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Moderator für Frühaufsteher

Jochen Schropp denkt übers Heiraten nach

Neun Monate nach seinem Coming-out ist Jochen Schropp mit seinem schwulen Leben zufrieden – und überlegt bereits, ob er in den Hafen der Ehe einlaufen soll.


Seit Oktober letzten Jahres kann in Deutschland jeder an der Seite von Jochen Schropp aufwachen (Bild: SAT.1)

Schauspieler und Moderator Jochen Schropp ist seit seinem Coming-out deutlich entspannter: "Ich gehe mit einem anderen Bauchgefühl schwul aus, weil ich weiß, dass nichts dabei ist, wenn ich meinen Freund in der Öffentlichkeit küsse oder ihm die Hand auf sein Bein lege", sagte der 40-Jährige laut einem Vorabmeldung in einem "Gala"-Interview, das am Donnerstag erscheinen wird. Mit seinem Liebsten – der nicht in der Showbranche arbeite – sei er inzwischen ein Dreivierteljahr fest liiert: "Als mein Wunsch kam, dass ich mich outen werde, kamen wir gerade zusammen. Er hat mir sehr viel Kraft gegeben."

Auch eine Heirat ist für Schropp eine Option: "Ich war im vergangenen Sommer mit meinem Freund auf einer Hochzeit eines schwulen Pärchens in Italien. Es war einfach wunderschön, wie der Bund der Ehe dort zelebriert wurde, und die Unterstützung, die das Paar von Freunden und Familie erhielt. Eine eigene Hochzeit kann ich mir also irgendwann sehr gut vorstellen."

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Coming-out im "Stern"

Schropp hatte sich im Juni 2018 im Magazin "Stern" öffentlich als schwul geoutet (queer.de berichtete). Der Wahl-Berliner erzählte damals, dass er den Schritt jahrelang aufgeschoben habe – aus Angst, seine Karriere zu ruinieren: "Ich bin halt kein Charakterdarsteller, sondern eher auf den Schwiegersohn oder den Herzensbrecher abonniert", sagte er damals.

Der im hessischen Gießen geborene Schauspieler wurde 2002 bekannt durch seine Rolle in der romantischen ARD-Vorabendserie "Sternenfänger", in der er mit Nora Tschirner turtelte. Später wirkte er für die ARD im "Polizeiruf 110" sowie für das ZDF in mehreren Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen mit und moderierte unter anderem TV-Shows wie "Schätzen Sie mal" (Das Erste), "Promi Big Brother" (Sat.1) und "X Factor" (RTL/Vox). Seit Ende November moderiert er auch die Magazinsendung "Sat.1-Frühstücksfernsehen", die montags bis freitags zwischen 5.30 und 10.00 Uhr live ausgestrahlt wird. (cw)



#1 IronikerAnonym
  • 06.03.2019, 13:17h
  • Tja, so ist das heute: kaum schwul, und schon hört man in der Ferne die Hochzeitsglocken.

    Schöne neue homonormative Welt!
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#2 Ralph
  • 06.03.2019, 14:04h
  • Antwort auf #1 von Ironiker
  • Vielleicht sollte man sich auch einfach daran gewöhnen, dass ein Recht, das jahrhundertelang verschlossen war, nach Wegfall des Verbots ganz selbstverständlich von einem Teil der Normadressaten auch wahrgenommen wird. Als in Deutschland das Eheverbot für "arisch"-jüdische Paare fiel oder in den USA das Eheverbot für "gemischtrassische" Paare, war es auch erst mal eine Zumutung für die Öffentlichkeit, dass solche Ehen geschlossen wurden. In meiner Kindheit sorgte es sogar noch für Diskussionsstoff, wenn ein Protestant eine Katholikin heiratete und umgekehrt. Und ja - es soll sogar Leute geben, die, sobald der Staat ihnen das Führen eines Kraftfahrzeugs erlaubt hat, von ihrem Führerschein sogar Gebrauch machen.
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#3 I can hear the bellsAnonym
#4 StoryFanAnonym
#5 IronikerAnonym
  • 06.03.2019, 17:11h
  • Antwort auf #4 von StoryFan
  • Ich bin mit den Umständen und den Feinheiten der deutschen Sprache vertraut. Mein Hinweis bezog sich, jetzt ganz unironisch formuliert, damit es jede_r verstehen kann, darauf, dass z.B. die Presse heutzutage nichts Besseres zu tun hat, als jemanden, der sich als schwul outet, sofort auch nach Heirats-, Kinderplänen etc. zu befragen.

