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Schutz vor HIV

USA: PrEP-Nutzung unter Schwulen hat sich binnen drei Jahren versechsfacht

Immer mehr schwule und bisexuelle Amerikaner schützen sich mit Hilfe der Pille vor einer HIV-Infektion.


Die PrEP wird immer bekannter und populärer (Bild: DAH)

  • 11. März 2019, 12:25h 34 2 Min.

35 Prozent der schwulen und bisexuellen Männer, die einem erhöhten Risiko einer HIV-Übertragung ausgesetzt sind, nahmen 2017 in den Vereinigten Staaten die sogenannte Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP) zur Vorbeugung einer Ansteckung ein. Das ist laut NBC News das Ergebnis einer Studie der amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC. Drei Jahre zuvor hatten in dieser Gruppe nur sechs Prozent die Prophylaxe eingenommen.

Die Studie war letzten Donnerstag bei einer HIV-Konferenz in Seattle vorgestellt worden. Sie basiert auf der Befragung von mehr als 8.000 Männern in 20 Städten.

Ethnische Minderheiten eher gefährdet

Die Forscher wiesen auf große Unterschiede zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen innerhalb der schwulen Community hin. So würden 40 Prozent der weißen Bisexuellen und Schwulen die PrEP einnehmen, aber nur 30 Prozent der Latinos und sogar nur 26 Prozent der Schwarzen. Die CDC erklärte, zwar finde die PrEP immer mehr Akzeptanz, werde aber noch immer nicht genug genutzt.

Problematisch ist insbesondere, dass ethnischen Minderheiten in den USA einem weit höheren Risiko ausgesetzt sind, sich mit HIV zu infizieren. So machen Afroamerikaner rund die Hälfte der Neuinfektionen in den Vereinigten Staaten aus, obwohl sie nur zwölf Prozent der Bevölkerung stellen.

Die CDC hatte bereits 2015 erklärt, dass sie einem Viertel der sexuell aktiven schwulen und bisexuellen Männer als Hochrisikogruppe die Einnahme der PrEP empfiehlt (queer.de berichtete).

Die PrEP ist bereits 2012 durch die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA erstmals zugelassen wurden. Es handelt sich dabei um ein Kombinationsprodukt mit den Wirkstoffen Emtricitabin und Tenofovirdisoproxil, die auch zur Behandlung von HIV-Positiven eingesetzt werden. Laut Aids-Aktivisten könnten mit der Hilfe der PrEP – neben den anderen Safer-Sex-Methoden Kondomnutzung und "Schutz durch Therapie" – die Neuinfektionszahlen erheblich gesenkt werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stimmt dieser Einschätzung zu und hat deshalb im Juni 2017 die PrEP-Wirkstoffe in die Liste der "unentbehrlichen Arzneimittel" aufgenommen (queer.de berichtete).

Die Europäische Kommission ließ die PrEP-Nutzung für Erwachsene im Sommer 2016 zu. Seit 2017 ist auch für Erwachsene in Deutschland ein Generikum erhältlich, das die Kosten des Medikaments von 800 auf knapp über 50 Euro pro Monat drückte (queer.de berichtete). Im August 2018 kündigte Gesundheitsminister Jens Spahn an, dass er die PrEP zu einer Kassenleistung machen wolle (queer.de berichtete). Seit letztem Monat übernimmt erstmals eine Krankenkasse freiwillig die PrEP-Kosten für Risikogruppen (queer.de berichtete). (dk)

Wöchentliche Umfrage

» Würdest du als schwuler oder bisexueller Mann die PrEP zum Schutz von HIV einnehmen?
    Ergebnis der Umfrage vom 11.03.2019 bis 18.03.2019
-w-

#1 SchlüssigAnonym
  • 11.03.2019, 14:03h
  • Zur Zeit ist PrEP einfach die vielversprechendste Möglichkeit die HIV Neuinfektionen bei MSM herunter zu bekommen.
    In Verbindung mit engmaschigen Untersuchungen und rascher Therapie im Falle eines positiven Befundes könnte der Viruspool stark ausgedünnt werden.
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#2 KetzerEhemaliges Profil
  • 11.03.2019, 14:18h
  • Antwort auf #1 von Schlüssig
  • Und dennoch kommt die so großspurig angekündigte PrEP auf Krankenkasse nach wie vor nicht voran. So können sich gerade arme Menschen die Kosten für Medikament und regelmäßige Untersuchungen immer noch nicht leisten.

    Auch epidemiologisch betrachtet, absolut kontraproduktiv. Sozial betrachtet, sowieso.
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#3 SchlüssigAnonym
  • 11.03.2019, 14:25h
  • Antwort auf #2 von Ketzer
  • Leider absolut wahr.
    Zumindest in Deutschland.
    Aber das ist nicht der PrEP bzw. den Befürwortern derselben anzulasten sondern unseren "fähigen" Politikern und Krankenkassenmanagern, die ähnlich wie auch einige hier im Forum, immer noch auf dem "kostenlosen" Kondom als ausreichende Präventionsmaßnahme herumreiten.
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