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17 Todesopfer seit 1990

Zahl rechtsgerichteter Angriffe in Sachsen um 38 Prozent gestiegen

Der Opferhilfe-Verein RAA Sachsen zählte im vergangenen Jahr elf Attacken gegen LGBTI-Menschen – darunter auch den ungeklärten Mord an dem 27-jährigen Christopher W. in Aue.


Neonazi mit Aufnäher "Skinheads – weiss und stolz" (Bild: Marek Peters)

Die Zahl der rechtsmotivierten und rassistischen Angriffe in Sachsen ist im vergangenen Jahr um 38 Prozent gestiegen. Es habe insgesamt 317 Fälle mit mindestens 481 Betroffenen gegeben, teilte der Opferhilfe-Verein RAA Sachsen am Donnerstag anlässlich eines Fachgesprächs in Dresden mit. Erklären lasse sich der Anstieg der Taten unter anderem durch die rechtsgerichteten Übergriffe in Chemnitz nach einem Tötungsdelikt im vergangenen Sommer.

Zu den Taten zählt RAA Sachsen auch den Mord an einem 27 Jahre alten Mann. Der schwule Christopher W. sei im April von drei Tätern aus der rechten Szene getötet worden, die ihn zuvor bereits wegen seiner Homosexualität beschimpft und attackiert hatten. W. sei damit das 17. Todesopfer rechter Gewalt in Sachsen seit 1990.

Die genauen Umstände des äußerst brutalen Mordes werden noch ermittelt. Aktuell läuft der Prozess gegen die mutmaßlichen Täter und Freunde des Opfers vor dem Landgericht Chemnitz. Ein mögliches Motiv soll auch gewesen sein, dass Christopher W. Lügen über sie verbreitet habe.

Schwerpunkte sind Chemnitz, Dresden und Leipzig

Der Auswertung zufolge gab es 2018 in Chemnitz insgesamt 79 rechtsmotivierte Angriffe, dies sei eine Vervierfachung im Vergleich zum Jahr 2017. 81 Prozent der Chemnitzer Taten ereigneten sich demnach während oder im Nachgang der Ausschreitungen im Sommer.

Weitere Schwerpunktorte rechter Angriffe blieben mit je 60 dokumentierten Fällen die Städte Dresden und Leipzig. Im Landkreis Leipzig gab es 24 Fälle und im Landkreis Nordsachsen nach einem deutlichen Anstieg 23 Fälle.

208 der Taten seien rassistisch motiviert gewesen, erklärte der RAA Sachsen. 54 Angriffe richteten sich gegen politische Gegner der Rechten, darunter in 20 Fällen gegen Journalisten. Elf Attacken habe es gegen Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität gegeben.

Nach Straftaten unterschieden seien Körperverletzungen mit 223 Fällen die häufigsten Delikte gewesen. In 79 Fällen habe es sich um eine Nötigung oder Bedrohung gehandelt. Außerdem hätten Anhänger der rechten Szene fünf Brandstiftungen verübt, darunter auf ein Restaurant in Chemnitz. (cw/AFP)



#1 goddamn liberalAnonym
  • 07.03.2019, 18:59h
  • 17 Todesopfer sei 1990!

    Tja, in Berlin wird das vom Staatsschutz aufgenommen, in Sachsen muss das ein privater Verein erledigen.

    Man sollte dieses als 'Freistaat' getarnte zivilisatorische Notstandsgebiet von Berlin aus verwalten.

    Statt über Gender und PC zu jammern, sollte sich die Politik mal um Mord und Totschlag kümmern.
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#2 andreAnonym
  • 07.03.2019, 19:23h
  • Antwort auf #1 von goddamn liberal
  • Hast Du eine Quelle wo steht, daß es nicht vom Staatsschutz aufgenommen wird? Interessiert mich. Dieser Verein ist ein privater Verein den ich auch gründen könnte. Was nicht die Verharmlosung der Taten bedeutet.
    Hab nur was gegen zu viel Polemik. Mich interessieren mehr belegbare Fakten.
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#3 goddamn liberalAnonym
#4 TomDarkProfil
  • 07.03.2019, 20:51hHamburg
  • Antwort auf #1 von goddamn liberal
  • "Man sollte dieses als 'Freistaat' getarnte zivilisatorische Notstandsgebiet von Berlin aus verwalten."

