Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?33181

Personalwechsel

Karl-Heinz Brunner ist neuer SPD-Sprecher für Schwule und Lesben

Der bayerische Bundestagsabgeordnete löst den Hamburger Sozialdemokraten Johannes Kahrs ab, der sich in den vergangenen elf Jahren um die LGBTI-Politik gekümmert hat.


Karl-Heinz Brunner aus Neu-Ulm ist seit 2013 im Bundestag (Bild: Deutscher Bundestag / Achim Melde)

Karl-Heinz Brunner ist am Dienstag auf der Sitzung der SPD-Bundestagsfraktion als neuer Sprecher für die Belange von Lesben und Schwulen gewählt worden. Er löst damit Johannes Kahrs ab, der den Posten seit 2008 inne hatte. Das gaben beide Politiker am Nachmittag in einer Presseerklärung bekannt.

Brunner dankte seinem Vorgänger dafür, dass er mit seinem "lautstarken Engagement" die Belange von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transpersonen und Intersexuellen in der Politik sichtbar gemacht und die Gleichstellung vorangetrieben habe. "Wir haben in den letzten Jahren viel erreicht, aber es bleibt noch jede Menge zu tun", so der 65-Jährige. "Daher freue ich mich auf die neue Aufgabe, die mir durch die Fraktion heute übertragen wurde. Noch immer geraten die Rechte von Minderheiten zwischen die Fronten oder werden sogar geopfert. Das will und werde ich nicht hinnehmen!"

Kahrs erklärte, dass in den letzten elf Jahren, als er dieses Amt inne hatte, schon viel bewegt worden sei: "Mein großes Ziel war es immer, die rechtliche Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Paare zu beenden. Der Weg dorthin war kein leichter, angesichts der ständigen Blockadehaltung durch CDU/CSU", erklärte der 55-Jährige. "Mit dem Antidiskriminierungsgesetz, der Rehabilitierung der nach Paragraf 175 StGB verurteilten Homosexuellen, bis hin zur Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare konnten wir dieses Ziel letztlich Schritt für Schritt erreichen." Sein persönlicher Höhepunkt sei seine eigene Hochzeit im vergangenen Jahr mit seinem Partner Christoph gewesen, mit dem er bereits zuvor ein Vierteljahrhundert zusammen gewesen war.


Johannes Kahrs zieht sich als SPD-Sprecher für Schwule und Lesben zurück

"Ein wahrer Mitstreiter für queere Politik"

"Mit Karl-Heinz Brunner freue ich mich, dass ein wahrer Mitstreiter für queere Politik diese Aufgabe übernehmen wird", so Kahrs weiter. "Die Herausforderungen sind nicht kleiner geworden und es bleibt nach wie vor viel zu tun." Kahrs hat neben seiner Sprecherrolle für LGBTI-Rechte mehrere weitere Aufgaben – er ist etwa Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion im Haushaltsausschuss und Sprecher des Seeheimer Kreises, eines Zusammenschlusses konservativer Sozialdemokraten. Seit Jahren ist er dafür bekannt, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Erst wenige Stunden, bevor der Personalwechsel als SPD-Sprecher bekannt gegeben wurde, kritisierte er Annegret Kramp-Karrenbauer in einem Fernsehinterview wegen ihrer Homophobie als "reaktionär" (queer.de berichtete).

Karl-Heinz Brunner ist ein verheiratete Vater zweier erwachsener Kinder und seit 2013 Mitglied des Bundestages. Der Neu-Ulmer hat sich in den letzten Jahren immer wieder für die LGBTI-Gleichbehandlung engagiert. 2015 erhielt er wegen seines Einsatzes für die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben den "Homo-Orden" von queer.de. Er wurde aber auch kritisiert, weil die Große Koalition den Bundesrats-Gesetzentwurf zur Ehe-Öffnung so lange ignoriert und er den Schwarzen Peter schlicht dem Kanzleramt zugeschoben hatte (queer.de berichtete). (cw)



#1 FelixAnonym
  • 12.03.2019, 20:04h
  • Die SPD hat immer wieder gezeigt, dass sie ihre LGBTI-Versprechen auch bereitwillig aufgibt, wenn die Union das will. Da ist es relativ egal, welcher Sprecher das schönredet.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 goddamn liberalAnonym
  • 12.03.2019, 20:16h
  • Antwort auf #1 von Felix
  • "Die SPD hat immer wieder gezeigt, dass sie ihre LGBTI-Versprechen auch bereitwillig aufgibt, wenn die Union das will."

    Ach ja?

    Wer hat denn jetzt AKK als das eingestuft, was sie ist.

    Sven Lehmann?

    Sein Freund Arndt Klocke macht ja selbst bei der Reichsminister-Enkelin von Storch den lieben Jungen...
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Bonifatius49Anonym
  • 12.03.2019, 20:17h
  • Antwort auf #1 von Felix
  • @Felix
    "Die SPD hat immer wieder gezeigt, dass sie ihre LGBTI-Versprechen auch bereitwillig aufgibt, wenn die Union das will. Da ist es relativ egal, welcher Sprecher das schönredet."

    --> Sorry das ist großer Quatsch.

    Ich bin zwar kein Wähler der SPD, ABER die SPD hat immer LSBTI-Rechte vorangetrieben und zu 100 Prozent im Sommer 2017 die gleichgeschlechtliche Ehe ünterstützt.

