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Homo-Verfolgung

Marokko: Acht Personen bei gleichgeschlechtlicher Hochzeit verhaftet

Im laut Bundesregierung "sicheren" Marokko sind acht Menschen bei einer Hochzeitsfeier wegen Homosexualität festgenommen worden.


In Marokko ist Homosexualität laut Artikel 489 des Strafgesetzbuches verboten (Bild: Hamza Kanouni / flickr)

Marokkanische Behörden haben laut lokalen Medienberichten in der abgelegenen Gemeinde Saâda in der Nähe von Marrakesch eine symbolische Hochzeitsfeier eines 24-Jährigen mit einem 26-Jährigen verhindert und dabei acht Teilnehmer festgenommen. Nach Angaben von "H24 Info" und "Assabah" wollte das marokkanische Paar am letzten Samstag in einem Touristenkomplex heiraten. Dazu seien 20 junge Leute, die meisten von ihnen aus Marrakesch, sowie einige Ausländer angereist.

Laut den Berichten hätten Anwohner des Resorts trotz Sicherheitsmaßnahmen der Veranstalter von der Hochzeit erfahren und die Polizei alarmiert. Die Beamten hätten darauf das Gelände eingekreist und der Zeremonie ein Ende gesetzt. Einige der Gäste hätten es geschafft, in einen nahe gelegenen Wald zu fliehen und sich zu verstecken oder in Autos die Gegend zu verlassen. Die Polizei habe aber acht Personen festnehmen können, die in einem Großraumtaxi fliehen wollten.

Die Festgenommenen könnten nun wegen Homosexualität angeklagt werden, womit ihnen bis zu drei Jahren Haft droht. Bislang gibt es noch keine Informationen, was mit ihnen passiert ist, oder offizielle Angaben der Behörden zu dem Geschehen.

Aus Marokko gibt es, ebenso wie aus den Nachbarstaaten Algerien und Tunesien, immer wieder Berichte über Verhaftungen und Verurteilungen von Personen aufgrund von Homosexualität. Trotzdem will die deutsche Bundesregierung derzeit den drei Ländern das Prädikat "sicherer Herkunftsstaat" verleihen, um Flüchtlinge einfacher abschieben zu können (queer.de berichtete). Das Vorhaben scheiterte jedoch bislang im Bundesrat am Widerstand von Grünen und Linken (queer.de berichtete).

Deutsche Bundesregierung: In Marokko gibt es keine systematische Verfolgung

Trotz der Berichte über Homosexuellenverfolgung in den drei Ländern behauptet die Bundesregierung, dass es dort keine systematische Verfolgung von Schwulen und Lesben gebe. 2017 erklärte das Bundesinnenministerium etwa in der Antwort auf eine Kleine Anfrage zu Marokko: "Das Thema [Homosexualität] wird immer noch gesellschaftlich tabuisiert, eine systematische Verfolgung homosexueller Personen findet jedoch nach Erkenntnissen der Bundesregierung nicht statt" (queer.de berichtete). Die Bundesregierung empfiehlt Homosexuellen in diesen Ländern, ihre sexuelle Orientierung geheim zu halten ("Homosexualität wird hingenommen, solange sie im Verborgenen gelebt wird").

LGBTI-Organisationen wie der Lesben- und Schwulenverband kritisieren die Haltung der Bundesregierung scharf. Sie verweisen auf eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs aus dem Jahr 2013. Dieser hatte entschieden, dass die sexuelle Orientierung einer Person ein so einschneidendes Merkmal sei, dass man Schwulen und Lesben nicht zumuten könne, diese geheim zu halten, um eine Verfolgung im Heimatland zu vermeiden. (dk)



#1 Simon HAnonym
  • 20.02.2019, 15:50h
  • Und das ist für Union und SPD ein "sicheres Herkunftsland".

    Entweder sind die komplett ahnungslos oder sie wissen das, aber es ihnen egal. Beides disqualifiziert Union und SPD - solche Parteien sollten kein Land führen.
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#2 SichererHerkunftsstaatAnonym
  • 20.02.2019, 18:16h
  • So ein Unsinn, das kann doch gar nicht stimmen!!
    Marokko wäre doch fast zum sicheren Herkunftsland ernannt worden.
    Oh, kann doch sein, das war ja keine flächendeckende Aktion.

