Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?33050

Rheinland-Pfalz

"Abartig": AfD-Entgleisung bei Debatte über Rechte von Intersexuellen

Die rheinland-pfälzische AfD-Abgeordnete Sylvia Groß sorgte bei einer Landtagsdebatte über "Konsequenzen aus der Einführung eines dritten Geschlechts im Personenstandsrecht" für einen Eklat.


Der Ärztin Sylvia Groß gelang 2016 über die AfD-Landesliste der Einzug in den Landtag von Rheinland-Pfalz (Bild: Landtag Rheinland-Pfalz)

  • 23. Februar 2019, 12:37h 24 2 Min.

Mit dem Zwischenruf "abartig" kommentierte die rheinland-pfälzische AfD-Landtagsabgeordnete Sylvia Groß am Donnerstag eine Debatte über die Rechte von intergeschlechtlichen Menschen – und rief damit scharfe Kritik bei den anderen Fraktionen hervor. Die Aussprache über "Konsequenzen aus der Einführung eines dritten Geschlechts im Personenstandsrecht" war von der Rechtsaußenpartei beantragt worden.

Die Entgleisung von Groß hatte die FDP-Abgeordnete Monika Becker in ihrer Rede öffentlich gemacht. "Wes Geistes Kind die AfD ist, hat sich gerade wieder sehr deutlich gezeigt", sagte die Politikerin der Liberalen. "Das ist ein bitterböser Begriff, das ist unglaublich." Der Zwischenruf zeige, dass es der AfD nicht um eine sachliche Debatte um die Umsetzung des Urteils des Bundesverfassungsgerichts gehe.

Innenminister kritisiert "völkische Debatten"

Aus der AfD-Fraktion wurde der Zwischenruf bestritten, allerdings meinte auch Innenminister Roger Lewentz (SPD) in der Aussprache, ihn deutlich gehört zu haben. "Das Schicksal von Menschen, die innerlich zerrissen sind, bietet keinen Raum für völkische Debatten", ermahnte er die AfD. Landtagsvizepräsidentin Astrid Schmitt (SPD) kündigte an, das noch nicht veröffentlichte stenografische Protokoll auswerten zu wollen.

Der AfD-Abgeordnete Michael Frisch sprach in der Debatte über die dritte Option im Personenstandsrecht von "Wahnsinn" sowie einer "vermeintlichen Geschlechterdiskriminierung". Er habe zwar Verständnis für Betroffene, kritisierte aber, dass Steuergelder für eine Minderheit eingesetzt würden, die an anderer Stelle fehlten. Der Gesellschaft werde eine "rot-grüne Genderideologie" aufgezwungen.

Die AfD-Fraktion in Rheinland-Pfalz hat in der Vergangenheit bereits mehrfach versucht, Stimmung gegen LGBTI-Menschen sowie insbesondere gegen den Landesaktionsplan gegen Homo- und Transphobie zu machen (queer.de berichtete). Sylvia Groß nahm erstmals vor drei Jahren in einer Kleinen Anfrage das Schul-Aufklärungsprojekt SCHLAU ins Visier. Die Abgeordnete, die in sozialen Netzwerken das homo- und transfeindliche Bündnis "Demo für alle" bewirbt, hatte 2017 im Plenum den Landesverband QueerNet Rheinland-Pfalz mit der "Tabaklobby" verglichen (queer.de berichtete). In einer Anfrage (PDF) wollte Groß auch schon wissen, wie viele LGBTI in dem Bundesland leben und warum "Toleranz" im Vergleich zu "Akzeptanz" als "unzureichend" angesehen werde. (cw)

-w-

#1 Mein Gott WalterAnonym
  • 23.02.2019, 13:46h
  • Und so was ist Ärztin.
    Jeder anständige Mensch sollte nie einen Fuss in die Praxis dieser unfähigen, rückwärtsgewandten Person setzen.
  • Direktlink »
#2 Homonklin44
  • 23.02.2019, 13:59hTauroa Point
  • Hm ja, was soll man von den Angehörigen dieser vermeintlichen "Partei" auch anderes erwarten. Die glänzen überwiegend durch eine asoziale Geisteshaltung und schwere mentale Defizite, wo immer sie die Mund aufmachen.
    Die meisten solchen Aussagen deuten ja auf eine immense Unsicherheit hin, mit realen Verhältnissen klarzukommen. Im Vergleich zu Menschen, die mit der faktischen Wirklichkeit kein Problem haben, sind AfD-PolitikerInnen so gesehen 'nicht normal'.
    Eigentlich könnte man ihre Auslassungen so begründet einfach ignorieren, wenn es nicht so übel klänge, und die das anscheinend auch Ernst meinen. Wer ernstgenommen werden will, hat dann eben auch Beanstandungen an Manieren wahrzunehmen. Manieren, die man bei der AfD anscheinend nicht hat. Und das, wo die doch immer so einen auf deutschtümelnde Tugenden machen. Tugendhaft, das können sie nicht. Kein Benehmen, kein Charakter - irgendwie geht das daher Hand in Hand.

    Menschengruppen anhand derer Merkmale als "nicht wichtig genug" oder Ähnlichem aus gesellschaftlichem Benefit ausschließen zu wollen, ist auch wieder typisch AfD - es ist ein faschistischer Zug - mit ihren Zwischenrufen stellen die sich also bloß, der blaue Lack blättert vom braunen Untergrund.
  • Direktlink »
#3 IngridAnonym
  • 23.02.2019, 14:10h
  • Antwort auf #1 von Mein Gott Walter
  • "Und so was ist Ärztin."

    Eben deshalb ja, weil sie Ärztin ist.

    Nicht ohne Grund waren es Ärzte, die Intersexuelle pathologisierten und willkürliche Genitalverstümmellungen an intersexuellen Kindern eingeführt haben, ohne daran bis heute gehindert zu werden. Sie tun es weiterhin ungehindert.

    ÄrztInnenen haben intersexuelle Menschen nie als Menschen betrachtet. Nach deren Vorstellung wurden Intersexuelle erst durch OPs zu Menschen. Vorher waren es "Mißgeburten". Sie waren "abartig".

    Rede mal mit Intersexuellen und ihren Erfahrungen mit dem Medizinsystem. Das Problem besteht eben genau darin, daß sie nicht als menschlich gesehen wurden.

    Sie gehört zu den ÄrztInnen, die noch heute die Lösung in einer "chirurgischen Beseitigung des Problems" sehen.
  • Direktlink »