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Hauptstadt-Szene streitet mal wieder

Berliner CSD wiederholt Mottowahl für 2019

Das vom Forum im Januar ausgewählte Motto "Queer sind Berlin – Jemeinsam" hatte für Kritik gesorgt. Nun soll zeitnah ein neues gefunden werden.


CSD-Abschluss am Brandenburger Tor

Das Motto für den Christopher Street Day in Berlin stand eigentlich schon fest – nun wird es noch einmal zur Wahl gestellt. Nach vier Wochen intensiver Diskussion sei in einer Forumssitzung am Mittwoch der Entschluss gefallen, die Mottowahl für die Demonstration am 27. Juli zu wiederholen, teilte der CSD-Vorstand am Donnerstagabend mit.

Zuvor hatte der "Tagesspiegel" über die Motto-Rücknahme berichtet. Im Januar hatte sich das basisdemokratische und offene CSD-Forum für das Motto "Queer sind Berlin – Jemeinsam!" entschieden (queer.de berichtete). Der vergleichsweise belanglose Spruch war allerdings in der Szene auf einige Kritik geraten – gerade im Jubiläumsjahr des Stonewall-Aufstands in New York, auf den sich die weltweite CSD-Bewegung bezieht, und auch angesichts von Gegegenbewegungen im In- und Ausland.

Auf der Forumssitzung am Mittwoch sei mit einer Zweidrittelmehrheit beschlossen worden, "zeitnah die alten und neuen Mottovorschläge erneut zur Wahl zu stellen", so der CSD am Donnerstagabend in einer Stellungnahme bei Facebook. "Termine und Abläufe teilen wir zeitnah mit."

Hoffnung auf neuen Motto-Findungsprozess

Im Januar war das Motto in einer fast vierstündigen Sitzung aus insgesamt 82 eingereichten Vorschlägen ausgewählt worden. "Queer sind Berlin – Jemeinsam!" setze "ein klares Zeichen dafür, dass queere Menschen ein selbstverständlicher Teil Berlins sein müssen, mitten drin und nicht nur am Rand", teilte der CSD-Vorstand dazu damals mit. "Wir haben bereits vieles gemeinsam erkämpft, aber müssen auch in Zukunft solidarisch füreinander einstehen."

Nun wird weiter gemeinsam für ein Motto für den 41. Berliner CSD gekämpft: "Die in der Community entstandene Dynamik aufgreifend, gehen wir in einen erneuten Motto-Findungsprozess", so der Vorstand am Donnerstag. "Das ist vom Ablauf her natürlich ein zusätzlicher Schritt und nicht optimal, wir setzen aber auf die offene Diskussion im Forum, um mit einem Motto zu demonstrieren, mit dem sich möglichst viele Teilnehmer*innen identifizieren können."

Im vergangenen Jahr hatte das Motto für den Hauptstadt-CSD "Mein Körper – meine Identität – mein Leben" gelautet (queer.de berichtete). Damals mussten Teile der Abschlussveranstaltung wegen einer Unwetterwarnung abgesagt werden (queer.de berichtete). Der Christopher Street Day zieht traditionell von der City West zum Brandenburger Tor. Für 2020 wird diskutiert, ob es zur Abwechslung eine andere Strecke geben sollte, etwa als Verbindung zwischen Ost und West. (cw/dpa)



#1 Ith__Ehemaliges Profil
  • 22.02.2019, 09:24h
  • Als sei ein belangloses Motto nicht exakt das Passende für eine Veranstaltung, die als Demo angefangen hat und inzwischen mangels selbst empfundener Relevanz hauptsächlich aus Kommerz besteht. Klingt halt nach Karneval: Saufen, Fressen, Party. Hätten sie ruhig so lassen können.
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#2 Patroklos
  • 22.02.2019, 09:27h
  • Das hätten die Organisatoren auch einfacher haben können: Motti im Internet zur Auswahl stellen und darüber abstimmen lassen! Das mit den meisten Stimmen gewinnt! Sowas heißt Basisdemokratie!
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#3 LotiAnonym
  • 22.02.2019, 09:32h
  • Dieses ewige lamentieren darüber zu welchem Motto die Demo stattfinden soll geht mir echt auf den Senkel. Schaut doch mal wies die Gays in den USA machen. Kein langes Larifari oder hin und her. Da tun sich ALLE zusammen, selbst die Kriegsveteranen,Katholiken und andere und es läuft friedlich ab. Kein Wunder weshalb es in der Hauptstadt unterschiedliche Demos gibt und man sich uneins ist. Ätz.
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#4 Ralph
#5 Elm__Anonym
  • 22.02.2019, 13:14h
  • Antwort auf #1 von Ith__
  • Ach, allerwerteste Provinzlerin, so politisch wie in Berlin ist die Szene anderorts in Deutschland kaum.

