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Edith saugt gern

Edith Schröder, Deutschlands berühmteste Hartz-VIII-Empfängerin und – so geht das Gerücht – schönste Frau von Neukölln, heißt einmal im Monat zu ihrer "Kiezdisko" um die 1.000 Gäste im Berliner SchwuZ willkommen. Am Samstag ist es wieder soweit.


Neuköllner Freiheitsstatue: Edith Schröder ist die saubere Hausherrin der monatlichen "Kiezdisco" im Berliner SchwuZ (Bild: Jörn Hartmann)
  • 15. März 2019, 07:45h, noch kein Kommentar

Arbeit macht Dreck. Das weiß niemand so gut wie Edith Schröder. Und sie hat immer das passende Gegenmittel parat: "Natürlich ist die einfachste Art, bei der Arbeit nicht andere Menschen oder sich selbst schmutzig zu machen, einfach nicht zu arbeiten. Das klappt hervorragend, kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Als ich noch jünger war, habe ich jahrelang keinen Finger gerührt, war wahnsinnig sauber und konnte mich trotzdem finanzieren. Das ist auch nicht schwierig, wenn man jung, blond und wunderschön ist, werden einige jetzt sicherlich sagen. Und haben damit vollständig recht."

"Aber, warum sollte ich das, was Mutter Natur mir mit vollen Händen mitgegeben hatte, auch nicht wohldosiert unter der männlichen Bevölkerung Neuköllns verteilen und es dabei schön haben? Hält ja nicht ewig, wie man sieht. Obwohl immer noch genug da ist. Wenn ich im Frühling die ersten kurzen Röcke trage, laufen Männer immer noch mit weit aufgerissenen Augen vor die nächste Wand. Hihi."

"Kreuzberger Nächte sind lang, Neuköllner Nächte sind breit"

Aber Edith hat in ihrer Jugend außer Röcke zu tragen auch noch etwas anderes gelernt: "Saugen. Ja, ich sauge für mein Leben gern. In großen Zelten, wie dem Berliner Tipi, wo ich gerade aushelfe. Aber auch Ein-Mann-Zelte sind vor mir nicht sicher. Reißverschluss auf, rein in die gute Stube, Rohr justiert und dann geht es los, bis alle befriedigt sind. Es ist mir immer wichtig, dass da, wo ich sauge, nichts zurückbleibt, außer einem Lächeln. Da macht das Arbeiten gleich nochmal soviel Spaß."

Diese Lektion hat Edith Schröder an ihre Töchter in Drag weitergegeben: Polly Puller und Anna Klatsche sind auch diesen Samstag wieder mit ihr zusammen im SchwuZ und machen Musik, bis alle fröhlich sind. Denn "Kreuzberger Nächte mögen lang sein, aber Neuköllner Nächte sind länger. Und breit."


Anna Klatsche sorgt am Samstag ebenfalls für saubere Musik (Bild: Lena Meyer)

"Mutti-Kulti und Ringelpiez mit Anfassen. Überall."

Das SchwuZ in der Rollbergstraße ist Ediths hedonistisches Wohnzimmer. Hinter mancher starken Frau steht ein nicht ganz so lauter Mann. So auch hier: "Der Ades Zabel hat mir vor mehr als über dreißisch Jahren erfunden", erklärt die Gastgeberin. "Det is so lange her, dass ick mittlerweile real jeworden bin."

Zur März-Ausgabe der Kiezdisko am Samstag, den 16. März, gibt's Pop von der Hausherrin und ihren Schwestern. Außerdem wird Retro und House gespielt. Wie getanzt wird? "Ringelpiez. Mit Anfassen. Überall", fasst Edith zusammen. "Mutti-Kulti" nennen es andere. Großherzig wie sie ist, überlässt Schröder an diesem Abend einer anderen die Bühne: Oc Ean tanzt, dass Jennifer Lopez betreten auf ihre Füße starrt, und sieht dabei besser aus als Fred Astaire und Ginger Rogers nach sechs Bier.

Edith verspricht: "Es wird mit relativer Sicherheit ein sauberer Abend. Im schmutzigsten Sinne. Na dann! Ab zur Kiezdisko!" (cw)

Direktlink | Trailer zur Kiezdisco am Samstag, den 16. März 2019