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"Stockacher Narrengericht"

SPD kritisiert "erzkonservativen Wind" in der Union

Nach Politikern von Linken, Grünen und FDP verurteilten SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil und weitere Genossen die "respektlosen" Karnevalswitze von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer über intergeschlechtliche Menschen.


SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil geht auf Distanz zum Koalitionspartner (Bild: Tobias Koch)

Mit ihrer Karnevalsrede beim "Stockacher Narrengericht" hat Annegret Kramp-Karrenbauer nun auch Empörung beim Koalitionspartner SPD ausgelöst. "Wer war denn von Euch vor kurzem mal in Berlin? Da seht ihr doch die Latte-Macchiato-Fraktion, die die Toiletten für das dritte Geschlecht einführen", sagte die CDU-Vorsitzende bei einem Auftritt am Donnerstag am Bodensee (queer.de berichtete). "Das ist für die Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder noch sitzen müssen. Dafür, dazwischen, ist diese Toilette."

"Annegret Kramp-Karrenbauer zeigt, welcher erzkonservative Wind jetzt wieder in der Union weht. Solche Äußerungen – auch an Karneval – sind absolut respektlos", twitterte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil am Sonntag.

Twitter / larsklingbeil

Staatsminister Roth: "einfach nur peinlich"

Zuvor hatten bereits Politiker von Linken, FDP und Grünen den Scherz auf Kosten intergeschlechtlicher Menschen verurteilt. Der grüne Bundestagsabgeordnete Sven Lehmann forderte Kramp-Karrenbauer am Sonntag in einem Offenen Brief zu einer Entschuldigung auf (queer.de berichtete).

Johannes Kahrs, Ansprechpartner für Lesben und Schwule in der SPD-Bundestagsfraktion, hatte die Fastnachtsrede von AKK bereits in der Nacht zu Sonntag kritisiert. "die frau wird immer peinlicher", schrieb er auf Twitter, "das kann nicht euer ernst sein @CDU jemand die minderheiten diskriminiert und der lächerlichkeit preisgibt als vorsitzende?"

Twitter / kahrs

Zu Wort meldete sich auch Michael Roth, der SPD-Staatsminister im Auswärtigen Amt. "Es ist weder lustig noch geistreich, sondern einfach nur peinlich. So kalauert man ja jeden Saal leer", kommentierte der schwule Politiker die AKK-Rede in einem Tweet.

Twitter / MiRo_SPD

"Die Frau, die gerne Kanzlerin werden möchte, macht Flachwitze über Intersexuelle", schrieb der SPD-Bundestagsabgeordneten Matthias Bartke auf Twitter. "Wahrscheinlich denkt sie wirklich so."

Twitter / matthiasbartke

Auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat die Äußerungen von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer kritisiert. "Ein Karnevalsgag kann gut oder schlecht sein, komisch oder eher mäßig – aber auch hinter Humor steht immer eine Haltung", twitterte Müller am Sonntag. "Es ist ebenso irritierend wie bedauerlich, dass @akk offenbar in Diskriminierungsfragen eine dem Amt und der Funktion angemessene Haltung fehlt."

Twitter / RegBerlin

CDU kritisiert "Empörungskultur", AKK schweigt

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Johannes Steiniger nahm seine Parteichefin hingegen in Schutz. "Ey Leute, das ist ne Fasnachts-Nummer. Mir geht diese Empörungskultur so was auf den Keks. Es nervt!", twitterte er.

Twitter / JoSteiniger

Kramp-Karrenbauer hat sich zur Kritik an ihrer Fastnachtsrede bislang nicht geäußert. Nach einem Facebook-Hinweis von Nollendorfblogger Johannes Kram hatte queer.de am Samstag als erstes Medium über die Scherze von AKK auf Kosten intergeschlechticher Menschen berichtet. (cw/dpa)

17.22 Uhr ergänzt um Zitat Michael Müller

 Update  19.25h: Scharfe Kritik von SPDqueer

"Die Vorsitzende der CDU ist homo-, trans- und interfeindlich" – zu diesem Schluss kommt Petra Nowacki, Bundesvorsitzende der SPDqueer, in einer Pressemitteilung. Die "als vermeintlicher Scherz verpackte Menschenverachtung" der Karnevalsrede reihe sich ein in "eine ganze Reihe von Äußerungen" AKKs, der es an Anstand und Respekt vor den Menschen mangele. "Unser Grundgesetz schützt Minderheiten vor staatlicher Diskriminierung, aber wer schützt sie vor einer außer Kontrolle geratenen CDU-Vorsitzenden, die sich bei jeder zu bietenden Gelegenheit auf Kosten diskriminierter Menschen profiliert?"

Nowacki erinnerte daran, dass Worte Konsequenzen hätten. "Wenn die Vorsitzende einer Volkspartei in Regierungsverantwortung, aus Überzeugung oder politischem Kalkül, gesellschaftliche Gruppen gegeneinander ausspielt, dann setzt sie damit ein fatales Beispiel. Doppelnamen kann man sich aussuchen, die sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Identität hingegen nicht."

