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Stefan Kaufmann

Schwuler CDU-Politiker will Absetzung von "Dr. Klein" verhindern

Die ZDF-Krankenhausserie habe für die Akzeptanz Homosexueller sensibilisiert und gezeigt, dass es in der modernen Gesellschaft keinen Platz für Diskriminierung gebe, so Stefan Kaufmann.


Stefan Kaufmann ist seit 2009 Mitglied des Deutschen Bundestages. Bei Wahlen konnte er sich drei Mal in Folge im städtischen Wahlkreis Stuttgart I gegen den beliebten Grünenpolitiker Cem Özdemir durchsetzen – zuletzt allerdings äußerst knapp mit 32 zu 30 Prozentpunkten (Bild: Deutscher Bundestag / Achim Melde)

Der Stuttgarter CDU-Kreischef und Bundestagsabgeordnete Stefan Kaufmann hat laut "StZ" den ZDF-Intendanten schriftlich gebeten, die Krankenhausserie "Dr. Klein" nicht wie geplant nach Ende der aktuell laufenden fünften Staffel einzustellen.

Als einen Grund nannte Kaufmann, dass die Serie um eine von Christine Urspruch dargestellte kleinwüchsige Kinderärztin für die Akzeptanz homosexueller Partnerschaften sensibilisiert habe. Der schwäbische CDU-Politiker, der seit 2009 im Bundestag sitzt, hat seine eigene Partnerschaft 2015 kirchlich segnen lassen (queer.de berichtete). Außerdem, so Kaufmann weiter, vermittle die ZDF-Produktion auf sympathische Art, "dass in unserer modernen Gesellschaft kein Platz ist für Intoleranz und Diskriminierung".

Kaufmann: Serie hat "Herz, Charakter und Aussage"

Auch handfeste regionale Gründe würden für eine Fortsetzung sprechen: Die Serie wird in Kaufmanns Heimatstadt gedreht und sei auch für den Wirtschafts- und Medienstandort Stuttgart sehr wichtig, so der 49-jährige Christdemokrat. Außerdem fahre "Dr. Klein" mit stabil drei Millionen Zuschauern pro Folge ordentliche Quoten ein und sei bei Zuschauern beliebt. Es handle sich um eine Serie mit "Herz, Charakter und Aussage".


"Dr. Klein" lief seit 2014 zunächst freitagabends und jetzt samstagabends kurz vor der Primetime (Bild: ZDF)

"Dr. Klein" hat immer wieder mit LGBTI-Geschichten für Schlagzeilen gesorgt (queer.de berichtete). In der neuesten Folge, die am Samstag im ZDF-Vorabendprogramm ausgestrahlt werden soll, geht es um eine homophobe Ärztin, die ihren 17-jährigen Sohn von seiner Homosexualität "heilen" will. In der Folge beziehen Dr. Klein und ihre Kollegen klar Stellung gegen sogenannte Konversionstherapien (queer.de berichtete). Im letzten Jahr fuhren Hauptdarstellerin Christine Urspruch und andere "Dr. Klein"-Schauspieler beim Stuttgarter CSD auf dem Wagen der Produktionsfirma Bavaria Fiction mit – der Pride wurde Anfang des Jahres auch in der Serie selbst dargestellt. (dk)



#1 Simon HAnonym
  • 13.03.2019, 16:04h
  • Das ist ja eine nette Forderung. Aber sollte er nicht erst mal die Homo- und Transphobie in seiner eigenen Partei (u.a. bei der eigenen Parteivorsitzenden) bekämpfen, ehe er sich um die Frage kümmert, ob Fernsehserien fortgesetzt werden oder nicht?!
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#2 Patrick SAnonym
  • 13.03.2019, 16:29h
  • Antwort auf #1 von Simon H
  • Stimme dir vollkommen zu. Absurd, nicht AKK für ihre Ausfälle und Angriffe zu kritisieren und die Neuausrichtung der CDU in LGBT+ Fragen voranzutreiben, sondern für Fernsehcharaktere und -geschichten zu kämpfen.
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#3 ProfGrossAnonym
  • 13.03.2019, 17:34h
  • Antwort auf #1 von Simon H
  • Ich würde ja nicht meinen, dass das ein Entweder-Oder ist. Man darf auch dafür sein, dass es weiter dem Bildungsauftrag des ÖR entspricht, Nicht-Hetero-Normalität als genau so normal darzustellen.

    Vielleicht nicht nur trotz, sondern gerade wegen.
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#4 Julian SAnonym
  • 13.03.2019, 17:38h
  • So sehr ich die Serie mag und so schade ich deren Einstellung finde. Aber haben CDU-Politiker nichts wichtigeres zu tun, als sich um Fernsehserien Gedanken zu machen?

    Der sollte lieber mal deutliche Worte zu seiner Parteivorsitzenden finden, die schwule und lesbische Paare mit Inzest vergleicht.
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#5 Simon HAnonym
  • 13.03.2019, 17:43h
  • Antwort auf #3 von ProfGross
  • Ja, natürlich darf man beides. Aber er macht halt nicht beides.

