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"Teenstar"

Österreich lässt Homo-"Heiler" an Schulen gewähren

Im Wiener Bildungsministerium hat man kein Problem damit, dass ein offen homophober Verein Schüler indoktriniert.


"Teenstar" wirbt auf seiner Homepage mit einem hippen Image – die Inhalte sind weniger hip

Die österreichische Bundesregierung lehnt es ab, den Homo-"Heiler"-Verein "Teenstar" aus öffentlichen Schulen zu verbannen. In einem am Dienstag veröffentlichten Erlass wird lediglich festgelegt, dass Eltern vor der Einbindung von Vereinen in den Schulunterricht vorab ausdrücklich informiert werden und Lehrer während dieser Veranstaltungen in der Klasse bleiben müssen (letzteres eigentlich bislang schon Pflicht).

Der Skandal um "Teenstar" war vor gut einem halben Jahr publik geworden: Die Homosexuelle Initiative (HOSI) Salzburg kritisierte damals, dass der christliche Verein an Schulen Sexualaufklärung betreibt, obwohl er "homophobe Ansichten verbreitet" – etwa, dass Homosexualität "heilbar" sei (queer.de berichtete).

In einem Flyer des Vereins zur Ausbildung von Kursleitern heißt es etwa, dass man "zur Abnahme homosexueller Neigungen und zur Entwicklung des eigenen heterosexuellen Potentials" eine "geeignete Therapie" machen könne – und auch "Motivation, Ausdauer, Bereitschaft und Mut" brauche. Immerhin: Inhalte wie diese hätten "an einer Schule nichts verloren, das darf so nicht vermittelt werden", sagte Martin Netzer, der Generalsekretär im Wiener Bildungsministerium.


Eine Seite aus den "Teenstar"-Materialien, die das Magazin "Falter" veröffentlicht hatte

Das Ministerium betonte, entsprechende Unterlagen seien durch den Verein nicht zur Prüfung vorgelegt worden. "Teenstar" hatte öffentlich argumentiert, dass es sich um ältere Unterlagen gehandelt habe, die nicht mehr eingesetzt werden. Gegenüber kathpress meinte der Verein im letzten Herbst zugleich, man nehme in der Arbeit darauf "Rücksicht, dass nur ein Teil der homosexuell empfindenden Jugendlichen später eine stabile homoerotische Ausrichtung" entwickele, und vermeide daher, Jugendliche "vorschnell auf eine bestimmte sexuelle Orientierung (z. B. auch Bisexualität) festzulegen oder sie dazu zu ermutigen, sich über ihre erotischen Gefühle zu definieren". Den Jugendlichen rate man zusammen mit den Eltern, "sich bei subjektiv empfundenen Bedarf für eine Begleitung an die entsprechenden fachlichen Einrichtungen zu wenden".

Bei einer internationalen Konferenz von Homo-"Heilern" vor wenigen Wochen in Budapest lagen Materialien von "TeenStar Deutschland" aus (queer.de berichtete).

"Religiöse Hardliner*innen" weiter an Schulen

"Das Bildungsministerium hält die Schultüren weiter offen für religiöse Hardliner*innen", kritisierte HOSI-Salzburg-Geschäftsführer Paul Haller die Entscheidung. Das Grundproblem von 'Teenstar' lasse sich nicht damit lösen, einfach neue Unterlagen zu produzieren. "Denn eine religiös-fundamentalistische Ideologie lässt sich nicht von heute auf morgen ändern", so Schröder.

Kritik gibt es auch aus der Opposition: Mario Lindner, der Gleichstellungssprecher der sozialdemokratischen SPÖ erklärte, das vom parteilosen Geografie-Professor Heinz Faßmann geführte Bildungsministerium habe selbst eingestanden, dass es bei außerschulischen Anbietern viele "Extrempositionen" gebe. "Die heutige Ankündigung aus Faßmanns Ressort ist aber gerade deshalb kaum befriedigend!", bemängelte Lindner. "Was es braucht, ist ein konsequentes Vorgehen gegen fragwürdige Inhalte in diesem wichtigen Bereich. Genau das hat das Ministerium durch seine Verzögerungstaktik im letzten halben Jahr aber nicht getan", so der Oppositionspolitiker, der schon zwei parlamentarische Anfragen zu diesem Thema eingebracht hatte. "Stattdessen wird auch jetzt wieder die Verantwortung an Schulen und Lehrerinnen und Lehrer abgeschoben!" (dk)



#1 Simon HAnonym
  • 20.02.2019, 15:51h
  • Obwohl wissenschaftlich belegt ist, welche negativen Folgen diese Gehirnwäsche hat, lässt man die an Schulen gewähren.

    Das ist ein Skandal.
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#2 goddamn liberalAnonym
  • 20.02.2019, 18:34h
  • Antwort auf #1 von Simon H
  • "Das ist ein Skandal."

    Ja, aber das kann bei einem Land, das sich Wiking-Jugend Strache als Vizekanzler ('Homosexualität ist eine Krankheit') leistet, aber auch nicht wirklich verwundern.

    Ich hatte mich eher über die Eheöffnung in Österreich zeitlich vor der urdemokratischen Schweiz gewundert.
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#3 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 21.02.2019, 04:10h
  • Die Regierung in Austria sollte sich schämen! Da können ja gleich katholische Exorzisten praktizieren, "Hexen" und "Ketzer" verbrannt werden, und die "Lügenpresse" mundtot gemacht werden!
    Ich kann gar nicht soviel fressen, wie ich kotzen möchte!
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