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Fashion-Guru

Karl Lagerfeld ist tot

Der Hamburger Modeschöpfer ist im Alter von 85 Jahren gestorben.


Karl Lagerfeld bei der Berlinale 2008 (Bild: Siebbi / wikipedia)

Karl Lagerfeld ist ist nach Angaben französischer Medien am Dienstagmorgen gestorben. Eine Person aus dem Umfeld des Modehauses Chanel bestätigte demnach einen entsprechenden Bericht des Magazins "Paris Match". Die Mode-Legende wurde 85 Jahre alt. Zur Todesursache gab es zunächst keine Angaben.

Im Januar war er zum ersten Mal in seiner Zeit als Kreativdirektor beim Kult-Modelabel Chanel nicht bei einer Modeschau anwesend, was damals Spekulationen über seinen Gesundheitszustand anheizte. Chanel begründete sein Fehlen zu dieser Zeit mit "Müdigkeit". Sorgen um seinen Gesundheitszustand wurden bis zuletzt dementiert.

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Lagerfeld machte Chanel wieder sexy und reich

Lagerfeld zählte zu den wichtigsten Modemachern des 20. Jahrhunderts. Er war im September 1933 in Hamburg als Sohn einer Industriellenfamilie geboren worden. Seit Mitte der Fünfzigerjahre war er bei Modefirmen in der Fashionhauptstadt Paris aktiv. 1983 wechselte er zum damals angestaubten Modehaus Chanel und machte es zu einem internationalen Milliardenkonzern. Seine Mode gilt als elegant, minimalistisch und innovativ.

Markenzeichen waren sein weiß gepuderter Haarzopf, eine dunkle Sonnenbrille und über lange Jahre ein Handfächer. Außerdem sorgte für unzählige Zitate, um seine Botschaften rüberzubringen – zu den bekanntesten gehört "Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren".

In Interviews gab er immer wieder kontroverse Meinungen zum Besten und auch viele Einblicke in seine Vorliebe für Luxus, die sich auch in seinem Liebesleben niederschlug. 2010 sagte er etwa, er habe nie Sex mit Älteren gehabt und bevorzuge generell "High-Class-Escorts": "Ich schlafe nicht gern mit Leuten, die ich wirklich liebe, weil die sexuelle Anziehung nicht von Dauer ist, Zuneigung aber ein Leben lang anhalten kann." So wie die Reichen leben, sei ein solches Leben möglich. "Aber der Rest der Welt braucht Pornos", so Lagerfeld damals.

Im selben Interview sorgte er mit seiner Ablehnung der gleichgeschlechtlichen Ehe für Unmut: "In den Sechzigerjahren sagten alle, dass wir das Recht haben, anders zu sein. Und jetzt wollen alle plötzlich das bürgerliche Leben", so der Modezar, der auch an schwulen Eltern zweifelte: "Für mich ist das schwer vorzustellen – einer der Väter bei der Arbeit und der andere zu Hause mit dem Baby. Wie wäre das für das Baby? Ich weiß es nicht." Drei Jahre später setzte er aber in der Debatte um die Ehe-Öffnung für Schwule und Lesben in Frankreich ein Zeichen für die Gleichbehandlung, als er ein Frauenpaar mit Brautkleid und einem Kind auf den Laufsteg schickte (queer.de berichtete). (dk)



#1 Patroklos
  • 19.02.2019, 13:09h
  • Karl Lagerfeld war ein exzellenter Modeschöpfer und Fotograf. Als ich die Nachricht von seinem Tod auf der Internetseite der Tagesschau gelesen habe, war ich tief erschüttert.

    Ruhe in Frieden!
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#2 FredericAnonym
  • 19.02.2019, 13:34h
  • Ich mochte seine Art und seine Ansichten. Schade, dass ein so kluger Mann von uns gegangen ist.
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#3 RubinsAnonym
  • 19.02.2019, 13:58h
  • Karl Lagerfeld hatte ordentlich was geleistet. Das er tot ist, ist zwar traurig aber ich glaube, er hat sein Leben wirklich gelebt. Charakterlich fand ich ihn allerdings einen absoluten Tiefflieger.
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#4 goddamn liberalAnonym
  • 19.02.2019, 14:09h
  • Antwort auf #2 von Frederic
  • Interessanter Fall.

    Der Mann stand nicht links, aber links von Deutschland.

    Er hatte sich früh genug aus dem braunen "klassischen Morast,
    wo Varus steckengeblieben" (Heine) nach Westen in die Zivilisation gerettet, die jetzt selbst eine große Krise erlebt.

    Sein Tod ist ein großer Verlust für die zivilisierte Welt, die seine Mode trug. Egal, ob in Paris oder in Teheran oder anderswo.
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#5 GastAnonym
  • 19.02.2019, 14:15h
  • "Zur Todesursache gab es zunächst keine Angaben." Diesen Satz findet man auch auf anderen Webseiten ...

    Es ist ein Zeichen unserer Zeit, dass man einem Menschen der älter als 80 Jahre alt wurde keinen "natürlichen" Tod zugesteht.

    Das Herz hörte auf zu schlagen. DAS war die Todesursache.
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#6 MarxAnonym
  • 19.02.2019, 15:31h
  • Antwort auf #4 von goddamn liberal
  • "2010 sagte er etwa, er habe nie Sex mit Älteren gehabt und bevorzuge generell "High-Class-Escorts": "Ich schlafe nicht gern mit Leuten, die ich wirklich liebe, weil die sexuelle Anziehung nicht von Dauer ist, Zuneigung aber ein Leben lang anhalten kann." So wie die Reichen leben, sei ein solches Leben möglich. "Aber der Rest der Welt braucht Pornos", so Lagerfeld damals."

    LOL, stimmt, links stand er ganz sicherlich nicht. Als sozialistisch geht er so schon mal gar nicht durch ...
    Der Mann war nach linken Maßstäben wohl, zurückhaltend formuliert, ein Ästhet mit einem Hang zur Dekadenz, er liebte die Oberflächlichkeit! Nicht nur in der Mode, sondern ganz offensichtlich auch in der Sprache etc.
    Wer sich keine High-Class-Escorts leisten kann, muss halt Pornos schauen oder mit alten Männern schlafen. Oh je, war der Mann versnobt!
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#7 goddamn liberalAnonym
#8 MarxAnonym
#9 goddamn liberalAnonym
  • 19.02.2019, 16:53h
  • Antwort auf #8 von Marx
  • Ist doch logisch:

    Wenn Sven und Arndt nett zueinander sind, dann muss Arndt eben nicht nett zu Beatrix sein, die in der Tradition des rosa Winkels steht. Im Gegenteil!

    Lagerfeld war da als Zeitzeuge weniger nett zur AfD und deshalb klüger als Arndt.
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#10 Simon HAnonym
  • 19.02.2019, 17:36h
  • Egal wie man zu ihm und seinen Ansichten stand, aber er war auf jeden Fall eine Ikone und einer der wenigen Deutschen, die wirklich weltweite Bekanntheit haben. Und er hat sich nie verbogen oder den Mund verbieten lassen, sondern immer sein Ding gemacht, egal was andere dachten und sagten. Das bewundere ich sehr.

    Möge er in Frieden ruhen. Er hatte ein langes und erfülltes Leben und ist hoffentlich glücklich, zufrieden und ohne Schmerzen oder Angst eingeschlafen.
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