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Slowakei

Erzbischof: LGBTI-freundliche Liberale unterstützen ist "schwere Sünde"

Als guter Christ könne man keine Kandidatin wählen, die sich für LGBTI-Rechte engagiert, so Erzbischof Ján Orosch kurz vor der Präsidentschaftswahl in der Slowakei.


Ján Orosch wurde 2013 von Papst Franziskus zum Erzbischof von Trnava ernannt

Einer der höchsten Geistlichen der slowakischen Katholiken hat kurz vor der Präsidentenwahl am kommenden Samstag mit einem aufsehenerregenden Wahlaufruf gegen die linksliberale Favoritin Zuzana Čaputová für Empörung gesorgt. In einer Predigt rief der 65-jährige Ján Orosch, der Erzbischof von Trnava, die christlichen Wähler dazu auf, den Verlockungen des Teufels zu widerstehen, der die Menschen mit schönen Worten zu falschen Wahlentscheidungen für Vertreter der "Gender-Ideologie" verführe.

Konkret kritisierte der Erzbischof, es sei "eine schwere Sünde", öffentlich "diese ultraliberale Kandidatin" zu unterstützen. Christen dürften keine Politiker unterstützen, die sich für die Liberalisierung von weichen Drogen, Sterbehilfe oder Abtreibung aussprechen – auch ein Votum für Unterstützer der Ehe für alle oder Befürworter des Adoptionsrechts für gleichgeschlechtliche Paare seien für echte Christen tabu. Obwohl er keine Namen nannte, bezog sich Orosch unmissverständlich darauf, dass sein 2012 aus unbekannten Gründen gefeuerter Vorgänger als Erzbischof, Robert Bezak, eine öffentliche Wahlempfehlung für Čaputová abgegeben hatte.

Čaputová führt in Umfragen


Zuzana Čaputová ist Favoritin auf den Präsidentschaftsposten (Bild: Teslaton / wikipedia)

Čaputová, eine geschiedene Anwältin, ist Vizechefin der erst 2017 gegründeten proeuropäischen Partei "Progessive Slowakei", die oft mit Emmanuel Macrons "En Marche!"-Bewegung verglichen wird. Die 45-Jährige führt in den Umfragen deutlich und ist auch bei Wählern des christlich-konservativen Lagers beliebt, obwohl sie wiederholt erklärte, dass sie die Einführung von Lebenspartnerschaften für homosexuelle Paare unterstützen oder bei der Abtreibung den Status quo beibehalten wolle. Die Präsidentenwahl findet am 16. März statt, eine mögliche Stichwahl ist auf den 30. März angelegt. Der derzeitige parteilose Präsident Andrej Kiska tritt nicht für eine zweite Amtszeit an.

Die Fastenpredigt des Erzbischofs Orosch wurde am vergangenen Sonntag vom kirchennahen TV-Sender Lux live übertragen und war am Dienstag auszugsweise auch in Online-Medien zu sehen.

Die ehemalige christdemokratische Regierungschefin Iveta Radičová kritisierte gegenüber der Tageszeitung "Dennik N" (Dienstagsausgabe): Für Orosch und andere Kirchenvertreter sei das Wort "Liberalismus eine schlimmere Abstempelung als Neonazismus oder Faschismus", weil sie es nur mit Abtreibungen und Homosexualität identifizierten. Radičová war vor zehn Jahren selbst als Präsidentschaftskandidatin von der Kirche wegen ihrer toleranten Haltung zu sexuellen Minderheiten angefeindet worden.

Slowakische Bischöfe gelten als extrem homophob: Erst vergangenes Jahr erklärte die nationale Bischofskonferenz, die staatliche Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Paaren führe zu "gesellschaftlicher Verwirrung" (queer.de berichtete). (dpa/dk)



#1 Julian SAnonym
  • 12.03.2019, 16:41h
  • Die Kirche kann das Hetzen nicht lassen.

    Die verlangen immer, dass sich andere nicht in ihre Belange einmischen (was schon dubios ist, da auch die Kirche nicht über dem Gesetz steht), aber sie selbst mischen sich immer in die Politik ein.

    Und die wollen sogar den Menschen Vorschriften machen, wen sie zu wählen haben. Das ist der Geist des Totalitarismus.
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#2 Die BärenAnonym
  • 12.03.2019, 16:52h
  • wieso wird eigentlich von der Kirche, die ja Liebe und Vergebung predigt
    HASS gefordert und gefördert.

    Sexualität hat größtenteils was mit Zuneigung und Liebe zu tun.

    Anhäufung von Schätzen und Reichtümern (wie es die Kirchen ja vormachen) macht nur noch Gieriger und Kaltherziger.

    Was Christen und viele andere Religionen betreiben ist emotionale Erpressung Geistige Folter wie Gehrinwäsche bis ins tiefste Mark, dass sich auch ja niemand mehr je eigene Gedanken macht und deshalb sein Unglück einfach akzeptiert.
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#3 JinoAnonym
  • 12.03.2019, 16:54h
  • Ach, ist das eine noch schwerere Sünde als massenhafter Kindesmissbrauch und dessen systematische Vertuschung?
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#4 KirchenaustrittAnonym
#5 NickAnonym
  • 12.03.2019, 17:35h
  • wenn die Mehrheit der Menschen so weitermacht und Kirchen, die Hass fördern unterstützen, werden sie wirklich noch die Apocalypse heraufbeschwören. Wie es scheint sind sie deshalb gegen Homosexualität, weil es gibt einfach keinen vernünftigen Grund sonst gegen Homosexualität zu sein, da niemand dadurch geschädigt wird, wenn zwei Menschen sich Lieben. Das wovor sie vielleicht wohl sonst noch Angst haben (3-3) = in den A...h ge..t zu werden wird ihnen dann höchstwahrscheinlich von herumziehenden Gesetzlosen zugefügt werden.
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#6 Sven100Anonym
#7 Sven100Anonym
  • 12.03.2019, 18:05h
  • Früherer Ratsvorsitzende der EKD Nikolaus Schneider:

    "Bislang habe es die Menschen selbst unter den Bedingungen einer fortschreitenden Säkularisierung zumindest noch interessiert, was die Kirchen zu wichtigen Fragen des Zusammenlebens sagen. Die Missbrauchsfälle in kirchlichen Einrichtungen führten jetzt dazu, "dass die Menschen das nicht einmal mehr hören wollen und den Kirchen sagen: 'Ihr solltet besser mal die Klappe halten! Ihr genügt ja bis in die höchsten Hierarchiestufen hinauf nicht einmal euren eigenen Normen!'"

    katholisch.de
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#8 g-mucAnonym
#9 FelixAnonym
  • 12.03.2019, 20:02h
  • Was sind das für Menschen, die Liebe verachten und Hass predigen?

    Wollen die von den Verbrechen ihres Vereins ablenken?
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#10 Bonifatius49Anonym
  • 12.03.2019, 20:20h
  • Antwort auf #9 von Felix
  • Da drück ich der linksliberalen Favoritin Zuzana aputová in der Slowakei die Daumen.

    Das bis heute in der Slowakei es überhaupt keine staatliche Anerkennung homosexueller Paare gibt, halte ich innerhalb der EU für ein Skandal. Leider versagen dort die Partei der Sozialdemokraten in der Slowakei, die dort seit vielen Jahren regieren.
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