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Ergänzung für Alexa und Co.

CSD-Organisatoren entwickeln geschlechtsneutralen Sprachassistenten mit

Q, eine geschlechtsneutrale Stimme bei künstlicher Intelligenz, soll gegen sexistische Klischees helfen.


Der geschlechtsneutrale Sprachassistent Q trägt den selben Namen wie das omnipotente Wesen (John De Lancie) aus verschiedenen "Star Trek"-Serien (Bild: CBS)

Bislang klangen kleine elektronischen Haushaltshelfer wie Siri und Alexa meist weiblich, während sich komplexe Systeme für künstliche Intelligenz, etwa Einstein von Salesforce oder Watson von IBM, männlich geben. Gegen diese Art von Sexismus wollen Wissenschaftler und LGBTI-Aktivisten aus Dänemark vorgehen. Die Agentur "Virtue" und Organisationen wie der Copenhagen Pride wollen gemeinsam das geschlechtsneutrale System Q auf den Markt bringen, das geschlechtsspezifische Vorurteile bekämpfen soll.

Die automatisch erzeugte Stimme von Q klingt weder nach einem Mann noch nach einer Frau. Erreicht wird dieser Effekt hauptsächlich dadurch, dass die Stimme einer Tonhöhe von 145 bis 175 Hertz entspricht – und damit in einem Frequenzbereich liegt zwischen den höheren Stimmlagen von Frauen und den tieferen von Männern.

Q war von Sounddesignern und Sprachwissenschaftlern entwickelt worden, die Stimmen insbesondere von Menschen aufnahmen, die sich als nichtbinär identifizieren. Mit spezieller Software wurde dann die virtuelle Stimme im geschlechtsneutralen Sprachbereich entwickelt. Europaweit bewerteten 4.600 Probanden, ob sie die Stimme eher als weiblich oder männlich einschätzten. Daraufhin wurde sie angepasst, bis die Teilnehmer die Stimme als geschlechtsneutral empfanden.

Direktlink | Q bittet Apple, Amazon und Co. in neutralem Englisch, eine geschlechtsneutrale Option anzubieten

"Binäre Geschlechterordnung herausfordern"

Thomas Rasmussen vom CSD Kopenhagen erklärte, mit dem Sprachassistenten wolle man gegen Geschlechtsklischees vorgehen: "Der Copenhagen Pride arbeitet daran, die binäre Geschlechterordnung herauszufordern und gegen gefährliche, oft einschränkende Geschlechterklischees zu kämpfen. Außerdem wollen wir die Aufmerksamkeit großer Tech-Firmen darauf lenken", so Rasmussen. Firmen wie Google könnten dazu animiert werden, Q als weitere Sprachvariante neben männlich und weiblich anzubieten – so könnten sich weniger Menschen von dem System ausgeschlossen fühlen. "Es geht darum, Menschen Optionen zu geben. Es geht um Freiheit und Integration."

Die Entwickler wollen versuchen, Voraussetzungen zu schaffen, um den Einbau von Q in sprachgesteuere Assistenten zu ermöglichen, die bereits auf dem Markt sind. Außerdem sollen Anwendungen in anderen Gebieten erreicht werden – neben Computergames schweben den Machern Ansagen in Flughäfen, Bahnhöfen oder Kinos vor. (dk)



#1 FredericAnonym
#2 IloveMenAnonym
  • 15.03.2019, 12:31h
  • Na ich ärgere mich die ganze Zeit, dass ich die Stimme des Navis in meinem BMW nicht auf männlich umstellen kann.
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#3 cinnamonProfil
  • 15.03.2019, 14:04hSpandau
  • Hallo! Ich habe die Stimme von Siri auch auf männlich umgestellt. Mit der weiblichen Stimme war kein Auskommen, vorlaut, schnippisch, alles wusste sie besser, so dass praktisch jeder Dialog im Streit geendet ist. Und sie hatte immer das letzte Wort. Mit ihm komme ich besser zurecht, er ist ok. Ich finde nicht, dass eine Computerstimme so vorlaut und schnippisch sein sollte.
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#4 marcocharlottenburgAnonym
  • 15.03.2019, 15:35h
  • Manchmal frage ich mich wirklich, wem mit bestimmten Dingen tatsächlich geholfen ist. Dies hier gehört dazu!
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#5 GerritAnonym
  • 15.03.2019, 16:47h
  • "Bislang klangen kleine elektronischen Haushaltshelfer wie Siri und Alexa meist weiblich"

    Zumindest bei Siri kann man zwischen männlichen und weiblichen Stimmen wählen.

    Außerdem ist meiner Meinung nach nicht das Hauptproblem, wie die Stimme klingt, sondern das Hauptproblem, dass diese ganzen KI-Assistenten nur von sehr eingeschränktem Nutzen sind und ständig falsch oder gar nichts verstehen. Da muss man schon sehr genau bestimmten Aussprachen udn bestimmten Befehlsmustern folgen, damit die kapieren, was man will.

