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Brasilien
Paar auf "Golden Shower"-Video: "Das war ein politischer Akt"
Mit ihrer Sexshow beim Straßenkarneval in São Paulo wollten die Darsteller gegen die Homophobie des rechtsradikalen Präsidenten Jair Bolsonaro demonstrieren, schrieben sie in einem Manifest.

Brasiliens rechtsradikaler Präsident Jair Bolsonaro postete am Dienstag auf Twitter ein Video mit Sexszenen vom Straßenkarneval und verband dies mit einer Kritik an Auswüchsen des Volksfests
- 8. März 2019, 05:03h 2 Min.
Nach dem Sturm der Entrüstung über ein "Golden Shower"-Video vom Straßenkarneval in Brasilien haben sich die Darsteller zu Wort gemeldet. Die Aufführung auf dem Dach einer Bushaltestelle sei ein "politischer Akt" gewesen, mit dem die unter dem rechtsradikalen Präsidenten Jair Bolsonaro herrschende konservative und homosexuellenfeindliche Stimmung kritisiert werden sollte, schrieben die beiden Männer in einem Manifest, das die Zeitung "Folha de S. Paulo" am Donnerstagabend veröffentlichte (Artikel hinter Paywall).
Das Video hatte Bolsonaro am Mittwoch auf sein Twitter-Konto gestellt und damit für Schock, Kritik und Empörung gesorgt (queer.de berichtete). Dazu schrieb er unter anderem, auch wenn er sich dabei nicht wohl fühle, solle die Bevölkerung dies sehen und selbst ihre Schlüsse ziehen. Darstellungen wie diese seien mittlerweile üblich im Karneval, fügte er hinzu. Angesichts der Kritik ruderte Bolsonaro Stunden später zurück und ließ mitteilen, er habe nicht den Karneval allgemein kritisieren wollen.
Auf den Kopf eines anderen Mannes gepinkelt
In dem aus deutschen Jugendschutzgründen hier nicht verlinkbaren 40-Sekunden-Video zu sehen sind drei Männer, die auf dem Dach einer Bushaltestelle in São Paulo tanzen. Einer von ihnen scheint sich einen Finger in den Hintern zu stecken. Er bückt sich, während ein anderer unter dem Jubel der Menge seinen Penis offenbart und auf die Haare des anderen Mannes uriniert.
Der Zeitung zufolge haben die Autoren des Manifests die Stadt verlassen – aus Scham, auf der Straße angesprochen zu werden, und aus Furcht vor Repressalien von Anhängern des Präsidenten. Auch wurden keine Namen veröffentlicht. (cw/dpa)















Dass der brasilianische Präsident ein [...] ist, ändert daran nichts.
Im Gegenteil wäre es angebracht, wenn die beiden sich bei der eigenen Community entschuldigten. So schafft man keine Akzeptanz.