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"Welt"-Interview

SPD-Politiker Kahrs bezeichnet AKK als "reaktionär"

Der SPD-Sprecher für queere Themen erneuert seine Attacke auf die CDU-Chefin – und beteuert, dass seine Partei Kramp-Karrenbauer in dieser Legislaturperiode nicht zur Kanzlerin wählen werde.


SPD-Politiker Johannes Kahrs übt scharfe Kritik an CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer (Bild: Deutscher Bundestag / Werner Schüring)
  • 12. März 2019, 12:43h 29 2 Min.

Der SPD-Bundestagsabgeordneter Johannes Kahrs hat am Dienstag seine Kritik an CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer erneuert und ihr wegen ihrer homophoben Tiraden vorgeworfen, sie sei "reaktionärer als alles, was man sich vorstellen kann". Im Nachrichtensender "Welt" (früher N24) bekräftigte der Chef des konservativen Seeheimer Kreises und der Beauftragte für die Belange von Lesben und Schwulen in der SPD-Bundestagsfraktion auch, dass seine Partei in dieser Legislaturperiode Kramp-Karrenbauer nach einem Rücktritt Angela Merkels nicht zur Kanzlerin wählen werde.

"Wir haben einen Koalitionsvertrag mit der CDU und Frau Merkel. Frau Kramp-Karrenbauer war da nicht vorgesehen", so Kahrs. "Um eine Kanzlerin auszutauschen, braucht es die Zustimmung des Koalitionspartners." Er glaube, dass Merkel bis 2021 regiere. "Und wenn die Union was anderes vorhat, dann muss man ihr das nur rechtzeitig sagen, dass das nicht laufen wird." Die Union können dann "Jamaika reloaded" ausprobieren. "Aber ich persönlich glaube nicht, dass jemand, der politisch so reaktionär ist, Lesben und Schwule seit Jahren immer in die Ecke stellt, die Öffnung der Ehe ablehnt, irgendetwas mit Zukunft zu tun hat oder gar mit der Großen Koalition", sagte Kahrs.

Ausschnitt aus dem Interview mit Kahrs vom Dienstag. Quelle: Nachrichtensender "Welt"
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Kramp-Karrenbauer hatte vor rund eineinhalb Wochen mit ihrem Auftritt vor dem Stockacher Narrengericht in Baden-Württemberg für Aufregung gesorgt, als sie erklärte, "Toiletten für das dritte Geschlecht" seien "für die Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder schon sitzen müssen. Dafür – dazwischen – ist diese Toilette" (queer.de berichtete). Dafür erntete sie viel Kritik von SPD, FDP, Linkspartei und Grünen – und sogar auch von den Lesben und Schwulen in der Union (queer.de berichtete). Kahrs selbst hatte die CDU-Vorsitzende bereits vor wenigen Tagen als "Niete" bezeichnet (queer.de berichtete).

/ seeheimer | Der Seeheimer Kreis geht auch bei anderen Themen hart mit AKK ins Gericht

FDP kann sich Koalition ohne Neuwahl vorstellen

Der Vorwurf gegen AKK, eine reaktionäre Grundhaltung zu haben, ist nicht neu: Bereits beim Dreikönigstreffen in Stuttgart hatte FDP-Chef Christian Lindner Kramp-Karrenbauer als "reaktionär" bezeichnet und dabei auf ihre homophoben Aussagen verwiesen (queer.de berichtete). Allerdings scheint der 40-Jährige ("Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren") inzwischen mit AKK weniger Probleme zu haben als mit Merkel: Er kündigte am Montag an, dass er sich eine Regierungsbeteiligung auch ohne Neuwahlen vorstellen könne. "Bei einem Angebot, das faire Zusammenarbeit und Profilbildung für jeden der Beteiligten ermöglicht, sind wir dabei. Das ist doch ganz klar", sagte der liberale Parteichef. (dk)

-w-

#1 Rollback-WatchAnonym
  • 12.03.2019, 14:23h
  • Dann hoffen mir mal, dass Kahrs und Gleichgesinnte in ihrer Partei Gehör finden. Bislang sind es ja eher die posten- und geldgeilen Nahles und Gabriels, die der im Übrigen schon heute reaktionären CDSU beim Rollback helfen. Durch politisches Rückgrat hat sich die SPD in den vergangenen Jahren ja nicht gerade ausgezeichnet.
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#2 Simon HAnonym
  • 12.03.2019, 14:42h
  • Da hat er vollkommen recht.

    Es geht ja nicht nur um die Verunglimpfung von Trans- und Intersexuellen in ihrer "Karnevalsrede".

    Sondern auch davor hat sie ja schon (ganz außerhalb des Karnevals) schwule und lesbische Paare mit Inzest oder sonst was verglichen. Und das auch auf Nachfrage mehrfach und immer wieder bestätigt.

    So eine Person kann man nicht im 21. Jahrundert zur Kanzlerin eines freiheitlich-demokratischen Staates machen.

    Und ich bin ehrlich:
    ich erwarte auch vor den nächsten Wahlen von allen Parteien eine klare Aussage, ob sie mit einer Union unter einer Kanzlerkandidatin AKK eine Koalition eingehen (also AKK zur Kanzlerin wählen) oder nicht.
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#3 TuriAnonym
  • 12.03.2019, 14:48h
  • Aber immer schön das "diese Legislaturperiode" betonen, man möchte sich ja keine Steine in den Weg legen für die GroKo 2021 nicht war. Die Gefahr, dass dieser Bluff eingefordert wird, ist ja zum Glück niedrig, Merkel wird schon noch bis 2021 Kanzlerin bleiben.

    Die Aussage "Mit AKK als Kanzlerkandidatin gibt es keine Koalition mit der CSU, unter keinen Umständen." wäre die einzige akzeptabel.
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