Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://www.queer.de/detail.php?article_id=33079
Home > Kommentare

Kommentare zu:
Aids-Hilfe: Blutspenden für homosexuelle Männer fast unmöglich


#1 Patroklos
#2 snowAnonym
#3 AFD-WatchAnonym
#4 mactorProfil
#5 Ralph
  • 28.02.2019, 11:17h
  • Antwort auf #3 von AFD-Watch
  • Entschuldige, aber die Frage richtet sich an den Falschen. Du musst sie der Bundesregierung und dem DRK stellen. Die lassen ein Kind lieber sterben, als ihm das Blut eines Schwulen zu geben.

    In den USA soll es Rassisten geben, die sich vor der Annahme von gespendetem Blut nach der Hautfarbe des Spenders erkundigen. In Deutschland spielt die sexuelle Orientierung des Spenders die selbe Rolle. Die Jahresgrenze bezweckt ja gerade, schwule Männer auszuschließen. Man verlässt sich dabei auf deren Ehrlichkeit oder deren Empörung und erzeilt damit das selbe Ergebnis wie vorher mit dem Totalverbot. Interessant ist allerdings, dass eine entsprechende Regelung für Organspenden nicht besteht.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #3 springen »
#6 Eva MariaAnonym
  • 28.02.2019, 13:10h
  • Hat queer.de eine Erklärung dafür, warum es wiederholt immer nur über schwule Männer bezgl. Blutspendeverbot berichtet, wenn Menschengruppen der Community diskriminiert werden? Warum wird die zweite betroffene Gruppe nie erwähnt?

    Das Blutspendeverbot gilt auch für Transfrauen! Aber nicht nur das. Sie werden auch unter "schwule Männer" bzw. MSM von der Ärztekammer subsummiert, wenn sie keine genitalangleichende OP hatten.

    "9.1 Transsexualität
    In Studien zur HIV-Prävention werden Transsexuelle häufig zur Kategorie der Männer gezählt, die Sex mit Männern haben (MSM) [Bockting 2001]. Die AIDS-Aufklärungsprogramme erreichen aber häufig diese Zielgruppe nicht, da sich die Betroffenen als Frau fühlen, auch wenn das Geschlechtsorgan, der Penis, meist noch vorhanden ist [Weeks 1995]. Aus medizinischer Sicht werden dagegen lediglich diejenigen Menschen als transsexuell bezeichnet, die eine Geschlechtsanpassung in allen körperlichen, sozialen und rechtlichen Bereichen vollzogen haben oder noch vollziehen wollen."

    Nicht nur, daß die Bundesärztekammer hier ihre eigene Definition von Trans hat, die jedem mittlerweile bekannten Stand ignoriert, geht sie noch einen weiteren Stigmatisierungsschritt Transfrauen betreffend.

    "Da sich viele Transsexuelle, die eine vollständige Geschlechtsumwandlung anstreben, beruflich ausgegrenzt und gesellschaftlich diskriminiert fühlen "(sic)", arbeiten viele als Prostituierte, um auf diese Weise nicht nur den Lebensunterhalt zu verdienen, sondern auch die Operationskosten zu erwirtschaften. Zur Größenordnung dieser Gruppe liegen international keine Statistiken vor. Eine einschlägige deutsche Erotik-Webseite, auf der Transsexuelle ihre Dienste bundesweit anbieten, enthält ca. 300 Inserate (Stand April 2011).11Dietatsächliche Zahl dürfte höher sein. Unter den hier inserierenden transsexuellen Sexarbeiterinnen befinden sich auffällig viele mit asiatischer oder südamerikanischer Herkunft. Die häufig anzutreffende, häufig vielleicht auch nur temporäre Arbeit im Sexgewerbe führt dazu, dass Transsexuelle ein noch größeres HIV-Risiko haben, nicht nur im Vergleich zu Sexarbeiterinnen, sondern auch im Vergleich zu Männern, die Sex mit Männern haben (siehe Tab. 1)"

    Das Blutspendeverbot für Transfrauen wurde in Deutschland mit der SICHTUNG EINER EROTIK-WEBSIDE BEGRÜNDET.

    Und mit folgenden Studien.

    "Die meisten dieser epidemiologischen Studien stammen zwar aus Asien und Südamerika, aber auch für Europa liegen immerhin für eine europäische Stadt (Amsterdam) entsprechende Zahlen vor[Roosmalen 1996, National Institute for Public Health and the Environment (RIVM)2007, Maaike 2010].Danach beträgt die HIV-Prävalenz in der Straßenprostitution 12%und bei transsexuellen Prostituierten 20%. Ähnliche Zahlenverhältnisse lassen sich auch hinsichtlich der Syphilis-Prävalenz beobachten. Diese lag 2002 in Jakarta (Indonesien) beispielsweise für Transsexuelle bei 19,3%, während sie sich bei der Gruppe der MSM nur auf 1,1%belief [Pisani 2004].

    "Bundesärztekammer: Erläuterungen und Regelungsoptionen zum Blutspende-Ausschluss bzw. zur Rückstellung von Personen, deren Sexualverhalten ein Risiko für den Empfänger von Blutprodukten birgt"

    www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/downloads/Bl
    utspende_24052013.pdf


    Aufgrund dieser "Forschungsergebnisse" sind alle Transfrauen in Deutschland von der Blutspende generell(!!!) ausgenommen. Aufgrund von STUDIEN ZUR PROSTITUTION aus Südamerika, Asien und Amsterdam.

    Transfrauen ohne Genitalangleichung werden von der Bundesärztekammer also nicht nur in ihrer Existenz ausgelöscht und als "schwule Männer" geführt, sondern ALLE Transfrauen in Deutschland (auch nach Genitalangleichung) erfahren ihren Ausschluß, weil die Bundesärztekammer sie ALLE aufgrund von Studien unter Prostituierten in Südamerika, Asien, Amsterdam und der Sichtung einer deutschen Erotik-webside dem Generalverdacht der (ungeschützten) Sexarbeit unterstellt.

    Es wäre schön, wenn queer.de das in Zukunft erwähnen würde, denn es geht hier um die zweite betroffene Gruppe der LGBTIQ-Community. Transfrauen sind aus noch viel hahnebücherenden "Begründungen" und wilder Willkür von der Blutspende ausgeschlossen, nämlich indem die Bundesärztekammer das alte gesellschaftliche Stigmatisierungsmuster "Transfrau=Sexworker" für eine ganze Menschengruppe heranzieht und bemüht.

