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"Welt"-Interview
SPD-Politiker Kahrs bezeichnet AKK als "reaktionär"
Der SPD-Sprecher für queere Themen erneuert seine Attacke auf die CDU-Chefin – und beteuert, dass seine Partei Kramp-Karrenbauer in dieser Legislaturperiode nicht zur Kanzlerin wählen werde.

SPD-Politiker Johannes Kahrs übt scharfe Kritik an CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer (Bild: Deutscher Bundestag / Werner Schüring)
- 12. März 2019, 12:43h 2 Min.
Der SPD-Bundestagsabgeordneter Johannes Kahrs hat am Dienstag seine Kritik an CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer erneuert und ihr wegen ihrer homophoben Tiraden vorgeworfen, sie sei "reaktionärer als alles, was man sich vorstellen kann". Im Nachrichtensender "Welt" (früher N24) bekräftigte der Chef des konservativen Seeheimer Kreises und der Beauftragte für die Belange von Lesben und Schwulen in der SPD-Bundestagsfraktion auch, dass seine Partei in dieser Legislaturperiode Kramp-Karrenbauer nach einem Rücktritt Angela Merkels nicht zur Kanzlerin wählen werde.
"Wir haben einen Koalitionsvertrag mit der CDU und Frau Merkel. Frau Kramp-Karrenbauer war da nicht vorgesehen", so Kahrs. "Um eine Kanzlerin auszutauschen, braucht es die Zustimmung des Koalitionspartners." Er glaube, dass Merkel bis 2021 regiere. "Und wenn die Union was anderes vorhat, dann muss man ihr das nur rechtzeitig sagen, dass das nicht laufen wird." Die Union können dann "Jamaika reloaded" ausprobieren. "Aber ich persönlich glaube nicht, dass jemand, der politisch so reaktionär ist, Lesben und Schwule seit Jahren immer in die Ecke stellt, die Öffnung der Ehe ablehnt, irgendetwas mit Zukunft zu tun hat oder gar mit der Großen Koalition", sagte Kahrs.
Kramp-Karrenbauer hatte vor rund eineinhalb Wochen mit ihrem Auftritt vor dem Stockacher Narrengericht in Baden-Württemberg für Aufregung gesorgt, als sie erklärte, "Toiletten für das dritte Geschlecht" seien "für die Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder schon sitzen müssen. Dafür – dazwischen – ist diese Toilette" (queer.de berichtete). Dafür erntete sie viel Kritik von SPD, FDP, Linkspartei und Grünen – und sogar auch von den Lesben und Schwulen in der Union (queer.de berichtete). Kahrs selbst hatte die CDU-Vorsitzende bereits vor wenigen Tagen als "Niete" bezeichnet (queer.de berichtete).
/ seeheimer | Der Seeheimer Kreis geht auch bei anderen Themen hart mit AKK ins GerichtWas #AKK zu #Europa sagt:
Seeheimer Kreis (@seeheimer) March 12, 2019
(…) eine Europäisierung der Sozialsysteme und des Mindestlohns wären der falsche Weg.
Was wir auf EU-Ebene fordern:
Mindestlöhne
Arbeitslosenversicherung
Betriebs-/Personalräte, gewerkschaftliche Vertretungen und verbindliche Tarifverträge
FDP kann sich Koalition ohne Neuwahl vorstellen
Der Vorwurf gegen AKK, eine reaktionäre Grundhaltung zu haben, ist nicht neu: Bereits beim Dreikönigstreffen in Stuttgart hatte FDP-Chef Christian Lindner Kramp-Karrenbauer als "reaktionär" bezeichnet und dabei auf ihre homophoben Aussagen verwiesen (queer.de berichtete). Allerdings scheint der 40-Jährige ("Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren") inzwischen mit AKK weniger Probleme zu haben als mit Merkel: Er kündigte am Montag an, dass er sich eine Regierungsbeteiligung auch ohne Neuwahlen vorstellen könne. "Bei einem Angebot, das faire Zusammenarbeit und Profilbildung für jeden der Beteiligten ermöglicht, sind wir dabei. Das ist doch ganz klar", sagte der liberale Parteichef. (dk)














