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Video-Galerie
Eurovision 2019: Das sind alle Teilnehmer
Holt ein DSDS-Sieger einen guten Platz für die Schweiz? Gewinnt Russland doch nicht? Und wie steht es um die queeren Vertreter? Ein Überblick.

Ausgewählte Teilnehmende v.l.n.r.: S!sters (Deutschland), Hatari (Island); Duncan Laurence (Niederlande), Mahmood (Italien), Luca Hänni (Schweiz); Sergei Lasarew (Russland), Bilal Hassani (Frankreich), Tamta (Zypern)
- 10. März 2019, 20:22h 3 Min.
2019 wird nicht unbedingt der musikalisch beste oder abwechslungsreichste ESC-Jahrgang, dafür aber einer der spannendsten: Nach Bekanntgabe aller Beiträge (direkt zur Video-Galerie) scheint sich kein klarer Favorit abzuzeichnen. Als solcher galt ESC-Fans und Wettbüros in den letzten Wochen der Russe Sergei Lasarew – doch der ESC-Dritte 2016, in russisch-sprachigen Ländern extrem populär und zugleich zunehmend Zielscheibe von Homophobie, erfüllte mit der am Samstag vorgestellten Pop-Ballade "Scream" die hohen Erwartungen an einen bombastischen Auftritt nur teilweise.
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Letztlich kommt es auf die Bühneninszenierung im Mai in Tel Aviv an – vor den Proben sollte man keine Wetten abschließen. Das gilt auch für den neuen Favoriten: den Niederländer Duncan Laurence. Er überzeugte mit der am Freitag vorgelegten Elektro-Ballade "Arcade" und einem Musikvideo, das ihn sehr freizügig und sehr verletzlich zeigt (queer.de berichtete). Der 24-Jährige hatte sich im letzten Oktober bei Instagram als bisexuell geoutet.
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Weitere Beiträge mit Bezug zur Community, ohne Gewähr auf Vollständigkeit: Frankreich schickt mit Bilal Hassani einen jungen schwulen Sänger mit marokkanischen Wurzeln und (Selbst-)Respekt-Hymne nach Tel Aviv (queer.de berichtete). Die Wettbüros sehen ihn knapp außerhalb der Top Ten – anders als Italiens Mahmood: Der Sänger konnte die Empörung rechter italienischer Polit-Kreise über seine ägyptisch-sardische Abstammung und seine mögliche Homosexualität für sich nutzen und mit "Soldi" bereits einige Chart-Erfolge erzielen. In Interviews betont er weiter, sich nicht zu seiner sexuellen Orientierung zu äußern, weil das eher unemanzipatiert-vorgestrig wirke. Offen bisexuell und mit einem Mann verheiratet ist hingegen Singer-Songwriter Tom Hugo, der als Teil des norwegischen Trios KEiiNO nach Tel Aviv fährt und im letzten Jahr unter anderem beim CSD in Köln auftrat.
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Bei den Wettbüros herrscht zum Song-Abgabe-Wochenende noch etwas Hin und Her, neben den Niederlanden, Russland, Schweden und Italien (in dieser Reihenfolge) werden auch der Schweiz große Chancen auf den Sieg eingeräumt: Das in den letzten Jahren chronisch erfolglose Land setzt auf DSDS-Gewinner Luca Hänni, "She Got Me" wurde mit einem Team aus nationalen und internationalen Komponisten in einem Songwriting-Camp geschrieben und bietet mehrere moderne Pop-Ansätze.
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Nach dem vierten Platz im letzten Jahr mit Michael Schulte scheint sich für Deutschland mit den "S!sters" hingegen wieder maximal das untere Mittelfeld anzudeuten. Insgesamt 41 Länder treten in Israel an – Bulgarien zieht sich aus Kostengründen zurück, die Ukraine nach einem Wirbel um Vorentscheidssiegerin MARUV und ihrer Haltung zu Russland.
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Die Shows unter dem Motto "Dare to Dream" finden am 14., 16. und 18. Mai im Tel Aviv Convention Center statt; hohe Ticket- und Hotelpreise sorgten vorab für einige Verstimmung unter Fans, auch ist der Ticket-Verkauf derzeit nach Ungereimtheiten suspendiert. Für Fans aus aller Welt will die Metropole eine zusätzliche Zeltstadt errichten, die bis zum Pride im Juni geöffnet bleiben soll. (nb)
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