    Ich halte das in der Community aus Gründen der Solidarität für erwähnenswert, wenn es um das Thema Blutspendeverbot geht, denn es sind eben nicht nur schwule Männer betroffen. Es ist ein Thema, von dem das G und das T gleichermaßen betroffen sind. Es würde mich freuen, wenn das zukünftig bei der Berichterstattung auch Erwähnung findet. Danke!
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Rotes GoldAnonym
  • 28.02.2019, 14:02h
  • Die Diskriminierung muss natürlich weg, aber:

    DRK und Konsorten machen jede Menge Geld mit dem Blut, das sie unentgeltlich berkommen. Ich sehe nicht ein, warum ich die sponsern sollte, wenn sie mich diskriminieren.

    Meine schwulen Organe wollen aber alle reißend gerne, weil die noch mehr Knete bringen als Blut, und ich werde immer wieder genötigt einzuwilligen.

    Mich erst diskriminieren und dann gewinnbringend ausschlachten? Nix da, das könnte denen so passen! Etweder oder.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 PiepmatzAnonym
  • 28.02.2019, 14:15h
  • "Der Verband monierte, es werde nicht berücksichtigt, wenn Schwule in einer monogamen Partnerschaft leben. "Die Frage sollte nicht sein, mit wem man Sex hat", sagte LSVD-Sprecher Markus Ulrich. Vielmehr sollte sie darauf abzielen, ob Menschen geschützten Sex haben."

    Wenn es angeblich doch nicht darum gehen soll, mit wem man Sex hat, weshalb wird dann gleichzeitig der Mythos der angeblich sicheren Monogamie gepflegt? Das ist inkonsequent und widersprüchlich.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 PiepmatzAnonym
#10 Homonklin44Profil
  • 28.02.2019, 15:02hTauroa Point
  • Bei den ganzen weiter so erhaltenen Diskriminierungsregeln gegen Schwule und Transfrauen mussman zu dem Eindruck finden, dass das mit der Blutknappheit so auch nicht stimmen kann.

    Sicher haben die genug Spenderblut, um damit einen festlichen Reibach zu machen, und brauchen nicht noch Zusätzliches.

    Krallen raus : Ich gehe nicht spenden, ein Fuffi pro Röhrchen müsste schon raus springen. Vom Butterbrot kann man die Woche nicht überleben. Krallen wieder rein.
    Ach so, man könnte ja mal Empfänger werden? Dann hat man Pech.
  • Antworten » | Direktlink »
#11 CharlieAnonym
  • 28.02.2019, 15:18h
  • Antwort auf #6 von Eva Maria
  • Vielen Dank für diese wichtige Ergänzung. Das war mir bislang überhaupt nicht bewusst. Ich würde mir auch wünschen, dass die Queer-de-Redaktion das Thema in Zukunft stärker aufgreift.

    Eine Frage hätte ich dazu noch:
    Du schreibst: "Das Blutspendeverbot gilt auch für Transfrauen! Aber nicht nur das. Sie werden auch unter "schwule Männer" bzw. MSM von der Ärztekammer subsummiert, wenn sie keine genitalangleichende OP hatten."

    Gilt das automatisch für alle trans Frauen, die (noch) keine genitalangleichende OP hatten, ungeachtet ihrer sexuellen Orientierung (also auch für lesbische trans Frauen)?
  • Antworten » | Direktlink » | zu #6 springen »
#12 AllieAnonym
  • 28.02.2019, 15:32h
  • Antwort auf #6 von Eva Maria
  • Vielen lieben Dank für die Info! :)
    Genau das hatte ich mich beim lesen auch gefragt, wie die Situation für Transfrauen aussieht. Anscheinend genau so bescheuert und ohne jegliche Vernunft wie die Situation von MSM

    @mactor: Warum sollten wir lügen müssen, um anderen Menschen etwas gutes zu tun? Genau da ist doch das Problem, dass eben ein Unterschied gemacht wird wo keiner ist. Also, dass wir diskriminiert werden und immernoch grundlos als potentiell krank abgestempelt werden.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #6 springen »
#13 Eva MariaAnonym
  • 28.02.2019, 15:50h
  • Antwort auf #8 von Piepmatz
  • "Wenn es angeblich doch nicht darum gehen soll, mit wem man Sex hat, weshalb wird dann gleichzeitig der Mythos der angeblich sicheren Monogamie gepflegt?"

    Weil der Mythos der Monogamie aus heteronormativer Sicht aufrechterhalten werden soll.

    Gerade wenn es zum Thema Sexarbeit bezüglich heterosexueller Cismänner geht.
    Transfrauen und Cisfrauen, die als Sexworkerinnen arbeiten, werden nicht HIV-positiv geboren, sondern werden infiziert - von heterosexuellen Cismännern! Es sind heterosexuell definierte Cismänner, die Cisfrauen und Transfrauen buchen!

    Diese heterosexuellen Cismänner infizieren anschließend auch ihre heterosexuellen Partnerinnen.

    Wer sich die Zahlen zur Inanspruchnahme von Prostitution unter heterosexuellen Cismännern ansieht, weiß, daß "nahezu jeder heterosexuelle Cismann in seinem Leben Prostitution in Anspruch genommen hat." Jede*r Mensch, der sich mit dem Thema beschäftigt, weiß, daß die Infektionsraten unter Heterosexuellen kontinuierlich steigen.

    Es bleibt das magische Geheimnis der Bundesärztekammer, warum heterosexuelle Männer nicht als Risikogruppe geführt werden, gerade wenn es zum Thema Sexarbeit kommt. Sie sind diejenigen, die Cisfrauen und Transfrauen zu ungeschütztem Sex nötigen. SIE sind Träger des Virus und infizieren Frauen - anschließend auch ihre eigenen Partnerinnen.

    " "Die Frage sollte nicht sein, mit wem man Sex hat", sagte LSVD-Sprecher Markus Ulrich. Vielmehr sollte sie darauf abzielen, ob Menschen geschützten Sex haben.""

    Die Herleitungen der Bundesärztekammer sind wissenschaftlich daher absurd. Einschließlich der Behauptung, daß "nur Transfrauen mit Genitalangleichung "transsexuell" sind" und Transfrauen "ohne Genitalangleichung schwule Männer sind".
    Transfrauen betreffend kommt es hier zusätzlich zur These "Transfrauen=Sexworkerinnen" zu einer Mehrfach-Diskriminierung, indem die Bundesärztekammer sich Pathologisierungen der Psychiatrie aus dem letzten Jahrhundert bedient.

