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Für Gleichberechtigung an Schulen

Frankreich: Vater und Mutter werden Elternteil 1 und 2

Homo-Gegner sind außer sich, weil französische Schulen künftig in Formularen die Worte Vater und Mutter nicht mehr verwenden, um gleichgeschlechtliche Eltern nicht zu diskriminieren.


Eine Regenbogenfamilie beim CSD in San Francisco (Bild: Caitlin Childs / flickr)

Eine von der Pariser Nationalversammlung vergangenen Dienstag beschlossene eher kleine Änderung bei Schulformularen sorgt für Aufregung unter konservativen Gegnern der Gleichbehandlung Homosexueller. Die liberale Regierung von Staatspräsident Emmanuel Macron setzte durch, dass sich die Eltern auf Schulformularen statt unter den Worten "père" und "mère" (Vater und Mutter) als "parent 1" und "parent 2" (Elternteil 1 und 2) eintragen sollen.

Die Abgeordnete Jennifer de Temmerman von der Regierungspartei LREM argumentierte, dass die derzeitigen Formulare mit "Vater" und "Mutter" nicht die Existenz der gleichgeschlechtlichen Ehe und die von Regenbogenfamilien miteinbeziehen würden und die Änderung daher notwendig sei: "Niemand sollte sich durch rückständiges Denken von dieser Gesellschaft ausgeschlossen fühlen", so de Temmerman.

Widerstand gab es insbesondere unter Konservativen: Parlamentsabgeordnete Xavier Breton von Les Républicains kritisierte die Neuregelung, da derzeit 95 Prozent der Paare, die sich verpartnerten oder heirateten, nach wie vor aus einem Mann und einer Frau bestünden.

Rechtspopulisten beklagen "kulturmarxistischen Krieg gegen die traditionelle Familie"

Die Neuregelung führte zu einem großen Aufschrei unter Homo-Hassern, auch in Deutschland. Im Portal "Freie Welt", das vom Ehemann der homophoben AfD-Bundestagsabgeordneten Beatrix von Storch betrieben wird, heißt es etwa: "Der internationale, kulturmarxistische Krieg gegen die traditionelle Familie hat längst auch Frankreich erreicht." Das rechtspopulistische Portal "Epoch Times" attestiert in einer Überschrift gar die "Zerstörung der traditionellen Familie" durch die Änderung der Schuldokumente. Das deutschsprachige Portal jesus.ch behauptet, dass durch die Neuregelung "über 99 Prozent der gewöhnlichen Eltern diskriminiert" werden würden.

Auf der deutschen Seite des staatlichen russischen Nachrichtenportals RT, das mit populistischen Storys immer wieder die angebliche Minderwertigkeit westlicher Gesellschaften beweisen oder Konflikte schüren will, berichtete mit hämischem Unterton über die neuen Schulformulare – und sorgte damit für viele homophobe "Leser"-Kommentare. Beispiele: "Die Eliten wollen nur ihre sexuelle Abnormalität salonfähig machen" oder "Ca. 15% Lesben und Schwule schaffen es, den Rest der Welt völlig zu verblöden".

Die französische Regierung hatte erst vergangenen Monat eine groß angelegte Kampagne gegen Homo- und Transphobie an Schulen gestartet (queer.de berichtete). Grund sei ein Anstieg der aus Hass motivierten Gewalt gegen sexuelle und geschlechtliche Minderheiten. (dk)



#1 AFD-WatchAnonym
  • 19.02.2019, 15:40h
  • " Das deutschsprachige Portal jesus.ch behauptet, dass durch die Neuregelung "über 99 Prozent der gewöhnlichen Eltern diskriminiert" werden würden."

    Wieviele Elternteile hatte Jesus nochmal?
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#2 Gerlinde24Ehemaliges Profil
#3 Gerlinde24Ehemaliges Profil
#4 Simon HAnonym
  • 19.02.2019, 17:33h
  • Genau so sollte das auch in Deutschland und in der gesamten EU sein...

    Frankreich ist das wirklich vorbildlich...
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#5 Simon HAnonym
  • 19.02.2019, 17:33h
  • Antwort auf #1 von AFD-Watch
  • Ja, ich wüsste mal gerne, inwiefern Hetero-Familien dadurch diskriminiert werden? Für sie ändert sich exakt: NICHTS. Also kann ja auch keine Diskriminierung vorliegen.

    Übrigens heißt das ja nicht, dass Kinder ihre Eltern nicht mehr Papa und Mama (oder wie auch immer) nennen dürfen. Das ist ja nur eine neutrale Formulierung auf Behörden-Formularen, um alle möglichen Fälle abzudecken.

    In den Familien spricht man selbstverständlich weiterhin von Papa und Mama. Und Kinder in Regenbogenfamilien sagen eben Papa und Papi oder Mama und Mami oder wie auch immer sie wollen.
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#6 JasminAnonym
  • 19.02.2019, 17:53h
  • Diese Anpassung kommt in keinster Weise überraschend, sondern ist einer Transfrau zu verdanken, die im November 2018 gegen ihren Eintrag als "Vater" erfolgreich klagte.

    www.queer.de/detail.php?article_id=32345

    Aus Gründen des Gleichheitsgrundsatzes folgte resultierend aus diesem Urteil jetzt die Änderung für Alle in Formularen, die sich auf die Angaben in der Geburtsurkunde beziehen.
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#7 JadugharProfil
  • 19.02.2019, 21:27hHamburg
  • Antwort auf #1 von AFD-Watch
  • Wahrscheinlich extrem viele! Im Alten Testament steht in der Genesis: Am Anfang schufen die Götter Himmel und Erde (hebräischer Text). In deutschen Übersetzung wurden Adam und Eva, als sie vom Baum der Erkenntnis kosteten, wie unser einer! Also wie die Götter!
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#8 tchantchesProfil
#9 BesserAnonym
  • 19.02.2019, 22:36h
  • Prima, die Klage der Frau im November hat was positives bewirkt.
    Nun darf gerne eine Frau in Deutschland klagen und das Gesetz von 2011 darf gerne mal berücksichtigt werden.
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#10 TheDadProfil
  • 19.02.2019, 22:49hHannover
  • Antwort auf #7 von Jadughar
  • ""Wahrscheinlich extrem viele! Im Alten Testament steht in der Genesis: Am Anfang schufen die Götter Himmel und Erde (hebräischer Text).""..

    Äh ?
    Würde irgendwo in einem "hebräischem Text" von "Göttern" geschrieben, dann wäre das sicher bekannt..
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