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Schauspieler schimpfte über "Schwuchteln"

Homophobe Aussagen von John Wayne sorgen für Aufregung

Der John-Wayne-Airport könnte bald einen neuen Namen erhalten. Der Grund: Ein Interview mit dem 1979 verstorbenen Westernstar ist aufgetaucht, in dem er sich rassistisch und homophob äußert.


John Wayne (1907-1979) hielt offenbar nicht viel von nicht-weißen und nicht-heterosexuellen Landsleuten – und sagte dies auch deutlich (Bild: Warner Bros. Pictures)

Rund ein halbes Jahrhundert alte Aussagen von John Wayne sorgen derzeit in den USA für Wirbel. In einem gerade aufgetauchten "Playboy"-Interview äußerte sich der Schauspieler, Produzent und Regisseur im Jahr 1971 abwertend über "Schwuchteln" (fags) und fantasierte über "weiße Vorherrschaft". Das Interview war von Drehbuchautor Matt Williams ausgegraben worden – er veröffentlichte es am Montag auf Twitter und schrieb dazu: "John Wayne war ein regelrechter Dreckskerl."

Twitter / pixelpreaching

Konkret beschwerte sich Wayne in dem Interview über "perverse Filme", gegen die Amerikaner in den nächsten Jahren aufbegehren würden. Auf die Frage, was er als "pervers" ansehe, antwortete der Filmstar: "'Easy Rider' und 'Asphalt-Cowboy' – diese Art von Sachen. Könnte man nicht sagen, dass diese wundervolle Liebesgeschichte zwischen zwei Männern in 'Asphalt-Cowboy', eine Geschichte über zwei Schwuchteln, darunter fällt?" Er fuhr fort: "Verstehen Sie mich nicht falsch. Wenn es um einen Mann und eine Frau geht, bin ich sehr glücklich, dass es eine Sache namens Sex gibt."

Wenige Jahre nach dem Verbot der Rassentrennung in den USA erklärte Wayne auch, dass er zu diesem Zeitpunkt keine Schwarzen in Führungsposition akzeptieren könne: "Ich glaube an die weiße Vorherrschaft, bis Schwarze ausgebildet werden, damit auch sie Verantwortung übernehmen können. Ich glaube nicht, dass man Macht und Führungspositionen an verantwortungslose Leute übergeben sollte."

Wayne lästerte über "egoistische" Ureinwohner

Auch von amerikanischen Ureinwohnern zeigte sich Wayne wenig begeistert und warf ihnen sogar vor, an ihrer Fast-Ausrottung durch die europäischen Siedler selbst schuld zu sein: "Es gab viele Leute, die neues Land gebraucht haben, und die Indianer haben egoistisch versucht, das Land für sich zu behalten."

Nach Bekanntwerden dieser Aussagen gab es Forderungen nach Konsequenzen in Kalifornien. So schlug die mächtige "Los Angeles Times" vor, den John-Wayne-Airport umzubenennen. Der internationale Flughafen liegt im erweiterten Einzugsgebiet von Los Angeles, im Bezirk Orange County. Er trägt den Namen des Hollywoodstars seit dessen Tod im Jahre 1979. Dort gibt es jährlich mehr als zehn Millionen Flugpassagiere, ungefähr genau so viele wie am Flughafen Stuttgart oder Köln/Bonn.

Wayne-Familie: Kritik an totem Schauspieler ist unfair

Die Familie von John Wayne verteidigte das Idol: Es sei unfair, einen Promi wegen etwas zu verurteilen, das dieser Mensch "angeblich vor fast 50 Jahren gesagt haben soll, wenn er nicht länger hier ist, um sich zu verteidigen", so die Familie in einer Stellungnahme gegenüber "Fox News". "Unser Vater hat uns gelehrt, alle Menschen zu respektieren, unabhängig von Hautfarbe, Ethnie oder sexuellen Vorlieben."

John Wayne zählte während seiner aktiven Schauspielzeit zu den prominentesten Konservativen in Hollywood. In den Fünfzigern galt er als überzeugter Unterstützer des "Komitees für unamerikanische Umtriebe", das viele Filmschaffende mit Berufsverboten belegte, die verdächtigt wurden, Sympathien für den Kommunismus zu hegen. In den Sechzigern gehörte er zu den größten Anhängern des Vietnam-Krieges und drehte sogar mit "Der grüne Teufel" einen Propaganda-Film, um die Kriegsmoral zu steigern. (dk)



#1 goddamn liberalAnonym
  • 22.02.2019, 15:22h
  • Dass der Mann rechtslastig war, war zu seinen Lebzeiten jedem klar. Damals stand in vielen US-Staaten Homosexualität auch noch unter Strafe.