    Heute muss man sich zusehends auch als offen queer lebende Person die Frage gefallen lassen, warum man (noch) nicht verheiratet sei. Denn daraus, dass wir es heutzutage endlich rechtlich dürfen, ergibt sich immer mehr die Normvorstellung, man müsse das auch.

    Dazu kann ich nur, weiter ganz unironisch, sagen: Nein! Kein Mensch muss heiraten, und auch keiner muss es wollen. Es muss auch nicht jede_r Kinder kriegen wollen. Es gibt Millionen Menschen, die sich außerhalb des spießig-normativen Schemas außerordentlich wohl fühlen und die es unendlich nervt, wenn sie nun ständig gefragt werden, wann sie denn nun endlich heiraten.

    de.wikipedia.org/wiki/Homonormativit%C3%A4t
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#6 Ralph
  • 06.03.2019, 17:35h
  • Antwort auf #5 von Ironiker
  • Na ja, ganz unrecht hast Du nicht. 2005 fragte mich ein älterer Kollege, ob ich eine Frau habe. Ich verneinte und verwies auf meinen Mann. Darauf folgte die zweite Frage, ob wir denn verpartnert seien. Da ich das bejahen konnte, fiel es ihm -wie ich seinem Gesichtsausdruck entnehmen konnte- gleich viel leichter, mich zu akzeptieren.
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#7 remixbeb
  • 06.03.2019, 17:44h
  • Antwort auf #5 von Ironiker
  • Tja, siehst du?! Im Prinzip beantwortest du selbst, weshalb du so darauf reagierst. Im Prinzip hast Du Angst, dass Dir etwas weg genommen wird, nämlich das unangepasste, "unspießige" Leben. Ganz wie vor einiger Zeit noch die Hetero Gegner der Ehe für alle. Warum sollte die "Schwule" Welt besser sein, als der Rest der Gesellschaft?
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#8 IronikerAnonym
  • 06.03.2019, 18:07h
  • Antwort auf #7 von remixbeb
  • So ein Unsinn. Ich habe keine Angst, dass mir etwas weggenommen wird. Ich habe nur keinen Bock drauf, mir eine Lebensnorm überstülpen zu lassen. Es ist MEIN Leben, das ich so leben können will, wie es ist. Ohne mich neuerdings alle fünf Minuten dafür rechtfertigen zu müssen, warum ich nicht heirate, obwohl ich es jetzt doch dürfe.
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#9 remixbeb
  • 06.03.2019, 22:02h
  • Antwort auf #8 von Ironiker
  • Das ist aber eben deine GEFÜHLTE Realität. Niemand möchte Dir etwas über stülpen, nur weil er sagt, er möchte heiraten. Je öfter so etwas passiert, desto eher befürchtest Du, dass Dir jemand vorschreiben will, wie du zu leben hast.
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#10 IronikerAnonym
  • 06.03.2019, 22:34h
  • Antwort auf #9 von remixbeb
  • Offenbar weigerst Du Dich, zu verstehen, was ich geschrieben habe.

    "Niemand möchte Dir etwas über stülpen, nur weil er sagt, er möchte heiraten." - so etwas habe ich auch nie geschrieben.

    Wer heiraten will, soll das um Himmels willen tun.

    ICH wehre mich dagegen, das plötzlich wollen zu sollen. ICH wehre mich gegen die neue, verstärkte Homonormativität. Wie ich ja nun auch schon ausformuliert hatte. Deshalb werde ich es nicht ein weiteres Mal näher ausführen.

    Entweder man versteht, was ich schreibe und meine, oder man will es gar nicht erst verstehen, weil man einfach nur widersprechen will.
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