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14. April

Sachsenhausen: Gedenken an verfolgte "Strichjungen" und "homosexuelle Jugendverführer"

Die Gedenkstunde des LSVD zur Befreiung des Lagers widmet sich diesmal den "'unbequemen' Opfern" der NS-Verfolgung und ihrer Aufbereitung.


Blumen an der Gedenktafel für homosexuelle NS-Opfer in Sachsenhausen. Die Schlagwörter "Totgeschlagen" und "Totgeschwiegen" erinnern an die Verfolgung sowie an die lange ignorierte Aufbereitung (Bild: LSVD)

Am Sonntag, dem 14. April 2019, wird in der Gedenkstätte Sachsenhausen eine Gedenkstunde für die homosexuellen Häftlinge des ehemaligen Konzentrationslagers abgehalten. Im Fokus der Veranstaltung stehen in diesem Jahr zwei soziale Gruppen, die im offiziellen Gedenken bislang häufig ausgeblendet wurden: Die sogenannten "Strichjungen" und die "homosexuellen Jugendverführer".

Der Historiker Dr. Alexander Zinn, Mitglied des Internationalen Beirats der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, werde in seiner Rede anhand einiger Beispiele aufzeigen, wie prekär der Status gerade dieser Gruppen war, auf die die Verfolgungspolitik der Nationalsozialisten besonders fokussiert gewesen sei. Das gab der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) am Montag bekannt.

Die Feier, die im Rahmen des Gedenkens anlässlich des 74. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Sachsenhausen stattfindet, wird von dem Verband ausgerichtet. Sie beginnt um 14.15 Uhr am ehemaligen Block 14. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, an der Gedenktafel für die homosexuellen Häftlinge Kränze und Blumen niederzulegen.

In dem in der Stadt Oranienburg nördlich von Berlin eingerichteten Konzentrationslager hatten die Nazis zwischen 1936 und 1945 mehr als 200.000 Menschen inhaftiert, darunter politische Gegner, Juden, Homosexuelle, Roma oder "Asoziale". Es kam zu Menschenversuchen und Massenexekutionen, vor allem von sowjetischen Kriegsgefangenen.

Im Juni 1942 wurden fast alle damaligen "Rosa-Winkel"-Häftlinge aus dem Hauptlager ins nahe gelegene Außenlager Klinkerwerk verlegt. Damit begann eine Mordaktion an Homosexuellen, die mehrere Monate andauerte. Bis zum September 1942 wurden etwa 200 Häftlinge von der SS getötet – durch sadistische Misshandlungen und absichtlich herbeigeführte Unfälle oder durch Erschießung "auf der Flucht". (cw/pm)

Gedenken an homosexuelle NS-Opfer

Sonntag, 14. April 2019, Ort: Gedenkstätte Sachsenhausen, Straße der Nationen 22, 16515 Oranienburg. Programm: 14.00 Uhr, Haupttor: Begrüßung durch Dr. Axel Drecoll, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. 14.15 Uhr, ehem. Block 14: Gedenkfeier für die homosexuellen Häftlinge, Ansprache: Dr. Alexander Zinn. 15.00 Uhr: Kranzniederlegung im Zellenbauhof – Tafel für die homosexuellen Opfer. 15.30 Uhr: Zentrale Gedenkfeier


#1 g_kreis_adventProfil
  • 04.03.2019, 17:57hBerlin-Prenzlauer Berg
  • Einladung an die Berliner & Brandenburger Community:
    Der Gesprächskreis Homosexualität der Ev. Advent-Zachäus Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg legte am 24. September 1988 erstmalig in der Nationalen Mahn- und Gedenkstätt Sachsenhausen (NMuG) am ehemaligen Krematorium mit der Plastikgruppe vom DDR-Nationalpreisträger Prof. Waldemar Grzimek ("Station Z") für die homosexuellen KZ-Opfer einen Kranz und Blumen nieder. Eine Gedenktafel speziell für die Gruppe der rosa Winkel Häftlinge (Homosexuelle) gab es damals nicht. Die Homosexuellen Opfer wurden auch nach 1945 totgeschwiegen. Die KZ-Gedenkstätten in der DDRm wie auch in der Bundesrepublik, weigerten sich, der Opfergruppe der Homosexuellen wenigstens eine Gedenktafel zu widmen. Auch die Anerkennung als Opfergruppe des Nationalsozialismus blieb ihnen verwehrt.
    Am 6. Mai 1989 aus Anlass des Tages der Befreiung vom Faschismus (8. Mai 1945) legten wir ge-meinsam mit dem »Arbeitskreis der Bekenntnisgemeinde Berlin Schwule in der Kirche« und dem »Arbeitskreis homosexuelle Selbsthilfe der evangelischen Kirche« aus Brandenburg Blumen und Kränze. Seit dem erfolgt jährlich im Mai aus diesem Anlass ein Gedenken der homosexuellen Opfer in Sachsenhausen.

    Tafel gegen das Vergessen
    Am Ewigkeitssonntag, 22. November 1992 wurde die von uns initiierte und mitgestaltete Gedenktafel gegen das Vergessen »TOTGESCHLAGEN TOTGESCHWIEGEN DEN HOMOSEXUELLEN OPFERN DES NATI-ONALSOZIALISMUS« feierlich enthüllt. Über 150 Menschen nahmen am Gedenken teil.
    In diesem Jahr werden wir am Samstag, den 11. Mai 2019 um 14 Uhr unsere traditionelle Gedenkver-anstaltung durchführen. Vorher werden noch 2 Stolpersteine gereinigt. In der Oranienburger Kanal-straße 12 gedenken wir Walter Schneider, ermordet am 10.07.1942, und in der Kanalstraße 27 erinnern wir an Ernst Homuth ermordet am 17.07.1942. Beide wurden im Außenlager Klinkerwerk ermordet.
    Ein Totenbuch und Stolpersteine für die Opfer von Sachsenhausen und dem Männerlager im KZ Ravensbrück auf
    raunitz.de/sh_tote_opfer/

    Siehe auch:
    www.advent-zachaeus.de/gemeindeleben/gespraechskreis-homosex
    ualitaet/gedenken-an-die-homosexuellen-opfer-des-nationalsoz
    ialismus.html
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#2 JeroenAnonym
  • 04.03.2019, 19:10h
  • Richtig und auch sehr wichtig, da Schwule eine häufig verschwiegene Opfergruppe der Nazi-Diktatur sind.

    Umso wichtiger wäre es eigentlich, dass endlich auch dieses Thema an allen Schulen Pflicht wird.
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#3 Carsten ACAnonym