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Gala in Los Angeles

Queere Themen bei Oscars erfolgreich

Bei den Oscars dominierten Filme mit LGBTI-Themen und -Schauspielern, darunter "Green Book", "Bohemian Rhapsody" und "The Favourite". Lady Gaga konnte ihren ersten Academy Award gewinnen.


Lady Gaga kann nun auch einen Oscar in ihren Schrank stellen – falls noch Platz ist (Bild: Screenshot ABC)

Der beste Film des Jahres handelt laut der Academy of Arts and Sciences von einem versteckt schwulen Jazzpianisten: Der Sechzigerjahre-Biografiefilm "Green Book – Eine besondere Freundschaft" erhielt bei einer Galaveranstaltung in Los Angeles am Sonntagabend (Ortszeit) den Oscar als bester Film sowie für das beste Original-Drehbuch, außerdem wurde Mahershala Ali als bester Nebendarsteller ausgezeichnet – für seine Darstellung des schwarzen Musikers Don Shirley. Ali hatte bereits 2017 einen Academy Award als bester Nebendarsteller für "Moonlight" erhalten (queer.de berichtete). In "Green Book" spielt er an der Seite von Viggo Mortensen, der Shirleys Fahrer darstellt. Mortenson war zudem als bester Hauptdarsteller nominiert worden, musste sich aber geschlagen geben.

Die meisten Oscars des Abends konnte aber "Bohemian Rhapsody" einheimsen. Insgesamt vier Mal gewann der Biografiefilm über die britische Rockband Queen und ihren früheren Sänger Freddie Mercury die Trophäe (bei fünf Nominierungen). So erhielt der 37-jährige Amerikaner Rami Malek für die Darstellung des bisexuellen und 1991 an Aids verstorbenen Sängers die Trophäe als bester Hauptdarsteller. Drei weitere Oscars wurden in technischen Kategorien an die gut 50 Millionen Dollar teure Produktion vergeben: für den besten Ton, den besten Tonschnitt und den besten Schnitt. Damit war der Film trotz mittelmäßiger Kritiken und trotz des Missbrauchsverdachts gegen Regisseur Bryan Singer bei der Verleihung ein ebenso großer Erfolg wie an den Kinokassen.

Twitter / CSiriano | Auch modemäßig setzte die Oscar-Gala Akzente: Der 49-jährige schwule Schauspieler Billy Porter ("Pose") fragte sich, warum auf dem roten Teppich immer nur Frauen auffallende Klamotten tragen sollen dürfen – und zog eine Kreation von "Project Runway"-Gewinner Christian Siriano an

"The Favourite" erhielt einen Oscar nach zehn Nominierungen

Den Preis als beste Hauptdarstellerin konnte Olivia Colman für ihre Rolle der lesbischen Briten-Königin Anne in "The Favourite – Intrigen und Irrsinn" einheimsen – dies war der einzige Preis für den zehn Mal nominierten Historienfilm. Sie setzte sich unter anderem gegen Lady Gaga durch, die für ihre schauspielerische Leistung in "A Star Is Born" nominiert worden war.


Die oscarnominierte Olivia Colman (re.) spielt die lesbische Regentin Anne Stuart, Ellen Page ihre Zofe und Geliebte Abigail (Bild: Fox)

Lady Gaga konnte jedoch trotz dieser Niederlage ihren ersten Oscar einheimsen: Sie gewann für ihren Song "Shallow", den sie für "A Star Is Born" auch mitverfasst hatte. "Ich habe eine lange Zeit hart gearbeitet, aber es geht nicht um das Gewinnen", erklärte die 32-Jährige bei ihrer Siegesrede. "Es geht darum, nicht aufzugeben. Wenn man einen Traum hat, sollte man für ihn kämpfen." Die neunfache Grammy-Preisträgerin war für den Song bereits mit einem Golden-Globe-Award ausgezeichnet worden (queer.de berichtete).

Twitter / enews | Lady Gaga ist inzwischen Lichtjahre von ihrem Steak-Dress entfernt

Leer ausgegangen ist dagegen die Filmbiografie "Can You Ever Forgive Me?", in der Melissa McCarthy die lesbische Schriftstellerin Lee Israel spielt. Der hochgelobte Film war für insgesamt drei Oscars nominiert worden.

Die diesjährige Oscar-Verleihung war überschattet vom Skandal um den urspünglich als Moderator vorgesehenen Komiker Kevin Hart. Im Dezember sagte der 39-Jährige ab, weil alte, homophobe Tweets von ihm aufgetaucht waren (queer.de berichtete). Daraufhin entschied die Academy, zum ersten Mal seit 30 Jahren keinen Moderator an den Start zu schicken.

Die weltweit live im Fernsehen übertragene Oscar-Show war von der Band Queen eröffnet worden. Die Musikgruppe performte mit dem schwulen Sänger Adam Lambert einige ihrer Hits, darunter "We Are the Champions". (dk)

Direktlink | Ein Gänsehaut-Moment zu Beginn der Show



#1 Patroklos
  • 25.02.2019, 09:27h
  • Ich frage mich, woher Ihr die Information habt, daß Don Shirley schwul war? Auf Wikipedia wird das in der deutschen und englischen Ausgabe des Artikels mit keinem Wort erwähnt!

