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Karnevalsdebatte

Jens Spahn verspottet LGBTI-Rechte als "Blümchenthemen"

Beim Politischen Aschermittwoch der CDU in Bautzen verteidigte der Bundesgesundheitsminister den Karnevals-"Scherz" seiner Parteichefin – und attackierte "Rot-Rot-Grün-Links".


Jens Spahn am vergangenen Mittwoch beim Politischen Aschermittwoch der CDU Oberlausitz in Bautzen

Nein, Jens Spahn hat sich nicht verändert. Der schwule Politiker ist nicht "unser" Mann in der Regierung, sondern noch immer ganz der alte rechte Populist, der vor allem an seine eigene Karriere denkt – trotz PrEP auf Krankenschein und der bislang folgenlosen Ankündigung, "Konversionstherapien" an Lesben und Schwulen verbieten zu wollen. Welchen Stellenwert der Gesundheitsminister den Rechten von LGBTI-Menschen wirklich einräumt, zeigte er letzte Woche beim Politischen Aschermittwoch seiner Partei in Bautzen.

Spahn hätte in seiner Festrede den Fastnachts-"Scherz" von Annegret Kramp-Karrenbauer auf Kosten intergeschlechtlicher Menschen einfach ignorieren können – das wäre noch halbwegs verständlich gewesen, schließlich pinkelt man der eigenen Parteichefin bei einer solchen Veranstaltung nicht ans Bein. Er hätte in einem Nebensatz einen Gesetzentwurf zum Verbot von Zwangsoperationen an intergeschlechtlichen Kindern ankündigen können, dann hätten wir ihm wohl den "Homoorden" verliehen. Doch stattdessen verteidigte Spahn die CDU-Vorsitzende und holte zur Attacke auf "Rot-Rot-Grün-Links" aus.

Unsolidarischer und reaktionärer geht's nicht

Das eigentliche Problem liege "nicht in irgendwelchen Karnevalswitzen", polterte der Gesundheitsminister in Bautzen, sondern darin, "dass Rot-Rot-Grün-Links viel zu oft die eigentlichen Interessen, die wichtigen Themen, die grundsätzlichen Fragen von Schule, von Bildung, von Sicherheit, von Rechtsstaat vergisst und sich ständig mit irgendwelchen Blümchenthemen beschäftigt".

Unsolidarischer und reaktionärer geht's nicht. Mit Jens Spahn schürt ausgerechnet ein schwuler Politiker LGBTI-Feindlichkeit, indem er Minderheitenrechte zum unwichtigen Hobby erklärt und gegen andere Politikfelder ausspielt. Als ob sich die Sanierung von Schulen und die Reform des Transsexuellenrechts ausschließen würden.

Und politisch ziemlich dumm war sein Auftritt beim Politischen Aschermittwoch in der Oberlausitz obendrein. Spahn hat sich mit seinem Spott keinen Gefallen getan, wenn er das "Blümchenthema" Verbot von Homo-"Heilung" in seiner Partei tatsächlich durchboxen möchte.

Direktlink | Die CDU Sachsen veröffentlichte einen Ausschnitt aus Spahns Festrede



#1 LorenProfil
  • 10.03.2019, 13:39hGreifswald
  • "Unsolidarischer und reaktionärer geht's nicht."

    Mehr hätte ich dazu auch nicht zu sagen.
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#2 Patrick SAnonym
  • 10.03.2019, 13:46h
  • Ein Opportunist und Karrierist der übelsten Sorte.
    Für alle die dem politischen Geschehen folgen, kommt das wenigstens nicht überraschend.
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#3 Anna NymAnonym
  • 10.03.2019, 13:47h
  • Ich habe mich schon gefragt wann sich der Spahn dazu äußern würde.
    Er ist in der CDU und geht im Allgemeinen mit der Meinung der Konservativen konform.
    Will er eine Zukunft in der CDU haben, kann er der Vorsitzenden nicht in den Rücken fallen, denn viele der CDUler*innen haben keine Probleme mit dem"Witz".
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#4 sgsdgdsgdsAnonym
  • 10.03.2019, 13:48h
  • Jens Spahn will Bundeskanzler werden.

