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Kommentare zu:
Für Lesben und Schwule nur Trauungen zweiter Klasse


#21 LarsAnonym
#22 JosephMartinProfil
  • 12.03.2019, 13:01hBraunschweig
  • Antwort auf #19 von Ralph
  • Das Problem bei der Sache ist, dass die Religionsfreiheit aber auch zu den Grundrechten gehört. Das heißt säkular ausgedrückt im Klartext: Jeder Mensch hat das Recht, sein Leben nicht nur einzeln, sondern auch in einer Gemeinschaft nach irrationalen Regeln zu gestalten, solange er nicht sich selber und andere damit ernsthaft gefährdet. Und genau hier gibt es eben doch - wie überall im Leben - eine Grauzone, denn wo eine ernsthafte Gefährdung für einen selber und andere beginnt, lässt sich ganz schwer für alle Individuen definieren.
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#23 michael008
#24 FaktencheckAnonym
  • 12.03.2019, 16:15h
  • Antwort auf #22 von JosephMartin
  • Mich irritiert ein bisschen, dass du die Grenze zur Einschränkung eines Grundrechtes wie Religionsfreiheit erst bei der "ernsthaften Gefährdung" ziehst.

    Wird die Grenze eines Rechtes nicht in aller Regel bereits da erreicht, wo man andere in ihren jeweiligen Grundrechten einschränkt (also beispielweise in ihrer Freiheit oder ihrer Würde)?

    Um es an einem Beispiel zu verdeutlichen: Wäre anspucken oder beleidigen also deiner Meinung nach durch die Religionsfreiheit gedeckt, weil es ja niemanden "ernsthaft gefährdet"?
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#25 JosephMartinProfil
  • 12.03.2019, 17:31hBraunschweig
  • Antwort auf #24 von Faktencheck
  • Ich weiß jetzt grad keine Religion, in der Anspucken zum Ritus gehört, aber wenn sich Erwachsene in der SM-Szene verbal erniedrigen oder anspucken dürfen, dann sollten sie es auch im Rahmen einer Religion tun dürfen, wenn sie danach das Gefühl haben, dass ihnen das was bringt. Das Gleiche gilt auch für eine Ehe: Beleidigungen und Tätlichkeiten stellen auch in der Ehe zu Recht einen Straftatbestand dar. Dennoch ist der Staat nicht berechtigt, eine Ehe zu scheiden, nur weil sich die Ehepartner nachweislich gegenseitig beschimpfen oder versuchen, einander zu manipulieren.
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#26 TheDadProfil
  • 12.03.2019, 23:38hHannover
  • Antwort auf #22 von JosephMartin
  • ""Das Problem bei der Sache ist, dass die Religionsfreiheit aber auch zu den Grundrechten gehört. Das heißt säkular ausgedrückt im Klartext: Jeder Mensch hat das Recht, sein Leben nicht nur einzeln, sondern auch in einer Gemeinschaft nach irrationalen Regeln zu gestalten, solange er nicht sich selber und andere damit ernsthaft gefährdet.""..

    Diese Grenze ist recht einfach definiert..
    Die beginnt genau dort, wo verlangt wird das sich die gesamte Bevölkerung eines Landes trotz der Vielfalt die sie ausmacht, immer nur nach den Regeln EINER dieser "Weltanschauungen" zu richten hätte..

    "Religionsfreiheit" bedeutet nämlich vor allem, sich nicht nach irgendwelchen vorgegeben Regeln verhalten zu müssen, sondern sich dafür ODER dagegen entscheiden zu KÖNNEN..

    Meiner Meinung nach bedeutet das dann auch, sich entscheiden zu MÜSSEN, denn die ganzen Kartei-Karten-Christen in der BRD beispielsweise, die nur noch aus Bequemlichkeit Mitglieder sind, stellen ein Problem da, denn sie vermitteln den Klerikern die Illusion "Sprecher" einer vermeintlich sehr großen Gemeinschaft zu sein, was faktisch gar nicht nachweisbar ist..
    Über diese "sehr große Gemeinschaft" formulieren sie aber ihren "Führungsanspruch", und damit den Alleinvertretungsanspruch, den man ihnen endlich aus der Hand nehmen muß..
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#27 TheDadProfil
  • 12.03.2019, 23:43hHannover
  • Antwort auf #25 von JosephMartin
  • Das scheint zunächst vernünftig begründet..

    Es geht hier aber nicht um "Gleichgesinnte" die einem gemeinsamen Fetisch nachgehen..

    Die Frage richtete sich daran, ob man "Religiösen" erlauben dürfte Nicht-Religiöse anzuspucken ?