Fabian Spies, Landesvorsitzender der NRWSPDqueer, forderte in einer seperaten Pressemitteilung nach der "erneuten Entgleisung gegenüber LSBTIQ*" Kramp-Karrenbauers NRW-Ministerpräsident Armin Laschet auf, als stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU "sein Schweigen zu brechen" und auf seine Parteivorsitzende einzuwirken, "sich für ihre peinlichen Äußerungen zu entschuldigen und diese in Zukunft zu unterlassen". "Wer für ein offenes und vielfältiges NRW stehen will, darf die dauerhaften Anfeindungen gegen LSBTIQ* nicht tatenlos hinnehmen", so Spies.

Wöchentliche Umfrage

» Kommt die Union nach AKKs LGBTI-feindlicher Rhetorik noch als Koalitionspartner infrage?
    Ergebnis der Umfrage vom 04.03.2019 bis 11.03.2019


#1 PeerAnonym
  • 03.03.2019, 17:34h
  • Und wer hält diese erzkonservative bis reaktionäre und in Teilen sogar rechtspopulistische Partei an der Macht? - Die SPD.

    Und wer nickt so ziemlich alles ab, was die Union vorsetzt und akzeptiert sogar Bruch des Koalitionsvertrages (wie z.B. beim krebserregenden Glyphosat auf unseren Äckern) ohne Konsequenzen ? - Die SPD.

    Und wer gibt - z.B. bei LGBTI-Themen - gegenüber der Union viel zu schnell nach statt das zur Koalitionsbedingung zu machen? Die SPD.

    Stattdessen nur wieder viel Gelaber statt echter Konsequenzen, wie z.B. endlich diesen Spuk zu beenden. So kennen wir die SPD.
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#2 TomDarkProfil
  • 03.03.2019, 17:41hHamburg
  • Der SPD kann man nur noch raten, die Koalition mit den "Christdemokraten" aufzukündigen, sollte AKK Vorsitzende bleiben.

    Aber ist wohl utopisch und wäre wohl zuviel verlangt...

    Gut möglich, dass sich AKK absichtlich die linken Parteien für zukünftige Koalitionen vergraulen will, um den Weg für ein Bündnis mit der AfD zu ebnen.

    Ich traue es ihr in ihrer Dummheit zu. Es weht ein gefährlicher Wind, der das begünstigen könnte.
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#3 goddamn liberalAnonym
  • 03.03.2019, 17:50h
  • Antwort auf #2 von TomDark
  • "Ich traue es ihr in ihrer Dummheit zu. Es weht ein gefährlicher Wind, der das begünstigen könnte."

    Dumm ist AKK nicht, sondern eher bauernschlau-raffiniert, wie es nach Püttlingen passt.

    Zwischen der klerikal-abendländischen Welt der AKK und der völkisch-neofaschistischen Welt der AfD gibt es Gemeinsamkeiten, z.B. in Sachen Homophobie.

    Es gibt aber auch Unterschiede:

    AKK will mit der französischen und polnischen Rosenkranz-Fraktion ihr katholisches Europa bauen, die AfD will den (pseudo-)germanischen Nationalismus und mit Russland Europa in der Tradition der polnischen Teilungen und des Hitler-Stalin-Pakts aufteilen.

    Pest und Cholera.
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#4 FinnAnonym
  • 03.03.2019, 19:18h
  • Und die SPD koaliert mit so einer Partei, die sowas als Parteivorsitzende hat.

    Liebe SPD,
    was muss noch alles passieren, ehe die SPD endlich diese Koalition beendet?

    Haltet doch endlich mal Wort...
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#5 AchtungAnonym
  • 03.03.2019, 19:22h
  • Antwort auf #3 von goddamn liberal
  • Ja, Frau Kramp-Karrenbauer hat jetzt bereits mehrfach deutlich gemacht, dass sie ihre radikale, fundamentalistische Auslegung ihres Glaubens sogar über demokratische gefällte Beschlüsse stellt.

    Damit ist klar, dass diese Dame aus Deutschland eine Art Gottesstaat machen will, wo nicht mehr das Parlament, sondern die Kirche das Sagen hat.
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#6 DankeAnonym
#7 DankeAnonym
#8 goddamn liberalAnonym
#9 Carsten ACAnonym
  • 03.03.2019, 20:22h
  • Wie immer bei der SPD:
    viel Blabla, ohne dass gehandelt wird.

    Mit ihrer gespielten Empörung wollen die LGBTI-Wähler gewinnen. Aber wäre es der SPD ernst, würde sie endlich aktiv werden und verlangen, dass das Konsequenzen für AKK hat oder dass ansonten die Koalition beendet wird, weil man mit einer Partei, wo die Vorsitzende solches Gedankengut verbreitet, nicht mehr koalieren könne.

    Aber wie immer bleibt die SPD tatenlos und redet nur wieder viel.
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#10 JasperAnonym
  • 03.03.2019, 20:25h
  • "AKK schweigt"

    Genauso wie sie nach ihren Vergleichen von Schwulen und Lesben mit Inzest, Sodomie und was weiß ich nicht alles, geschwiegen hat.

    Normalerweise sollte man meinen, dass langsam mal das Fass voll ist. Aber die Union hat eh kein Problem damit und für die SPD scheint das Fass auch noch nicht voll zu sein. Sonst würden die endlich die Koalition beenden.
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