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Stammzellentherapie

HIV-Patient nach Behandlung "geheilt"

Wissenschaftler in England verkünden, dass zum zweiten Mal weltweit bei einem HIV-positiven Patienten nach einer speziellen Behandlung keine Viren nachgewiesen werden konnten.


Ärzten gelang es offenbar ein zweites Mal, einen HIV-positiven Patienten zu "heilen" (Bild: Jeff Eaton / flickr)

Bei einem ehemals HIV-positiven Patienten sind 34 Monate nach einer speziellen Stammzelltransplantation keine Viren mehr nachweisbar. Das berichten britische Mediziner im Fachblatt "Nature". Sollte der Aids-Erreger auch in den kommenden Jahren nicht zurückkehren, wäre es erst der zweite Patient weltweit, der als von HIV geheilt gilt.

Noch sei es für ein solches Fazit aber zu früh, schreiben die Forscher. Offiziell sprechen sie in ihrer Studie nicht von Heilung, sondern von Langzeit-Remission. Dem Patienten waren blutbildende Stammzellen transplantiert worden, weil er an einer Art von Lymphdrüsenkrebs litt. Das Besondere daran: Der Spender hat in seinem Erbgut eine sehr seltene Mutation, die ihn immun gegen bestimmte Formen des HI-Virus macht.

Davon profitierte nun auch der besagte Patient, der 2003 erstmals HIV-positiv getestet worden war. 16 Monate nach der Transplantation setzte er antiretrovirale Medikamente ab, die die Vermehrung des HI-Virus unterdrücken. Wiederum eineinhalb Jahre später war der Erreger noch immer nicht bei ihm nachweisbar.

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"Berliner Patient" war 2007 erste "Heilung"

Eine ähnliche Behandlungsmethode war das erste Mal 2007 in Berlin erfolgreich. Der jetzt in Kalifornien lebende Amerikaner Timothy Brown, der wegen seiner Leukämie eine Knochenmarkspende erhalten hatte, war nach dem riskanten Eingriff frei von dem Virus. "Wir haben gezeigt, dass der 'Berliner Patient' keine Anomalie war", erklärte Cambridge-Professor Ravindra Gupta, der die neue Studie geleitet hatte.

Für Georg Behrens, Präsident der Deutschen Aids-Gesellschaft, sind die Ergebnisse sehr vielversprechend: "Diese Behandlung ist zwar sehr experimentell, bringt uns aber dennoch voran, da sie für eine begrenzte Zahl von Patienten neue Optionen erschließt." Hans-Georg Kräusslich, der Direktor der Abteilung Virologie am Universitätsklinikum Heidelberg, warnte jedoch vor zu großen Hoffnungen. Die Ergebnisse seien ein "ermutigendes Zeichen, aber kein Beweis für Heilung".

Er verwies auf Untersuchungen an einem Baby in den USA, das nach einer aggressiven und später gestoppten medikamentösen Anti-HIV-Therapie insgesamt 27 Monate lang keine nachweisbare Virenmenge gehabt habe. Danach sei HIV aber wieder aufgetreten. (dpa/cw)

-w-

#1 Simon HAnonym
  • 05.03.2019, 12:11h
  • Gute Nachrichten.

    Selbst wenn der Virus wieder zurückkommen sollte oder das nicht bei allen funktioniert, ist das ein weiterer Fortschritt in der Forschung, der hoffentlich zum Ziel der vollständigen Heilbarkeit von HIV beitragen wird.
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#2 SchlüssigAnonym
  • 05.03.2019, 13:02h
  • Wir müssen hier mit allergrößter Sorgfalt beachten, was wirklich geschehen ist. In beiden Fällen wurde das körpereigene Immunsystem quasi ausgetauscht, in dem das alte Knochenmark erst durch Chemotherapie und/oder Bestrahlung zerstört und dann durch eine KMS wieder aufgebaut wurde.
    Dadurch wurde die Besonderheit des Spenders, Immunzellen die gegen einige HIV Stämme resistent sind zu besitzen auf den Empfänger übertragen.
    Er besitzt also nun CD 4 Zellen an die das HI Virus nicht andocken und damit auch nicht eindringen und sich replizieren kann.
    Es dürfte klar sein, dass Knochenmark- und Stammzellentransplantationen bei gleichzeitiger Zerstörung des eigenen Knochenmarks aufgrund der Risiken nur für Patienten in Frage kommen wird, die ganz andere Probleme als HIV haben.
    Als Behandlungsoption für "normale" HIV Infizierte ist eine solche Methode sicherlich undenkbar.
    Bislang gibt es noch keinen Ansatz, dass Stammzellen oder andere genetisch veränderte Transplantate zur Heilung einer HIV Infektion eingesetzt werden können, wenn nicht die besondere Voraussetzung vorliegt, das eigene Immunsystem aufgrund bösartiger Veränderung zu ersetzen.
    Weiterhin ist auch zu beachten, dass die erfolgte Immununisierung dieser speziellen Patienten nicht für alle Mutationen von HIV gilt.
    Nichtsdestotrotz hilft es der Wissenschaft die Sytematiken dieses heimtückischen Virus besser zu verstehen und gibt unstrittig Hoffnung auf zukünftige Heilungsschancen.
    Ich bin allerdings der festen Überzeugung, dass HIV nicht durch diese Methode als Plage beseitigt wird.
    Ähnlich wie bei Polio, Pocken und anderen schrecklichen Geisseln der Menschheit, kann nur das Austrocknen des Viruspools zum Erfolg führen.
    Da helfen mangels normaler Impfstoffe eben "Schutz durch Therapie", PrEP und natürlich auch das alte Kondom.
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#3 Simon HAnonym
  • 05.03.2019, 13:12h
  • Antwort auf #2 von Schlüssig
  • Ja, das stimmt natürlich. Es ist noch keine Möglichkeit, die jeden betrifft.

    Aber: jede weitere Erkenntnis bringt uns im Kampf weiter und ist ein Stück auf dem Weg zum Ziel.
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