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Promi-Regenbogenfamilie

Lebensgefährtin von Serbiens Regierungschefin bringt Sohn zur Welt

Das Büro von Ministerpräsidentin Ana Brnabic freut sich über eine Premiere in der internationalen Politikwelt.


Brnabic führt Serbien seit 2017 an

  • 20. Februar 2019, 20:26h, noch kein Kommentar

Die serbische Ministerpräsidentin Ana Brnabic und ihre Lebensgefährtin Milica Djurdjic freuen sich über Nachwuchs: Brnabics Partnerin brachte am Mittwoch einen Sohn zur Welt, teilte das Büro der Regierungschefin mit. Es feierte die Geburt als historisches Ereignis: Weltweit habe es bisher nur wenige Regierungschefs gegeben, deren Partnerin während der Amtszeit ein Kind bekommt – Brnabic und ihre Lebensgefährtin seien in dieser Reihe zudem das erste gleichgeschlechtliche Paar.

Mutter und Kind seien wohlauf, so das Büro der parteilosen Politikerin weiter. Medienberichten zufolge heißt das Kind Igor. Die 43-jährige Brnabic ist die erste Frau, die in Belgrad die Regierungsgeschäfte leitet, und die erste offen homosexuelle Person an der Spitze der Regierung. Die Politikerin und die Ärztin sind seit rund zehn Jahren ein Paar. Anfang des Jahres war bekannt geworden, dass Djurdjic ein Kind durch künstliche Befruchtung erwarte.

Brnabic wurde im Juni 2017 ins Amt gewählt (queer.de berichtete). Die Ex-Unternehmerin war erst ein Jahr zuvor in die Politik gewechselt und hatte das Ministerium für öffentliche Verwaltung übernommen. Sie führt eine Koalition aus der nationalkonservativen Serbischen Fortschrittspartei mit einer sozialistischen Partei an.

Keine rechtliche Anerkennung der Beziehung

In dem Balkanland, in dem 80 Prozent der Bevölkerung orthodoxe Christen sind, ist Homosexualität vielfach noch ein Tabu. Schwule und lesbische Paare können weder eine Ehe noch eine eingetragene Partnerschaft eingehen. Einzelpersonen können Kinder adoptieren, allerdings gibt es kein Recht auf Stiefkind- oder gemeinschaftliche Adoption für homosexuelle Paare.

Brnabic hat sich bisher nicht als Verfechterin für LGBT-Rechte hervorgetan. Als sie 2017 als erste Ministerpräsidentin beim CSD in Belgrad teilnahm, setzte sie damit ein Zeichen und betonte Werte wie Vielfalt (queer.de berichtete), wollte sie sich nicht näher zu einer gesetzlichen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare äußern. Sie könne nicht ihre "persönliche Meinung" äußern, weil sie als Ministerpräsidentin die serbische Regierung vertrete, sagte Brnabic damals.


Brnabic beim Belgrader Pride 2017. Bild: Mickey Mystique / wikipedia

Der CSD in Belgrad war in der Vergangenheit mehrfach von Gegendemonstranten attackiert worden, in den letzten Jahren hatte sich die Lage aber stabilisiert und die Polizei die Teilnehmer geschützt. Ein Informationsladen des Belgrader Pride in der Innenstadt wurde aber in dieser Woche zum zweiten Mal binnen weniger Tage Opfer von Vandalismus.

Im letzten Oktober hatte Ruth Davidson, die Parteichefin der schottischen Konservativen, einen Sohn geboren, den sie nach künstlicher Befruchtung mit ihrer Partnerin Jen Wilson aufzieht. Derzeit befindet sie sich in Mutterschaftsurlaub. (nb/afp)