Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?33061

Neue Statistik veröffentlicht

Gay Travel Index: Deutschland stürzt ab – von Rang 3 auf Rang 23

Drei Länder – zwei in Europa, eines in Nordamerika – teilen sich den ersten Platz der LGBTI-freundlichsten Reiseländer der Welt. Deutschland befindet sich dagegen im freien Fall.


Deutschland muss ein wenig queer­freundlicher werden, um in der Liste wieder nach oben zu kommen (Bild: Rhys A. / flickr)

  • 25. Februar 2019, 12:33h 43 3 Min.

Kanada, Portugal und Schweden sind gegenwärtig die LGBTI-freundlichsten Reiseländer der Welt. Das ist das Ergebnis des "Spartacus Gay Travel Index 2019", der am Mittwoch vom "blu Media Network" veröffentlicht wurde. In der seit 2012 jährlich erstellten Liste werden anhand von 14 Kriterien sowohl die rechtliche Lage (etwa bei Antidiskriminierungsrichtlinien oder der Anerkennung von homosexuellen Partnerschaften) gewertet als auch Fragen wie LGBTI-Marketing, die Akzeptanz von Homosexualität durch die Bevölkerung, der religiöse Einfluss oder Morde an Angehörigen sexueller Minderheiten. Wie im Vorjahr wurden 197 Länder und Territorien untersucht.


Die Top-Ränge der "Spartacus"-Bewertung – alle Ergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden

Deutschland rutschte in der Liste empfindlich ab. Während die Bundesrepublik im letzten Jahr noch auf den dritten Platz steigen konnte, reichte es dieses Mal nur noch für Rang 23. Grund ist eine schlechtere Bewertung im Bereich "Trans-Rechte", außerdem erhielt Deutschland einen Punkt Abzug, weil die Einwohner teilweise feindselig gegenüber sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten eingestellt seien. Allerdings muss diese Statistik mit Vorsicht genossen werden: Laut "Spratacus" ist die Einstellung der deutschen Bevölkerung gegenüber queeren Menschen schlechter als in Österreich, Großbritannien, Slowenien, Griechenland oder Italien – und genauso problematisch wie in Syrien (!), Mexiko oder Indien.

Deutschland liegt hinter Österreich

Damit liegt Deutschland hinter Österreich, das wegen der Ehe-Öffnung von Platz 15 auf Platz vier aufgestiegen ist. Die Schweiz liegt gleichauf mit Deutschland. Im Vergleich zu Deutschland erhält die Eidgenossenschaft wegen des Ehe-Verbots für Schwule und Lesben einen Punkt weniger, den das Land wegen einer angeblich besseren Antidiskriminierungsgesetzgebung aber ausgleicht.

Deutschland zählt damit neben Brasilien und den USA zu den großen Verlierern der neuen Statistik – in beiden Ländern auf dem amerikanischen Doppelkontinent sind homo- und transphobe Regierungen an dieser Entwicklung schuld: Das südamerikanische Land wird seit Anfang des Jahres vom Rechtesxtremisten Jair Bolsonaro regiert, während in den Vereinigten Staaten Donald Trump weiter Rechte von queeren Menschen einschränkt. Lagen die USA 2017 noch auf Rang 34, fielen sie vergangenes Jahr auf Rang 38 und dieses Jahr auf Rang 47 zurück. Sie stehen damit auf einer Stufe mit autoritären Regimen wie Thailand und Kuba.

Zu den großen Gewinnern gehört dagegen Indien, dass wegen der Entkriminalisierung von Homosexualität und eines verbesserten gesellschaftlichen Klimas von Rang 104 auf Platz 57 steigen konnte. Auch der neue Spitzenreiter Portugal konnte sich extrem verbessern – im vergangenen Jahr lag das Land noch auf Rang 27.

Am Ende der Liste hat sich im Vergleich zum Vorjahr kaum etwas geändert: Den letzten Platz nimmt die russische Teilrepublik Tschetschenien ein. Knapp davor liegen Somalia, Saudi-Arabien, der Iran, Jemen, die Vereinigten Arabischen Emirate, Libyen und Afghanistan. (dk)

-w-

#1 goddamn liberalAnonym
  • 25.02.2019, 14:28h
  • Das ist natürlich eine unsinnige Reihenfolge. Wiking-Jugend Strache als Vizekanzler, der unsereinen als 'krank' und Wehrmachtsdeserteure als Mörder bezeichnet, ist allein ein Grund, Österreich zu umfahren.

    Und ansonsten:

    "Laut "Spratacus" ist die Einstellung der deutschen Bevölkerung gegenüber queeren Menschen schlechter als in Österreich, Großbritannien, Slowenien, Griechenland oder Italien."

    UK geht in Ordnung.

    In Slowenien ist ein Referendum zur Ehe für alle 2015 mit 63,5 % gescheitert.

    In Griechenland gibt es keine Ehe für alle und die Zustimmung dafür wächst nur mäßig.

    In Italien sieht es ähnlich aus.

    Sie ist bei knapp über 50% im Vergleich zu 83% hierzulande.

    Was nicht heißt, dass der Spartacus keine Reisewarnung für Ostsachsen aussprechen sollte.

    Die könnte dann auch für türkeistämmige Deutsche gelten.
  • Direktlink »
#2 ReisenderAnonym
  • 25.02.2019, 14:36h
  • Deutschland steht eigentlich noch schlechter da. Dass der unbotmäßige Einfluss der Religionen - z. B. mit eigenem Arbeitsrecht der sog. "Kirchen" - nicht mit Abzugspunkten bewertet wurde, ist ein glatter Fehler! Im Grunde hat Deutschland also nur 6 Punkte und landet damit auf Platz 28.
  • Direktlink »
#3 goddamn liberalAnonym