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ZDF-Serie
"Homo-Heilung" bei Dr. Klein
Die Krankenhausserie behandelt in ihrer neuesten Folge das Thema "Konversionstherapien" – und bezieht eindeutig Stellung.

Der 17-jährige Manuel wird seit drei Jahren von seiner Mutter wegen seiner Homosexualität "therapiert" (Bild: ZDF)
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11. März 2019, 17:05h 2 Min.
Während die Politik über ein Verbot von "Konversionstherapien" debattiert, zeigt die ZDF-Krankenhausserie "Dr. Klein" auf, welch schwere Folgen die versuchte "Heilung" von Homosexualität haben kann. In der neuesten Episode mit dem Titel "Schlechtes Gewissen" kommt der 17-jährige Manuel (Jonas Holdenrieder) in die Stuttgarter Rosenstein-Kinderklinik, um sich wegen Schmerzen behandeln zu lassen. Er erzählt der völlig verdutzten Oberärztin Dr. Valerie Klein (Christine Urspruch), dass er seit drei Jahren von seiner Mutter wegen Homosexualität behandelt wird.
Die Homo-"Heilerin" Dr. Papst (sic) ist selbst Ärztin – und führt die Schmerzen ihres Sohnes einfach auf seine Homosexualität, seine "psychische Störung", zurück. Sie verteidigt ihre Haltung in der Episode beispielsweise, indem sie die Bibel zitiert. Mit Methoden wie Handauflegen ("Hast du es gesehen? Ich habe mindestens einen Dämon entweichen sehen") wird aufgezeigt, wie albern "Homo-Heiler" vorgehen – dabei sind derlei Methoden auch im wirklichen Leben unter Homo-Hassern ebenso verbreitet wie Gesundbeten oder das Einhämmern religiöser Schuldgefühle.
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"Du bist nicht krank, nur schwul"
Die konventionell inszenierte Krankenhausserie bezieht klar Stellung gegen die "Homo-Heilung". Dabei bringt sie in einer kurzen Dreiviertelstunde recht viele Themen unter, darunter auch die Auswirkungen von Mobbing aus Homophobie. Zudem versucht die herzensgute Hauptfigur Dr. Klein mit großem Einsatz, Manuels Mutter davon zu überzeugen, dass "Homo-Heilung" Humbug ist ("Ihnen ist aber schon klar, dass der Versuch der Umpolung der Sexualität zu Depressionen und Angststörungen führen kann, gerade bei jungen Menschen"). Gegenüber der "Homo-Heilerin" wird sie sogar richtig schnippisch: "Ich finde, manche Dinge muss man so akzeptieren, wie sie sind. Dummheit zum Beispiel." Auch Manuels beste Freundin Daniela versucht dem verzweifelten Schüler einzureden, dass Konversionstherapien "totaler Scheiß" sind. "Du bist nicht krank, nur schwul", so Daniela.
"Dr. Klein" läuft seit 2014 im ZDF-Vorabendprogramm. Die Serie wird nach der aktuell laufenden fünften Staffel eingestellt. Von Anfang an behandelte sie auch LGBTI-Themen (queer.de berichtete). Derzeit sind Patrick Keller (Leander Lichti) und Chris Brandt (Joshua Grothe) als schwules Paar zu sehen. In der aktuellen Folge beschäftigen sie sich zu den Klängen von Cher damit, ob sie vielleicht ein Baby großziehen sollen.

"Drei Männer und ein Baby" im ZDF: Merke, man sollte ein Baby nicht zu Cher-Liedern durch die Luft wirbeln, sonst landet man in der Kinderklinik (Bild: ZDF)
Die 59. Folge (Titel: Schlechtes Gewissen) wird am Samstag um 19.25 Uhr im ZDF ausgestrahlt. Bereits jetzt kann man sie in der ZDF-Mediathek anschauen.
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www.welt.de/regionales/nrw/article190005193/Umpolungstherapi
en-Wir-bezeichnen-Homosexualitaet-nicht-als-Krankheit.html#C
omments
Die Kommentare sind einfach erschreckend. Erscheckend dumm, erschreckend menschenverachtend, erschreckend verdrehend. Da werden mal wieder Ursachen und Wirkung vertauscht. Ich muss mich hier selber zensieren...