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Evangelische Kirche

Kirche lässt sich Zeit mit Segen für Lesben und Schwule

Vor einem Jahr entschied die evangelische Landeskirche in Bayern, dass homosexuelle Ehepaare öffentlich im Gottesdienst gesegnet werden dürfen. Wie das praktisch ablaufen soll, ist aber noch immer nicht ganz klar.


Die evangelische Landeskirche in Bayern will gleichgeschlechtliche Paare nur segnen und nicht trauen – hat dafür aber noch immer keine Handreichung veröffentlicht

Die geplante Handreichung für die offizielle Segnung homosexueller Paare in der evangelischen Kirche in Bayern verzögert sich um mindestens ein Jahr. Auf der Landessynodaltagung Ende November in Bamberg soll sie der Kirchenleitung vorgestellt werden, wie eine Sprecherin des Landeskirchenamtes auf dpa-Anfrage sagte. Ursprünglich war sie schon für den Herbst 2018 geplant.

"Diese Handreichung scheint der Landeskirche kein Herzensanliegen zu sein", sagte Markus Apel, Mitglied im Vorstand des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) Bayern. "Wir hoffen, dass sich die liberalen Beteiligten durchsetzen und die Veröffentlichung nicht weiter herausgezögert wird."

Einen konkreten Grund für die Verzögerung gebe es nicht. "Derzeit werden viele grundlegende Reformprozesse in unserer Landeskirche vorangetrieben", sagte die Sprecherin. "Die Handreichung zur Segnung soll ausreichend Raum für die Diskussion erhalten, daher ist sie nun für die Synodaltagung in Bamberg im Herbst vorgesehen."

Keine Gleichstellung von Lesben und Schwulen

Im April vergangenen Jahres hatte die Landessynode als Kirchenparlament nach langer Diskussion mit großer Mehrheit entschieden, dass schwule und lesbische Paare in Bayern künftig öffentlich im evangelischen Gottesdienst gesegnet werden dürfen (queer.de berichtete). Die Handreichung soll darlegen, wie eine solche Segnung ablaufen kann. Sie habe aber keinen Rechtscharakter und beschreibe, was derzeit bereits gilt, betonte die Sprecherin. Wie viele homosexuelle Paare sich bereits haben segnen lassen, konnte das Landeskirchenamt nicht sagen. Das werde erst in der nächsten Kirchenstatistik ausgewiesen.

In jedem Fall wird die Segnung in Bayern nicht mit einer Trauung zwischen Mann und Frau gleichgestellt – anders als beispielsweise in der evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz oder in der Landeskirche Oldenburg. Der LSVD nannte die Unterscheidung in Bayern nach dem Synodenbeschluss im vergangenen Jahr "bedauerlich".

Uneinheitliche Regelungen der Landeskirchen

Die evangelische Kirche in Deutschland ist generell uneins, wie sie mit gleichgeschlechtlichen Heiratswilligen umgeht. Schwule und Lesben haben dort – im Gegensatz zur katholischen Kirche – zwar grundsätzlich fast überall die Möglichkeit, sich von einem Pfarrer segnen zu lassen. In welcher Form das geschieht, wird von den 20 Landeskirchen aber unterschiedlich geregelt.

Eine Landkarte auf evangelisch.de, auf die ein Sprecher der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Hannover hinweist, zeigt, dass sich etwa die Landeskirchen Westfalen und Sachsen – wie Bayern – ebenfalls gegen eine Trauung für alle und für eine öffentliche Segnung entschieden haben. Am homofeindlichsten ist die Landeskirche Württemberg, in der lediglich eine nicht-öffentliche Segnung der Partnerschaft möglich ist. (cw/dpa)



#1 Sven100Anonym
#2 LotiAnonym
  • 14.03.2019, 09:51h
  • Die wollen doch nicht ihre Schäfchen nun völlig verunsichern. Ablenken von den wahren Problemen dieser Religioten nenne ich das.
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#3 Religiotenfascho-WatchAnonym
#4 JadugharProfil
#5 LarsAnonym
  • 14.03.2019, 15:03h
  • Antwort auf #4 von Jadughar
  • Immer dieses kollektiv vereinnahmende "Wir" ... Ob jemand einen Segen, eine kirchliche Trauung oder spirituelle Begleitung braucht oder nicht, haben nicht andere zu entscheiden. Das müssen die Betreffenden schon unter sich aushandeln.
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#6 Homonklin44Profil
  • 14.03.2019, 17:01hTauroa Point
  • Können die ja machen, wie sie wollen, die das brauchen.
    Eine vor dem Standesamt geschlossene Ehe dürfte das nicht minderwertig stellen können.

    Aber kann mal einer in verständlichen Worten erzählen, was das mit der 'Segnung' überhaupt bringen soll? Macht das diese Paare +10 Punkte mehr wert auf der evangelischen Qualitätsskala für Würde oder so?
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#7 Bonifatius49Anonym
  • 14.03.2019, 20:42h
  • Antwort auf #1 von Sven100
  • Das haben Sie gut und richtig nochmal dargestellt, Sven100.