    Heterosexuelle Cismänner werden als nicht zu unterschätzende Risikogruppe von der Bundesärztekammer also vor "Verfolgung" quasi geschützt.

    Letztendlich geht es bei all diesen "Kriterien" auch um den Schutz des Mythos der heteronormativen Ehe.

    Die Kriterien der Bundesärztekammer sind politisch nicht wissenschaftlich motiviert. Es geht um Stigmatisierung von Menschengruppen. Reine Willkür.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #8 springen »
#14 Eva MariaAnonym
  • 28.02.2019, 16:55h
  • Antwort auf #11 von Charlie
  • "Gilt das automatisch für alle trans Frauen, die (noch) keine genitalangleichende OP hatten, ungeachtet ihrer sexuellen Orientierung (also auch für lesbische trans Frauen)?"

    Die Behauptung der Bundesärztekammer, daß "Transfrauen ohne Genitalangleichung" unter "schwule Männer" geführt werden, stützt sich auf den ursprünglich pathologisierenden Psychiatrie-Ansatz aus dem letzten Jahrhundert, daß es Transfrauen gar nicht gibt. Laut dieser Pathologisierung von Transfrauen durch die Psychiatrie waren ALLE Transfrauen GRUNDSÄTZLICH "super-schwule-Männer". Egal ob eine Genitalangleichung erfolgt war, oder nicht.

    Daß die Bundesärztekammer hier behauptet, daß Transfrauen ohne Genitalangleichung weiterhin "als schwule Männer" zu führen sind, ist ein willkürlich pathologisierend-differenzierendes Konstrukt der Bundesärztekammer.

    Aus Sicht der pathologisierenden Medizin existieren "lesbische Transfrauen" nicht. Lesbische Transfrauen sind aus ihrer Sicht "heterosexuelle Männer" denn die pathologisierende Medizin betrachtet Transfrauen als "super-schwule-Männer". Deshalb wurde lesbischen Transfrauen früher sogar die Transition verweigert. Es ging darum, "super-schwule-Männer" äußerlich zu heteronormieren und in "heterosexuellen Beziehungen" unsichtbar zu machen. "Lesbischsein" war daher ein Grund für die Medizin, diesen Transfrauen die Transition zu verweigern. Es war eines von vielen "Ausschlußkriterien". In diesem Fall kam es zu "Gatekeeping".

    Die Bundesärztekammer hängt immer noch den alten Pathologisierungs-Narrativen aus dem letzten Jahrhundert an.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #11 springen »
#15 PiepmatzAnonym
  • 28.02.2019, 17:46h
  • Antwort auf #13 von Eva Maria
  • "Weil der Mythos der Monogamie aus heteronormativer Sicht aufrechterhalten werden soll."

    Wobei man sich ausgerechnet vom LSVD aber eben eine etwas kritischere Distanz zu solchen Mythen wünschen darf, oder?

    Interessant finde ich hier, dass die traditionelle Mythisierung trotz des lobenswerten Bekenntnisses zu einer nicht moralisierenden Perspektive an anderer Stelle doch immer noch durchbricht. Das ist eben leider nicht, zumindest nicht von allen, richtig zu Ende gedacht.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #13 springen »
#16 CharlieAnonym
  • 28.02.2019, 18:58h
  • Antwort auf #14 von Eva Maria
  • Danke für die Info. Echt erschreckend, auf was für einen Stuss sich der Ausschluss von trans Frauen bei der Blutspende stützt. Bekannt sind mir in diesem Zusammenhang die wirren Theorien von (cis) Sexualwissenschaftler_innen bzw. Psycholog_innen wie z.B. Bailey oder Blanchard. Wenn ich mich recht entsinne, teilen sie trans Frauen in zwei Gruppen ein: Erstens "hyperfeminine homosexuelle Männer" und "autogynophile heterosexuelle Männer", die sich schön nach dem Schubladenprinzip in klar voneinander zu unterscheidende Eigenschaften (z.B. bzgl. Attraktivität) aufsplitten lassen. Nach diesem cisnormativ begrenzten Verständnis von Geschlecht gibt es dann natürlich weder heterosexuelle, noch lesbische trans Frauen (und bi- oder pansexuelle folglich genauso wenig). Ich wundere mich allerdings trotzdem darüber, dass alle trans Frauen - ungeachtet ihrer sexuellen Orientierung - als "schwule Männer" bzw. MSM geführt werden. Wieso geht die Bundesärztekammer bei trans Frauen automatisch davon aus, dass sie (cis) Männer begehren/lieben? Kann es sein, dass ein Teil der trans Frauen, die (noch) keine Genitalangleichung haben vornehmen lassen, als MSM und der andere Teil als heterosexuelle Männer geführt werden? Das wiederum würde die Frage aufwerfen, ob letztere tatsächlich ebenfalls vom Blutspende-Ausschluss betroffen sind. Und wenn ja, geschieht das aufgrund der Annahme, dass sie zur Gruppe der MSM gehören oder zur Gruppe der Sexworker_innen? Auch ist es für mich absolut nicht nachvollziehbar, wieso trans Frauen trotz Personenstandsänderung als homo- oder heterosexuelle Männer geführt werden. Das ist echt unglaublich...
  • Antworten » | Direktlink » | zu #14 springen »
#17 Eva MariaAnonym
  • 28.02.2019, 18:59h
  • Antwort auf #9 von Piepmatz
  • "Es ist wirklich bedauerlich, dass die Perspektive so selten auf andere diskriminierte Gruppen erweitert wird. Eigentlich sollte das viel selbstverständlicher sein."

    Das gilt auch für das Thema "Homoheilung".
    Es geht auch hier nicht nur um Schwule und Lesben, wie immer dargestellt wird.

    Diese Konversions-Therapien betreffen Trans in gleichem Maße. Insbesondere Transkinder und jugendliche Trans. Sie werden mit der gleichen Intention den Konversions-Therapien zugeführt. Selbst vermeintliche "Begleit-Therapie-Angebote" für Transkinder, sind in Wahrheit oftmals Konversions-Therapien, wie z.B. im Münchner Klinikum von Dr. Alexander Korte. Dort ist der "Therapieansatz" das Favorisieren der Cisgeschlechtlichkeit und die "Hinführung" der Transkinder dahin. Beharrt ein Kind auf sein Transsein wird das dort als "ungünstiger Therapieausgang" betrachtet, der nur schwer akzeptiert wird und wo man bis zum Äußersten geht, um den "Trans-Outcome" zu verhindern.

