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Einzelkommentar zu:
CSD-Organisatoren entwickeln geschlechtsneutralen Sprachassistenten mit


#7 MontiAnonym
  • 16.03.2019, 12:19h
  • Die Stimme der Sprachassistenten ist nicht das große Problem, aber ein kleiner Indikator für unsere Gesellschaft. Es ist auffällig ist, dass die Mehrheit der Sprachassistenten und Navis weiblich sind...von der Stimme wie vom Namen her. Wenn man ( weil voreingestellt) die weibliche hört, findet man die männliche komisch und meint das wäre normal das so zu empfinden. Dabei hat es rein was mit Gewöhnung zutun. Als die ersten Navis aufkamen, hatte ich in den USA eine voreingestellt männliche Stimme. Diese hatte ich fast die ganze Urlaubszeit. Beim rumspielen mit dem Gerät habe ich später mal die weibliche Stimme ausgetestet und sie klang sehr merkwürdig...einfach weil ich von Anfang an die männliche gewohnt war.

    Ich denke das ist generell die Sache, dass wir Gewohnheiten, die uns vorgegeben werden, als vertraut und angenehmer empfinden. Die ganze Werbung spielt damit. Wir sind es gewohnt, das Produkte, die beide Geschlechter benutzen, mit sämtlichen Körperteilen von Frauen beworben werden. Für die neueste Sonnencreme wird ein weiblicher Rücken gezeigt der eingecremt wird usw. Ob Körperteile, Stimme, Haare, mehr als überwiegend Frauen. Das Schema bricht so langsam erst auf.
    Wir sind gewohnt das Männer in dieser Hinsicht so unsichtbar sind, dass wir es als merkwürdig empfinden wenn mal ein männliches Körperteil ( bei einem Produkt für beide Geschlechter) gezeigt wird, die männliche Stimme im Sprachassistenten gewählt wird etc.
    Umgekehrt wäre es nicht anders, alles eine Frage der Gewöhnung.

    Deswegen ist Vielfalt so wichtig, um Geschlechterstereotype zu entlarven.
    Ich bin nicht jemand der sagt es gibt kein typisch weibliches und typisch männliches Verhalten...zu einem gewissen Grad glaube ich sehr wohl dass es das gibt. Aber das ist lange nicht so extrem ausgeprägt wie uns Gesellschaft, Werbung und Konservativismus einimpfen.
    Ein von mir geschätzter Forscher schrieb dass geschlechtertypisches Gebahren und Verhalten in etwa 20 Prozent Anlage und etwa 80 Prozent gesellschaftliche Adaption sind. Ich denke dass kommt gut hin. Diese gesellschaftliche Adaption ist das Problem, was dazu führt dass starre Geschltersterotype bestehen. Ohne diese, wäre Vielfalt wesentlich akzeptierter, schon weil es viel mehr Menschen selber betreffen würde. Denn dieses Klischee welches schon Kleinstkindern eingeimpft wird wie sie sich geschlechterentsprechend zu kleiden kleiden und zu geben haben, gibt Konditionierung. Es werden Ansätze für geschlechterstereotypes Verhalten gefördert und Ansätze für nongeschlechtersterotypes Verhalten unterbunden.
    Würde jeder gefördert werden wie es seiner Veranlagung wirklich entspricht, würde es pro Klasse nicht nur ein, zwei Kinder geben die in verschiedenen Ausprägungen nicht dem gängigen männlich- weiblich Verhaltensschema entsprechen, sondern mindestens ein Drittel. Damit meine ich nicht nur den Trans- und Interbereich, sondern vor allem auch Cis Kinder, die nicht typisch weibliche oder typisch männliche Rollen einnehmen, sondern unterschiedlichste Fascetten zeigen, unabhängig von Klischees.
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