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Stefan Kaufmann

Schwuler CDU-Politiker will Absetzung von "Dr. Klein" verhindern

Die ZDF-Krankenhausserie habe für die Akzeptanz Homosexueller sensibilisiert und gezeigt, dass es in der modernen Gesellschaft keinen Platz für Diskriminierung gebe, so Stefan Kaufmann.


Stefan Kaufmann ist seit 2009 Mitglied des Deutschen Bundestages. Bei Wahlen konnte er sich drei Mal in Folge im städtischen Wahlkreis Stuttgart I gegen den beliebten Grünenpolitiker Cem Özdemir durchsetzen – zuletzt allerdings äußerst knapp mit 32 zu 30 Prozentpunkten (Bild: Deutscher Bundestag / Achim Melde)
  • 13. März 2019, 13:19h 13 2 Min.

Der Stuttgarter CDU-Kreischef und Bundestagsabgeordnete Stefan Kaufmann hat laut "StZ" den ZDF-Intendanten schriftlich gebeten, die Krankenhausserie "Dr. Klein" nicht wie geplant nach Ende der aktuell laufenden fünften Staffel einzustellen.

Als einen Grund nannte Kaufmann, dass die Serie um eine von Christine Urspruch dargestellte kleinwüchsige Kinderärztin für die Akzeptanz homosexueller Partnerschaften sensibilisiert habe. Der schwäbische CDU-Politiker, der seit 2009 im Bundestag sitzt, hat seine eigene Partnerschaft 2015 kirchlich segnen lassen (queer.de berichtete). Außerdem, so Kaufmann weiter, vermittle die ZDF-Produktion auf sympathische Art, "dass in unserer modernen Gesellschaft kein Platz ist für Intoleranz und Diskriminierung".

Kaufmann: Serie hat "Herz, Charakter und Aussage"

Auch handfeste regionale Gründe würden für eine Fortsetzung sprechen: Die Serie wird in Kaufmanns Heimatstadt gedreht und sei auch für den Wirtschafts- und Medienstandort Stuttgart sehr wichtig, so der 49-jährige Christdemokrat. Außerdem fahre "Dr. Klein" mit stabil drei Millionen Zuschauern pro Folge ordentliche Quoten ein und sei bei Zuschauern beliebt. Es handle sich um eine Serie mit "Herz, Charakter und Aussage".


"Dr. Klein" lief seit 2014 zunächst freitagabends und jetzt samstagabends kurz vor der Primetime (Bild: ZDF)

"Dr. Klein" hat immer wieder mit LGBTI-Geschichten für Schlagzeilen gesorgt (queer.de berichtete). In der neuesten Folge, die am Samstag im ZDF-Vorabendprogramm ausgestrahlt werden soll, geht es um eine homophobe Ärztin, die ihren 17-jährigen Sohn von seiner Homosexualität "heilen" will. In der Folge beziehen Dr. Klein und ihre Kollegen klar Stellung gegen sogenannte Konversionstherapien (queer.de berichtete). Im letzten Jahr fuhren Hauptdarstellerin Christine Urspruch und andere "Dr. Klein"-Schauspieler beim Stuttgarter CSD auf dem Wagen der Produktionsfirma Bavaria Fiction mit – der Pride wurde Anfang des Jahres auch in der Serie selbst dargestellt. (dk)

-w-

#1 Simon HAnonym
  • 13.03.2019, 16:04h
  • Das ist ja eine nette Forderung. Aber sollte er nicht erst mal die Homo- und Transphobie in seiner eigenen Partei (u.a. bei der eigenen Parteivorsitzenden) bekämpfen, ehe er sich um die Frage kümmert, ob Fernsehserien fortgesetzt werden oder nicht?!
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#2 Patrick SAnonym
  • 13.03.2019, 16:29h
  • Antwort auf #1 von Simon H
  • Stimme dir vollkommen zu. Absurd, nicht AKK für ihre Ausfälle und Angriffe zu kritisieren und die Neuausrichtung der CDU in LGBT+ Fragen voranzutreiben, sondern für Fernsehcharaktere und -geschichten zu kämpfen.
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#3 ProfGrossAnonym
  • 13.03.2019, 17:34h
  • Antwort auf #1 von Simon H
  • Ich würde ja nicht meinen, dass das ein Entweder-Oder ist. Man darf auch dafür sein, dass es weiter dem Bildungsauftrag des ÖR entspricht, Nicht-Hetero-Normalität als genau so normal darzustellen.

    Vielleicht nicht nur trotz, sondern gerade wegen.
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