    Dann könnte AKK auch mal beweisen, dass sie mehr kann, ausser stehend-freihändig zu pinkeln und hohle Phrasen zu dreschen.

    Befürchte allerdings, dass sie dann aus Sympathie-Gründen für die politische Mentalität im Freistaat zu schnell vom Kurs ihrer Genossen abweichen könnte...
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#5 lindener1966Profil
  • 07.03.2019, 22:35hHannover
  • Ich war letztes Jahr mal mit meinem Mann an einem Sommerwochenende in Dresden. An dem Samstag haben wir bestimmt zehn Personen ausgemacht, die sichtbar Kleidung eindeutiger Marken oder Symbolik trugen. Zweimal auch Familien mit Kindern. Diese waren auch noch auf der Elbfähre, mit der wir gefahren sind. Dazu kamen noch Leute, die zumindest diese neurechte Hipsterbekleidung hatten, ganz in schwarz, strenger Seitenscheitel, die "Mädel" manchmal mit den bekannten Seitenlocken. In Hannover ist mir das noch niemals aufgefallen. Unter einem schönen Ausflug verstehe ich was anderes. Ich fühlte mich wie in einem anderen Land. Und mir wird speiübel bei dem Gedanken, was das alles noch werden wird.
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#6 goddamn liberalAnonym
#7 alter schwedeAnonym
  • 08.03.2019, 07:46h
  • 1. (Die genauen Umstände des äußerst brutalen Mordes werden noch ermittelt.)

    2. ( Ein mögliches Motiv soll auch gewesen sein, dass Christopher W. Lügen über sie verbreitet habe.)

    Zu 1: Ich bin mir absolut sicher, daß hier auch noch in 10 Jahren ermittelt wird.

    Zu 2: Die Aussage, daß C. W. Lügen über die Täter verbreitet habe, klingt hier so als ob dies die Tat rechtfertige und der Mord deshalb berechtigte Notwehr gewesen ist. Könnte aus diesem Grunde auch strafmildernd sein. (Gilt auch für die restlichen Übergriffe)

    Dieses Sachsen scheint mir mittlerweile ein Staat im Staat geworden zu sein. Eine Nazi und Verbrecher Hochburg allerersten Ranges.

    Ich werde diesen Freistaat deshalb zukünftig, selbst wenn es sich nur um eine Fahrt an die Ostsee handeln sollte, weiträumig umfahren und nicht mehr betreten. Das Auswärtige Amt gibt für solche Länder in der Regel, Reisewarnungen aus.

    Den Ruf nach verfassungsrechtlichen Maßnahmen können wir uns sparen. Das wird dort vermutlich mit einem verschwörerischen Augenzwinkern der Wutbürger aufgenommen.
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#8 FinnAnonym
  • 08.03.2019, 10:25h
  • Jetzt rächt sich die Politik von Kurt Biedenkopf (CDU) der nach der Wiedervereinigung 12 Jahre Ministerpräsident von Sachsen war und alles falsch gemacht hat, was man nur falsch machen kann.

    Als er darauf hingewiesen wurde, dass als Folge seiner Politik die Rechten in Sachsen erstarken und das in Zukunft ein riesiges Problem werden würde, hat er nicht etwa gegengesteuert, sondern die Fakten geleugnet und mit einem "Weiter so" weiter regiert. Alles nur, um nicht sein Versagen zugeben zu müssen. Aber Realitätsleugnung geht meistens schief.

    Kurt Biedenkopf und die CDU haben Sachsen ruiniert und den Grundstein für die heutige Entwicklung gelegt.
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