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Huonder im Vatikan

Papst empfängt "Todesstrafe für Schwule"-Bischof

Der Churer Bischof Vitus Huonder soll offenbar in Zukunft den Kontakt zwischen dem Vatikan und der homophoben Piusbruderschaft halten, die Schwulen und Lesben den Krieg erklärt hatte.


Bischof Vitus Huonder sprach am Montag im Vatikan mit dem Papst (Bild: Bistum Chur)

  • 5. März 2019, 12:54h 10 2 Min.

Papst Franziskus hat laut der "Katholischen Presseagentur" am Montag den Churer Bischof Vitus Huonder die seltene Ehre einer Privataudienz erwiesen. Über die Gesprächsinhalte zwischen dem Pontifex und dem 76-jährigen Würdenträger aus der Schweiz machten der Vatikan und das Churer Bistum keine Angaben.

Huonder hatte immer wieder mit Attacken auf Homosexuelle für Schlagzeilen gesorgt – so schlug er vor, Schwulen und Lesben in der Kirche grundsätzlich die Kommunion zu verweigern (queer.de berichtete). Höhepunkt der Angriffe war 2015 eine Rede bei einem homophoben Kongress in Fulda, bei dem Huonder erklärte, dass die Bibel die Todesstrafe für männliche Homosexuelle vorsehe (queer.de berichtete). Diese Äußerung wurde sogar innerhalb der katholischen Kirche kritisiert – Reinhard Kardinal Marx, der damalige Chef der Deutschen Bischofskonferenz – sprach abwertend von einer "fundamentalistischen Bibelexegese" (queer.de berichtete). Huonder selbst hielt an seiner Äußerung fest (queer.de berichtete).

Die "Todesstrafen"-Äußerung hat seiner Karriere allerdings nicht geschadet – ganz im Gegenteil: 2017 verlängerte Papst Franziskus die Amtszeit des Bischofs um zwei Jahre, obwohl er eigentlich bereits die Altersgrenze für dieses Amt erreicht hatte (queer.de berichtete).

Huonder soll Kontakt zur homophoben Piusbruderschaft halten

Katholische Quellen gehen davon aus, dass der Papst Huonder Mitte April in den Ruhestand schicken wird. Bereits Ende Januar hatte die Diözese in Chur bestätigt, dass sich der Bischof dann nach Wangs im Kanton Sankt Gallen zurückziehen werde, um dort Kontakt zur "Priesterbruderschaft Pius X." zu halten, die dort eine Schule betreibt. Die Priestervereinigung ist ein Zentrum katholischer Traditionalisten, die wegen ihrer extremen Ansichten und "illegaler" Bischofsweihen einst aus der Kirche ausgeschlossen worden waren, 2009 aber vom damaligen Papst Benedikt rehabilitiert wurden (queer.de berichtete).

Die Piusbruderschaft fiel in den letzten Jahrzehnten vor allem durch antisemitische und homophobe Äußerungen auf. Teile der Traditionalisten leugneten sogar den Holocaust. Schwule und Lesben verunglimpfte die Bruderschaft als "gestörte Minderheit", ein Vertreter rief sogar zum "Krieg" gegen Homosexuelle auf (queer.de berichtete). Mehrfach protestierten die Pius-Geistlichen in Stuttgart gegen den CSD (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 Simon HAnonym
  • 05.03.2019, 14:53h
  • Da sieht man wieder mal, dass sich auch unter dem neuen Papst NICHTS ändert...

    Die Katholen werden sich niemals ändern...
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#2 LarsAnonym
#3 Simon HAnonym
  • 05.03.2019, 16:23h
  • Antwort auf #2 von Lars
  • Ich glaube, mein Beitrag war schon verständlich...

    Und falls Du jetzt kommst mit "Aber es sind ja nicht alle so":
    Wieso sind die dann noch da Mitglied? Bischöfe gehören zur Führungsriege und wenn die Führungsriege oder auch nur Teile der Führungsriege solche Todesstrafe-Forderungen stellen und der Rest der Führungsriege da keine Konsequenzen draus zieht, muss man sich fragen, ob man da noch Mitglied sein kann und will.

    Schließlich unterstützt man durch seine Mitgliedschaft auch solche Positionen ideell und finanziell.

    Oder wie sagte mir mal jemand: "Ich bin aus der Katholischen Kirche ausgetreten, gerade WEIL ich Christ bin und weil die NICHTS mehr mit Christentum zu tun haben."

    Wer da im Jahr 2019 nach massenhaften Missbrauchsskandalen und ahnhalender Vertuschung, nach Immobilien- und Finanzskandalen, nach Kondomverboten, LGBTI-Hetze, etc. noch Mitglied ist, ist das freiwillig und dann muss einem klar sein, was man damit unterstützt.

    Insofern: ja, "die Katholen".
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