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Brasilien

Paar auf "Golden Shower"-Video: "Das war ein politischer Akt"

Mit ihrer Sexshow beim Straßenkarneval in São Paulo wollten die Darsteller gegen die Homophobie des rechtsradikalen Präsidenten Jair Bolsonaro demonstrieren, schrieben sie in einem Manifest.


Brasiliens rechtsradikaler Präsident Jair Bolsonaro postete am Dienstag auf Twitter ein Video mit Sexszenen vom Straßenkarneval und verband dies mit einer Kritik an Auswüchsen des Volksfests

Nach dem Sturm der Entrüstung über ein "Golden Shower"-Video vom Straßenkarneval in Brasilien haben sich die Darsteller zu Wort gemeldet. Die Aufführung sei ein "politischer Akt" gewesen, mit dem die unter dem rechtsradikalen Präsidenten Jair Bolsonaro herrschende konservative und homosexuellenfeindliche Stimmung kritisiert werden sollte, schrieben die beiden Männer in einem Manifest, das die Zeitung "Folha de S. Paulo" am Donnerstagabend veröffentlichte (Artikel hinter Paywall).

Das Video hatte Bolsonaro am Mittwoch auf sein Twitter-Konto gestellt und damit für Schock, Kritik und Empörung gesorgt (queer.de berichtete). Dazu schrieb er unter anderem, auch wenn er sich dabei nicht wohl fühle, solle die Bevölkerung dies sehen und selbst ihre Schlüsse ziehen. Darstellungen wie diese seien mittlerweile üblich im Karneval, fügte er hinzu. Angesichts der Kritik ruderte Bolsonaro Stunden später zurück und ließ mitteilen, er habe nicht den Karneval allgemein kritisieren wollen.

Auf den Kopf eines anderen Mannes gepinkelt

In dem aus deutschen Jugendschutzgründen hier nicht verlinkbaren 40-Sekunden-Video zu sehen sind drei Männer, die auf dem Dach einer Bushaltestelle in São Paulo tanzen. Einer von ihnen scheint sich einen Finger in den Hintern zu stecken. Er bückt sich, während ein anderer unter dem Jubel der Menge seinen Penis offenbart und auf die Haare des anderen Mannes uriniert.

Der Zeitung zufolge haben die Autoren des Manifests die Stadt verlassen – aus Scham, auf der Straße angesprochen zu werden, und aus Furcht vor Repressalien von Anhängern des Präsidenten. Auch wurden keine Namen veröffentlicht. (cw/dpa)



#1 AndreasAnonym
  • 08.03.2019, 06:58h
  • Also mal ehrlich. Die Aktion war geschmacklos. Wer sowas mag, bitte, aber nicht im öffentlichen Raum. Daraus nun eine politische Aktion zu machen, ist lächerlich und unglaubwürdig. Der Film ist offensichtlich nicht durch die Protagonisten ins Netz gelangt.

    Dass der brasilianische Präsident ein [...] ist, ändert daran nichts.