    Von Assistenten, die mit natürlicher Sprache bedient werden und zuverlässig arbeiten, sind die alle noch meilenweit entfernt.
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#6 daVinci6667
  • 15.03.2019, 18:15h
  • Auch gut gibts jetzt ne genderneutrale Stimme. Soll halt jede/r die Stimme wählen die ihm/ihr passt.

    Ich habe den Siri auf männlich umgestimmt. Doch intelligenter als sein weibliches Pendant ist er leider nicht. Er klingt einfach viel besser. Jetzt sollte man ihn aber noch etwas schwuler machen. Fragt man ihn etwas freizügiges macht er immer den verklemmten Hetero.
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#7 MontiAnonym
  • 16.03.2019, 12:19h
  • Die Stimme der Sprachassistenten ist nicht das große Problem, aber ein kleiner Indikator für unsere Gesellschaft. Es ist auffällig ist, dass die Mehrheit der Sprachassistenten und Navis weiblich sind...von der Stimme wie vom Namen her. Wenn man ( weil voreingestellt) die weibliche hört, findet man die männliche komisch und meint das wäre normal das so zu empfinden. Dabei hat es rein was mit Gewöhnung zutun. Als die ersten Navis aufkamen, hatte ich in den USA eine voreingestellt männliche Stimme. Diese hatte ich fast die ganze Urlaubszeit. Beim rumspielen mit dem Gerät habe ich später mal die weibliche Stimme ausgetestet und sie klang sehr merkwürdig...einfach weil ich von Anfang an die männliche gewohnt war.

    Ich denke das ist generell die Sache, dass wir Gewohnheiten, die uns vorgegeben werden, als vertraut und angenehmer empfinden. Die ganze Werbung spielt damit. Wir sind es gewohnt, das Produkte, die beide Geschlechter benutzen, mit sämtlichen Körperteilen von Frauen beworben werden. Für die neueste Sonnencreme wird ein weiblicher Rücken gezeigt der eingecremt wird usw. Ob Körperteile, Stimme, Haare, mehr als überwiegend Frauen. Das Schema bricht so langsam erst auf.
    Wir sind gewohnt das Männer in dieser Hinsicht so unsichtbar sind, dass wir es als merkwürdig empfinden wenn mal ein männliches Körperteil ( bei einem Produkt für beide Geschlechter) gezeigt wird, die männliche Stimme im Sprachassistenten gewählt wird etc.
    Umgekehrt wäre es nicht anders, alles eine Frage der Gewöhnung.

    Deswegen ist Vielfalt so wichtig, um Geschlechterstereotype zu entlarven.
    Ich bin nicht jemand der sagt es gibt kein typisch weibliches und typisch männliches Verhalten...zu einem gewissen Grad glaube ich sehr wohl dass es das gibt. Aber das ist lange nicht so extrem ausgeprägt wie uns Gesellschaft, Werbung und Konservativismus einimpfen.
    Ein von mir geschätzter Forscher schrieb dass geschlechtertypisches Gebahren und Verhalten in etwa 20 Prozent Anlage und etwa 80 Prozent gesellschaftliche Adaption sind. Ich denke dass kommt gut hin. Diese gesellschaftliche Adaption ist das Problem, was dazu führt dass starre Geschltersterotype bestehen. Ohne diese, wäre Vielfalt wesentlich akzeptierter, schon weil es viel mehr Menschen selber betreffen würde. Denn dieses Klischee welches schon Kleinstkindern eingeimpft wird wie sie sich geschlechterentsprechend zu kleiden kleiden und zu geben haben, gibt Konditionierung. Es werden Ansätze für geschlechterstereotypes Verhalten gefördert und Ansätze für nongeschlechtersterotypes Verhalten unterbunden.
    Würde jeder gefördert werden wie es seiner Veranlagung wirklich entspricht, würde es pro Klasse nicht nur ein, zwei Kinder geben die in verschiedenen Ausprägungen nicht dem gängigen männlich- weiblich Verhaltensschema entsprechen, sondern mindestens ein Drittel. Damit meine ich nicht nur den Trans- und Interbereich, sondern vor allem auch Cis Kinder, die nicht typisch weibliche oder typisch männliche Rollen einnehmen, sondern unterschiedlichste Fascetten zeigen, unabhängig von Klischees.
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#8 WhoIsThisAnonym
  • 16.03.2019, 15:00h
  • Das mit dem geschlechtsneutralen Sprachassistenten ist längst überfällig. Allerdings nutze ich den Sprachassistenten nie, denn bis dadurch das gewünschte angezeigt wird, habe ich es schon fast zweimal per Finger eingetippt ;-)
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