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Druck auf Bundesregierung wird höher

Transidente Abgeordnete fordert Verbot der "Homoheilung"

Aus den Ländern kommen immer Initiativen, die ein Verbot sogenannter Konversionstherapien fordern.


Tessa Ganserer ist seit 2013 Landtagsabgeordnete in München (Bild: Facebook / Tessa Ganserer)

Deutschlands einzige transidente Landtagsabgeordnete Tessa Ganserer (Grüne) fordert ein bundesweites Verbot von Therapien für homosexuelle und transsexuelle Menschen. "Homosexualität und Transidentität sind keine Krankheiten und deshalb auch nicht therapierbar", sagte die queerpolitische Sprecherin der Grünen im bayerischen Landtag am Donnerstag in München. Dennoch gebe es in Bayern Ärzte, die weiterhin sogenannte Reparativ- oder Konversionstherapien anböten. "Da solche Zwangstherapien nicht selten in den Suizid der betroffenen Kinder und Jugendlichen münden, müssen sie endlich verboten werden."

Ganserer, die sich erst vor wenigen Monaten als trans geoutet hatte, forderte die Staatsregierung zu einem bayerischen Vorstoß für ein bundesweites Verbot der "Homoheilung" auf: "Dieser kindeswohlgefährdende Hokuspokus muss endgültig gestoppt werden und darf sich auch nicht im Verborgenen fortsetzen." Jeder Mensch habe das Recht auf eine selbstbestimmte Geschlechtsidentität und dürfe deshalb nicht als psychisch krank stigmatisiert werden.

Die Landtags-Grünen fordern daher in einem entsprechenden Antrag Rückenwind aus Bayern für die Therapieverbots-Initiativen der Länder Hessen und Bremen sowie Unterstützung für Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der einen Gesetzentwurf gegen sogenannte Konversionstherapien angekündigt hat (queer.de berichtete). Allerdings äußerte die FDP zuletzt Zweifel, ob sich der Minister durchsetzen kann (queer.de berichtete).

Auch Jamaika-Fraktionen bringen Antrag gegen "Homoheilung" ein

Die schleswig-holsteinische Regierungsfraktionen CDU, Grünen und FDP wollen ebenfalls gegen sogenannte Konversionstherapien vorgehen: Die Grünen kündigten am Mittwoch an, dass bei der kommenden Landtagstagung vom 6. bis 8. März eine gemeinsame Initiative gegen die "Heilung" sexueller Minderheiten eingebracht werde. Die Landesregierung werde darin aufgefordert, sich im Bundesrat für Gesetze zum Verbot der "Heilung" von Homosexuellen einzusetzen.

"Es ist skandalös und ein harter Verstoß gegen die Menschenrechte, dass Konversionstherapien bei Homosexuellen Menschen in unserem Land durchgeführt werden", erklärte dazu Landtagsvizepräsident Rasmus Andresen, der auch queerpolitischer Sprecher der grünen Landtagsfraktion ist. "Ganz egal ob Gesprächstherapien oder körperliche Maßnahmen wie Elektroschocks oder eiskalte Duschen, Konversionstherapien haben das Ziel, Homosexuellen einzureden, dass ihre sexuelle Orientierung eine Krankheit ist. Psychische wie körperliche Langzeitschäden sind die Folge." Daher müsse der Staat alles Erdenkliche tun, um diese "Therapien" zu verhindern. (dpa/dk)



#1 BekkaProfil
  • 28.02.2019, 13:29hFrankfurt
  • als betroffene stoßen mir die begriffe transgender und transident zwar etwas sauer auf (ich hab ja schließlich keine identitätsstörung), die kernaussagen bleiben jedoch unberührt.
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#2 Petra Weitzel dgtiAnonym
  • 28.02.2019, 13:48h
  • Antwort auf #1 von Bekka
  • Transident zu sein, bedeutet eben nicht dass die Identität gestört ist, die ist wie sie ist. Die soziale Rolle, Körpermerkmale und das bei der Geburt zugewiesene Geschlecht können nicht passen. Definition aus der Psychobranche muss man da nicht als Maßstab nehmen. Außerdem bestimmt jeder noch selbst, ob diese Eigenschaft so oder so benannt wird.
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#3 Simon HAnonym
  • 28.02.2019, 14:33h
  • Ich finde es gut, dass der Druck auf die schwarz-rote Bundesregierung nicht nachlässt, endlich diese Gehirnwäsche-"Therapien" zu verbieten.

    Die Schädlichkeit dieser Praktiken ist längst bewiesen, u.a. durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO).

    Und da diese fanatischen Praktiken nicht nur Jugendlichen schaden, sondern allen Menschen, muss das Verbot selbstverständlich auch nicht nur für Jugendliche, sondern für alle Menschen gelten!!

    Niemand darf ein Opfer solcher Fanatiker werden - egal wie alt man ist!!
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#4 stromboliProfil
  • 28.02.2019, 15:30hberlin
  • Antwort auf #3 von Simon H
  • wir müssen diesen eingriff erweitern im sinne von garantierter unversehrtheit in jeglicher hinsicht.. also geltend auch für männliche beschneidung, operativer missbrauch im intersexuellen.

    Es geht also nicht nur um die von heteronormativen vorstellungen begangenen verbrechen an minderjährigen abhängigen, sondern auch um eine generelle verurteilung jeglichen eingriffes, ohne die im ( gesetzlich) volljährig herangereifte, auf selbstbestimmung basierende entscheidung des betreffenden individuums.

    Hier erst darf davon die rede sein, seis mittels skalpell, medikament oder psychotricks sich das leben heraus zu nehmen , dass einem nützt und so sozial ohne einschränkung von staat-vormund-religion , zusteht.
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