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Stammzellentherapie
HIV-Patient nach Behandlung "geheilt"
Wissenschaftler in England verkünden, dass zum zweiten Mal weltweit bei einem HIV-positiven Patienten nach einer speziellen Behandlung keine Viren nachgewiesen werden konnten.

Ärzten gelang es offenbar ein zweites Mal, einen HIV-positiven Patienten zu "heilen" (Bild: Jeff Eaton / flickr)
- 5. März 2019, 10:04h 2 Min.
Bei einem ehemals HIV-positiven Patienten sind 34 Monate nach einer speziellen Stammzelltransplantation keine Viren mehr nachweisbar. Das berichten britische Mediziner im Fachblatt "Nature". Sollte der Aids-Erreger auch in den kommenden Jahren nicht zurückkehren, wäre es erst der zweite Patient weltweit, der als von HIV geheilt gilt.
Noch sei es für ein solches Fazit aber zu früh, schreiben die Forscher. Offiziell sprechen sie in ihrer Studie nicht von Heilung, sondern von Langzeit-Remission. Dem Patienten waren blutbildende Stammzellen transplantiert worden, weil er an einer Art von Lymphdrüsenkrebs litt. Das Besondere daran: Der Spender hat in seinem Erbgut eine sehr seltene Mutation, die ihn immun gegen bestimmte Formen des HI-Virus macht.
Davon profitierte nun auch der besagte Patient, der 2003 erstmals HIV-positiv getestet worden war. 16 Monate nach der Transplantation setzte er antiretrovirale Medikamente ab, die die Vermehrung des HI-Virus unterdrücken. Wiederum eineinhalb Jahre später war der Erreger noch immer nicht bei ihm nachweisbar.
"Berliner Patient" war 2007 erste "Heilung"
Eine ähnliche Behandlungsmethode war das erste Mal 2007 in Berlin erfolgreich. Der jetzt in Kalifornien lebende Amerikaner Timothy Brown, der wegen seiner Leukämie eine Knochenmarkspende erhalten hatte, war nach dem riskanten Eingriff frei von dem Virus. "Wir haben gezeigt, dass der 'Berliner Patient' keine Anomalie war", erklärte Cambridge-Professor Ravindra Gupta, der die neue Studie geleitet hatte.
Für Georg Behrens, Präsident der Deutschen Aids-Gesellschaft, sind die Ergebnisse sehr vielversprechend: "Diese Behandlung ist zwar sehr experimentell, bringt uns aber dennoch voran, da sie für eine begrenzte Zahl von Patienten neue Optionen erschließt." Hans-Georg Kräusslich, der Direktor der Abteilung Virologie am Universitätsklinikum Heidelberg, warnte jedoch vor zu großen Hoffnungen. Die Ergebnisse seien ein "ermutigendes Zeichen, aber kein Beweis für Heilung".
Er verwies auf Untersuchungen an einem Baby in den USA, das nach einer aggressiven und später gestoppten medikamentösen Anti-HIV-Therapie insgesamt 27 Monate lang keine nachweisbare Virenmenge gehabt habe. Danach sei HIV aber wieder aufgetreten. (dpa/cw)















Selbst wenn der Virus wieder zurückkommen sollte oder das nicht bei allen funktioniert, ist das ein weiterer Fortschritt in der Forschung, der hoffentlich zum Ziel der vollständigen Heilbarkeit von HIV beitragen wird.