    Nur eine geringe Zahl von Eltern in Deutschland akzeptiert die Identität ihrer Kinder. Der überwiegende Teil ignoriert oder unterdrückt sie aktiv.

    Die Transkinder, die durch support ihrer Eltern sichtbar werden - z.B beim Transkinder Netzwerk (Trakine) sind nur die Spitze des Eisberges.

    Für Trans gilt das gleiche wie für inter. Beide kommen eben viel häufiger vor, als immer in den öffentlichen Darstellungen behauptet wird.

    Daher darf man auch nicht immer nur von "Homoheilung" sprechen und schreiben. Genauso wie bei der Blutspende betrifft das Thema "Konversions-Therapie" in gleichem Maße auch Trans.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #9 springen »
#18 Eva MariaAnonym
  • 28.02.2019, 19:06h
  • Antwort auf #15 von Piepmatz
  • ""Weil der Mythos der Monogamie aus heteronormativer Sicht aufrechterhalten werden soll."

    Wobei man sich ausgerechnet vom LSVD aber eben eine etwas kritischere Distanz zu solchen Mythen wünschen darf, oder?"

    Darf ich jetzt mal ganz ketzerisch werden? Ist der LSVD nicht mittlerweile als vollständig heteronormiert zu betrachten?
  • Antworten » | Direktlink » | zu #15 springen »
#19 BlutspenderAnonym
  • 28.02.2019, 19:28h
  • Es handelt sich um einen Spenderfragebogen (übrigens mit unverschämten Fragen), aber wer wirklich Blut spenden will, kann dort ankreuzen, was er*sie möchte. (Ja, ich bin regelmäßiger Blutspender als schwuler Mann). Dazu möchte ich aber sagen: Wie bei jedem Geschlechtsverkehr mit einem neuen Menschen sollte man vor dem nächsten Blutspendetermin 8 Wochen warten, das ist zumindest beim für mich zuständigen Blutspendedienst die Angabe, die auch Heteros empfohlen wird.
    Zu meiner Verteidigung: Ich mache das, weil ich in der (vielleicht gutgläubigen) Hoffnung lebe, vielleicht tatsächlich Menschen damit helfen zu können, unabhängig davon, ob ich die Fragen und den "vertraulichen Selbstausschluss" korrekt finde oder nicht (welche ich übrigens beide besch*** finde).
  • Antworten » | Direktlink »
#20 andreAnonym
  • 28.02.2019, 19:33h
  • Antwort auf #4 von mactor
  • Naja, ganz so einfach ist es nicht. Selbst wenn man nicht im Glitzerfummel oder eng anliegenden Kindersachen aus Elastan über der Wampe zum Spenden geht. Jede Probe wir getestet und die wissen Deinen Namen. OK. Du kannst immer noch behaupten, Du wußtest es nicht. Denk ich mir mal so. Ich habe mal 2xBlutplasma gespendet, vor vielen Jahren. Da war ich, offenbar, noch clean. Allerdings habe ich beim zweiten mal gesagt, ich habe Antibiotika genommen, bis vor einer Woche. Die sind bald ausgeflippt.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #4 springen »
#21 Eva MariaAnonym
  • 28.02.2019, 20:08h
  • Antwort auf #16 von Charlie
  • " Ich wundere mich allerdings trotzdem darüber, dass alle trans Frauen - ungeachtet ihrer sexuellen Orientierung - als "schwule Männer" bzw. MSM geführt werden. Wieso geht die Bundesärztekammer bei trans Frauen automatisch davon aus, dass sie (cis) Männer begehren/lieben?"

    Du hast die richtigen Namen bereits erwähnt: Blanchard und Co. und auch bereits alles zu "hyperfeminine homosexuelle Männer" und "autogynophile heterosexuelle Männer" als Pathologisierungs-Strategie gesagt.

    Die pathologisierende Medizin betrachtet Transfrauen als "Extremausprägung männlicher Homosexualität". Der leitende Arzt der Psychiatrie der Charité in Berlin hat sie daher mal in einem Interview als "super-schwule-Männer" bezeichnet. Ich habe das hier einfach mal salopp so in meine Texte übernommen.

    Die gesamte pathologisierende Theorie der Psychiatrie handelt nur von Transfrauen. Nur sie wurden von der Psychiatrie in den Fokus genommen. Diese Gesellschaft betrachtet männliche Homosexualität als den großen Makel. Sie steht im gesellschaftlichen Fokus, wann immer es um Sanktionen ging. Die Existenz von Transmännern und insbesondere Transkindern wurde ignoriert, da es diese These dekonstruiert hätte. Darin besteht dann auch der Zusammenhang von §175 und dem TSG mit Sterilisationszwang und Kastrationszwang. Das TSG war ursprünglich, als es 1981 etabliert wurde, ein Gesetz GEGEN TRANSFRAUEN. An Transmänner oder gar Transkinder dachte damals niemand.

    "Auch ist es für mich absolut nicht nachvollziehbar, wieso trans Frauen trotz Personenstandsänderung als homo- oder heterosexuelle Männer geführt werden."

    Ich kann mich nur wiederholen. Transfrauen wurden als "Extremausprägung männlicher Homosexualität" pathologisiert. Sie wurden - und werden von vielen noch heute - als schwule Männer gesehen, die "so super-schwul sind", daß sie sich vorstellen und wünschen "als Frau" mit Männern Sex haben zu können. Das führte zu weiteren irren Schlußfolgerungen, daß nur diejenigen Transfrauen, die sich eine Genitalangleichung wünschten und anstrebten, von der Psychiatrie als "echte Transsexuelle" akzeptiert und zugelassen wurden. Alle anderen waren nach Ansicht der Psychiatrie folglich keine "echten Transsexuellen" - womit die Psychiatrie "Männer mit Identitätsstörung" meinte.

    Das sieht die Bundesärztekammer heute noch so. Zitat aus #6:

    "Aus medizinischer Sicht werden dagegen lediglich diejenigen Menschen als transsexuell bezeichnet, die eine Geschlechtsanpassung in allen körperlichen, sozialen und rechtlichen Bereichen vollzogen haben oder noch vollziehen wollen."

    Das ist echt unglaublich..."