    Lobenswert das auch in der lutherischen EKD Landeskirche in Bayern öffentliche Segnungsgottesdienste kirchenrechtlich erlaubt wurden. Gut das im Herbst diesen Jahres die liturgische Handreichung veröffentlicht wird.
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#8 LarsAnonym
  • 14.03.2019, 20:43h
  • Antwort auf #6 von Homonklin44
  • Eine Segnung (egal ob Partnerschafts- oder Ehesegnung) ist eigentlich kein Orden oder Abzeichen, was den eigenen Wert irgendwie erhöhen soll. In der Praxis spielt das natürlich eine Rolle, (irgendwo habe ich mal einen Schwulen sehr schön sagen hören: "Ich glaube nicht an die Ehe, aber an die Hochzeit, weil es die einzige Gelegenheit ist, wo alle Bekannten und Verwandten nur deshalb hinkommen, um zu sehen, wie schön man ist.")

    Auch wenn das gar nicht so falsch ist,
    gibt es meines Erachtens gibt es auch folgende, eher spirituelle Beweggründe, die Verbindung mit einem anderen Menschen "segnen" zu lassen:

    - Die Segnung stellt durch ihre Öffentlichkeit klar, mit wem und in welcher Form man seine Beziehung führt. (und erhöht wie jedes öffentliche Versprechen bewusst die Hürde, es sich einfach anders zu überlegen)
    - Die Kirche oder Gemeinde stellt durch ihre Zeugenschaft klar, dass sie dieses Beziehungsvorhaben grundsätzlich und solidarisch unterstützt.
    - Das dem Segen vorausgehende Versprechen schafft, ähnlich wie ein weltlicher Eid - größtmöglichste Verbindlichkeit beim Übernehmen von Rechten und Pflichten. Anders als beim Ehevertrag vor dem Standesamt stehen hier die emotionalen und psychologischen Aspekte im Vordergrund.
    - Anders als beim rein weltlichen Eid bringt die Bitte um den Segen aber zum Ausdruck, dass man diese Aufgabe nicht immer allein perfekt bewältigen kann. Man erhofft sich ein gutes Gelingen.
    - Der Segen selber ist also im Grunde eine von der jeweiligen (Werte-)gemeinschaft ausgesprochene Bitte und weder ein Gütesiegel noch eine Garantie, dass die Partnerschaft in dieser Form gelingt. (Es heißt ja nicht: Der Herr segne-t dich, sondern er segn-e dich.)
    - Eine Segnung hebt durch ihren festlichen Charakter den Tag derPartnerschaftsschließung (bzw. der Ehe) aus der Sphäre des Alltäglichen heraus. Durch die religiösen Rituale wird klar gemacht, dass es nicht einfach eine nette Party ist, sondern dass ein zentrales Ereignis im Leben gefeiert werden soll.
    - Die Segnung schafft den jeweiligen Angehörigen unter Umständen auch eine Möglichkeit, sich "verwandt" zu fühlen. Hierin besteht eigentlich der größte Unterschied zwischen Ehe und bloßer Partnerschaft und in der "Co-Homosexualität" der Angehörigen und der Gemeinde liegt wohl auch die größte Hürde beim Umsetzen der Vorhaben.

    Fazit: Politisch ist es nachvollziehbar, warum es bei der Ehe für alle oft um Statusfragen geht, aber eigentlich geht es am Kern (Klärung von Beziehungsfragen, auch zwischen Gemeinde und Paar) vorbei.
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#9 TheDadProfil
  • 15.03.2019, 22:41hHannover
  • Antwort auf #5 von Lars
  • ""Immer dieses kollektiv vereinnahmende "Wir" ...""..

    Interessanterweise stört Dich diese Vereinnahmung an vielen anderen Stellen überhaupt nicht..

    Und auch hier vereinahmst Du Andere, denn auch Du maßt Dir an in Namen dieser Anderen die Forderung zu formulieren, sie müßten das Recht haben dies selbst zu entscheiden..

    Nobel..
    Blöderweise wird den Schwulen und Lesbischen Paaren dann diese "Entscheidungsfreiheit" gar nicht erst gewährt..

    Isn't it quite absurd..
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#10 TheDadProfil
  • 15.03.2019, 22:47hHannover
  • Antwort auf #8 von Lars
  • ""Auch wenn das gar nicht so falsch ist,
    gibt es meines Erachtens gibt es auch folgende, eher spirituelle Beweggründe, die Verbindung mit einem anderen Menschen "segnen" zu lassen:""

    (nachfolgende Auflistung)..

    Wahnsinn..
    Die Zierrasen-Verordnung des Örtlichen Kleingarten-Verbandes könnte nicht romantischer daherkommen..
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