weniger Fleischkonsum oder Nachhaltigkeit hier eine noch größere Rolle. Auch mit Blick auf das Einkaufsverhalten und die Mediennutzung zeigt die Nielsen-PRIDE-Studie interessante Ergebnisse."

Beim Thema Ernährung voll im Trend

So wird das Thema Ernährung bei den Verbraucher*innen in Deutschland insgesamt immer wichtiger. 33 Prozent der Deutschen geben beispielweise an, ihren Fleischkonsum zu reduzieren und 26 Prozent shoppen bewusst Bio-Produkte. Ein Trend, der sich in der LGTBI-Community besonders deutlich abzeichnet. Hier geben sogar 34 Prozent an, beim Einkaufen verstärkt auf biologisch angebaute Produkte zu achten. Zudem ernährt sich diese Konsument*innen-Gruppe häufiger vegan (20 Prozent) oder vegetarisch (29 Prozent).

"Die Nielsen-PRIDE-Zahlen zeigen zusätzlich, dass zwar 54 Prozent dieser Shopper-Gruppe beim Einkauf vor allem auf den Preis achten, fast die Hälfte (49 Prozent) jedoch auf Markenprodukte setzt, die für Qualität und guten Geschmack stehen", sagte Yilmaz.

LGBTI-Menschen shoppen häufiger online

Für Waren des täglichen Gebrauchs wie Milch, Zahnpasta und Co. steuern queere Verbraucher*innen nicht nur Discounter, Supermarkt oder Verbrauchermarkt an, sondern packen diese Produkte häufig auch in den digitalen Warenkorb. Denn 29 Prozent der LGTBI-Konsument*innen geben an, diese Produkte online zu shoppen. Zum Vergleich: Das sagen nur 24 Prozent der cis-heterosexuellen Vergleichsgruppe.

Eine immer größere Rolle bei der Internetnutzung spielen laut der Studie die sozialen Netzwerke wie beispielsweise Facebook. Über die Hälfte der Deutschen geben an, die Plattform zu nutzen (58 Prozent). Besonders bei LGBTI zeigt sich, dass zum Beispiel Facebook nicht nur als Ort des Austauschs, sondern auch als Inspirationsquelle genutzt wird. Während die cis-heterosexuelle Konsument*innen-Gruppe verstärkt durch TV-Werbung zum Einkaufen inspiriert wird (29 Prozent), geben 15 Prozent der LGBTI zum Zeitpunkt der Befragung an, dass Facebook die letzte Informationsquelle für einen Einkauf war. Zum Vergleich: Das sagen nur fünf Prozent der Cis-Heterosexuellen hierzulande.

Für die Studie "Die Bunte Welt der Verbraucher" wurden nach Angaben von Nielsen im September 2018 rund 800 cis-heterosexuelle Menschen sowie 300 Mitglieder der LGBTI-Community befragt. (cw/pm)



#1 maaaaaartinAnonym
  • 19.02.2019, 14:12h
  • so studien haben immer einen fahlen beigeschmack. "die geben geld aus, lass uns doch etwas nett zu denen sein, damit wir was davon abbekommen." eine logik, die viele aus der community schon verinnerlicht haben und deswegen die selbstoptimierten musterschüler des neoliberalismus wurden.
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#2 gaybtProfil
#3 goddamn liberalAnonym
  • 19.02.2019, 14:47h
  • Antwort auf #1 von maaaaaartin
  • "die geben geld aus, lass uns doch etwas nett zu denen sein, damit wir was davon abbekommen."

    Das ist noch die beste Variante.

    Schlimmer sind die dem Antisemitismus verwandten Feindbilder von 'Pink money'.

    Die gar nicht mit der sozialen Faktenlage übereinstimmen.
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#4 Alexander_FAnonym
  • 19.02.2019, 18:28h
  • "So greift über die Hälfte der queeren Verbraucher*innen beim Einkauf lieber zu günstigeren Produkten, legt aber gleichzeitig viel Wert auf Markenprodukte."

    Vielleicht weil unsereiner eben doch nicht unbedingt im Saus und Braus lebt, wie Renato und Zaza? Und man deshalb zu den Marken greift, die für das wenigste Geld den besten Mehrwert bieten?