    So funktioniert Pathologisierung. Alles was man dazu braucht, ist ein Theorie-Konstrukt zur Pathologisierung einschließlich pathologisierendem Diagnose-Konstrukt: Geschlechtsidentitätsstörung.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #16 springen »
#22 Rosa SoliAnonym
  • 28.02.2019, 20:15h
  • Antwort auf #19 von Blutspender
  • Wer sich durch Falschangaben beim Fragebogen zum Selbstausschluss die Zulassung zur Blutspende erschleicht, macht sich nach dem deutschen Transfusionsgesetz übrigens strafbar und wird sich ggf. darüber hinaus im Zivilrecht mit horrenden Schadenersatzforderungen konfrontiert sehen, wenn durch seine Spende jemand infiziert wird, weil die Infektion noch frisch war und durch die gängigen Testmethoden (noch) nicht nachgewiesen werden konnte. Jede Blutspende lässt sich für 15 Jahre zurückverfolgen - auch das schreibt das Transfusionsgesetz vor.

    Ich würde mir gut überlegen, ob ich das tue bzw. kann nur davon abraten. Das ist mir die Sache nicht wert.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #19 springen »
#23 Eva MariaAnonym
  • 28.02.2019, 20:33h
  • Noch eine Ergänzung:

    Nicht nur, daß die Bundesärztekammer das Verbot der Blutspende für Transfrauen in Deutschland mit Lebenssituationen von Transfrauen in Südamerika und Asien, bzw. Sexarbeit in Amsterdam begründet. Das ist schon wirr genug. Als Begründung für diese Sexarbeit wird auch noch das Erwirtschaften evtl. OP-Kosten angeführt.

    Dabei betreibt die Bundesärztekammer auch noch bewußte Desinformation, wenn sie das auf Deutschland überträgt, denn in Deutschland sind die OP-Kosten eine verpflichtende Krankenkassen-Leistung. Sie als Sexworker zu erwirtschaften, ist folglich gar nicht nötig, und läßt sich auf Deutschland gar nicht übertragen.

    Und selbst Südamerika betreffend trifft das nicht zu. Auch in den meisten südamerikanischen Ländern ist das eine Kassenleistung im Rahmen von Transgender Health Care.

    Herleitung und Begründung des Verbots sind absolut unseriös. Es geht um Dünkel und Stigmatisierung.
  • Antworten » | Direktlink »
#24 CharlieAnonym
  • 28.02.2019, 20:54h
  • Antwort auf #21 von Eva Maria
  • Einen Zusammenhang zwischen dem §175 und dem TSG mit Sterilisations- und Kastrationszwang habe ich noch bislang nie gesehen, ist aber durchaus sehr plausibel.
    Möglicherweise bin ich nicht hinreichend informiert, aber ich dachte, dass es in Deutschland - nach einem Urteil des Bundesverfassungsgericht - seit einigen Jahren keiner Sterilisation bzw. Kastration mehr bedarf, um eine Personenstandsänderung vornehmen lassen zu können. Auch habe ich gehört, dass sich Homosexualität und Transgeschlechtlichkeit bei den meisten psychologischen Gutachter_innen heute nicht mehr automatisch ausschließen (was natürlich keine Verharmlosung oder gar Gutheißung des Gatekeeping-Systems an sich sein soll). Ich begreife nicht ganz, wieso die Bundesärztekammer - gerade angesichts knapper werdender Blutkonserven an den Einschränkungen - sowohl für MSM als auch für trans Frauen - festhält.
    Ansonsten verstehe ich dich so, dass die Bundesärztekammer tatsächlich keinen Unterschied zwischen hetero- und homosexuellen trans Frauen ohne genitalangleichende OP macht und es hierbei auch keine Rolle spielt, ob der Personenstand bereits geändert wurde. Ist das korrekt?
  • Antworten » | Direktlink » | zu #21 springen »
#25 TheDadProfil
  • 28.02.2019, 21:36hHannover
  • Antwort auf #7 von Rotes Gold
  • ""Mich erst diskriminieren und dann gewinnbringend ausschlachten? Nix da, das könnte denen so passen! Etweder oder.""..

    Dann besorg Dir mal dringend einen Organ-Spendeausweis..
    Auf dem kann man nämlich die Organ-Spende auch ausschließen, und über diesen Willen können sich dann auch nicht die Angehörigen hinwegsetzen..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #7 springen »
#26 TheDadProfil
  • 28.02.2019, 21:42hHannover
  • Antwort auf #13 von Eva Maria
  • ""Gerade wenn es zum Thema Sexarbeit bezüglich heterosexueller Cismänner geht.
    Transfrauen und Cisfrauen, die als Sexworkerinnen arbeiten, werden nicht HIV-positiv geboren, sondern werden infiziert - von heterosexuellen Cismännern! Es sind heterosexuell definierte Cismänner, die Cisfrauen und Transfrauen buchen!""..

    Äh ?
    Weil dies von Bisexuellen Männern nicht getan wird ?
    Auf gar keinen Fall ?
    Oh, Bitte,..
    Wenn Du schon so differenziert auf die Schieflage hinweisen willst, dann auch bitte wirklich richtig !

    Es sind eben nicht nur "heterosexuelle Cis-Männer" !

    Auf ein Stigma berechtigterweise hinweisen zu wollen, indem man ein Vorurteil aufbaut, und eine beteiligte Gruppe der Unsichtbarkeit überantwortet, ist keine vernünftige Strategie !
  • Antworten » | Direktlink » | zu #13 springen »
#27 AnonymaAnonym
  • 01.03.2019, 01:29h
  • Antwort auf #17 von Eva Maria
  • Zur "Konversions-Therapie" bei trans Kindern hätte ich noch eine kleine Ergänzung:

    Bei trans Kindern wird regelmäßig die Diagnose "Geschlechtsidentitätsstörung im Kindes- und Jugendalter" gestellt, die von den einschlägigen "Expert*Innen" als gemeinsame Vorstufe von sowohl "Transsexualität" als auch "Homosexualität" betrachtet wird. Die Entstehungsgeschichte dieser "Diagnose" und der bei ihr "indizierten Therapie" lässt sich von Herrn Korte in München über die Charite in Berlin zu Herrn Kenneth J. Zucker in Toronto und von dem dann zu jenem George Alan Rekers(1) zurückverfolgen, der wegen des "rent boy"-Skandals 2010 seinen Posten bei NARTH (National Association for Research & Therapy of Homosexuality) räumen musste.