    Dafür macht er alles.

    Ob andere Menschen, insbesondere denen aus derjenigen Minderheit, welcher er selbst angehört, darunter leiden, ist ihm völlig egal.

    Nach seinem ersten gescheiterten Versuch innerparteilich zum CDU-Vorsitzenden (und damit praktisch Kanzlerkandidaten) gewählt zu werden, hat er offenbar realisiert, dass ihm für sein Ziel der innerparteiliche Rückhalt fehlt. Er versucht nun sich einen größeren innerparteilichen Rückhalt zu verschaffen, indem er queere Themen abwertet. Damit hofft er auf mehr innerparteilichem Rückhalt vom rechten Flügel der CDU.

    Meine persönliche Meinung ist, dass Schwule in der CDU besser die Partei wechseln sollten, wenn sie ihre eigene Identität nicht verachten. Denn in der CDU wird mehrheitlich immer noch verächtlich über queere Menschen gedacht und gesprochen. Annegret Kramp-Karrenbauer hat diese Verächtlichmachung queerer Menschen mit kaltem Kalkül ja bereits auf die politische Rednerbühne geholt.

    Die CDU bewegt sich gesellschaftspolitisch nach rechtsaußen.

    Jeder queere Mensch müsste dem eigentlich etwas entgegensetzen. Jens Spahn, ein Opportunist wie er im Buche steht, befeuert dagegen das gesellschaftspolitische Rechtsaußenspiel der CDU. Das ist brandgefährlich, da es einen Nährboden für Hass und Gewalt gegen gesellschaftliche Minderheiten bereitet.
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#5 goddamn liberalAnonym
#6 KetzerEhemaliges Profil
  • 10.03.2019, 13:56h
  • Trotz PrEP auf Krankenschein? Na, wann kommt die denn nun?

    Unsolidarisch? Natürlich ist er unsolidarisch. Er gehört zur in der deutschen Politik sehr gern gesehenen Spezies derer, die nach oben buckeln und nach unten treten. Ihm gehen die Rechte und Nöte Anderer am Allerwertesten vorbei. Ich nenne das rückgratlos und opportunistisch.
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#7 TomDarkProfil
  • 10.03.2019, 13:57hHamburg
  • Dass er vor seiner Vorsitzenden den Schwanz einzieht, war eigentlich zu erwarten.

    Sich jedoch dazu noch so charakterlos und bigott darzustellen zu müssen, ist doch ziemlich traurig.

    Hauptsache die Karriere und der Posten wird nicht gefährdet.

    Mir tut der Mann leid.
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#8 stephan
  • 10.03.2019, 14:13h
  • Ich liebe die Großkotze, die nichts für die Gleichstellung taten und nicht klar gegen Diskriminierung kämpfen, aber immer zuerst aus den von anderen erkämpften Rechten profitieren! Widerliche Figuren!
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#9 LorenProfil
  • 10.03.2019, 14:25hGreifswald
  • P.S. Der LSU-Vorsitzende Vogt dürfte auch nur mäßig amüsiert sein von Herrn Spahns unsolidarischem Handeln, hält er doch z.B. eine Bitte um Entschuldigung seitens seiner Parteivorsitzenden für angebracht. Für Herrn Spahn ist wohl die LSU mittlerweile angesichts seines Aufstiegs nur noch eine zu vernachlässigende "Blümchengruppierung".
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#10 YannickAnonym
  • 10.03.2019, 14:33h
  • Daran sieht man wieder mal, dass auch Jens Spahn im Zweifel Partei-Interessen über Kampf gegen LGBTI-Diffamierung setzt und uns für seine Partei-Karriere verkauft.

    Die Union ist und bleibt unwählbar.
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