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"Can You Ever Forgive Me?"

Die lesbische Katzenfrau und ihr schwuler Komplize

In einem wundervollen Film über die New Yorker Autorin Lee Israel zeigt Melissa McCarthy, dass sie zu den besten Schauspielerinnen Hollywoods gehört. Ab Donnerstag im Kino.


"Can You Ever Forgive Me?" mit Melissa McCarthy und Richard E. Grant läuft ab dem 21. Februar in deutschen Kinos (Bild: Fox Searchlight Pictures)

Wer Melissa McCarthy aus Filmen wie "Ghostbusters" oder "Taffe Mädels" als laute Ulknudel kennt, wird bei "Can You Ever Forgive Me?" überrascht sein: In ihrem neuesten Film brilliert sich die Komikerin in einer Charakterrolle als Lee Israel, einer eigenbrödlerischen lesbischen Autorin, die Katzen mehr mag als Menschen. Für den Film erhielt sie verdientermaßen ihre zweite Oscarnominierung (nach "Brautalarm" im Jahr 2012).

Die wahre Geschichte spielt im Manhattan des Jahres 1991: Bei der 51-jährigen Lee Israel läuft es gerade nicht so toll – die ehemals gefeierte Biografin hat es sich aufgrund ihrer herausfordernden Persönlichkeit mit fast allen verscherzt und leidet zudem an einer Schreibblockade. Für ihre heruntergekommene Wohnung kann sie die Miete nicht bezahlen, auch ihre geliebte Katze ist krank – und die Tierklinik will diese erst behandeln, wenn ihr Frauchen die Rechnung begleichen kann.

Konrad Kujau lässt grüßen

Durch Zufälle findet Lee die scheinbare Lösung für ihre finanziellen Probleme: Sie bemerkt, dass reiche Sammler viel Geld für Briefe von verstorbenen Schriftstellern wie Dorothy Parker und Ernest Hemingway bezahlen. Je pikanter der Inhalt, desto mehr klingelt die Kasse. Also tritt Lee in die Fußstapfen von Konrad Kujau, der rund ein Jahrzehnt zuvor die Hitler-Tagebücher gefälscht hatte. Lee geht in diesem Geschäft auf – sie sieht sich als eine Autorin, die nicht nur mit kriminellen Mitteln an Geld kommt, sondern auch einen Beitrag dazu leistet, das Leben ihrer Vorbilder etwas interessanter zu machen ("Ich bin die bessere Dorothy Parker als Dorothy Parker!"). Man kann sich ausmalen, dass diese Fälscherei auch für die New Yorkerin nicht lange gutgehen kann.

Die wichtigste Nebenfigur ist der liebenswerte und lebenslustige Jack Hock (Richard E. Grant), ein schwuler Drogendealer, den Lee in einer Bar trifft. Die beiden einsamen Seelen freunden sich schnell an, Jack wird zu Lees Komplizen. Gemeinsam treiben sie das Geschäft mit den Briefhandel zusammen bis auf die Spitze. Grant wurde für seine Leistung ebenfalls für einen Oscar nominiert.

Ein Kotzbrocken zum Lieben

Der Film ist von Regisseurin Marielle Heller ("The Diary of a Teenage Girl") ruhig und unterhaltsam inszeniert worden. Ihr gelingt es, dass dem Zuschauer die beiden Hauptfiguren richtig ans Herz wachsen, auch wenn Lee sich oft als egoistischer Kotzbrocken gibt. Das Buch basiert auf der Autobiografie der echten Lee Israel, die sie im Jahr 2008 veröffentlichte. 2014 verstarb sie im Alter von 75 Jahren in ihrer Heimatstadt New York.

Das Drehbuch erlaubt sich zwar einige Freiheiten, speziell wenn es um die Figur Jack Hock geht. So kannten sich Lee und Jack im echten Leben bereits viel länger, als es im Film dargestellt wird. Allerdings helfen diese Anpassungen, die Geschichte straffer zu erzählen. Immer wieder wird dabei auch die sexuelle Orientierung der beiden Protagonisten thematisiert. Fazit: "Can You Ever Forgive Me?" ist eine melancholische Komödie mit zwei sehr gut aufgelegten Darstellern.

Infos zum Film

Can You Ever Forgive Me? Filmbiografie, USA 2018. Darsteller*innen: Melissa McCarthy, Richard E. Grant, Marc Evan Jackson, Anna Deavere Smith, Christian Navarro, Stephen Spinella, Jane Curtin, Shae D'Lyn, Dolly Wells, Ben Falcone. Laufzeit: 107 Minuten. FSK: ohne Altersbeschränkung. Jugendkommission Österreich: ab 10 Jahren. Fox Searchlight Pictures. Filmstart: 21. Februar 2019


#1 lustigAnonym
  • 20.02.2019, 22:45h
  • Klingt nach einem guten Film.
    Mir gefällt Melissa McCarthy ebenfalls - sie spielt einfach super und zum kaputt lachen.
    Schon im Film "Taffe Mädels" hat sie ne Glanzleistung geliefert.
    Diesen Film hier werde ich mir anschauen.
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#2 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 21.02.2019, 04:00h
  • Das Problem bei verfilmten Biographien ist meist, dass man der wirklichen Person nicht nahe kommt, sondern "nur" eine unterhaltsame Interpretation der Figur abliefert.
    Das beste Beispiel ist der Film über die Harry Potter Erfinderin Rowling.
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#3 decay of lyingAnonym
  • 21.02.2019, 06:26h
  • Antwort auf #2 von Gerlinde24
  • Und wo ist da jetzt das "Problem"?

    Es handelt sich schließlich um einen Film, also um die künstlerische ("künst-liche") Auseinandersetzung mit einem Thema. Und grade nicht um eine Begegnung im richtigen Leben.

    Um es mit Oscar Wilde zu sagen: "Art never expresses anything but itself."
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#4 Miguel53deProfil
  • 21.02.2019, 08:10hOttawa
  • Antwort auf #2 von Gerlinde24
  • Ich habe den Film gerade gesehen und kann nur sagen, unbedingt ansehen. Und das nicht, weil das ein schwules Thema ist, sondern ein sehr gelungenes Erzählkino.

    Da spielen in der Tat zwei ausgesprochen gut aufgelegte Akteure. Beide sind zu Recht für den Oscar nominiert.

    Weniger eine Kommödie und keine laute Melissa McCarthy. Vielmehr ein Mensch der leisen Töne, der ums tägliche Brot und mit der Einsamkeit kämpft.

    Fabelhaft.
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#5 LotiAnonym
#6 lustigAnonym
  • 23.02.2019, 20:34h
  • Hab den Film heute gesehen und hat mir gut gefallen. Allerdings war er für Samstag relativ wenig besucht.
    Die beiden Hauptdarsteller spielen gut, vor allem Melissa McCarthy. Obwohl mir eine lesbische Darstellerin besser gefallen hätte, hat McCarthy trotzdem überzeugend gespielt.
    Empfehlenswert ist er auf jeden Fall.
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