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Rheinland-Pfalz

"Abartig": AfD-Entgleisung bei Debatte über Rechte von Intersexuellen

Die rheinland-pfälzische AfD-Abgeordnete Sylvia Groß sorgte bei einer Landtagsdebatte über "Konsequenzen aus der Einführung eines dritten Geschlechts im Personenstandsrecht" für einen Eklat.


Der Ärztin Sylvia Groß gelang 2016 über die AfD-Landesliste der Einzug in den Landtag von Rheinland-Pfalz (Bild: Landtag Rheinland-Pfalz)

Mit dem Zwischenruf "abartig" kommentierte die rheinland-pfälzische AfD-Landtagsabgeordnete Sylvia Groß am Donnerstag eine Debatte über die Rechte von intergeschlechtlichen Menschen – und rief damit scharfe Kritik bei den anderen Fraktionen hervor. Die Aussprache über "Konsequenzen aus der Einführung eines dritten Geschlechts im Personenstandsrecht" war von der Rechtsaußenpartei beantragt worden.

Die Entgleisung von Groß hatte die FDP-Abgeordnete Monika Becker in ihrer Rede öffentlich gemacht. "Wes Geistes Kind die AfD ist, hat sich gerade wieder sehr deutlich gezeigt", sagte die Politikerin der Liberalen. "Das ist ein bitterböser Begriff, das ist unglaublich." Der Zwischenruf zeige, dass es der AfD nicht um eine sachliche Debatte um die Umsetzung des Urteils des Bundesverfassungsgerichts gehe.

Innenminister kritisiert "völkische Debatten"

Aus der AfD-Fraktion wurde der Zwischenruf bestritten, allerdings meinte auch Innenminister Roger Lewentz (SPD) in der Aussprache, ihn deutlich gehört zu haben. "Das Schicksal von Menschen, die innerlich zerrissen sind, bietet keinen Raum für völkische Debatten", ermahnte er die AfD. Landtagsvizepräsidentin Astrid Schmitt (SPD) kündigte an, das noch nicht veröffentlichte stenografische Protokoll auswerten zu wollen.

Der AfD-Abgeordnete Michael Frisch sprach in der Debatte über die dritte Option im Personenstandsrecht von "Wahnsinn" sowie einer "vermeintlichen Geschlechterdiskriminierung". Er habe zwar Verständnis für Betroffene, kritisierte aber, dass Steuergelder für eine Minderheit eingesetzt würden, die an anderer Stelle fehlten. Der Gesellschaft werde eine "rot-grüne Genderideologie" aufgezwungen.

Die AfD-Fraktion in Rheinland-Pfalz hat in der Vergangenheit bereits mehrfach versucht, Stimmung gegen LGBTI-Menschen sowie insbesondere gegen den Landesaktionsplan gegen Homo- und Transphobie zu machen (queer.de berichtete). Sylvia Groß nahm erstmals vor drei Jahren in einer Kleinen Anfrage das Schul-Aufklärungsprojekt SCHLAU ins Visier. Die Abgeordnete, die in sozialen Netzwerken das homo- und transfeindliche Bündnis "Demo für alle" bewirbt, hatte 2017 im Plenum den Landesverband QueerNet Rheinland-Pfalz mit der "Tabaklobby" verglichen (queer.de berichtete). In einer Anfrage (PDF) wollte Groß auch schon wissen, wie viele LGBTI in dem Bundesland leben und warum "Toleranz" im Vergleich zu "Akzeptanz" als "unzureichend" angesehen werde. (cw)