    (1) Rekers, G. A., & Lovaas, O. I. (1974). Behavioral treatment of deviant sex-role behaviors in a male child. Journal of applied behavior analysis, 7(2), 173-90.

    www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1311956/
  • Antworten » | Direktlink » | zu #17 springen »
#28 AnonymaAnonym
#29 Eva MariaAnonym
  • 01.03.2019, 12:03h
  • Antwort auf #24 von Charlie
  • "Einen Zusammenhang zwischen dem §175 und dem TSG mit Sterilisations- und Kastrationszwang habe ich noch bislang nie gesehen, ist aber durchaus sehr plausibel. "

    www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE
    /2011/01/rs20110111_1bvr329507.html


    "b) Bei Entstehung des Transsexuellengesetzes war im Gesetzgebungsverfahren unumstritten, dass eine Personenstandsänderung eine operative Geschlechtsangleichung voraussetzt. Zur Begründung führte die Bundesregierung aus, es müsse verhindert werden, dass ein Mann einen Mann heiraten könne, der sich insofern sogar gemäß § 175 StGB strafbar machen könne. Könne sich ein Betroffener der Operation nicht unterziehen, müsse er es bei der kleinen Lösung bewenden lassen (BTDrucks 8/2947, S. 12). "

    "Möglicherweise bin ich nicht hinreichend informiert, aber ich dachte, dass es in Deutschland - nach einem Urteil des Bundesverfassungsgericht - seit einigen Jahren keiner Sterilisation bzw. Kastration mehr bedarf, um eine Personenstandsänderung vornehmen lassen zu können."

    Richtig. Seit 2011. Aber die ürsprüngliche Verpflichtung zur Sterilisation und Kastration resultierte aus dem "Weiterdenken" des §175.

    "(bb) Auch mit der dauernden Fortpflanzungsunfähigkeit hat der Gesetzgeber in § 8 Abs. 1 Nr. 3 TSG eine unzumutbare Voraussetzung für die personenstandsrechtliche Anerkennung des empfundenen Geschlechts eines Transsexuellen gesetzt, soweit für die Dauerhaftigkeit der Fortpflanzungsunfähigkeit operative Eingriffe zur Voraussetzung gemacht werden. Die Realisierung des Rechts auf sexuelle Selbstbestimmung aus Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 GG wird damit von der Preisgabe des Rechts auf körperliche Unversehrtheit abhängig gemacht, ohne dass Gründe von hinreichendem Gewicht vorliegen, die die hierdurch bei den betroffenen Transsexuellen entstehenden Grundrechtsbeeinträchtigungen rechtfertigen könnten (vgl. BVerfGE 121, 175 <202>). "

    "Auch habe ich gehört, dass sich Homosexualität und Transgeschlechtlichkeit bei den meisten psychologischen Gutachter_innen heute nicht mehr automatisch ausschließen"

    Das ist ebenfalls richtig, aber nach allem, was ich gehört habe, ist das sehr stark abhängig davon, an wen Du gerätst. Es soll durchaus immer noch vorkommen.

    "Ansonsten verstehe ich dich so, dass die Bundesärztekammer tatsächlich keinen Unterschied zwischen hetero- und homosexuellen trans Frauen ohne genitalangleichende OP macht und es hierbei auch keine Rolle spielt, ob der Personenstand bereits geändert wurde. Ist das korrekt?"

    Das ist korrekt. Die sexuelle Identität spielt hier keine Rolle. Das interessiert die Bundesärztekammer nicht. Auch bei Trans mit genitalangleichender OP nicht.
    Alle unterliegen dem Generalverdacht, der Prostitution nachzugehen, um entweder ihre OP-Kosten zu erwirtschaften - oder wenn nicht - ihren Lebensunterhalt.
    Trans ist Trans. Trans=Sexwork.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #24 springen »
#30 Eva MariaAnonym
#31 Eva MariaAnonym
  • 01.03.2019, 12:25h
  • Antwort auf #28 von Anonyma
  • "Hier haben wir analog zum Konstrukt des "Super-Schwulen" (trans Frau) seit spätestens 2012 dann auch das Konstrukt der "Konflikt-Lesbe" (trans Mann)."

    Ja, ich erinnere mich an die Aussage von Becker in dieser Publikation. Für die liegt es gedanklich nahe, dieses Denken einfach zu übertragen.

    So löst die pathologisierende Psychiatrie dann die Anerkennung der Realität, die sich für sie und ihr Weltbild als äußerst "konflikthaft" darstellen würde.

    Wer die Schriften der Psychiatrie zur Pathologisierung von Trans liest, braucht ein starkes Nervenkostüm. Es ist unterirdisch. Es offenbart sich darin immer wieder, daß die nur ihre eigenen persönlichen Probleme an Trans abarbeiten. Hoher Neurose-Faktor ist garantiert.

    Danke auch für Deine Ergänzung zu als Begleit-Therapien getarnten Konversions-Therapien von Transkindern in #27.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #28 springen »
#32 Eva MariaAnonym
  • 01.03.2019, 13:04h
  • Antwort auf #24 von Charlie
  • Nachtrag:

    "Ansonsten verstehe ich dich so, dass die Bundesärztekammer tatsächlich keinen Unterschied zwischen hetero- und homosexuellen trans Frauen ohne genitalangleichende OP macht und es hierbei auch keine Rolle spielt, ob der Personenstand bereits geändert wurde. Ist das korrekt?"

    Nochmal präzise: Die Bundesärztekammer macht keinen Unterschied bezüglich der sexuellen Identität und - nein - auch ob eine Änderung des Personenstandes stattgefunden hat, oder nicht, interessiert sie nicht.

    Für die Bundesärztekammer gibt es einfach nur die Risiko-Gruppe "Die Transsexuellen".

    Bei der "Bewertung" gelten dann herrschende Stigmata und Klischees.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #24 springen »
#33 Eva MariaAnonym
  • 01.03.2019, 14:53h
  • Antwort auf #32 von Eva Maria
  • noch ein Nachtrag, denn den meisten fällt das gar nicht auf:

    "Für die Bundesärztekammer gibt es einfach nur die Risiko-Gruppe "Die Transsexuellen"."

    Wobei ich hier korrigieren muß, daß mit "Die Transsexuellen" natürlich Transfrauen gemeint sind.

    Nach der Logik der Bundesärztekammer sind sie alle in der Prostitution, um sich "ihren Lebensunterhalt und OP-Kosten zu erarbeiten".

    Nach der Logik der Bundesärztekammer müßten Transmänner sich die OP-Kosten ebenfalls in der Prostitution erarbeiten. Transmänner sind aber nicht ausgeschlossen.

    Die Entscheidung der Bundesärztekammer ist folglich in erster Linie auch eine trans-misogyne Position.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #32 springen »
#34 neinneinAnonym
  • 01.03.2019, 18:45h
  • Sie jammern immer über zu wenig blut, aber meines nicht wollen, nur weil ich eine intakte Jahrzehnte lange monogane feste Homosexuelle Beziehung mit immer.dem.selben partner habe..

