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  • 22. August 2005 18 2 Min.

Der US-Hip-Hop-Star hat sich in einem Interview mit dem Musiksender MTV gegen Homophobie im Rap-Genre ausgeprochen.

Von Jan Gebauer

Das Rap- und Hip-Hop-Gerne ist bekannt für homophobe Tendenzen. Viele Stars wie Eminem haben sich in der Vergangenheit negativ über Schwule geäußert. Ein absoluter Trendsetter der US-Rap-Szene hat sich nun erstmals öffentlich gegen Homophobie ausgesprochen: Kanye West. Der 28-Jährige aus Atlanta sagte in einem Interview mit dem Musiksender MTV: "Das Wort 'gay' ist für viele Rapper zu einem Schimpfwort verkommen. Und das muss man stoppen." Als Kind soll der Musiker aufgrund seines Äußeren von anderen Jugendlichen als "mama's boy" beschimpft worden sein. "Das hat mich homophob gemacht, weil ich mich selbst in Frage stellte", sagte West in "All Eyes On Kanye West", dem Special, dass am 18. August auf MTV ausgestrahlt wurde. "Das Coming-out meines Cousins war ein Wendepunkt für mich. Ich dachte: Mensch, er ist mein Cousin, und ich mag ihn sehr. Er wird diskriminiert, weil er schwul ist - und das ist falsch", sagte West. Dass er als einer der ersten großen Rap-Stars so öffentlich Partei für Schwule ergreift, ist uns einen Homo-Orden wert.

"Es ist aber nicht nur im Hip-Hop so - ganz Amerika diskriminiert. Und nun kann ich über das Fernsehen meinen Kollegen und Freunden sagen: Yo, hört auf damit!" Im Rap-Gerne, das seit den frühen 80er Jahren immer mehr zu einem Mainstream-Produkt geworden ist und heute die US-Charts dominiert, gehören homophobe Sprüche praktisch zum "guten Ton". Superstar Eminem sorgte immer wieder für Kontroversen durch seine schwulenfeindlichen Aussagen. Das Schimpfwort "faggot" (Schwuchtel) kommt in seinen selbst verfassten Texten sehr oft vor. In Interviews gab er Statements wie "Schwuchteln hassen? Die Antwort ist ja!" Auch Superstar Ice Cube zeigte große Berührungsängste, als er nach Schwulen befragt wurde: "Ich kenne keine und habe in meinem Bekanntenkreis keine, äh, keine Schwulen. Naja, ich bin, weißt du, mit den Schwulen nicht einverstanden, weil die sich nicht fortpflanzen können." Und 50 Cent protzte im amerikanischen "Playboy": "Lesben sind cool - Schwule kann ich nicht leiden!"

Kanye West sieht das ganz anders: "Im Hip-Hop ging es immer darum, seine Meinung zu sagen und Barrieren einzureißen. Doch jeder in der Hip-Hop-Szene diskriminiert Homosexuelle. Das sollte sich ändern." Vielleicht ist es das erste Zeichen, dass Künstler in diesem Genre langsam umdenken, ihren Hass und ihre Phobie überwinden und Lesben und Schwule gleichberechtigt akzeptieren. Hoffentlich folgen weitere Rapper seinem Beispiel.

22. August 2005

-w-

#1 madridEUAnonym
  • 22.08.2005, 17:28h
  • Wer weiss, ob dieser Rapper am Ende nicht auch auf eventuelle schwule Käufer schielt ? Die schlichte Art, wie sich viele Amis kurzerhand gegen und für Homos entscheiden, lässt nicht darauf schliessen, dass sie sich ernsthaft damit befasst haben.
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#2 martinAnonym
  • 22.08.2005, 18:57h
  • schwule toll finden um mehr cds zu verkaufen - diese strategie halte ich in so nem macho business wie mainstream hiphop eher für unwahrscheinlich.
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#3 madridEUAnonym
  • 22.08.2005, 19:28h
  • @martin: Danke für die Belehrung. Ich hatte Mainstream Hip Hop für eine weitere
    neue Musikrichtung gehalten und nicht gewusst, dass sie auf Machos zielt.
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