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"Vorurteile statt Patriotismus"

US-Militär: Trans-Verbot tritt am 12. April in Kraft

Donald Trump hat sich durchgesetzt: Kurz vor Ostern wird sein Trans-Verbot umgesetzt. Die Opposition kritisiert, dass die neue Richtlinie auf Vorurteilen basiere.


Amerikanische Soldaten im Irak: Ab sofort sollen nur noch cissexuelle Kämpfer ihr Land verteidigen dürfen (Bild: The U.S. Army / flickr)

Das US-Verteidigungsministerium hat die Richtlinien für das von Präsident Donald Trump angeordnete Trans-Verbot im Militär festgelegt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP heißt es in dem Dokument, dass alle Transpersonen ab dem 12. April aus Army, Air Force, Navy, Marine Corps und der Coast Guard entfernt werden müssten und nicht eingestellt werden dürften. Transpersonen dürfen laut den Richtlinien künftig nur im Militär dienen, wenn sie ihre Transsexualität verstecken.

Wörtlich heißt es in dem Papier, dass jede Person mit der Diagnose "Geschlechtsidentitätsstörung" aus dem Militär entfernt werden könne. Einzige Ausnahme: Wenn diese Personen die "Standards, die mit ihrem oder seinem biologischen Geschlecht einhergehen", erfüllen könnten, könnten sie die Entlassung umgehen.

Die Opposition kritisierte die Neuregelung scharf. Die kalifornische Politikerin Nancy Pelosi, als Sprecherin des Repräsentantenhauses die ranghöchste Politikerin der Demokratischen Partei, bezeichnete das Trans-Verbot als "feige": "Die durch den Präsidenten angeordnete Wiedergeburt des diskriminierenden, widerlichen Verbots von trans Mitarbeitern beim Militär ist ein unglaublicher Angriff auf die Patrioten, die dafür sorgen, dass wir sicher sind, und die die Grundideen unserer Nation verteidigen", erklärte die 78-Jährige. "Das Beharren des Präsidenten auf seinem feigen Verbot zeigt, dass Vorurteile, nicht Patriotismus, sein Handeln leiten."

Transgender service members testified on the trans military ban. What they had to say moved a congresswoman to tears.

Gepostet von Human Rights Campaign am Freitag, 8. März 2019
Facebook / Human Rights Campaign | Bei einer Anhörung im US-Parlament erklärten transsexuelle Soldatinnen und Soldaten, was sie vom Verbot halten – und rührten damit eine Abgeordnete der Demokraten zu Tränen

Die Rückkehr von "Don't ask, don't tell"

Psychologieprofessor Aaron Belkin von der University of California erklärte, dass die neue Richtlinie ein Rückschritt in die Vergangenheit sei: "Die Trump-Regierung ist entschlossen, die 'Don't ask, don't tell'-Regelung zurückzubringen, also eine Politik, die Militärangehörige zwingt, zwischen ihrem Land und der Wahrheit darüber, wer sie sind, zu entscheiden." "Don't ask, don't tell" (Frage nicht, erzähle nichts) war ein Gesetz, das Homosexuellen zwar den Dienst an der Waffe erlaubte, aber nur, solange sie ihre sexuelle Orientierung geheim hielten. Nach diesem Gesetz wurden zwischen 1993 und 2011 rund 14.000 geoutete Militärangehörige gefeuert. Das Gesetz wurde durch Präsident Barack Obama – gegen den erbitterten Widerstand vieler Republikaner – abgeschafft (queer.de berichtete).

Laut Schätzungen gibt es rund 15.000 Transpersonen bei den US-Streitkräften. Derzeit haben sich mehr als 1.000 als transsexuell geoutet – ihnen droht nun die Arbeitslosigkeit.

Präsident Trump kündigte das Trans-Verbot im Militär 2017 an. Danach folgten mehrere Gerichtsverfahren. Im Januar diesen Jahres gab der Supreme Court sein vorläufiges Okay für das Verbot (queer.de berichtete). (dk)



#1 Homonklin44Profil
  • 14.03.2019, 17:36hTauroa Point
  • Trumpelstiltkin (tm by me) hat e salso hingekriegt, die SoldatInnen in wegen ihrer Geschlechtsidentität gute oder schlechte SoldatInnen einzuteilen, und die Transidenten automatisch als dienstunfähig zu verurteilen.

    Hoffentlich ist dieser Heini mit dem orangen Gesicht und dem gebleichten Nutriafell als Toupet nicht noch einer Wiederwahl vorbestimmt.