    Ich verzichte doch nicht auf ein jahr lang sex um bei solch fascho regeln dann doch mal blut spenden zu können.. gibt doeh bluttests..
    und blut wird eh immer geprüft...

    die scheinabre Sicherheit ist nur vorgeschoben...

    wer nicht will der hat schon.. hoffen wir mal.das die, die diese Regelungen getroff haben, irgendwann mal blut brauchen, es aber nicht bekommen weil zu wenig blut für sie da ist.. vielleicht hätte meines ihr leben dann retten können, aber das wollen sie ja nicht.. selbt schuld dann..l

    hoffen wir das dann auf ihren Grabstein steht "bin gestorben weil ich kein schwules blut wollte"

    n bissl Sarkasmus muss sein
  • Antworten » | Direktlink »
#35 DaddyBearlinProfil
  • 02.03.2019, 13:02hberlin
  • Blutspende ist nun mal wichtig und Blut wird ja auch untersucht, also doch vollkommen egal ob nun von schwulen Männern und und....wir sind Menschen in erster Linie !
  • Antworten » | Direktlink »
#36 naivAnonym
#37 TheDadProfil
  • 03.03.2019, 12:16hHannover
  • Antwort auf #36 von naiv
  • ""Informiere dich bitte mal zum Stichwort "diagnostisches Fenster".""..

    Welches im Verlauf der Geschichte um HIV und andere übertragbare Infektionen und Erkrankungen seit den 1980er mehrfach geändert wurde..

    Ob nun "diagnostisches Fenster" oder auch Screening-Vorgaben..

    Warum werden derlei Funktionen die einzig dazu dienen "Kosten" zu sparen, und damit die Profite der Blutspende-Dienste zu erhöhen, und das auf einem Markt in dem es um Gesundheit geht, nicht endlich wirksam hinterfragt ?

    Was genau spricht dagegen jede einzelne Blutspende auf alle auszuschließenden Infektions-Möglichkeiten hin zu testen, bevor sie Verwendung findet ?

    Nichts..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #36 springen »
#38 NachfrageAnonym
  • 03.03.2019, 12:23h
  • Antwort auf #37 von TheDad
  • "Was genau spricht dagegen jede einzelne Blutspende auf alle auszuschließenden Infektions-Möglichkeiten hin zu testen, bevor sie Verwendung findet ?"

    Bitte erkläre uns mal, inwiefern eine Einzeltestung das Problem des diagnostischen Fensters lösen würde.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #37 springen »
#39 TheDadProfil
  • 03.03.2019, 16:07hHannover
  • Antwort auf #38 von Nachfrage
  • ""Bitte erkläre uns mal, inwiefern eine Einzeltestung das Problem des diagnostischen Fensters lösen würde.""..

    Gar nicht..
    Das ist aber eigentlich jedem* klar der in der Materie ist..
    Es geht hier um das Hauptargument, das sich die Blutspendedienste immer noch mit der Idee des Screening aus der Zulassung von "Schwulen Männern", bei denen es eigentlich um MSM geht, zu einer Blutspende herausreden..

    Denn beim Sreening werden Blutspenden zu einem Pool zusammengefaßt und dann getestete, und bei Auffälligkeiten wird der gesamte Pool zunächst verkleinert, erneut getestet, und bei Bedarf verworfen..
    Vermeintlich "billiger" als eine Einzeltestung aller Spenden..

    Ignoriert wird hierbei daß sich die Kosten für die Tests inzwischen deutlich verringert haben..

    Das "diagnostische Fenster" ist relevant für die Erst-Spende".
    Diese Erst-Spende" wird sowieso verworfen..
    Damit ist das "diagnostische Fenster" auch weiterhin nichts weiter als ein "Auschluß-Argument" für MSM..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #38 springen »
#40 NachfrageAnonym
  • 03.03.2019, 17:33h
  • Antwort auf #39 von TheDad
  • "Vermeintlich "billiger" als eine Einzeltestung aller Spenden.."

    "Das "diagnostische Fenster" ist relevant für die Erst-Spende"."

    Wir können darüber diskutieren, welche Rolle die Mehrkosten durch Einzeltests im Vergleich zu gepoolten Tests spielen sollten, oder darüber, wie die diagnostischen Fenster verschiedener Infektionen angemessen einbezogen werden sollten, aber bitte nicht über eine Fantasiewelt, in der Mehrkosten wieder einmal gar nicht entstehen und das diagnostische Fenster bei Zweit- und Folgespenden plötzlich auf magische Weise verschwindet.

    Auch hier stellt sich die Frage: Wie soll man sinnvoll diskutieren, wenn die Faktenlage nicht anerkannt wird?
  • Antworten » | Direktlink » | zu #39 springen »
#41 TheDadProfil
  • 03.03.2019, 22:54hHannover
  • Antwort auf #40 von Nachfrage
  • ""Wir können darüber diskutieren""..

    Wir können natürlich auch weiterhin das "diagnostische Fenster" vorschieben, welches seit inzwischen mehr als 35 Jahren über das "Kostenmanagement" als Argument untermauert wird, und auch in weiteren 35 Jahren nicht zum Kern der bestehenden Benachteiligung von MSM vordringen..

    Oder einfach mal anfangen die Komplexizität zu begreifen, mit der seit mehr als 3 Jahrzehnten eine Gruppe von möglichen Spendern ausgeschlossen wird..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #40 springen »
#42 NachfrageAnonym
  • 03.03.2019, 23:26h
  • Antwort auf #41 von TheDad
  • Natürlich gehst du auf die Kritik an deinen inhaltlichen Fehlleistungen überhaupt nicht ein. Leider ist das typisch.
    Und das diagnostische Fenster ist kein Kosten-Argument, sondern ein Sicherheits-Argument. Du begreifst offenbar überhaupt nicht, worum es dabei geht.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #41 springen »
#43 TheDadProfil
  • 04.03.2019, 00:59hHannover
  • Antwort auf #42 von Nachfrage
  • ""Und das diagnostische Fenster ist kein Kosten-Argument, sondern ein Sicherheits-Argument.""..

    Immer wieder hübsch wie Menschen auf die "Argumente" der Blutspendedienste hereinfallen, die sie so gerne als "sicherheitsrelevanten Aspekt" darstellen..
    Und das seit 35 Jahren..

    Wäre das so, dann gälte dieser "sicherheitsrelevante Aspekt" für ALLE Spende-Willigen, und nicht nur für "Schwule Männer" oder eben MSM..