    Aber die Rechtfertigung von Völkermorden war auch damals schon nicht rechtskonservativ, sondern rechtsextrem bis faschistisch. Insofern ist die Umbennenung des Flughafens dringend notwendig.
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#2 Ketzer
  • 22.02.2019, 15:33h
  • Franz Josef Strauß war auch "lieber ein Kalter Krieger als ein warmer Bruder". Also, liebe Münchner_innen, bitte auch nochmal neu nachdenken. #MUC
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#3 spiegel-affäreAnonym
#4 LotiAnonym
  • 22.02.2019, 15:55h
  • Ich mochte diesen Kerl nie leiden. Auch seine Filme nicht. Es gibt Westernfilme mit bedeutend größerer Aussagekraft und wesentlich besseren Darstellern. J.W. hat eine sehr straighte Bevölkerungsschicht verkörpert. Lebt heute noch in deren Köpfen und verkörpert den typisch engstirnigen Redneck.
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#5 YannickAnonym
  • 22.02.2019, 16:05h
  • "Wayne-Familie: Kritik an totem Schauspieler ist unfair"

    Die Aussagen von John Wayne waren unfair.

    Die heutige Kritik daran ist genau das: Kritik an seinen Aussagen, die es ohne seine Worte gar nicht geben müsste.

    Dass der Verursacher immer in Schutz genommen wird und derjenige, der darauf hinweist, kritisiert wird, ist wohl auch in den USA nicht anders.

    Und auch wenn er heute nicht mehr dazu Stellung nehmen kann, ändert das ja nichts an den damaligen Aussagen. Die sind gemacht und die haben ja auch Schaden angerichtet.
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#6 dellbronx51069Anonym
  • 22.02.2019, 17:03h
  • Das wundert mich bei dem Typ nicht wirklich. Das vor 50 Jahren Mainstream.
    Die Umbenennung kann daher nur richtig sein.
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#7 Sukram712Anonym
  • 22.02.2019, 18:41h
  • Der ist bereits 1979 gestorben. Der Typ war auch kein Politiker oder Philosoph mit dem Anspruch allgemeingültige Wahrheiten zu verbreiten, sonder bloß Westenheld-Schauspieler mit ner privaten Meinung.

    Ich finde man sollte es einfach gut sein lassen. 40 Jahre (!) hinterher jedes Wort auf die Goldwaage zu legen, ist wirklich lächerlich.
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#8 goddamn liberalAnonym
  • 22.02.2019, 19:49h
  • Antwort auf #7 von Sukram712
  • Wie gesagt, homophobe Kraftausdrücke waren damals sicher üblich.

    Ob die Nachfahren der Native-Americans die Rechtfertigung der Massaker an ihren Leuten 'lächerlich' finden, ist aber zweifelhaft.

    Das ist ja fast so, als würde man Polen oder Russen vorwerfen, dass sie sich "egoistisch" gegen die Invasion ihres Landes für 'Lebensraum im Osten' gewehrt haben.
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#9 Patroklos
  • 22.02.2019, 20:02h
  • Zehn Jahre vor seinem Tod gewann John Wayne den Oscar als Bester Hauptdarsteller im Western "Der Marshal" und was da jetzt ans Tageslicht kam, ist schon ziemlich haarsträubend!
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#10 TomDarkProfil
  • 22.02.2019, 20:40hHamburg
  • Antwort auf #7 von Sukram712
  • Ich finde es nicht lächerlich, sondern sehr wichtig, dass solche Aussagen oder Eigenschaften von verstorbenen Künstlern ans Licht gebracht werden, auch wenn sie länger zurückliegen.

    John Wayne war nicht einfach nur ein Macho, der mal einen homophoben Spruch abgelassen hatte, sondern sein Charakter wies ganz offensichtlich rassistische, chauvinistische und antiliberale Tendenzen auf.

    Dass überhaupt ein Flugplatz nach so einem Luftikus benannt wurde, ist ganz bestimmt nicht diskussionsunwürdig!
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