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Karnevalsnachlese

Habeck: AKK hätte sich für "Scherz" entschuldigen sollen

Der Grünenchef bezeichnete es als "billig, auf Minderheiten rumzutreten". Während sich die SPD-Politikerin Katarina Barley "Flachwitze" über Minderheiten beklagte, warnte der Karnevalsverband vor einer "Hexenjagd" auf AKK.


Grünenchef Habeck versteht nicht, warum AKK unbedingt Minderheiten beleidigen will (Bild: Heinrich-Böll-Stiftung / flickr)

Grünen-Chef Robert Habeck findet, dass sich die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer für ihren viel kritisierten Karnevalsscherz über Toiletten für intergeschlechtliche Menschen hätte entschuldigen sollen. "Natürlich kann man bei Karnevalsreden auch mal ins Klo greifen", sagte Habeck beim politischen Aschermittwoch seiner Partei in Biberach. Aber es wäre ein Leichtes gewesen, sich zu entschuldigen, fügte Habeck hinzu. Es sei "immer billig, auf Minderheiten rumzutreten".

Kritik an AKK kam auch von der SPD-Spitzenkandidatin für die Europawahl, Katarina Barley, die in ihrer Rede zum Aschermittwoch laut "Tagesschau" Ideen und Konzeptlosigkeit des Partners Union aufgriff. "Das einzige, was Du von denen hörst, sind despektierliche Schenkelklopfer wie jetzt von Annegret Kramp-Karrenbauer im Karneval", sagte sie in Vilshofen. AKK habe "billige Punkte" sammeln wollen mit "Flachwitzen über Menschen mit intersexueller Identität". Plumpes Abgrenzen und Witze gegen Minderheiten seien das Letzte, was unsere Gesellschaft brauche. "Der Karneval soll sich an den Mächtigen abarbeiten, an den Politikern, an den Unternehmen, an den Banken, aber nicht an denen, die ohnehin schon zu kämpfen haben."

Zuvor hatte unter anderem auch der Bundesverband der Lesben und Schwule in der Union (LSU) von der CDU-Vorsitzenden eine Entschuldigung gefordert (queer.de berichtete).

Bund Deutscher Karneval: AKK-Gegner betreiben Hexenjagd

Der Präsident des Bundes Deutscher Karneval, Klaus-Ludwig Fess, verteidigte Kramp-Karrenbauer hingegen am Mittwoch. Er halte es zwar für legitim, Kritik an ihrer Rede zu äußern, das Ausmaß habe ihn aber überrascht, sagte Fess der "Saarbrücker Zeitung" vom Mittwoch. "Das gleicht meines Erachtens einer Hexenjagd." Das Ganze sei aufgebauscht worden.

Fess betonte, auch im Karneval gebe es Grenzen. Wenn ein Büttenredner die Menschenwürde verletze, Einzelne persönlich angreife, sich rassistisch äußere oder zu Gewalt aufrufe, überschreite er diese Grenzen. Aber das treffe in diesem Fall nicht zu. "Man kann vielleicht anderer Meinung sein, man kann auch die Stirn runzeln, aber beleidigend war es nicht."

Konkret hatte Kramp-Karrenbauer in einer Karnevalsrede im Landkreis Konstanz von einer Berliner Latte-Macchiato-Fraktion gesprochen, die "Toiletten für das dritte Geschlecht" einführe. "Das ist für die Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder schon sitzen müssen. Dafür, dazwischen, ist diese Toilette." LGBTI-Aktivisten zeigten sich über die Rede schockiert. Die Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität (dgti) kritisierte etwa die Äußerung als Beleidigung der "kleinen Leute" durch die Obrigkeit. (AFP/cw)

um 17:55h ergänzt um Äußerungen von Barley



#1 Simon HAnonym
  • 06.03.2019, 17:12h
  • "Dagegen erklärte der Karnevalsverband, dass zwar Rassismus oder Gewaltaufrufe während der närrischen Tage tabu seien, die abwertenden AKK-Aussagen über Intersexuelle aber nicht."

    Aha:

    Herabwürdigung von Menschen anderer Hautfarbe oder anderer Ethnie - nicht erlaubt.

    Herabwürdigung von LGBTI - erlaubt.