#1 Mein Gott WalterAnonym
  • 23.02.2019, 13:46h
  • Und so was ist Ärztin.
    Jeder anständige Mensch sollte nie einen Fuss in die Praxis dieser unfähigen, rückwärtsgewandten Person setzen.
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#2 Homonklin44Profil
  • 23.02.2019, 13:59hTauroa Point
  • Hm ja, was soll man von den Angehörigen dieser vermeintlichen "Partei" auch anderes erwarten. Die glänzen überwiegend durch eine asoziale Geisteshaltung und schwere mentale Defizite, wo immer sie die Mund aufmachen.
    Die meisten solchen Aussagen deuten ja auf eine immense Unsicherheit hin, mit realen Verhältnissen klarzukommen. Im Vergleich zu Menschen, die mit der faktischen Wirklichkeit kein Problem haben, sind AfD-PolitikerInnen so gesehen 'nicht normal'.
    Eigentlich könnte man ihre Auslassungen so begründet einfach ignorieren, wenn es nicht so übel klänge, und die das anscheinend auch Ernst meinen. Wer ernstgenommen werden will, hat dann eben auch Beanstandungen an Manieren wahrzunehmen. Manieren, die man bei der AfD anscheinend nicht hat. Und das, wo die doch immer so einen auf deutschtümelnde Tugenden machen. Tugendhaft, das können sie nicht. Kein Benehmen, kein Charakter - irgendwie geht das daher Hand in Hand.

    Menschengruppen anhand derer Merkmale als "nicht wichtig genug" oder Ähnlichem aus gesellschaftlichem Benefit ausschließen zu wollen, ist auch wieder typisch AfD - es ist ein faschistischer Zug - mit ihren Zwischenrufen stellen die sich also bloß, der blaue Lack blättert vom braunen Untergrund.
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#3 IngridAnonym
  • 23.02.2019, 14:10h
  • Antwort auf #1 von Mein Gott Walter
  • "Und so was ist Ärztin."

    Eben deshalb ja, weil sie Ärztin ist.

    Nicht ohne Grund waren es Ärzte, die Intersexuelle pathologisierten und willkürliche Genitalverstümmellungen an intersexuellen Kindern eingeführt haben, ohne daran bis heute gehindert zu werden. Sie tun es weiterhin ungehindert.

    ÄrztInnenen haben intersexuelle Menschen nie als Menschen betrachtet. Nach deren Vorstellung wurden Intersexuelle erst durch OPs zu Menschen. Vorher waren es "Mißgeburten". Sie waren "abartig".

    Rede mal mit Intersexuellen und ihren Erfahrungen mit dem Medizinsystem. Das Problem besteht eben genau darin, daß sie nicht als menschlich gesehen wurden.

    Sie gehört zu den ÄrztInnen, die noch heute die Lösung in einer "chirurgischen Beseitigung des Problems" sehen.
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#4 qwertzuiopüAnonym
  • 23.02.2019, 14:10h
  • Die AfD zeigt langsam ihr wahres Gesicht, das des hässlichen pöbelnden Mobs.
    Hier in Sachsen wurde gerade eine grüne Kandidatin für die Kommunalwahl vom sächsischen AfD-Spitzenkandidaten als Antidemokratin bezeichnet, nachdem organisierte Neonazis ihre Kandidatur verhindern und sie ausbürgern wollen.
    Dass diese Partei erneut vor allem von Protestwählern gewählt werden wird, ist einfach wie ein riesiger Verkehrsunfall.
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#5 goddamn liberalAnonym
#6 IngridAnonym
  • 23.02.2019, 15:16h
  • Antwort auf #5 von goddamn liberal
  • "Die deutsche Ärzteschaft steht in einer langen Vernichtungstradition von LGTBI-Menschen. "

    Nicht nur in einer Tradition. Es wird bis heute fortgesetzt.

    Intermenschen werden von der deutschen Medizin bis heute(!) pathologisiert und "chirurgisch beseitigt". Die Anzahl der Zwangs-OPs ist bis heute konstant.

    Transmenschen werden von der deutschen Medizin bis heute(!) psychiatrisiert und in Zwangstherapien "behandelt". Obwohl die WHO trans entpathologisiert hat.

    Lesben, Schwule und Bisexuelle wurden bis Anfang der 90er Jahre pathologisiert, in den Publikationen der deutschen "Sexualmedizin" jedoch ungebrochen bis heute.