    Oder zu beleidigen, in ihrer Menschenwürde herabzusetzen, ihnen Rechte vorzuenthalten, sie einzusperren, zu foltern, zu töten..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #25 springen »
#28 JosephMartinProfil
  • 13.03.2019, 01:43hBraunschweig
  • Antwort auf #27 von TheDad
  • "Das scheint zunächst vernünftig begründet.."

    Das scheint nicht nur so, es ist so.

    "Es geht hier aber nicht um "Gleichgesinnte" die einem gemeinsamen Fetisch nachgehen.."

    Da wäre ich mir an Deiner Stelle nicht so sicher. In jedem Falle ließe sich die traditionelle Sexualmoral der Kirche durchaus so beschreiben. Sowohl die christliche Ikonographie als auch Erbauungsliteratur ist voll von erotischen Darstellungen und nicht umsonst gibt es bis heute die Idee, dass die Kirche die "Braut Christi" sei, während der Priester Christus selber zu verkörpern habe.

    Richtig ist (aber das war nicht das Thema) dass man dies in einem religiös neutralen Staat nicht zur Grundlage allgemeiner Rechtsprechung machen kann. Aber es ist wichtig, die Frage auch mal umzudrehen. Würdest Du zum Beispiel der Kirche des fliegenden Spaghettimonsters verbieten, Ehen zwischen Hundehaltern und ihren Hunden zu segnen?
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#29 TheDadProfil
  • 13.03.2019, 22:00hHannover
  • Antwort auf #28 von JosephMartin
  • ""Da wäre ich mir an Deiner Stelle nicht so sicher. In jedem Falle ließe sich die traditionelle Sexualmoral der Kirche durchaus so beschreiben. Sowohl die christliche Ikonographie als auch Erbauungsliteratur ist voll von erotischen Darstellungen und nicht umsonst gibt es bis heute die Idee, dass die Kirche die "Braut Christi" sei, während der Priester Christus selber zu verkörpern habe.""..

    Du hast eine eigenartige Auffassung von "Fetisch"..

    Ich kann mir nicht vorstellen das Interesse an ""erotischen Darstellungen" als Fetisch aufzufassen..
    Vor allem nicht, weil sich diese "Christen" dabei verhalten wie Heroin-Süchtige auf Entzug, und alles für "erregend" halten, selbst entblößte Unterarme..

    ""Würdest Du zum Beispiel der Kirche des fliegenden Spaghettimonsters verbieten, Ehen zwischen Hundehaltern und ihren Hunden zu segnen?""..

    Wie auch andere Beispiele zuvor ist auch dieses einfach ungeeignet, denn eine Antwort darauf spiegelt ausschließlich MEINE Haltung dazu..
    Meine persönliche Auffassung weicht aber in vielen Dingen signifikant von dem ab, was ich als Gesetzliche Grundlage für demokratisch vernünftig erachte, denn Grenzen der Rechte der anderen Menschen als Masse sind immer völlig anders zu bewerten, als die Interessen Zweier Menschen die sich einvernehmlich miteinander beschäftigen..

    Die Krux an der Sache ist dann folgende :
    "Religion" ist allerorten immer wieder als "persönliche Freiheit" beschrieben, maßt sich aber an Regeln aufzustellen an die sich ALLE im Staat halten sollen..
    Das wäre noch erträglich, wenn es dazu rationale Begründungen gäbe..

    Allein die Formulierung "es ist gottes wille" ist aber an Unfug nicht mehr zu toppen..

    Die Formulierung "wir christen wollen das so" wäre dagegen ein nachvollziehbarer Grund, weil man einen faßbares Gegenüber dann auch für die Entscheidung verantwortlich machen, und im Zweifel sogar zur Unterlassung zwingen könnte..

    Diese "Religionsgemeinschaften" verhalten sich aber wie Pudding, den man an eine Wand nageln wollte..

    Grundsätzlich ist aber nicht einzusehen wieso sich die eine Hälfte der Gesellschaft nach Regeln richten soll, an die sich ein Großteil der anderen Hälfte, die sie aufstellt, selbst gar nicht hält..

    Deshalb dann auch noch mal die präzisierte Frage, die "Faktencheck" stellte :

    ""Wäre das anspucken oder beleidigen von Nicht-Religiösen durch "Religiöse Menschen" also deiner Meinung nach durch die Religionsfreiheit gedeckt, weil es ja niemanden "ernsthaft gefährdet"?""..

    Antwort :
    Ganz klares Nein..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #28 springen »

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