    "1952 heiratete er in Cook County, Illinois Jean C. Hill; die Ehe wurde einige Jahre später geschieden."

    de.wikipedia.org/wiki/Don_Shirley

    Wenn schon, dann war er bisexuell, obwohl er sich nie dazu geäußert hat.
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#2 Ralph
  • 25.02.2019, 10:37h
  • Antwort auf #1 von Patroklos
  • Zu dem Mann kann ich zwar nichts sagen, aber auch Rock Hudson und -man kann sich das heute gar nicht vorstellen- Freddie Mercury galten zu Lebzeiten als heterosexuell, ohne dass das öffentlich je wirksam in Zweifel gezogen worden wäre. Oft wird die sexuelle Orientierung von bedeutenden Personen auch heutzutage noch einfach ignoriert. Als vor wenigen Jahren Hans Werner Henze starb, war das so, und gegenwärtig erleben wir es bei Karl Lagerfeld vielfach in den Medien. Da gibt es halbseitige Artikel und Nachrufe, in denen mit keiner Silbe erwähnt wird, dass da irgendwas war. Voriges Jahr veranstalteten die Antikensammlungen in München eine Ausstellung zu Ehren von Johann Joachim Winckelmann und brachten es fertig, dabei die Homosexualität des Geehrten totzuschweigen, obwohl sie nach weit verbreiteter Meinung die Triebfeder war, dass Winckelmann sich überhaupt mit der Kunst der Griechen zu beschäftigen begann - und vermutlich der Grund seiner Ermordung durch einen halbseidenen Stricher.
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#3 TheDadProfil
  • 25.02.2019, 11:55hHannover
  • Antwort auf #1 von Patroklos
  • ""Wenn schon, dann war er bisexuell, obwohl er sich nie dazu geäußert hat.""..

    Schwul-Sein zu ignorieren bloß weil sich ein Mensch im Rahmen seiner Zeit zu einer Ehe mit einer Frau entschlossen hat, ist ebenfalls eine Form des Unsichtbar machens..

    Ob man nun schwule Männer zu "eigentlich bisexuellen" erklärt, oder anders herum Bisexuelle zu Heteros macht..

    Wie auch im Artikel geschrieben wird :
    ""So erhielt der 37-jährige Amerikaner Rami Malek für die Darstellung des bisexuellen und 1991 an Aids verstorbenen Sängers die Trophäe als bester Hauptdarsteller.""..

    Freddie war nicht "bisexuell"..
    Dazu hat sowohl der Film als Aussage seiner damaligen Freundin deutlich Stellung bezogen, die als sich Freddie ihr gegenüber als Bisexueller outete antwortete :
    "Du bist nicht Bisexuell, Du bist Schwul"
    als auch das Statement von Rami Malek bei der Oscar-Verleihung, der erneut von der Darstellung eines Schwulen Mannes sprach..

    Wenn sich also ein Schwarzer Pianist in den 60er Jahren in den USA in eine Schein-Ehe stürzt, dann macht das einen Schwulen Mann immer noch nicht wirklich "bisexuell"..

    Auch dann nicht, wenn in einem Artikel bei Wikipedia darüber nicht berichtet wird..
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#4 andreAnonym
  • 25.02.2019, 15:56h
  • Aber schon recht dünn das Stimmchen von Lambert gegenüber Freddy Mercury. Selbst live war Freddy um Welten besser.
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#5 wesfdygsdAnonym
  • 25.02.2019, 19:39h
  • Der Film "The Favourite" war für 10 Oscars nominiert, hat aber nur 1 Oscar erhalten - eine Schlappe.

    "Bohemian Rhapsody" war nur halb so oft nominiert wie "The Favourite, nämlich nur 5 Mal, hat aber vier Mal so viele Oscars gewonnen, nämlich 4 Mal. Das kann man als Erfolg sehen.

    "Green Book" war ebenfalls 5 Mal nominiert und hat immerhin 3 Oscars abgeräumt, darunter den wichtigsten, nämlich den für den besten Film. Auch das ist ein Erfolg für diesen Film.

    "A Star is born" war für 8 Oscars nominiert, konnte aber nur den 1 Oscar gewinnen, der dem Film sowieso schon sicher war, nämlich den für den besten Song. Auch das war eine Schlappe.

    Ich persönlich halte nicht so viel von Historienfilmen und Biographie-Filmen. Ich mag eher echte Dramen mit einer guten Story, wo man richtig reingezogen wird, quasi emotional mitgeht und die unerwartete Story-Wendungen haben. Es gibt auch Horrorfilme, die solche Elemente aufweisen, wie "Get Out", mit brillanter Story-Wendung. Oder wirklich gute Liebesfilme, wie "Call Me By Your Name", was mein persönlicher Lieblingsfilm der Filmgeschichte ist. Es soll ja eine Fortsetzung geben. In meinen Augen hätte Call Me By Your Name den Oscar für den besten Film gewinnen müssen und nicht diese hirnrissige Geschichte dieser Frau, die sich in ein Wasserfabelwesen verliebt. Was für ein Quatsch. Ich hatte das Gefühl, dass Call Me Your Name nur deswegen nicht den Oscar für den besten Film gewonnen hat, weil zuvor schon Moonlight mit schwuler Hauptfigur den Oscar für den besten Film gewonnen hatte und man offenbar nicht so schnell hintereinander einem weiteren solchen Film den Oscar für den besten Film geben wollte.

    Es wäre auch mal interessant zu wissen welcher Film nach dem besten Film der jeweils zweitbeste war. Aber ich glaube diese Ergebnisse rückt die Academy nicht heraus. Grundsätzlich fände ich Transparenz gut.
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