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Luxemburgischer Premierminister

Bettel konfrontiert Arabische Liga mit ihrer Homophobie

Der offen schwule Regierungschef von Luxemburg sorgte für "eisiges Schweigen" beim Gipfeltreffen der EU mit der Arabischen Liga, als er über seine Homosexualität sprach.


Vor über fünf Jahren wurde Xavier Bettel Nachfolger von Jean-Claude Juncker an der Spitze des zweitkleinsten EU-Landes (Bild: gouvernement.lu)

Der luxemburgische Premierminister Xavier Bettel hat bei einem Gipfeltreffen der Europäischen Union und der Arabischen Liga im ägyptischen Scharm el Scheich Anfang der Woche das Thema Homosexualität angesprochen. Der 45-jährige Regierungschef erinnerte die Anwesenden daran, dass er mit einem Mann verheiratet sei. Er sagte auch, dass ihm in einigen der teilnehmenden Länder dafür Strafen drohten, im Extremfall sogar die Todesstrafe.

Nach Bettels Ansprache soll es laut dem ZDF-Korrespondent Stefan Leifert im Raum sehr still geworden sein. "Eisiges Schweigen bei den einen, stille Freude bei den anderen", schrieb Leifert nach dem Ende des Gipfels am Mittwoch auf Twitter. Bettel antwortete darauf: "Nichts sagen war für mich keine Option."

Twitter / Xavier_Bettel

Fast alle Mitgliedsstaaten der Arabischen Liga verbieten Homosexualität

Die Arabische Liga besteht aus 22 Mitgliedsstaaten – in 18 von ihnen ist Homosexualität verboten, in manchen Ländern wie Saudi-Arabien können sexuelle Minderheiten sogar mit dem Tod bestraft werden. Einzig die Mitgliedsstaaten Bahrain, Dschibuti, Irak und Jordanien kennen keine Strafen gegen Schwule und Lesben. Homosexualität wird aber auch in diesen Ländern teilweise stark tabuisiert.

Bettel war Ende 2013 Premierminister von Luxemburg geworden – er steht seither einer Koalition aus seiner liberalen Partei mit Sozialdemokraten und Grünen vor. Nachdem seine Regierung die Ehe für Schwule und Lesben öffnete, heiratete Bettel 2015 seinen Lebenspartner Gauthier Destenay (queer.de berichtete).

Vor wenigen Monaten konnte Bettels Regierungskoalition bei Wahlen knapp ihre Mehrheit verteidigen (queer.de berichtete). Er war damit der erste offen schwule Regierungschef eines Landes, der wiedergewählt wurde. Sein langjähriger Stellvertreter, der Sozialdemokrat Etienne Schneider, ist ebenfalls offen schwul und seit 2016 mit seinem Ehemann Jérôme Domange verheiratet. (dk)



#1 Religioten-WatchAnonym
  • 28.02.2019, 14:19h
  • Solche mutigen und klaren Männer braucht Europa, braucht die Welt - und nicht solche Nullnummern wie den deuschen Spahn, der bei jeder Gelegenheit den Speichel von Religioten willfährig aufleckt.
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#2 goddamn liberalAnonym
  • 28.02.2019, 14:22h
  • Sehr mutiger Schritt des Regierungschefs eines kleinen zivilisierten Landes, das auch unter teutonischen Zivilisationsverweigerern schon viel zu leiden hatte!

    Ein Kontrast zu Macron, der saudische Killer-Prinzen öffentlich abknutscht und zu 'Queer'-Theoretikerinnen, die sich von saudischen Killer-Prinzen ihre Vorträge bezahlen lassen.

    www.youtube.com/watch?v=6a0Dkn3SnWM

    Bezeichnderweise ist queer.de eines der wenigen Medien im Land des rosa Winkels, das überhaupt berichtet.
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#3 LotiAnonym
#4 Simon HAnonym
  • 28.02.2019, 14:35h
  • Was für ein toller Regierungschef, der auch gegenüber Staaten, wo auf Homosexualität harte Strafen bis hin zur Todesstrafe stehen, das Thema nicht verschweigt und auch zu seiner eigenen Homosexualität steht.

    Von dem können sich viele Politiker aller Parteien und aus diversen Staaten mal eine Scheibe abschneiden.

    Der ist ein echtes Vorbild an Rückgrat, Gewissen und Zivilcourage.

    Bravo !!!
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#5 AlexAnonym
#6 Homonklin44Profil
  • 28.02.2019, 14:46hTauroa Point
  • Eisiges Schweigen, tja.

    Was die sich gedacht haben mögen, wird wohl sein, dass er froh sein darf, das nicht in einem Land gesagt zu haben, wo sie ihn abgeführt und zum Tod verurteilt hätten.
    Und dann vielleicht noch was davon, dass er der Shaytan sei und mit dem Shaytan verbunden.

    Damit in der islamisch geprägten Welt etwas auszulösen, die zum Nachdenken zu kriegen, wird er eher wenig Erfolg haben. Die sind da ebenso in der Überzeugung, das ihre Kultur die Richtige ist, wie die sich für ihre 'Zivilisiertheit' schätzenden Christoformen und Europäer.
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#7 goddamn liberalAnonym
#8 stromboliProfil
  • 28.02.2019, 15:18hberlin
  • meine volle hochachtung für solches handeln!

    " "Eisiges Schweigen bei den einen, stille Freude bei den anderen"...
    hier allerdings würd ich stutig werden.. wer sind denn nun jene die stille freude verstahlten.. und warum eigentlich nur "still!

    Schaun wie uns um in der EU.
    Welche stehen hinter den dortens von Bettel eingeforderten menschenrechten, die ansonsten doch auch in "unserer" EU ,nichtheterosexuellen vorenthalten werden?
    Was ist mit polen, was mit ungarn, was mit litauen, italien etc. ,..
    Immerhin hat lettland einen schwulen aussenminister.. war dessen freude ebenfalls still, und wenn, warum!
    Und dürfen wir angesichts des kommenden rechtsruckes in europa, überhaupt noch mehr als "stilles" von unseren re4aktionären kulturstaaten erwarten?

    Das problem bleibt: trotz rede von Bettel bleibt das gesagte unter eisigem schweigen begraben, fehlt doch der solidarische zusammenschluss all jener, die sich im anspruch, "eu.menschenrechtlich vom rest der welt unterscheiden wollen.
    Hätte es beifalll gegeben, wäre die botschaft dortens im eisigen ausharren angekommen.

    Aber werer unterscheidet heute schon noch eisiges schweigen von stiller freude.
    Sprachloser geht nimmer mehr.
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#9 Ralph
#10 Ralph
  • 28.02.2019, 15:50h
  • (eben zu früh geklickt)

    Großartig! Welch ein Kontrast zu dem Feigling Klaus Wowereit, der seinerzeit den Mörderkönig von Saudi-Arabien als geehrten Staatsgast durchs Brandenburger Tor geleitete.
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