    Aber selbst wenn es nur Party wäre, wäre es ein Statement in puncto Sichtbarkeit.
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#6 KlopatronAnonym
#7 LotiAnonym
  • 22.02.2019, 13:57h
  • Antwort auf #6 von Klopatron
  • Na,na, Motti finde ich sogar recht passend. Was soll daran verkehrt sein? Mein Name ist ja auch nicht Loti sondern Lothar. Diesen Nickname haben mir meine ehemaligen Hetenkollegen gegeben und ich fühlte mich dadurch eher geehrt.
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#8 TheDadProfil
  • 23.02.2019, 07:41hHannover
  • Antwort auf #6 von Klopatron
  • ""Es heißt Mottos, auch in deiner überalterteten Rechtschreibung.""..

    Jetzt braucht es nur noch Jemanden der erklärt, die Mehrzahl von Autos würde "Auti" lauten, dann ist das Absurde perfekt..

    Ein "eingeschliffenes" Unding wie "Mottos" ist auch dann noch nicht wirklich richtig, wenn es den weg in den Duden gefunden hat, bloß weil sich dem viele angeschlossen haben..
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#10 stromboliProfil
  • 23.02.2019, 13:21hberlin
  • schade das der bericht nicht auf die scheints deutlichen inhaltlichen auseinandersetzungen bei dieser veranstaltung im rauchschgold eingeht.

    Hinter der banalität des gekürten mottos steht auch die zukleisternd wollende haltung darüber, was zukünftig sich "queer-politik " nennen darf, und aus welchen konfliktzonen heraus "emanzipation" der verschiedens betroffenen betrieben sein will.

    Auch darüber, wer sich in der multiplen abgrenzung gegenüber einer geschlossen heteronormativen gegenwelt denn nun das sagen haben wird.
    Wer wird mit welchem "program denn nun mit den sachverwaltern unserer anliegen in den ministerien, den städtischen sozialbehörden, den geldgebern und sonstig gutgewillten verhandeln.
    Welche projekte in den jeweiligen interessensvordergrund schieben...
    Grundlegend: über was wird zukünftig verhandelt!
    Verhandeln wir strategisch weiter über eine bereits funktionierende assimilation, oder tragen wir wirklich einen gegenentwurf aus unseren jeweiligen untergrupierungen hinein in die gesamtgesellschaftlich anzustrebenden änderungen.

    Ist das heutige "ankommen sein " wirklich das, was stonewall-riots ( aufstand!) einstmals sich im "anders sein" vorstellte.
    Wo doch "alles" nach einer gesetzlich geregelten "normalität" strebt ohne dem verursachenden, grundsätzlich weiter den kampf anzusagen.

    Das sich im vormals berliner alternativ -csd der komerzielle begriff in den vordergrund stellte, und so den blick auf das zu verweigernde vernichtete, spiegelt sich in der nunmehr scheinheiligen posse vom > weg von kommerz, hin zu inhalten < wieder.
    Es werden die falschen antworten zu den falschen fragenstellungen gegeben.

    Wir schaffen uns so einen hype selbstreferentieller betriebsamkeit, die uns politischen aktivismus vorgaugelt dort, wo wir ans eigentlich relevante
    nicht rühren wollen.
    "integration" ins kleinbürgherliche schema.

    Erinnert mich momentan an den hype um die greta und ihr klima.
    Die da ohnehin alle bereits geöffneten türen nochmals medial wirksam öffnent ( rührend ein "kind mit soviel wahrheit...) , aber am verursachenden kapitalismus vorbei redet.
    Ich nenn das inzwischen reformeskapismus!

    Es ärgert mich, weil so wirklich wertvolle energien auf eine endlosschleife des reformismus geschickt wird...
    gesponsert von vw - nestle & montsanto-bayer...
    Oder wie hier ein user so mitfühlsam postet: die amis sind da viel pragmatischer... das maschieren die katholiken und kriegsveteranen mit..
    Vergessen wir nicht die polizei , die militärs und coca cola.

    Solange aber wir in deren marketingkonzept passen, sollten wir um unsere emanzipatorischen inhalte mehr als beunruhigt sein.
    Da sind wir bestenfalls aufgekauft worden und so harmloser zeitvertreib im spiel der eigentlichen spielemacher.
    So geschmeidig gemacht, sind wir allenfalls die bestätigung ihrer gesellschaftsform..
    Kleingehalten und wenns geht unsichtbar gemacht.
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