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Schleswig-Holstein

Trauer um Hans-Jürgen Wolter

Der LSVD-Aktivist ist am Montag kurz vor seinem 78. Geburtstag gestorben. Der Anwalt aus Lübeck war SPD-Landtagsabgeordneter – bis er Anfang der Achtzigerjahre nach Paragraf 175 verurteilt wurde.


Hans-Jürgen Wolter wurde 77 Jahre alt (Bild: LSVD Schleswig-Holstein)

Der SPD-Politiker und Landesvorstand des Lesben- und Schwulenverbands in Deutschland (LSVD) Hans-Jürgen Wolter ist in der Nacht zu Montag nur einen Tag vor seinem 78. Geburtstag gestorben. Der Lübecker Jurist war 60 Jahre lang Mitglied der Sozialdemokraten. Von 1970 bis 1975 saß er in der Lübecker Bürgerschaft. 1975 wurde er als Direktkandidat in den schleswig-holsteinischen Landtag gewählt, ebenso 1979.

Seine Abgeordnetenkarriere endete jedoch Anfang der Achtzigerjahre nach seiner Verurteilung nach Paragraf 175. "Auch deswegen war ihm die angemessene Opferrehabilitierung eine unermüdliche Herzensangelegenheit", würdigte LSVD-Landeschef Danny Clausen-Holm seinen Mitstreiter. "Besser spät als nie", hatte Wolter für den Lesben- und Schwulenverband die 2017 vom Bundestag einstimmig beschlossene Rehabilitierung kommentiert. "Dennoch: Die Entschädigungsregelungen greifen zu kurz und sind nicht selten bereits zu spät! Betroffene erleben es nicht mehr mit, da sie verstorben sind – bittersüß, sozusagen."

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Soziale Themen waren ihm stets wichtig

Im Jahr 2000 begründete Hans-Jürgen Wolter den LSVD Nord mit, den Vorläufer der heutigen Landesverbände Schleswig-Holstein und Niedersachsen-Bremen. Seit 2010 war er LSVD-Vorstandsmitglied.

Darüber hinaus hatte er eine Vielzahl von weiteren Ehrenämtern inne: Wolter war u.a. Vorsitzender im Arbeiter-Samariter-Bund Schleswig-Holstein und im Rechtsfürsorgeverein Lübeck, außerdem schrieb er die monatlichen Chroniken für die "Lübeckischen Blätter" der Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit. Bis zuletzt war er als Fachanwalt für Arbeits- und Sozialrecht tätig. (cw)