    Das wäre eine mögliche und noch die positiveste Erkenntnis dieser Studie. Da sie unter etwas fragwürdigen Vorzeichen entstanden ist, befürchte ich allerdings, dass sie am allgemeinen Bild vom "reichen Schwulen" nicht unbedingt zu rütteln geeigenschaftet ist.
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#5 IronikerAnonym
  • 19.02.2019, 22:43h
  • Hach ja. Die schöne bunte Welt der Verbraucher_innen.

    Und seitdem es die Ehe für Alle gibt, sind ja endlich auch alle endgültig gleichgestellt - bei den Karrierechancen, bei den Jobchancen, beim Gender Pay Gap, bei den Anfeindungen und Ängsten im Arbeitsleben. Deshalb sind ja auch plötzlich alle queeren Menschen genauso gut bezahlt wie die Heten. Plötzlich bestehen die Vorstände deutscher Großunternehmen zu 10% aus queeren Menschen, wie es der geschätzten Bevölkerungsquote entspricht.
    Es gibt keine Depressionen oder Angsterkrankungen mehr auf Grund von Diskriminierung, Mobbing und Minority Stress. Natürlich auch keine Selbstmorde mehr. Alle verdienen weit über der Armutsgrenze. Also genügend Geld da für Doppelhaus- und Doppelgaragenhälfte, Haushund und Häkeldeckchen. Und natürlich Kinder.
    Prekär lebende queere Menschen, auch solche, die nach der Hochzeit den Regelsatz gekürzt bekommen, weil sie ja jetzt in einer Bedarfsgemeinschaft leben, gibt es nicht mehr. Alles ist plötzlich so leicht und beschwingt, nur noch Friede, Freude und Bio-Eierkuchen!

    Nicht.
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#6 TheDadProfil
  • 19.02.2019, 22:44hHannover
  • Antwort auf #1 von maaaaaartin
  • ""so studien haben immer einen fahlen beigeschmack. "die geben geld aus, lass uns doch etwas nett zu denen sein, damit wir was davon abbekommen." eine logik, die viele aus der community schon verinnerlicht haben und deswegen die selbstoptimierten musterschüler des neoliberalismus wurden.""..

    Ein ganz alter Grundsatz Kaufmännischem Denkens ist der Satz :

    Was muß ich dafür tun, um das Geld anderer Leute zu bekommen ?

    Das hat rein gar nichts mit "neoliberalismus" zu tun, und wird eigentlich in jedem Seminar für den Vertrieb gelehrt..

    Denn der Kunde hat die Kohle, die der Kaufmann haben will..
    Das ist der Sinn allen Strebens, egal ob einem der Kaufmann dafür hochwertige Ware, oder nur den letzten Dreck andrehen will..
    Freundlichkeit im Vertrieb, vor allem in der Dienstleistung, dient dazu die Kohle von einer Tasche in eine andere wandern zu lassen..

    www.songtexte.com/songtext/schobert-and-black-and-ulrich-ros
    ki/immer-nur-bargeld-23cc08ff.html
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#7 wie bitteAnonym
#8 sogenanntAnonym
  • 20.02.2019, 06:54h
  • Um aus dieser Studie zielgruppengerechte Kommunikationsstrategien (vulgo "Werbung") zu generieren, wäre eine weitere Aufschlüsselung, z.B. nach Altersgruppen und Geschlechtern wichtig. Denn "die deutsche LGBTI-Community" ist ja doch eine ziemlich heterogene Gruppe - wie man z.B. auch in den Diskussionen hier auf queer.de immer wieder feststellen kann.

    Und wer oder was ist das "Nielsen PRIDE Chapter Germany"? Auf der Nielsen-Website habe ich dazu nichts Aussagekräftiges gefunden.

    Zudem setzt Nielsen in seiner eigenen Stellungnahme "die sogenannte LGBTI+ Community" (sic) sprachlich in Gegensatz zu "den heterosexuellen Konsumenten". Mit "LGBTI+" sind also offenbar ausschließlich (cis-)Homosexuelle gemeint. Trans- und inter-Personen werden offenbar mal wieder nicht "mitgedacht".

    www.nielsen.com/de/de/insights/news/2018/wp-verbraucherstudi
    e.html


    Der Erkenntnisgewinn aus dieser Studie erscheint mir insgesamt etwas dünn. Aber immerhin hat Nielsen kommuniziert, dass man sich irgendwie mit "Diversity" beschäftigt.
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#9 pink moneyAnonym
#10 pink moneyAnonym