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Großbritannien

Brexit-Abgeordnete halten nichts von LGBTI-Gleichbehandlung

Wer sich im Unterhaus für den Brexit engagiert, ist laut einer Studie in den meisten Fällen kein Freund der queeren Community.


Jacob Rees-Mogg, der mächtigste innerparteliche Gegenspieler von Theresa May, hasst nicht nur die EU, sondern auch die Gleichbehandlung von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten (Bild: Chris McAndrew)

Britische Abgeordnete, die ihre Insel aus der Europäischen Union führen wollen, sind durchschnittlich homo- und transphober als proeuropäische Politiker. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des LGBTI-Portals "Gay Star News" und der Organisation LGBT+ for a People's Vote, die sich für einen weiteren Volksentscheid über den Verbleib des Königreichs in der EU ausspricht.

In dem Bericht "LGBT and the EU: A LGBT Case for A People's Vote" (PDF) tragen die Autoren Gründe zusammen, warum der Verbleib für Großbritannien in Europa positiv für sexuelle und geschlechtliche Minderheiten wäre. Dabei untersuchten sie auch das Verhalten von mehr als 600 Unterhaus-Abgeordneten zu sieben Abstimmungen über LGBTI-Rechte sowie ihre Position zum Brexit. Das Ergebnis: Bei allen Abstimmungen votierte eine große Mehrheit der Europafreunde für queere Gleichbehandlung, während die Begeisterung bei Brexit-Fans sehr begrenzt war. Nur in einem Fall, der Abstimmung über das Lebenspartnerschaftsgesetz von 2004, stimmten mehr als die Hälfte der EU-Feinde dafür (51 Prozent). Bei "Remain"-Politikern, also Anhängern des Verbleibs in der Union, war die Zustimmung mit 91 Prozent weit höher.


Viele der radikalsten Brexit-Befürworter in der Politik sehen in der Europäischen Union die Inkarnation des Bösen: Mehrere Abgeordnete der Konservativen – etwa der frühere Außenminister Boris Johnson oder der einflussreiche Abgeordnete Jacob Rees-Mogg – setzten beispielsweise die Europäische Union mit Hitler-Deutschland gleich. Viele dieser Politiker nutzen auch bei LGBTI-Rechten eine radikale Rhetorik. Rees-Mogg forderte etwa in der Vergangenheit gerne sein "Recht" als katholischer Christ ein, nach der Bibel zu leben – und diese Lebensweise sei nicht vereinbar mit der Akzeptanz von Schwulen und Lesben.

Auch Brexit-Wähler sind homophober

Das Ergebnis dieser Untersuchung ist keine große Überraschung: Bereits 2017 stellte eine Umfrage fest, dass auch in der Allgemeinbevölkerung die Unterstützer eines Brexit viel homosexuellenfeindlichere Ansichten haben als die Pro-Europäer (queer.de berichtete).

In der britischen LGBTI-Community ist die Meinung zum Brexit eindeutig: Laut einer Umfrage vom Herbst 2018 sprachen sich mehr als zwei Drittel der Schwulen, Lesben und Bisexuellen für den Verbleib des Königreichs in Europa aus (queer.de berichtete).

Der Austritt Großbritanniens und Nordirlands aus der Europäischen Union ist für den 29. März vorgesehen, allerdings hat das britische Unterhaus dem von Premierministerin Theresa May ausgehandelten Austrittsvertrag noch nicht zugestimmt. Es wird erwartet, dass die britische Regierung in Kürze auf Druck des Parlaments um eine Verlängerung der Deadline bitten wird, um einen harten Austritt ohne vertragliche Vereinbarungen zu verhindern. (dk)



#1 michael008
#2 Patroklos
  • 08.03.2019, 23:46h
  • Am Ende wird es nämlich darauf hinauslaufen, daß es zu einem weiteren Brexit-Referendum kommen wird und das Vereinigte Königreich die EU nicht verläßt!
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#3 Gerlinde24Profil
  • 09.03.2019, 05:30hBerlin
  • Antwort auf #2 von Patroklos
  • Wird es nicht, weil die meisten Abgeordneten das nicht wollen. Durch den Ausschluss diverser Möglichkeiten, aus dieser SCH*** rauszukommen, hat das Parlament sich in eine ausweglose Situation gebracht. Als einzige "Option wird entweder der "Exit from Brexit", oder ein "No Deal Brexit" sein.
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#4 TheDadProfil
  • 10.03.2019, 16:20hHannover
  • Antwort auf #2 von Patroklos
  • ""Am Ende wird es nämlich darauf hinauslaufen, daß es zu einem weiteren Brexit-Referendum kommen wird und das Vereinigte Königreich die EU nicht verläßt!""..

    Irgendwie scheint so einiges an Dir und auch an anderen vorbei gegangen zu sein, denn die Haltung der EU dazu ist bei verschiedenen Gelegenheiten von Jean-Claude Juncker öffentlich geäußert worden :

    1.Es wird keine Nachverhandlungen zum Brexit-Vertrag geben..

    Alle danach geführten Debatten im Britischem Parlament waren also Schein-Debatten zur "Beruhigung der Bevölkerung"..

    2.Es wird keine Verschiebung des Austritts-Termines geben..

    Die Briten haben damit exakt 2 Möglichkeiten :
    Sie stimmen dem Vertrag im Parlament zu, und treten am vereinbartem Termin aus..

    Der Vertrag scheitert ein weiteres Mal im Parlament, die Briten treten ohne Vertrag am vereinbartem Termin aus..

    Die Idee eines "weiteren Brexit-Referendum" ist damit auch irrelevant, denn die gestellte Frage lautete dann nicht mehr, ob Austritt oder nicht, sondern ob Austritts-Votum anerkennen, oder das Austritts-Verfahren beenden..

    Denn die 3.Äußerung von Jean-Claude Juncker ist ebenso klar bekannt :
    Den Briten bleibt immer noch die Wahl das Verfahren zu beenden, und in der EU zu bleiben..

    Bei Beendigung des Verfahrens ändert sich erstmal gar nichts..
    Abgesehen von der Tatsache das GB dann nach der Europa-Wahl keine Abgeordneten mehr im EU-Parlament hat, denn an der Wahl nehmen die ja nicht Teil, und die derzeitigen Abgeordneten scheiden mit dem Datum des Brexit aus dem Parlament aus..

    Denn einen anderen Zweck hatte die inzwischen vorsätzlich verpennte Frist von 2 Jahren und 3 Monaten nicht wirklich..
    Man konnte nämlich gewählte Abgeordnete eines Parlamentes nicht vor Ende einer Legislatur vom Hof jagen..

    Theresa May hat also noch 18 Tage Zeit die Option
    "wir bleiben"
    zu wählen, und den Unsinn zu beenden..
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