Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?33116

Homophobie im Stadion

Fußballfans fordern: "Haltet Warschau schwuchtelfrei"

Ultra-Fans des polnischen Fußballmeisters protestieren in einem Ligaspiel gegen die Gleichbehandlung von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten.


Kaum zu glauben: Mitten in Europa können Fußballfans offenbar ohne Konsequenzen zum Hass auf Homo- und Transsexuelle aufrufen (Bild: Twitter / Fare)

Fans des amtierenden polnisches Fußballmeisters Legia Warschau haben bei einem Ligapspiel am Freitagabend gegen das niederschlesische Team Miedź Legnica ein großes Transparent mit einer homophoben Aufschrift entrollt. "Haltet Warschau schwuchtelfrei", hieß es auf dem gut 30 Meter langen Transparent. Auf dem Plakat war auch die Abkürzung LGBT zu lesen, die mit roter Farbe durchgestrichen worden ist.

Auf den Vorfall machte am Montag das von europäischen Fangruppen 1999 gegründete Netzwerk "Football Against Racism in Europe" (FARE) aufmerksam. Die Aktivisten beklagten: "Bislang dazu kein Wort vom polnischen Club oder dem polnischen Fußballverband."

Die Ultras vieler polnischer Teams, insbesondere von Legia Warschau, sind für ihre teils rechtsradikalen Aktionen bekannt, in denen sie gerne Stimmung gegen Minderheiten wie Muslime, Ausländer oder Homosexuelle machen. In Heimspielen sind Sprechchöre wie "Ganz Legia schreit laut und deutlich: Nein zu der islamischen, wilden Horde" Alltag.

Bürgermeister unterzeichnete LGBTI-freundliche Erklärung

Anlass für das homophobe Transparent war die Unterzeichnung einer Erklärung durch Warschaus Bürgermeister Rafał Trzaskowski vor gut zwei Wochen. Das Dokument sieht die Gleichbehandlung von LGBTI formal als Ziel der Stadt an – ein Novum in der politischen Debatte Polens zu LGBTI-Rechten. Die Erklärung beinhaltet konkrete Projekte wie die Bereitstellung von LGBTI-Notunterkünften und die Eröffnung eines queeren Zentrums, außerdem solle an städtischen Schulen Antidiskriminierungsunterricht stattfinden und Sexualkunde auch über LGBTI aufklären.

"In meinem Wahlkampf habe ich ein Warschau für alle versprochen", erklärte Trzaskowski, ein Politiker der christdemokratischen Bürgerplattform (PO), nach der Unterzeichnung der "Warszawska Deklaracja LGBT+" Mitte Februar. "Warschau ist eine Stadt für alle, die niemanden diskriminiert. Warschau ist ein Ort, an dem sich jeder sicher fühlen sollte und jeder mit Unterstützung rechnen kann, unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, Religion, Herkunft, sexueller Orientierung oder seinen Ansichten."


Bürgermeister Rafał Trzaskowski (li.) unterzeichnet feierlich die LGBTI-Erklärung (Bild: Stadt Warschau)

Homophobe Politiker und Medien hatten kurz nach der Unterzeichnung Stimmung gegen das Papier gemacht. In TV-Sendungen erklärten "Experten", dass homosexuelle Aktivisten jetzt planten, in Schulen zu gehen, um Kinder zu Homosexuellen "umzuerziehen". Politiker der Regierungspartei, der rechtspopulistischen und äußerst LGBTI-feindlichen PiS, machten mit Pädo-Vorwürfen Stimmung gegen sexuelle Minderheiten. So twitterte Barbara Nowak, die Schuldezernentin der südpolnischen Großstadt Krakau: "Hat Rafał Trzaskowski darüber informiert, was LGBT wirklich bedeutet? Hat er erwähnt, dass es sich hier unter anderem um die Förderung der Pädophilie handelt?" Sie fragte, warum die Warschauer es zuließen, dass man Kindern Schaden zufüge. (dk)