    Er kümmert sich nicht um Homohass in der eigenen Partei, aber philosophiert dann über TV-Serien.

    Das darf er gerne tun, aber das ist halt unglaubwürdig, wenn er gleichzeitig bei LGBTI-Hass in der eigenen Partei schweigend wegsieht.

    Oder sind die Inzest- und Polygamie-Vergleiche der CDU-Vorsitzenden weniger wichtig als eine Vorabendserie?
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#6 KetzerEhemaliges Profil
  • 13.03.2019, 17:57h
  • Also weil er AKK nicht oder nicht ausreichend kritisiert, darf er sich nicht für den Erhalt dieser Fernsehserie einsetzen?

    Abgesehen davon, dass ich von der GESAMTEN CDU-Mischpoke noch nie etwas gehalten habe, stimme ich ihm doch bezüglich der Serie zu.

    Es ist wichtig, dass "unsere" Themen auch in "ganz normalen" Fernsehserien positiv dargestellt werden. Und die Serie "Dr. Klein" tut das.

    (Bevor man mich gleich wieder falsch versteht: Nein. Ich plädiere nicht dafür, dass wir "alle ganz normal" sein sollen. Jede_r soll sein dürfen, wie er_sie ist. Die einzige Chance, die wir allerdings langfristig haben, ist breit aufgestellte positiv und realistisch dargestellte Sichtbarkeit.)
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#7 feli491Anonym
  • 13.03.2019, 18:28h
  • Antwort auf #6 von Ketzer
  • Natürlich darf er das, oder wurde er schon weggesperrt? Deswegen darf aber trotzdem kritisiert werden, dass er sich bei LGBTI Themen innerhalb seiner Partei nicht deutlicher positioniert. Was bringt es uns, wenn eine Serie die Thematik behandelt, wenn wir irgendwann eine Kanzlerin haben, die diese bestenfalls komplett ignoriert oder sich sogar eindeutig dagegen positioniert?
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#8 KetzerEhemaliges Profil
  • 13.03.2019, 18:49h
  • Antwort auf #4 von Julian S
  • "oder wurde er schon weggesperrt?"
    Was ist das denn für eine Polemik?

    Ich beziehe mich hier z.B. auf Kommentar #4, in dem es klar heißt, er solle "lieber mal deutliche Worte zu seiner Parteivorsitzenden finden", statt "sich um Fernsehserien Gedanken zu machen".

    Warum ginge nicht BEIDES? Dass er AKK nicht entsprechend kritisiert, lässt selbstverständlich tief blicken.

    Ich bin übrigens ganz allgemein kein Fan des Totschlagarguments "Es gibt Wichtigeres". Ja, natürlich: es gibt IMMER Wichtigeres. Aber man könnte schließlich entweder das eine tun und das andere nicht lassen - oder zumindest einmal irgendetwas tun/sagen statt gar nichts.

    Deshalb: ich finde gut, was er zu dieser TV-Serie gesagt hat. Hätte selbst nicht gedacht, dass ich mal einem CDU-Politiker zustimmen würde. Das heißt aber noch lange nicht, dass ich sonst gut fände, was diese Partei und ihre Anhänger_innenschaft treibt.

    Übrigens: AKK als nächste Bundeskanzlerin ist kein gottgegebenes Schicksal. WIR ALLE, JEDE_R EINZELNE VON UNS sind dafür verantwortlich, ob diese Partei den_die nächste_n Bundeskanzler_in stellen wird. Indem wir diese Partei (bzw. Parteien, die mit ihnen koalieren werden) entweder wählen oder nicht wählen. Und wir haben auch eine ganze Menge Leute in der Community, die sich einen Dreck um Menschenrechte scheren, weil sie lieber ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen verfolgen.

    Also nicht nur Herrn Kaufmann kritisieren (was ich ansonsten, wie erwähnt, für äußerst legitim halte), sondern bitte auch selbst entsprechend handeln. Das geht jetzt an alle, nicht speziell an Dich.
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#9 KontextAnonym
  • 13.03.2019, 19:03h
  • Bei der Debatte hier wird etwas übersehen, dass er sich nicht primär als schwuler Politiker äußerte und das quasi ein großer und je nach Deutung ggf. ablenkender Einsatz für die Community darstellen sollte, sondern dass das ein Einsatz für seinen Wahlkreis in Stuttgart ist, Dreh- und Handlungsort der Serie
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#10 lindener1966Profil
  • 13.03.2019, 21:54hHannover
  • Das ist eine richtig nette Serie, schaue da immer wieder mal rein, wenn ich etwas Entspannung brauche. Es gibt wohl keine deutsche Serie, die so divers ist und witzig obendrein. Vor allem Maresa Hörbiger hat ordentlich Zickenqualitäten.
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