    So geht Rückschritt. Aber man wusste, was mit dem Präsidenten im Windschatten zieht, spaltet.
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#2 OlliAnonym
  • 14.03.2019, 18:09h
  • Gut, dass dieser Pfosten wieder seiner nicht weniger blöden Gefolgschaft einen weiteren Appetithappen hingeworfen hat. Es ist so widerwärtig, was Trump abzieht.
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#3 never_againAnonym
  • 14.03.2019, 21:37h
  • Nie wieder soll ein Wahnsinniger Präsident werden können :-(
    Was soll man dazu sagen - es lässt mich sprachlos zurück. Ich darf gar nicht daran denken wie viele bald arbeitslos sein werden - da graust es einem. Und das, weil jemand Vorurteile hat. Unmenschlicher geht es nicht mehr.
    Gierige Macht gepaart mit Wahnsinn ist extrem gefährlich.

    Aber ein motivierendes Zitat habe ich für alle Trans* die mit dem besch.... Gesetz bald betroffen sind:

    "Selbst die absolute Dunkelheit kann keine Kerze am Scheinen hindern."
    (aus Irland)

    Für mich ist das ein weiteres dunkles Datum wie der 11. September 2001. Nun wird es bald den 12. April 2019 geben.
    Zwei Trauertage.
    Fühlt sich an wie 30's reloaded :'-(
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#4 HokuspokusAnonym
  • 14.03.2019, 22:15h
  • Antwort auf #3 von never_again
  • "Nie wieder soll ein Wahnsinniger Präsident werden können. (...) Gierige Macht gepaart mit Wahnsinn ist extrem gefährlich."

    Alles, was notwendig ist für einen solchen Menschen, um in diese Machtposition zu kommen, ist das Ansprechen primitivster Instinkte beim Wahlvolk.

    In den USA war das der tief verankerte Rassismus der Weißen Amerikaner und das Versprechen von MAGA. Ein erneutes "Weißes Amerika". Garniert mit evangelikalem Christentum und Frauenhaß.

    In Deutschland ist gerade eine Frau auf dem Weg ins Kanzleramt, die offen die primitivsten völkischen Instinkte der Deutschen anspricht, garniert mit Katholizismus und Haß auf Minderheiten.

    Was glaubt ihr, wie diese Frau mit Trans verfahren wird? Glaubt ihr ernsthaft, diese Frau wird die Abschaffung des TSG anrühren oder Menschenrechte von Trans zulassen?

    Auch sie hat klipp und klar gemacht, daß sie nicht einmal die Existenz von Trans und Inter anerkennt. Das ist für sie Gender-Gaga.

    Deutschland srebt in die gleiche Richtung, wie die USA. Die Strategien, derer man sich bedient, sind die gleichen. Auch hier sind Wahnsinnige auf dem Weg an die Macht. Sie werden aus den gleichen Gründen erfolgreich sein, wie Trump.
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#5 Gerlinde24Profil
  • 15.03.2019, 05:19hBerlin
  • "Das Beharren des Präsidenten auf seinem feigen Verbot zeigt, dass Vorurteile, nicht Patriotismus, sein Handeln leiten."

    Mrs Pelosi, es sind weniger die Vorurteile von Trump, der damit nur die "christlichen" Wähler an sich binden will, es sind vor allem die "Christen" in seiner Administration, die das wollten.
    In dieser "Regierung" ist Bigotterie und Homophobie sowieso der "gute Ton", und jeder aufrechte Amerikaner, Demokrat wie Republikaner, sollte sich für diesen Verein von Religioten (allen voran Mike Pence und seine Frau) schämen.
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#6 Ith__Ehemaliges Profil
  • 15.03.2019, 08:07h
  • Auf einmal doch empörte Kommentare?

    Wurde doch bereits berichtet, als der Supreme Court die Entscheidung getroffen hat.
    Wer hier kommentiert, und es da nicht für nötig gehalten hat, der*dem bescheinige ich hiermit eine Unfähigkeit, die Bedeutung politischen Geschehens und juristischer Entscheidungen für die Zukunft abzuschätzen, bei der man das eigene Verhalten an der Urne bitte selbst mal diesbezüglich überprüfen sollte.
    Und wer beim dortigen Artikel (letzter Link im Beitrag) nicht kommentiert hat, und durch aktives Nicht-Einmischen mal wieder dabei zugesehen hat, wie man sich stattdessen bemüht hat, in der folgenden Diskussion Trans*personen aus der Kommentarsektion zu vergraulen, durch das Niedermachen von Leuten, die aufzumucken bereit sind, möge sich doch konsequenterweise bitte nicht einbilden, inhaltlich so weit ab vom Kurs zu sein.
    De facto fühlen die meisten Leute sich hier auch wohler, wenn unsereins verschwindet, tut also jetzt bitte nicht so, als sei die Aufregung darüber mehr als ein Beißreflex gegenüber dem etablierten Usympathen Trump.
    Sich über solche Leute aufzuregen, ist nun wirklich keine Leistung. Im eigenen Umfeld, bei Leuten, die den Ruf als kommender Diktator noch nicht weg haben, und wo man selbst auf die Mütze bekommen könnte, tut man's aber ja dann doch wieder nicht.
    Oder sehe ich da einen leichten Anflug von Angst betreffend die Perspektive sonstiger Minderheiten, weil man das sehr wohl als einen Test dazu auffasst, wie weit die Menschenrechte sich der Willkür bereits beugen lassen? Hat man mit uns auf einmal doch was gemeinsam?

