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Synode in Wien

Für Lesben und Schwule nur Trauungen zweiter Klasse

Die Evangelisch-lutherische Kirche in Österreich will künftig auch homosexuelle Ehepaare segnen, erkennt ihre Verbindungen aber nur als "eheanalog" an. Die Gemeide muss zustimmen, Pfarrer haben ein Vetorecht.


Kirchliche Trauung eines schwulen Paares in den USA

Einen "wesentlichen Schritt in Richtung Gleichberechtigung homosexueller Paare" setzt die Evangelisch-lutherische Kirche in Österreich, zumindest nach den Worten ihres Bischofs Michael Bünker. Am Samstag einigte sich die Synode A.B. in Wien mit einer Mehrheit von 45 zu 18 Stimmen darauf, gleichgeschlechtlichen Paaren eine Segnung in einem öffentlichen Gottesdienst zu ermöglichen. Voraussetzung dafür ist eine standesamtlich geschlossene Ehe.

Die Evangelische Kirche versteht diese Verbindung allerdings nur als "eheanalog" und hält am "Verständnis der Ehe als der auf lebenslange Treue angelegten Lebensgemeinschaft von Mann und Frau" fest. Diese sei in der Heiligen Schrift und dem kirchlichen Bekenntnis begründet, heißt es in dem Beschluss der Synode.

Der Bischof ist "persönlich zufrieden"

"Ich bin persönlich zufrieden mit diesem Beschluss", sagte der Bischof. Der Kompromiss verdiene großen Respekt. "Dass viele mitgestimmt haben, die ursprünglich skeptisch waren – sonst hätten wir nicht die Zweidrittelmehrheit erreicht – zeigt, dass der Diskussionsprozess gut verlaufen ist", meinte der Bischof weiter, "ich bin stolz auf diese Kirche!"


Michael Bünker ist seit 2008 Bischof der Evangelischen Kirche A. B. in Österreich, der rund 3,2 Prozent der Gesamtbevölkerung angehören (Bild: Evangelische Kirche in Österreich / wikipedia)

Künftig gibt es somit einen Dank- und Segnungsgottesdienst anlässlich der Eheschließung von Mann und Frau und einen Dank- und Segnungsgottesdienst anlässlich einer vor dem Staat als Ehe geschlossenen und von der Kirche als "eheanalog" gewürdigten gleichgeschlechtlichen Partnerschaft.

Auch für die Segnung lesbischer und schwuler Paare werden zentrale Elemente des christlichen Eheverständnisses geltend gemacht: "Freiwilligkeit, ganzheitliche personale Zuwendung, lebenslange Treue, wechselseitige Fürsorge und Verlässlichkeit in guten wie in schlechten Zeiten." Für eingetragene Partnerschaften wird es die öffentliche Segnung im Gottesdienst nicht geben, ihnen steht wie bisher die Segnung im seelsorgerlichen Rahmen offen.

Weitere diskriminierende Bestimmungen

Bei diesem Thema "gibt es keinen Zwang", sagte Bünker weiter. Dass ein Gottesdienst für homosexuelle Paare grundsätzlich in einer Pfarrgemeinde stattfinden kann, muss in der Gemeindevertretung zuvor beschlossen werden. Zusätzlich wird "die individuelle Gewissensentscheidung von Pfarrerinnen und Pfarrern, Lektorinnen und Lektoren für oder gegen Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare respektiert", hält das Kirchenparlament fest. (cw/ots)



#1 stephan
  • 10.03.2019, 10:46h
  • Was bildet sich dieses Religiotenpack ein! Ich hoffe sehr, dass von solch diskriminierende Regelungen kaum ein schwules oder lesbisches Paar Gebrauch macht, sondern stattdessen aus der Kirche austritt!
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#2 kuesschen11Profil
  • 10.03.2019, 11:14hFrankfurt/Main
  • "Ich bin persönlich zufrieden mit dem Beschluss", sagt der Bischof in Österreich. Er ist also zufrieden mit "eheanalog" und diskriminiert weiter ohne Unterlass.