    Selbstverständlich hat sie als Ärztin dazu eine "Meinung" und die hat sie klar gemacht durch die Verwendung des NS-Jargons "abartig" in Bezug auf "unwertes Leben". Die NS-Tradition der deutschen Medizin wurde nie von der Medizin aufgearbeitet, sie ist in weiten Teilen der Medizinerschaft bis heute ungebrochen.
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#7 daVinci6667
  • 23.02.2019, 15:20h
  • Antwort auf #1 von Mein Gott Walter
  • Oh, ich kann dir ein Lied über deutsche Ärzte singen. Sie haben mittlerweile bei uns allgemein einen schlechten Ruf.

    Bei solchem Gesocks wie dieser abartigen Ärztin hilft nur sofort drohen, sie in die Schranken weisen, auf CH Deutsch richtig schön laut werden und zum Rechtsanwalt gehen.

    Musste mein Mann auch schon. Die Begutachtung hat das Gericht dann als null und nichtig abgeschmettert. Von wegen Halbgötter in weiss, viele eurer Ärzte bei uns sind nichts anderes als Abzocker und Betrüger!

    Einige eurer Ärzte haben eine schlecht gehende Praxis in Deutschland und führen dann zum Aufbessern bei uns zusätzlich als so genannte Flugärzte sehr zweifelhafte aber lukrative Begutachtungen für CH-Versicherungen durch. Zum Teil ohne bei uns gültige Approbation.

    Viele lassen sich auch ganz nieder weils hier mehr Kohle zu holen gibt. Euer Gesundheitsminister möchte sie alle zurück weil sie bei euch auf Kosten der Steuerzahler teuer ausgebildet werden, dann abhauen und euch fehlen. Dasselbe bei den Pflegern die die ihr dann aus Polen oder anderswo holen müsst. Dort fehlt entsprechendes Personal dann auch wieder. Da hat euer Minister (leider) kein Erfolg, ausser man würde die bilateralen Verträge mit der CH kündigen, respektive die Personenfreizügigkeit innerhalb der EU zumindest teilweise einschränken.

    Vielen Ärzten geht es nicht um den Patienten sondern nur darum möglichst viele teure, unnötige Behandlungen und Untersuchungen auf Kosten der Allgemeinheit zu veranlassen.

    Das ist möglich weil es im Gesundheitswesen keine Deckelung wie bei euch gibt. In der CH gibts auch nur Privatversicherte. Dafür ists so extrem teuer dass viele gar nicht mehr wissen wie sie diese obligatorische Versicherung bezahlen sollen...
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#8 PiepmatzAnonym
  • 23.02.2019, 16:00h
  • "Das Schicksal von Menschen, die innerlich zerrissen sind"

    Die Behauptung, intersexuelle und nichtbinäre Menschen seien automatisch "innerlich zerrissen", weil sie nicht so selbstverständlich ins binäre System passen wie andere, ist Teil des Problems. Es geht hier nicht um "innere Zerrissenheit", sondern um äußerliche, oft gewaltsame Fehlzuordnungen in ein ungenügendes Zwei-Geschlechter-Schema. Das Sprechen von "Zerrissenheit", das ein selbstbewusstes "Dazwischensein" ausschließt, bestätigt genau dieses Schema.

    Lewentz' Bemerkung mag gut gemeint sein, ist aber leider selbst ziemlich daneben.
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#9 Roman BolligerAnonym
  • 23.02.2019, 16:01h
  • Antwort auf #1 von Mein Gott Walter
  • Ja, denn diese "Ärztin" ist nicht nur rückwärtsgewandt, sondern missachtet den hippokratischen Eid (zum Wohl der Patienten und Patientinnen da zu sein und ihnen nicht zu schaden) auf flagrante Weise und in einer ideologischen Verblendung, welche Menschenfeindlichkeit und völlige Unanständigkeit zur staatlich angeordneten und kontrollierten Tugend erheben will.
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#10 Ralph
  • 23.02.2019, 16:12h
  • Schlimmer als diesen hetzerischen Ausruf finde ich die Aussage des Abg. Frisch, der eine beliebte Stereotype brachte, dass nämlich für eine Minderheit Steuergelder ausgegeben werden, die an anderer Stelle fehlen. Wer Menschenwürde und Grundrechte an die Zahl ihrer Träger und an die Kosten ihrer Gewährleistung koppelt, sät Gift.
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