    Im Gegenteil wäre es angebracht, wenn die beiden sich bei der eigenen Community entschuldigten. So schafft man keine Akzeptanz.
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#2 VerständnisAnonym
  • 08.03.2019, 07:16h
  • Toll, einem anderen auf den Kopf zu pinkeln sorgt natürlich ungemein für die Akzeptanz Homosexueller.
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#3 MandalorianAnonym
  • 08.03.2019, 08:38h
  • Fühlt ihr euch pikiert? Ich glaube ein in der Öffentlichkeit urinierender Mann ist in den weitesten Teilen der Welt etwas vollkommen alltägliches.
    Die Stock-im-Po Fraktion wird sich immer aufregen scheißegal wie harmlos die Aktion ist. Das sehen wir ja selbst hierzulande wo man sich über die Zurschaustellung aller möglichen Perversitäten auf den CSDs aufregt. Sicher ist das für viele geschmacklos aber das sind tanze nackte Weiber in einer Kirche sicherlich nicht weniger. Dennoch sind das verschiedene Arten von Protesten und Sichtbarmachung. Genau darum geht es doch, die biederen und zugleich heuchlerischen Moralvorstellungen mit der Realität konfrontieren. Wenn man eines aus der Geschichte des Kampfes für queere Rechte lernen kann, dann dass man es ihnen immer und immer wieder direkt unter die Nase reiben muss. Man muss laut, auffällig und präsent sein. Man muss sie dazu nötigen sich daran zu gewöhnen und Realität zu akzeptieren.
    Der Faschist hat sich mit seiner Aktion selbst ein Ei gelegt und zum Werbeträger homosexueller Handlungen gemacht. Statt sich über die wirklich dramatischen, ja beinahe unaussprechlichen Auswüchse eines Volksfestes aufzuregen sollte er mal lieber über die zahlreichen Jugendlichen sprechen, die dank mangelnder Sexualaufklärung ungewollt schwanger werden. Das ist nämlich genau die gleiche Schublade. Sich über einen Penis in der Öffentlichkeit aufregen und sich auf keinen Fall über dessen funktionsweise unterhalten wollen. Die Jungs da haben niemanden geschadet, die Moralapostel mit ihrer wehleidigen Betroffenheit hingegen befeuern soziale Verelendung, Hass und Gewalt. Oder um es mit den weisen Worten einer gläubigen Christin zu sagen: Wenn man nicht schwanger werden will, dann darf man eben keinen Sex haben
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#4 LotiAnonym
  • 08.03.2019, 09:39h
  • Antwort auf #3 von Mandalorian
  • Volle Zustimmung zu Deinem Kommentar. Sehe es genauso. Nur eins stört mich an Deinen Beitrag: tanzende Weiber in der Kirche? Tanzende Frauen wäre hier wohl angemessener gewesen, oder etwa nicht?
    Und wäre diese Aktion eben keine, hätte man den Golden Schauer ja auch dem Betreffenden gleich zum Trinken anbieten können. Aber so war es nicht.
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#5 matsAnonym
  • 08.03.2019, 10:03h
  • Das Gefährliche im Angriff Bolsonaros liegt nicht darin, dass die Aktion der drei Männer verwerflich oder öffentliches Ärgernis sein könnte (was ja jede/r anders für sich bewertet). Sie liegt darin, dass seine implizite populistische Botschaft ist, dass das zur Regel würde, wenn man LGBTIQ ihre Rechte gibt.

    Sie liegt außerdem in der üblichen Prüderie verbunden mit der faschistoiden Warnung vor dem "Untergang der gesellschaftlichen Ordnung".
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#6 LorenProfil
  • 08.03.2019, 11:03hGreifswald
  • Ich mag alternative politische Aktionsformen, die den m.E. oft drögen "Demonstrationsritualen" ein bisschen Würze beimengen. Wenn sie allerdings im Nachhinein erklärt werden müssen, halte ich sie nicht für gelungen.
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#7 Bonifatius49Anonym
  • 08.03.2019, 11:22h
  • Antwort auf #1 von Andreas
  • Es war nur eine Einzelaktion.

    Der evangelikalen Präsident versucht aber dadurch den Karneval als Ganzes zu diskreditieren.

    Aber er hat insofern Recht, daß eine solche Aktion nichts im Straßenkarneval verloren hat, weil dort auch Kinder zuschauen.

    Wer Golden Shower mag, soll es machen, aber bitte nicht dort, wo Kinder zuschauen.
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#8 Ralph
  • 08.03.2019, 11:41h
  • Ich kann mir Aktionen vorstellen, die besser geeignet wären, als Kritik am Präsidenten verstanden zu werden und Anlass zur Solidarisierung zu geben. Und dabei drücke ich mich noch sehr zurückhaltend aus.
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#9 TheDadProfil
  • 08.03.2019, 12:19hHannover
  • Antwort auf #1 von Andreas
  • ""Also mal ehrlich. Die Aktion war geschmacklos.""..

    Ziel erreicht, Du bist "empört"..

    ""Im Gegenteil wäre es angebracht, wenn die beiden sich bei der eigenen Community entschuldigten.""..

    Man KANN SICH NICHT "entschuldigen" !

    Man kann nur darum bitten !

    Das dürfen die beiden tun, wenn sie das wollen..
    Es zu verlangen hat aber die gleiche Qualität wie die Handlungen dieses Präsidenten !
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#10 Patrick SAnonym
  • 08.03.2019, 12:37h
  • Die zwei Demonstranten scheinen nicht die hellsten Sterne im Nachthimmel zu sein.

    Mit solchen Aktionen zerstört man gewonnene Toleranz und Akzeptanz und schadet der brasilianischen Community. Kann den Gedankengang nicht nachvollziehen, inwiefern es helfen sollte oder könnte, wenn ich meinem Partner öffentlich auf den Kopf pisse.
    Golden Shower halte ich nicht für ein politisches Ausdrucksmittel, sondern für einen Teil Sexfetisch, der im Öffentlichen Raum nichts zu suchen hat.

    Ich halte deren Erklärung für eine Lüge, mit der sie ihren Exhibitionismus nachträglich erklären wollen.
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