    Konsequenterweise wäre zu überlegen, wie gegen eine CDU/CSU vorzugehen ist, die als einzige verbleibende Volkspartei aus der Regierung nicht wegzudenken ist, und sichtliche Bestrebungen übernimmt, sich zum tauglichen Koalitionspartner für die AfD zu entwickeln.

    Zum Thema selbst habe ich mich bereits geäußert.
    Für Menschen, die über Konsequenzen nachdenken, war das hier bereits absehbar, als die erzkonservativen Menschenfeinde im Supreme Court zur Überzahl geworden sind.
    Genau der Schritt übrigens, dem die CDU mit Unterstützung annähernd sämtlicher anderer Parteien in Deutschland an entsprechender Stelle, dem Verfassungsgericht, im letzten Jahr ebenfalls nähergekommen ist, nach amerikanischem Vorbild.

    Trumps Einreiseverbot war der Anfang. Man sollte sich in der westlichen Welt vielleicht langsam überlegen, bis zu welchem Punkt sich die Dinge wohl noch aufhalten lassen, die sich da abzeichnen.
    Leider ist die Autokratie ja nicht nur in den USA auf dem Vormarsch.
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#7 never_againAnonym
  • 15.03.2019, 10:18h
  • Antwort auf #6 von Ith__
  • Was heißt da "auf einmal doch?"
    Ich hab mich hier schon oft für alle der LSBTTIQ ausgesprochen. Wer mich kennt, weiß das.
    Nur weil ich nicht jeden Artikel kommentiere, heißt das nicht, dass ich anti wäre. Ganz im Gegenteil: ich empfinde die LSBTTIQ als Einheit. Es sind allerdings andere, die das leider gespalten sehen und so Spaltung innerhalb der LSBTTIQ schaffen.
    Du kommentierst übrigens auch nicht alle Artikel.

    Ich bin hier online wie es möglich ist. Ich habe auch noch ein Privat- und Berufsleben.

    Zum Beispiel haben beim Artikel "internationaler Frauentag" weder du noch irgendwelche Frauen was geschrieben. Soll ich jetzt dieselbe Strategie anwenden und dich als frauenfeindlich einstufen?

    Merkst du was?
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#8 Klaus LeberhartingerAnonym
  • 16.03.2019, 10:51h
  • Antwort auf #7 von never_again
  • "ich empfinde die LSBTTIQ als Einheit."

    Dieses Empfinden trügt.
    Es gibt keine solche Einheit. Das ist Wunschdenken.

    Ein paar Beispiele:

    -Es gibt bisexuelle Frauen, die lesbische Partnerinnen haben und ihre Bisexualität verheimlichen.
    Warum? Weil es Biphobie innerhalb der "Community" gibt.

    -Flirtportale, in der viele User andere User aufgrund körperlicher Merkmale ausschließen und beleidigen, anstatt ihre Vorlieben zu betonen. Zitat: "keine Bären!"

    -Trans*-Aktivisten, die transsexuellen Menschen eine Geschlechtsidentität(sstörung) überstülpen. Wusstest du, dass viele transsexuelle Menschen deshalb Trans*-Aktivismus zutiefst verachten?

    -Homo- und bisexuelle Leute (LGB), die sich nur für ihre Rechte interessieren und beispielsweise "Homoheilung" bekämpfen, aber Psychopathologisierung, Zwangstherapien und Umpolungsversuche bei Transgender, Trans- und Intersexuellen (TTI) offen verteidigen und völlig in Ordnung finden.

    "Es sind allerdings andere, die das leider gespalten sehen und so Spaltung innerhalb der LSBTTIQ schaffen."

    Wer die Spaltung sieht und anspricht, ist eher NICHT schuld an selbiger.
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#9 never_againAnonym
  • 16.03.2019, 16:08h
  • Antwort auf #5 von Gerlinde24
  • Das mit dem Verbot ist allerdings nur ein "Ergebnis" aus den vergangenen Entwicklungen der Republikaner.

    Zu Beginn waren die Republikaner eine liberale Partei. Mit dem Rassismus und den veränderten Wahlgebieten drifteten sie nach rechts und wurden sehr konservativ. Erst danach kam die "Fusion" mit den Religioten.
    Mit dieser Fusion allerdings wurden sie so richtig christlich-fundamentalistisch, was nun in diesem Verbot gipfelt.

    Als aufrichtig kann man aus meiner Sicht die heutigen Republikaner nicht mehr bezeichnen. Das sind sie nur früher mal gewesen und das auch nur mit Abraham Lincoln zusammen.
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#10 never_againAnonym