    Es gibt andere Gründe, warum ich die SPD nicht wähle. ABER der Einsatz für LSBTI-Rechte in der SPD war und ist immer vorbildlich gewesen. In diesem Bereich kann ich die SPD nur loben.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Patroklos
#5 LorenProfil
#6 Ketzer
  • 13.03.2019, 01:52h
  • Ein zehn Jahre älterer Hetero als Nachfolger? Da wären mir "x" bessere Varianten eingefallen.

    Aber wir leben ja heute in einer verkehrten Welt... Nachfolger sind weit älter als ihre Vorgänger, wenn die gerade aufhören... und Sprecher für Schwule und Lesben muss nicht etwa jemand aus der Community sein... eigene Erfahrungen werden schließlich massiv überbewertet, gell. Von außen hat man eh' den viel besseren Überblick, gell.

    ...aber die SPD ist ja auch aus tausend anderen Gründen keine wählbare Option mehr.

    Also, wie der Bayer sagt: Passt scho.
    (Weil's eh' wurscht is.)
  • Antworten » | Direktlink »
#7 FinnAnonym
  • 13.03.2019, 09:11h
  • Antwort auf #3 von Bonifatius49
  • Nein, Du erzählst Quatsch.

    Die ganze Wahrheit ist, dass die SPD jahrelang die Union unterstützt hat, die Eheöffnung zu verhindern.

    Erst als die Grünen alle anderen Parteien unter Druck gesetzt hatten und nachdem die Kanzlerin mit ihrem Versprecher die Abstimmung freigegeben hat (was eigentlich eh unnötig wäre, da die gerne angeführte Koalitionstreue gegen Art. 38 GG verstößt), erst dann hat sich die SPD angeschlossen - genauso wie Teile der Union.

    Es ist NICHT so, dass die SPD das vorangetrieben hätte und dann letztlich gesiegt hätte, sondern die Grünen haben es vorangetrieben, Merkel hat sich verplappert und erst dann hat die SPD sich dran gehängt.

    Das ist Opportunismus, aber kein Verdient der SPD.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 goddamn liberalAnonym
#9 Carsten ACAnonym
  • 13.03.2019, 10:21h
  • Antwort auf #7 von Finn
  • Und nicht nur das:

    Die durch eine Lücke in der Eheöffnung entstandene Diskriminierung lesbischer Elternpaare gegenüber Schwulen und Heteros hat Schwarz-Rot nach wie vor nicht geschlossen.

    Und die SPD hat sowohl vor der letzten als auch vor der vorletzten Wahl massive Fortschritte für Trans- und Intersexuelle versprochen, aber in diesem Bereich wurde nichts getan. (Die Einführung des Dritten Geschlechts wurde vom BVerfG erzwungen und da hat Schwarz-Rot keinen Deut mehr getan als vom BVerfG vorgeschrieben war.)

    Und von der Rehabilitierung der §175-Opfer, die die Opfer mit Almosen abspeist und viele Opfer sogar ganz leer ausgehen lässt, mal ganz zu schweigen.

    Und was die SPD teilweise in den Bundesländern macht (Stichwort Bildungspläne) ist auch skandalös.

    Mal sehen, ob wenigstens bis zum Sommer Konversions-"Therapien" verboten werden...
  • Antworten » | Direktlink »
#10 Ralph
  • 13.03.2019, 10:24h
  • Antwort auf #8 von goddamn liberal
  • Ja, man kann darüber streiten, ob dieser Posten nicht besser mit einem Schwulen oder einer Lesbe besetzt wäre. Andererseits gibt es in der Politik viele maßgebliche Leute, die ein Thema deshalb nicht ernst nehmen wollen, weil es von jemandem vertreten wird, der damit auch persönliches Interesse verknüpft (man denke man das Schlagwort von der Homolobby, das Schwule und Lesben, die ihre Interessen vertreten, diskreditieren soll). Vielleicht kann es auch ein Vorteil sein, wenn nun ein Hetero zuständig ist. Was ich bisher von Herrn Brunner gehört und gelesen habe, macht ihn für mich jedenfalls recht vertrauenswürdig. Freilich ändert das nichts daran, dass die Eheöffnung vier Jahre lang verschleppt wurde, das § 175-Entschädigungsgesetz sehr lückenhaft ist und das Antidiskriminierungsgesetz reichlich Spielraum lässt, es zu umgehen. Das relativiert natürlich den Erfolg von Johannes Kahrs. Dennoch: An dieser Stelle möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass seine Bundestagsrede am 30.6.2017 ein Glanzlicht war und der dringend notwendige Kontrapunkt zu der unverfrorenen Aufforderung des Bundestagspräsidenten Lammers, die Befürworter der vollen Gleichberechtigung mögen Respekt aufbringen für diejenigen, die uns ein Grundrecht weiter verweigern wollen.

    Bei dieser Gelegenheit als Bezugnahme zum unzureichenden § 175-Entschädigungsgesetz: H.T. Riethausen hat einen Roman geschrieben ("Judasengel", blöder Titel; Verlag Heckmann & Meinzer, Frankfurt 2015), der eine Welle der Schwulenverfolgung in Frankfurt anfangs der 50er Jahre beschreibt. Das damalige Klima und die Vernichtung der bürgerlichen Existenz schon durch bloße Beschuldigung, Ermittlung und Festnahme wird gut dargestellt. Vor diesem Hintergrund erscheint es desto empörender, dass nur solche Opfer anerkannt werden, die letztlich verurteilt wurden.
  • Antworten » | Direktlink »