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Einzelkommentar zu:
Kirche lässt sich Zeit mit Segen für Lesben und Schwule


#8 LarsAnonym
  • 14.03.2019, 20:43h
  • Antwort auf #6 von Homonklin44
  • Eine Segnung (egal ob Partnerschafts- oder Ehesegnung) ist eigentlich kein Orden oder Abzeichen, was den eigenen Wert irgendwie erhöhen soll. In der Praxis spielt das natürlich eine Rolle, (irgendwo habe ich mal einen Schwulen sehr schön sagen hören: "Ich glaube nicht an die Ehe, aber an die Hochzeit, weil es die einzige Gelegenheit ist, wo alle Bekannten und Verwandten nur deshalb hinkommen, um zu sehen, wie schön man ist.")

    Auch wenn das gar nicht so falsch ist,
    gibt es meines Erachtens gibt es auch folgende, eher spirituelle Beweggründe, die Verbindung mit einem anderen Menschen "segnen" zu lassen:

    - Die Segnung stellt durch ihre Öffentlichkeit klar, mit wem und in welcher Form man seine Beziehung führt. (und erhöht wie jedes öffentliche Versprechen bewusst die Hürde, es sich einfach anders zu überlegen)
    - Die Kirche oder Gemeinde stellt durch ihre Zeugenschaft klar, dass sie dieses Beziehungsvorhaben grundsätzlich und solidarisch unterstützt.
    - Das dem Segen vorausgehende Versprechen schafft, ähnlich wie ein weltlicher Eid - größtmöglichste Verbindlichkeit beim Übernehmen von Rechten und Pflichten. Anders als beim Ehevertrag vor dem Standesamt stehen hier die emotionalen und psychologischen Aspekte im Vordergrund.
    - Anders als beim rein weltlichen Eid bringt die Bitte um den Segen aber zum Ausdruck, dass man diese Aufgabe nicht immer allein perfekt bewältigen kann. Man erhofft sich ein gutes Gelingen.
    - Der Segen selber ist also im Grunde eine von der jeweiligen (Werte-)gemeinschaft ausgesprochene Bitte und weder ein Gütesiegel noch eine Garantie, dass die Partnerschaft in dieser Form gelingt. (Es heißt ja nicht: Der Herr segne-t dich, sondern er segn-e dich.)
    - Eine Segnung hebt durch ihren festlichen Charakter den Tag derPartnerschaftsschließung (bzw. der Ehe) aus der Sphäre des Alltäglichen heraus. Durch die religiösen Rituale wird klar gemacht, dass es nicht einfach eine nette Party ist, sondern dass ein zentrales Ereignis im Leben gefeiert werden soll.
    - Die Segnung schafft den jeweiligen Angehörigen unter Umständen auch eine Möglichkeit, sich "verwandt" zu fühlen. Hierin besteht eigentlich der größte Unterschied zwischen Ehe und bloßer Partnerschaft und in der "Co-Homosexualität" der Angehörigen und der Gemeinde liegt wohl auch die größte Hürde beim Umsetzen der Vorhaben.

    Fazit: Politisch ist es nachvollziehbar, warum es bei der Ehe für alle oft um Statusfragen geht, aber eigentlich geht es am Kern (Klärung von Beziehungsfragen, auch zwischen Gemeinde und Paar) vorbei.
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