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Misslungener Karnevals-"Scherz"
Lesben und Schwule in der Union fordern Entschuldigung von Kramp-Karrenbauer
Auch im Fasching gebe es Grenzen, meinte der LSU-Bundesvorsitzende Alexander Vogt am Montag im Radioprogramm "SWR Aktuell". Er hoffe auf ein klärendes Gespräch mit der CDU-Chefin.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer im Januar auf dem Parteitag der Schwesterpartei CSU (Bild: Patrick Büttgen, phoenix / wikipedia)
- 4. März 2019, 09:28h 2 Min.
Nach dem misslungenen Fastnachts-"Witz" von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer vor dem "Stockacher Narrengericht" über Toiletten für intergeschlechtliche Menschen hat der Bundesverband Lesben und Schwule in der Union (LSU) eine Entschuldigung gefordert. "Natürlich ist eine Entschuldigung fällig", sagte der Verbandsvorsitzende Alexander Vogt am Montag im Radioprogramm "SWR Aktuell". "Das erwarten wir." Auch im Karneval gebe es Grenzen.
Vogt vermutet keine böse Absicht bei AKK

Alexander Vogt ist seit 2010 Bundesvorsitzender der Lesben und Schwulen in der Union (Bild: LSU)
"Political Correctness hin oder her, manche finden das ja übertrieben", sagte Vogt. "Aber solche Grenzen müssen klar sein. Man macht ja auch über andere Minderheiten keine Witze mehr." Dass Kramp-Karrenbauer wie er vermute wohl nicht aus böser Absicht handelte, mache die Sache nicht besser. "Wenn das unüberlegt passiert, ist es ja auch ein Zeichen dafür, wie es landläufig verbreitet ist, dieses Denken."
Er erwarte nun, dass es ein klärendes Gespräch mit der CDU-Chefin gebe, sagte Vogt weiter: "Ich hoffe, dass wir das Angebot bekommen, uns darüber möglichst vor einem kurzen Zeithorizont zu unterhalten."
Die CDU-Chefin hatte bei ihrem Auftritt vor dem "Stockacher Narrengericht" am vergangenen Donnerstag gesagt, "Toiletten für das dritte Geschlecht" seien "für die Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder schon sitzen müssen. Dafür – dazwischen – ist diese Toilette."
In ihrem fast halbstündigen Auftritt hatte sich die 56-Jährige als "Angeklagte" auch über die europäische Antidiskriminierungsrichtlinie und "Gender-Gesetzgebungen" lustig gemacht: Angesichts der Besetzung des Narrengerichts fragte sie, ob darin "bemitleidenswerte Minderheiten" vertreten wären. (cw/AFP)
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... halte ich für ausgemachten Blödsinn, wenn man frühere Äußerungen dieser Frau kennt. Da Herr Vogt die kennen dürfte, wirft er an dieser Stelle m.E. eine Nebelkerze.