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Wien

Sozialdemokratischer Bürgermeister verleiht Ehrenmedaille an Homo-Hasser

Österreichische LGBTI-Aktivisten sind irritiert, dass ein sozialdemokratischer Bürgermeister einem homophoben Rechtspopulisten aus Serbien eine Goldene Ehrenmedaille überreicht hat.


Dragan Marković zeigt stolz seine Medaille – rechts von ihm steht Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) (Bild: Twitter / Dragan Marković Palma)

Shitstorm nach Ehrung eines Homo-Hassers: Der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig von der sozialdemokratischen SPÖ hatte vergangene Woche eine goldene Plakette an den serbischen Parlamentsabgeordneten Dragan Marković von der rechtspopulistischen Partei "Vereinigtes Serbien" überreicht. Daraufhin gab es heftige Kritik in sozialen Netzwerken am Wiener Stadtoberhaupt, weil Marković immer wieder mit homophoben Äußerungen von sich reden gemacht hatte. 2011 wurde er sogar von einem serbischen Gericht verurteilt, weil er Homosexuelle als "krank" bezeichnet hatte (queer.de berichtete). Auf Twitter schrieb Marković triumphierend, dass er mit der "goldenen Medaille der Stadt Wien" geehrt worden sei.

Marković, der als Teil einer Delegation aus dem serbischen Jagodina in der österreichischen Hauptstadt zu Gast war, sorgte immer wieder auch mit anderen umstrittenen Thesen für Empörung. So leugnete er etwa den Völkermord im ostbosnischen Srebrenica. Die Zeitung "Der Standard" bezeichnete ihn als "serbischen Herrn Trump".


Dragan Marković ist ein gern gesehener Gast in serbischen Talkshows (Bild: Screenshot Happy TV)

Auch die Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien zeigte sich "erstaunt" über die Auszeichnung. "Gerade im Jahr der EuroPride Vienna, die die Stadt Wien ja bedeutend unterstützt, ist es verwunderlich, dass Herr Marković mit Geschenken bedacht wird. Immerhin ist er der einzige Politiker Serbiens, der wegen seiner lesben- und schwulenfeindlichen Aussagen rechtskräftig verurteilt wurde", erklärte HOSI-Chef Moritz Yvon in einer Pressemitteilung vom Mittwoch. "Wir fordern daher das Rathaus zu einer Klarstellung auf."

SPÖ bezeichnet Kritik als "Fake News"

Bislang hat sich das Rathaus nicht direkt geäußert. Die SPÖ in Wien schaltete aber bereits auf Angriff – und bezichtigte Kritiker der Medaillen-Übergabe als Verbreiter von Falschmeldungen. Der Wiener SPÖ-Sprecher Raphael Sternfeld erklärte etwa auf Twitter: "Keine Fake News produzieren. Die Städte Wien und Jagodina haben traditionell eine gute Verbindung." Die Medaille sei außerdem keine Ehrung, "sondern ein üblicher Austausch von Gastgeschenken zwischen Wien und Jagodina".



Allerdings wurde ein Video der Überreichung in sozialen Netzwerken geteilt, in der Bürgermeister Ludwig zum Rechtspopulisten sagt: "Ich darf mich fürs Kommen bedanken mit der Ehrenmedaille in Gold – etwas, das wir ganz selten vergeben." (dk)

Twitter / LeoKohlbauer



#1 zundermxeAnonym
  • 13.03.2019, 13:44h
  • Leider mal wieder ein Beispiel für die Zweigleisigkeit weiter Teile der Politik im Umgang mit LGBTI-Hassern.

    Aber wir kennen dies in Deutschland ja bestens. Beispielhaft bis heute hat ein Herr Schröder - der beste Freund des lupenreinen Demokraten Putin - sein SPD-Parteibuch und wird von zu großen Teilen der politischen und gesellschaftlichen Klasse hofiert und gewürdigt. Das Blut an seinen Händen, dass er zumindest vom unzähligen Händeschütteln mit Putin hat, stört scheinbar gar nicht und wird auch nicht thematisiert.

    Schöne Reden halten können viele - glaubhaft konsequentes Handeln bleibt leider die absolute Ausnahme... auch in weiten Teilen der bundesdeutschen Politik.
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#2 Simon HAnonym
  • 13.03.2019, 16:05h
  • Die Sozialdemokratie in Österreich hat offenbar genauso wenig Gespür für Anstand wie die Sozialdemokratie in Deutschland.

    Und wenn man das kritisiert, keifen sie noch was von Fake News...
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