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Homophobie

Brasilianischer Politiker: Gleich­geschlechtliche Küsse obszön und strafbar

Nach der Amtsübernahme des rechtsextremen Präsidenten Jair Bolsonaro wird die Atmosphäre für sexuelle Minderheiten rauer. Sogar schwule Küsse seien illegal, behauptete jetzt ein Gefolgsmann Bolsonaros.


Der Parlamentsabgeordnete Coronel Tadeu (rechts) hält den gleich­geschlechtlichen Kuss auf dem linken Bild für illegal – hinter den Jungs rechts sitzt Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva (im roten Hemd)

  • 12. März 2019, 12:04h 12 2 Min.

Ein Politiker der Partei von Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat auf Twitter erklärt, dass gleichgeschlechtliche Küsse obszön seien und daher mit bis zu einem Jahr Haft bestraft werden könnten. Coronel Tadeu, ein 53-jähriger Parlamentsabgeordneter aus São Paulo, postete in dem Tweet das Bild zweier Männer, die sich bei einem Event vor dem sichtlich amüsierten früheren Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva geküsst hatten. Tadeu zeichnete einen Pfeil zum sozialdemokratischen Ex-Staatschef und schrieb dazu: "Bevorzugen Sie einen Präsidenten, der obszöne Akte (nach Artikel 233c Strafgesetzbuch mit sechs Monaten bis einem Jahr Haft zu bestrafen) bekämpft oder einen, der diese als Kunst ansieht?"



Tadeu bezieht sich in diesem Eintrag auf Präsident Bolsonaro, der vor einer Woche auf Twitter ein Video mit einer drastischen öffentlichen Sexszene vom Straßenkarneval veröffentlicht hatte. Darin war unter anderem zu sehen, wie ein Mann auf einen anderen uriniert – Kritiker warfen dem rechtsextremen Staatschef darauf vor, Homophobie zu schüren (queer.de berichtete).

Wird Brasilien das neue Russland?

LGBTI-Aktivisten befürchten nun, dass die neue Regierung versuchen könnte, Homosexuelle mit Hilfe des Strafgesetzbuches ähnlich wie in Russland in der Öffentlichkeit unsichtbar zu machen. Sie befürchten einen großen Rückschlag für das Land, das Homosexualität bereits 1830 legalisierte und in dem seit 2013 landesweit Ehe-Schließungen für gleichgeschlechtliche Paare möglich sind.

Jair Bolsonaro, der immer wieder mit homofeindlichen Äußerungen aufgefallen ist, hatte das Präsidentenamt zu Jahresanfang angetreten (queer.de berichtete). Seine Gegner prangern bereits seit längerem seine rassistischen, frauen- und homofeindlichen Äußerungen an. Sie kritisieren zugleich das unverblümte Lob des 63-Jährigen für die Militärdiktatur in Brasilien (1964 bis 1985).

Bolsonaro ist bereits lange in der Politik aktiv: Zwischen 1991 bis zu seiner Wahl zum Präsidenten gehörte er dem brasilianischen Parlament an. Er forderte unter anderem, eine heterosexuelle Pride-Parade abzuhalten und ein Gesetz gegen die Diskriminierung von Heterosexuellen zu etablieren. International bekannt wurde er durch sein Interview mit Stephen Fry in dessen Dokumentation "Out There" vor sechs Jahren, in dem er die Existenz von homophober Gewalt in Brasilien leugnete und verkündete, dass kein brasilianischer Vater jemals Stolz auf einen schwulen Sohn wäre.

Direktlink | Ausschnitt aus der Doku, in der Stephen Fry auf Bolsonaro traf
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International hat Bolsonaro zumindest einen großen Fan: Das Weiße Haus in Washington kündigte kürzlich an, dass der brasilianische Staatschef am 19. März US-Präsident Donald Trump besuchen wird. (dk)

-w-

#1 Rollback-WatchAnonym
  • 12.03.2019, 14:30h
  • "Das neue Russland" stimmt nicht, weil es in Russland weiterhin bergab geht dank Putin und den orthodoxen Christen.

    Brasilien wird wohl eher "ein weiteres Russland", dort mit Unterstützung der katholischen Christen.

    Die USA müssen aufpassen, dass sie nicht ebenfalls "ein weiteres Russland" werden durch Agitprop und Lobbyarbeit der evangelischen Christen.
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#2 Simon HAnonym
  • 12.03.2019, 14:43h
  • Das passiert, wenn solche Leute an die Macht kommen. Dann sind sogar schon Küsse strafbar.
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#3 Taemin