    Wäre das schon immer so gewesen, dann hätte auch das DRK keine Blutspenden aus afrikanischen Ländern aufgekauft und ungetestet an die Pharma-Industrie zur Herstellung eines Faktor-8-Präparates für Bluter weiter verkauft, und damit den immer noch nicht endgültig juristisch aufgearbeiteten "AIDS-Skandal" der späten 80er Jahre verursacht, und das zu einem Zeitpunkt, als das Blutspende-Verbot für "schwule Männer" schon ein paar Jahre lang als solches "sicherheitsrelevantes Argument" in der Anwendung war..

    Anbei dann der Link zum erneutem Lesen meines ursprünglichen Kommentares

    www.queer.de/detail.php?article_id=33079&kommeinzel=5343
    29


    Insbesondere ist hier der Satz
    ""Welches im Verlauf der Geschichte um HIV und andere übertragbare Infektionen und Erkrankungen seit den 1980er mehrfach geändert wurde..

    Ob nun "diagnostisches Fenster" oder auch Screening-Vorgaben..""

    von Bedeutung, welcher die Diskussion um einen weiteren äußerst wichtigen Aspekt erweitern sollte, was Du immer noch ignorierst, und Dich einzig auf den Punkt "diagnostisches fenster" festbeißt..

    Welches zunächst mal bei 6 Monaten lag, dann auf 3 Monate, und inzwischen auf 6 Wochen verkürzt ist..

    Und damit eigentlich faktisch irrelevant geworden ist, denn die erste Spende wird verworfen..
    Blutspenden folgen einem Turnus von 10 bis 12 Wochen, was eine maximale Anzahl von 4 bis 6 Spenden im Jahr ermöglicht..
    Ist dann der 1.HIV-Test negativ, und die weiteren ebenfalls ist das "diagnostische Fenster" auch weiterhin irrelevant..

    Man müßte halt nur JEDES Mal testen..
    Und das macht man auch weiterhin aus besagten Kostengründen immer noch nicht..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #42 springen »
#44 PuppyAnonym
  • 04.03.2019, 01:48h
  • Antwort auf #42 von Nachfrage
  • Die wenigen Tage nach einer frischen Infektion, wo diese durch alle gängigen Testverfahren noch nicht nachgewiesen werden kann, sind der wunde Punkt in unserem ansonsten sehr sicheren Blutspendesystem. Gerade deshalb hat man ja den freiwilligen Selbstausschluss mittels Fragebogen eingeführt, um genau dieses Risiko zu minimieren. Das System hat sich sehr bewährt. In Deutschland liegt die Wahrscheinlichkeit, bei einer Bluttransfusion mit HIV infiziert zu werden, bei 1:5,3 Mio. Besser kann man das eigentlich nicht mehr machen.
    Wir alle sollten alle ein großes Interesse daran haben, dass die Bluspende sicher ist und das so bleibt.
    Bei den schwulen Männern halte ich die sexuelle Abstinenz von einem Jahr allerdings für übertrieben. Drei Monate wären völlig ausreichend, um wegen der diagnostischen Lücke auf Nummer sicher zu gehen.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #42 springen »
#45 PuppyAnonym
  • 04.03.2019, 09:39h
  • Ich glaube, hier hat jemand das Blutspendesystem in Deutschland nicht kapiert . Jede Blutspende wird immer (in einem Pool) getestet, egal ob ich zum ersten Mal spende oder zum zwanzigsten Mal. Die diagnostische Lücke ist also für jede (!) Blutspende relevant. Ich habe oben bereits beschrieben, dass sie der wunde Punkt in unserem Blutspendesystem ist.
    Faktenfreie Diskussion ist ziemlich dümmlich und endet für bestimmte Forumsteilnehmer -wie gewöhnlich- in Rabulistik.
  • Antworten » | Direktlink »
#46 TheDadProfil
  • 04.03.2019, 09:49hHannover
  • Antwort auf #44 von Puppy
  • ""Drei Monate wären völlig ausreichend,""..

    Das ist eine ebenso willkürliche wie diskussionswürdige Grenze für eine verordnete Enthaltsamkeit, die von anderen Spende-Willigen nicht verlangt wird..

    Das Kriterium ist dann immer noch diskriminierend, denn es muß darum gehen, ob man Unsafe Kontakte hatte..

    Wieso Hetero-Eheleuten immer noch generell unterstellt wird in einer "treuen beziehung" zu leben, während man das bei Schwulen Männern und MSM generell in Abrede stellt, und sich Hetero-Singles dann nicht an diese Grenze mit Einem Jahr halten müssen, ist aber immer noch nicht erklärt..

    Es ist deshalb an der Zeit endlich für ALLE Spende-Willigen die GLEICHEN Kriterien für den Ausschluß anzulegen, ansonsten fummelt man nur an diskriminierenden Vorgaben herum, und verfeinert sie, anstatt sie abzuschaffen..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #44 springen »
#47 NachfrageAnonym
  • 04.03.2019, 16:05h
  • Antwort auf #43 von TheDad
  • "Ist dann der 1.HIV-Test negativ, und die weiteren ebenfalls ist das "diagnostische Fenster" auch weiterhin irrelevant.. Man müßte halt nur JEDES Mal testen.."

    Siehe Kommentar 42, letzter Satz. Haarsträubend, was du hier für einen Unsinn zusammenschreibst.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #43 springen »
#48 NachfrageAnonym
#49 NachfrageAnonym
  • 04.03.2019, 16:15h
  • Antwort auf #43 von TheDad
  • "Und das macht man auch weiterhin aus besagten Kostengründen immer noch nicht.."

    Auch das ist natürlich totaler Quatsch. Jede Spende wird gestestet.
    Hast du dir eigentlich vorgenommen, so viele Fake News in einen Kommentar zu schreiben wie nur irgend möglich?
  • Antworten » | Direktlink » | zu #43 springen »
#50 TheDadProfil
#51 NachfrageAnonym
#52 SchlüssigAnonym
  • 05.03.2019, 18:35h
  • Antwort auf #51 von Nachfrage
  • "Es ist deshalb an der Zeit endlich für ALLE Spende-Willigen die GLEICHEN Kriterien für den Ausschluß anzulegen, ansonsten fummelt man nur an diskriminierenden Vorgaben herum, und verfeinert sie, anstatt sie abzuschaffen.."

    Das ist der entscheidende Satz.
    Denn das diagnostische Fenster gilt für alle Beteiligten gleichermaßen.

    @Puppy hat es korrekt dargestellt.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #51 springen »

» zurück zum Artikel