    Jaja, die lustigen Tucken, Transen, Kampflesben, Zwitter & Co sind ja immer für einen Scherz gut. Nur komisch, dass das niemand lustig findet außer den Ewiggestrigen.
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#2 JasperAnonym
  • 06.03.2019, 17:18h
  • "Bund Deutscher Karneval: AKK-Gegner betreiben Hexenjagd"

    Soso. Wenn AKK Homosexualität mit Inzest vergleicht und Vorurteile gegen Trans- und Intersexuelle befeuert, dann ist das kein Problem.

    Aber wehe, jemand sieht das anders und äußert auch noch diese Meinung. Dann ist das plötzlich Hexenjagd.

    Wie so oft gilt derjenige, der auf den Schmutz hinweist als schlimmer, als derjenige der den Schmutz verursacht. Das erkannte schon Tucholsky...
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#3 Nicht lustigAnonym
  • 06.03.2019, 17:31h
  • Der Karneval hat sich (bis auf wenige Ausnahmen) auch im sog. "Dritten Reich" vor den Karren der Nazis spannen lassen.

    Da wundert es mich nicht, dass irgend so ein Karnevalsbund heute für billige Witze auf Kosten von Minderheiten wirbt.

    Wobei die dazu gelernt haben: rassistische Kalauer sind nicht mehr gewünscht, aber Witzchen (die nicht mal lustig sind) auf Kosten Homo-, Bi-, Trans- und Intersexueller sind ganz toll.

    Offenbar hat der Karneval NICHTS aus seiner Geschichte gelernt.
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#4 Ralph
  • 06.03.2019, 17:31h
  • Dass gerade der Präsident des Bundes Deutscher Karneval der berufene Fachmann dafür ist, zu bestimmen, wann, wie, wodurch und von wem zwischengeschlechtliche Menschen sich beleidigt fühlen dürfen, verdient einen Tusch! Aber immerhin hat er klar erkannt, dass AKK eine Hexe ist.
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#5 Ralph
  • 06.03.2019, 17:42h
  • Nachtrag:

    Der Herr Karnevalspräsident stammt aus Bexbach... wer's nicht weiß, das liegt im Saarland... ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
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#6 Julian SAnonym
  • 06.03.2019, 17:47h
  • Jeden Tag nehmen sich Trans- und Intersexuelle das Leben, weil sie in einer Gesellschaft leben, wo sie lächerlich gemacht, gemobbt, beleidigt, verprügelt, etc. werden und keinen anderen Ausweg mehr sehen.

    Da sollte man gerade von einer Parteivorsitzenden genug Fingerspitzengefühl erwarten, sich nicht ausgerechnet diese Gruppe für weitere Witzchen auszusuchen.

    Wieso nimmt man sich keine Politiker oder andere Starke für Witzchen, sondern immer nur Schwächere?

    Und weder die Union, noch der Bund Deutscher Karnevalisten, noch der Koalitionspartner SPD sieht ein Problem darin.

    Meine Damen und Herren,
    Sie haben Blut an Ihren Händen.

    Leute wie sie, die selbst solche Witzchen auf Kosten anderer machen oder die dabei schweigend wegsehen, sind die Ursache für diese Suizide.

    Dieses Blut an Ihren Häden werden Sie niemals abbekommen und mit dieser Schuld werden Sie irgendwann sterben.
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#7 JadugharProfil
#8 PiepmatzAnonym
  • 06.03.2019, 18:18h
  • Nein, Herr Habeck, nein, Frau Barley: Öffentliche Häme über Menschen, die dank täglichem 'minority stress' ohnehin schon sehr viel häufiger von diversen psychischen und psychosomatischen Krankheiten, z.B. von Depressionen bis hin zur Suizidalität betroffen sind, ist niemals "billig".

    Solche Häme ist verdammt teuer. Diese Art, Menschen der Lächerlichkeit, der Verachtung und dem kollektiven Spott preiszugeben, kostet Menschen ihre Lebensqualität, ihre Gesundheit, oftmals sogar das Leben.

    Allerdings gehören Sie beide auch nicht zu denen, die diesen Preis bezahlen müssen. Sie scheinen um die besondere Vulnerabilität gerade von trans und inter Menschen leider nicht genug zu wissen.

    Es ist gut und natürlich gut gemeint, dass Sie beide sich kritisch zu Wort melden. Allerdings ist in diesem Fall jegliche Gelassenheit oder Verharmlosung deplaziert.
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#9 swimniAnonym
  • 06.03.2019, 22:52h
  • die akk ist so klein die kann sich nicht entschuldigen, die will jetzt keinen weiteren Fehlstart, hat sich doch schon mal verplappert.
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#10 GrüneAnonym