Twitter / Br_Nowak



#1 Simon HAnonym
  • 05.03.2019, 12:14h
  • Der internationale Fußball muss dringend etwas gegen den immer weiter fortschreitenden Faschismus im Fußball unternehmen, da sonst das Ansehen des Fußballs immer weiter ruiniert wird.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 stephan
  • 05.03.2019, 12:55h
  • Antwort auf #1 von Simon H
  • Das Ansehen des Fußballs ist mir persönlich völlig gleichgültig, ich finde nur, dass alle Teams von internationalen Wettbewerben ausgeschlossen werden müssen, deren Fans xenophob, transphob, homophob, rassistisch ... auftreten! Dann können sich die dreckigen Typen in Ruhe überlegen, ob sie ihre Mannschaft spielen sehen wollen! Gleiches sollte auch für andere Ausfälle gelten, etwa Gewalt im, vor oder auf dem Weg zum Stadion etc. Sportveranstaltungen sollten leicht abgesagt werden können, wenn die Prollansammlungswahrscheinlichkeit hoch ist!
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Simon HAnonym
  • 05.03.2019, 13:11h
  • Antwort auf #2 von stephan
  • Volle Zustimmung!

    Nur durch harte Sanktionen kann man was bewirken.

    Wenn es schon in Polen keine Sanktionen gibt, sollte es zumindest auf internationaler Ebene Sanktionen geben.

    Man kann ja nicht nur solche Vereine von internationalen Turnieren ausschließen, sondern man muss auch mal überlegen, ob man nicht Polen generell von EMs und WMs ausschließt, solange Polen nicht gegen solche Auswüchse vorgeht.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 TomDarkProfil
  • 05.03.2019, 14:02hHamburg
  • Ich verstehe nichts von Fußball und frage mich deshalb ganz naiv, weshalb das Transparent im Stadion überhaupt geduldet wurde.

    Liegt es an der Gleichgültigkeit der Veranstalter, oder warum ist dort keiner eingeschritten?

    Ekelhaft sowas.

    Ausgerechnet in einem Land, dass am schlimmsten unter dem deutschen Nationalsozialismus gelitten hatte, entstehen so unverhohlen faschistische Auswüchse.

    Leider in allen Schichten und nicht nur bei Fußballfans...
  • Antworten » | Direktlink »
#5 easykeyProfil
  • 05.03.2019, 17:40hLudwigsburg
  • Antwort auf #2 von stephan
  • >>Sportveranstaltungen sollten leicht abgesagt werden können, wenn die Prollansammlungswahrscheinlichkeit hoch ist!<<

    Da bin ich komplett bei Dir, aber leider ist Fußball auch nur Business und damit ginge halt Geld flöten, dass sich Funktionäre lieber in die Tasche stecken.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Alice
  • 05.03.2019, 18:20h
  • Vielleicht beim nächsten Ausbruch:

    Die Mannschaften frieren das Spiel ein und spielen erst weiter wenn die Plakate und Rufe verstummt sind, ggf. durch Einsammeln der Kravallmacher.
    Das dürfte bei den "Fans" Eindruck machen.
    Nur dazu müssen alle Fußballer*innnen zusammen halten und dazu stehen, dass Fußball ein Spiel ist und keine politisch-rechte Kundgebungskulisse.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Bessere-IdeeAnonym
  • 05.03.2019, 20:07h
  • Antwort auf #6 von Alice
  • Hm, das könnte zur Gewalt führen. Die Kravallprovozierer würden sich wehren.

    Es könnte aber eine Möglichkeit sein, diese Typen nach dem Spiel vor dem Ausgang zu stoppen. Sie müssen ihre Ausweise zeigen und danach das Plakat abgeben. Und dann können sie festgenommen werden.
    Das könnte effektiver sein - in jedem Land.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 lindener1966Profil
  • 05.03.2019, 21:54hHannover
  • Fußball, vor allem in Europa, ist doch nichts weiter als Kriegsersatz, um die barbarischen und nationalistischen Triebe bestimmter Menschen zu kanalisieren. Denen geht es doch nicht um den Sport, sondern um Demonstrationen ihrer "Macht".
  • Antworten » | Direktlink »
#9 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 06.03.2019, 08:02h
  • Hier mein Gegenslogan: Haltet Warschau homophobfrei.
    Und, um dem noch Nachdruck zu verleihen, wird jeder homophobe Warschauer als solcher mit kackbrauner Farbe gekennzeichnet. Mindestens ein Jahr lang.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 Gerlinde24Ehemaliges Profil