    In einem Touristenkomplex wollten die zwei heiraten - also weit weg von "Provokation" oder wem auch immer.
    "Laut den Berichten hätten Anwohner des Resorts trotz Sicherheitsmaßnahmen der Veranstalter von der Hochzeit erfahren und die Polizei alarmiert. Die Beamten hätten darauf das Gelände eingekreist und der Zeremonie ein Ende gesetzt."

    Gelände eingekreist (dass auch niemand entkommen kann?!!)

    Man erkennt doch sofort: Marokko ist ein sicherer Herkunftsstaat - es fragt sich nur für wen?
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#3 TomDarkProfil
  • 20.02.2019, 21:10hHamburg
  • Der Bericht liest sich wie eine Verfolgungsjagd einer hochkriminellen Bande.

    Aber der Verwaltung dienen solche Aktivitäten ja bekanntlich hervorragend als Ablenkung für das Versagen des Herrschaftssystems und für die vielen Missstände im Land.

    Armut, Arbeitslosigkeit, Korruption etc.

    Den Betroffenen kann man eigentlich nur zur Flucht raten...

    ... so viel ist "sicher"!
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#4 Gerlinde24Profil
  • 21.02.2019, 04:18hBerlin
  • Ich höre jetzt schon die Bundesregierung sagen: "Nur drei jahre wegen Homosexualität ins Gefängnis? Das ist doch nicht der Rede wert. Bei zwanzig Jahren Knast könnten wir uns fragen, ob Marokko sicher ist, aber doch nicht bei lächerlichen drei Jahren!".
    Und da wundern sie sich, dass die kaum jemand von uns wählt!
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#5 TimonAnonym
  • 21.02.2019, 09:19h
  • >>>>> Deutsche Bundesregierung: In Marokko gibt es keine systematische Verfolgung <<<<<

    Union und SPD lügen den Menschen ins Gesicht rein, ohne rot zu werden.

    Das zeigt, wie abgrundtief verdorben Union und SPD sind.
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#6 hugoAnonym
  • 21.02.2019, 15:07h
  • Wenn die Polizei wegen Homosexualität als aleinigen GRund eingreift, bedeutet das systematische Verfolgung!
    Das wiederum bedeutet, dass Marokko kein sicheres herkunftsland für Homosexuelle ist!
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#7 LotiAnonym
  • 22.02.2019, 09:21h
  • Antwort auf #4 von Gerlinde24
  • Hallo Gerlinde, bitte vergiss dabei aber nicht, wieviele Schwule in Marokko sehr gerne Ihren Urlaub verbringen und es sich dort gutgehen lassen. Manche rühmen sich sogar damit, einen festen Ferienliebhaber zu haben und deren Familienangehörige wissen das sogar. Ein Bekannter von mir zeigte stolz ein Photo seines marokkanischen Liebhabers. Also ganz so abwegig finde ich die Aussage von unseren Politikern nicht über dieses Land. Obendrein, muß man es auch gleich mit einer Hochzeit dort auf die Spitze treiben. Hätte meines Erachtens auch woanders stattfinden können. Ich glaube eher, hier wurde die Gastfreundschaft der Bevölkerung überstrapaziert. Ist aber nur meine Meinung dazu.
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#8 FatimaAnonym
  • 22.02.2019, 10:37h
  • Antwort auf #7 von Loti
  • Die beiden zu Trauenden waren aber Einheimische. Demnach ist das Argument, die Gastfreundschaft überzustrapazieren, meiner Meinung nach, hinfällig und der Vorschlag "einfach woanders hinzugehen" ebenso.

    Das ist nun mal ihre Heimat und dort wollten sie, fernab von radikalen Muslimen, in einem Touristenkomplex mit Freunden und Familie feiern. Ich kann den Vorwurf der Provokation nicht nachvollziehen.
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#9 LotiAnonym