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Slowakei
Erzbischof: LGBTI-freundliche Liberale unterstützen ist "schwere Sünde"
Als guter Christ könne man keine Kandidatin wählen, die sich für LGBTI-Rechte engagiert, so Erzbischof Ján Orosch kurz vor der Präsidentschaftswahl in der Slowakei.

Ján Orosch wurde 2013 von Papst Franziskus zum Erzbischof von Trnava ernannt
- 12. März 2019, 15:28h 2 Min.
Einer der höchsten Geistlichen der slowakischen Katholiken hat kurz vor der Präsidentenwahl am kommenden Samstag mit einem aufsehenerregenden Wahlaufruf gegen die linksliberale Favoritin Zuzana Čaputová für Empörung gesorgt. In einer Predigt rief der 65-jährige Ján Orosch, der Erzbischof von Trnava, die christlichen Wähler dazu auf, den Verlockungen des Teufels zu widerstehen, der die Menschen mit schönen Worten zu falschen Wahlentscheidungen für Vertreter der "Gender-Ideologie" verführe.
Konkret kritisierte der Erzbischof, es sei "eine schwere Sünde", öffentlich "diese ultraliberale Kandidatin" zu unterstützen. Christen dürften keine Politiker unterstützen, die sich für die Liberalisierung von weichen Drogen, Sterbehilfe oder Abtreibung aussprechen – auch ein Votum für Unterstützer der Ehe für alle oder Befürworter des Adoptionsrechts für gleichgeschlechtliche Paare seien für echte Christen tabu. Obwohl er keine Namen nannte, bezog sich Orosch unmissverständlich darauf, dass sein 2012 aus unbekannten Gründen gefeuerter Vorgänger als Erzbischof, Robert Bezak, eine öffentliche Wahlempfehlung für Čaputová abgegeben hatte.
Čaputová führt in Umfragen
Čaputová, eine geschiedene Anwältin, ist Vizechefin der erst 2017 gegründeten proeuropäischen Partei "Progessive Slowakei", die oft mit Emmanuel Macrons "En Marche!"-Bewegung verglichen wird. Die 45-Jährige führt in den Umfragen deutlich und ist auch bei Wählern des christlich-konservativen Lagers beliebt, obwohl sie wiederholt erklärte, dass sie die Einführung von Lebenspartnerschaften für homosexuelle Paare unterstützen oder bei der Abtreibung den Status quo beibehalten wolle. Die Präsidentenwahl findet am 16. März statt, eine mögliche Stichwahl ist auf den 30. März angelegt. Der derzeitige parteilose Präsident Andrej Kiska tritt nicht für eine zweite Amtszeit an.
Die Fastenpredigt des Erzbischofs Orosch wurde am vergangenen Sonntag vom kirchennahen TV-Sender Lux live übertragen und war am Dienstag auszugsweise auch in Online-Medien zu sehen.
Die ehemalige christdemokratische Regierungschefin Iveta Radičová kritisierte gegenüber der Tageszeitung "Dennik N" (Dienstagsausgabe): Für Orosch und andere Kirchenvertreter sei das Wort "Liberalismus eine schlimmere Abstempelung als Neonazismus oder Faschismus", weil sie es nur mit Abtreibungen und Homosexualität identifizierten. Radičová war vor zehn Jahren selbst als Präsidentschaftskandidatin von der Kirche wegen ihrer toleranten Haltung zu sexuellen Minderheiten angefeindet worden.
Slowakische Bischöfe gelten als extrem homophob: Erst vergangenes Jahr erklärte die nationale Bischofskonferenz, die staatliche Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Paaren führe zu "gesellschaftlicher Verwirrung" (queer.de berichtete). (dpa/dk)















Die verlangen immer, dass sich andere nicht in ihre Belange einmischen (was schon dubios ist, da auch die Kirche nicht über dem Gesetz steht), aber sie selbst mischen sich immer in die Politik ein.
Und die wollen sogar den Menschen Vorschriften machen, wen sie zu wählen haben. Das ist der Geist des Totalitarismus.