    Unfassbar!
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#3 Ralph
  • 10.03.2019, 11:52h
  • Das Wort "Kompromiss" entwickelt sich in Bezug auf die Belange von Schwulen und Lesben zunehmend zum Ersatz für das als allzu entlarvend empfundene Wort "Diskriminierung".
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#4 stephan
  • 10.03.2019, 12:13h
  • Antwort auf #3 von Ralph
  • Genau so ist es! Im Bezug auf Menschen- und Gleichheitsrechte kann es keine Kompromisse geben - insbesondere nicht gegenüber Religioten und ihren diskriminierenden Ansichten, die sie mithilfe eines alten Buches begründen! Ein klares Nein!
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#5 Meleg29Profil
  • 10.03.2019, 12:43hCelle
  • Synodenbeschluss
    2/3 Mehrheit geschafft
    ...da wurde gerungen...
    das ist halt gut evangelisch...
    und es kam zu keiner Spaltung der Kirche...
    ..in die Synode kann man sich wählen lassen und dann mitentscheiden...
    grad auf ORF2 Orientierung gesehen...
    Lars Müller-Marienburg (sehr engagiert in der Entscheidungsfindung) sagt, er wird den Beschluss Schwulen und Lesben gegenüber verteidigen müssen.
    In allem:
    Segenswünsche nach Österreich A.B.
    (und H.B. eh :-) )
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#6 JosephMartinProfil
  • 10.03.2019, 13:16hBraunschweig
  • Ich glaube zwar, dass die evangelische Kirche langfristig nicht um die völlige Gleichstellung in der Ehe herumkommt. Schließlich wird in der Bibel auch in positiver Weise von Menschen gleichen Geschlechts berichtet, die ein Bündnis vor "Gott" geschlossen haben: Dies sind Rut und Naomi sowie David und Jonathan (wobei letztere damit einen Konflikt mit dem Vater von David provozierten). Interessanterweise ist ausgerechnet der Treueschwur von Ruth und Naomi bei Heteros heute einer der beliebtesten Trausprüche. Das Interessante an der Sache ist, dass ein Bündnis "vor Gott" auch ohne Priester möglich und gültig war. Es ist daher wichtig sich klarzumachen, dass ein Eheverständnis, das Lesben und Schwule einschließt, theologisch nicht einfach bloß ein Überstülpen des klassischen Eheverständnisses auf gleichgeschlechtliche Paare ist, sondern eine zeitgemäße Vereinigung des archaischen Bündnisgedankens mit dem archaischen Eheverständnis.
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#7 Bonifatius49Anonym
  • 10.03.2019, 14:23h
  • Antwort auf #6 von JosephMartin
  • Lobenswert das auch in Österreich bei den Protestanten öffentliche Segnungsgottesdienste für homosexuelle Ehepaare erlaubt sind und sexuelle Handlungen unter Männern oder unter Frauen nicht als sündhaft betrachtet werden, wie dies bei der Katholischen Kirche der Fall ist.

    Aber der "letzte" Schritt zur kirchlichen Trauung, wie sie beispielsweise in verschiedenen Landeskirchen der EKD erlaubt sind, fehlt leider in Österreich.
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#8 YannickAnonym
  • 10.03.2019, 14:35h
  • Diese Ehe 3. Klasse können die sich gerne sonstwo hin schieben. Da können wir drauf verzichten.

    Und als ob diese Ehe 3. Klasse nicht genug wäre, darf auch noch jede Gemeinde abstimmen, ob wir das bekommen oder nicht. Und der Pope hat selbstverständlich immer ein Vetorecht.

    Die haben echt den Knall noch nicht gehört...
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#9 Patrick SAnonym
  • 10.03.2019, 16:04h
  • Mal unabhängig davon, wie verachtenswert ich diesen Beschluss finde, verstehe ich die LGBT+ Paare nicht, die von solch einer menschenfeindlichen Institution gesegnet werden wollen.
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#10 LarsAnonym
  • 10.03.2019, 17:09h
  • Antwort auf #9 von Patrick S
  • Zum besseren Verständnis würde ich das Gespräch suchen.

    Es wäre schon gut, hierzu eine klare Haltung zu entwickeln.

    Entweder bin ich solidarisch mit queeren Kirchenmitgliedern, weil ich neben ihrer queeren Identität auch ihre religiöse oder spirituelle Identität oder ihren Bedarf nach einer kirchlichen Community respektiere.

    Oder ich bin grundsätzlich gegen religiöse und kirchliche Gemeinschaften, weil ich Queersein und z.B. christliche Tradition für unvereinbar halte (im besten Einvernehmen mit den Hardlinern von der Gegenseite). .

    Man kann ja kaum glaubwürdig solidarisch mit queeren Kirchenmitgliedern sein, wenn man sie insgeheim für ihre Kirchenmitgliedschaft verachtet, oder? Zumindest hilft das denjenigen dann nicht weiter.
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