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Kirchliches Arbeitsrecht

Katholischer Generalvikar: Homophobie "kostet Glaubwürdigkeit"

Der Generalvikar des Erzbischofs von München und Freising, Peter Beer, macht sich für schwule und lesbische Kirchenmitarbeiter stark. Auf ihre Ressourcen dürfe die Diözese nicht verzichten.


Peter Beer, Jahrgang 1966, ist seit 2010 Generalvikar der Erzdiözese München und Freising (Bild: Sankt Michaelsbund)

Mit Blick auf geringer werdende personelle und finanzielle Ressourcen hat der Generalvikar des Erzbischofs von München und Freising, Peter Beer, dazu aufgerufen, jetzt entscheidende Weichenstellungen für die Zukunft vorzunehmen. "Wir sind nicht nur für uns verantwortlich, sondern auch für die nach uns", sagte Beer bei der Vollversammlung des Diözesanrats der Katholiken am Samstag in Oberschleißheim.

Als eine Herausforderung nannte es Beer, kirchliche Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten. "Ich muss Menschen ernst nehmen in ihrer Eigenverantwortung. Es kommt keiner mehr in den kirchlichen Dienst, wenn wir Loyalitätsverpflichtungen haben, die als willkürlich erlebt werden", betonte Beer. Auf Landes- und Bundesebene werde bereits daran gearbeitet, zu einem neuen kirchlichen Arbeitsrecht zu kommen. Leitgedanke dürften nicht mehr die Voraussetzungen sein, die Menschen erfüllen müssten, um bei der Kirche zu arbeiten, sondern umgekehrt, welche Ressourcen Menschen mitbrächten und im kirchlichen Dienst einbringen könnten.

Beer: Homosexuelle machen gute Arbeit

Kirche müsse sich auch überlegen, wie sie beispielsweise mit schwulen und lesbischen Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen umgehen wolle, "die bei der Kirche sind, sich engagieren, sich einbringen, bei denen wir aber so tun, als gebe es sie nicht. Das kostet Glaubwürdigkeit!" Die Realität sei, dass homosexuelle Menschen als Priester und in anderen Berufsfeldern gute Arbeit machten, sagte der Generalvikar: "Man muss das benennen können, sonst verlieren wir Menschen, die sich sehr stark identifizieren, die sich einbringen wollen."

Regelmäßig treffe er homosexuelle Mitarbeiter zum Austausch, sagte Beer. "Es macht mich traurig, wenn sie zu mir sagen, sie trauen sich nicht zu sagen, wie sie veranlagt sind, weil es auch Pfarrgemeinden gibt, wo sie mit Nachteilen zu rechnen haben, weil ihre Veranlagung vorurteilsbehaftet ist." Hier müsse Kirche gegensteuern. Bereits im vergangenen Jahr hatte Beer die "unerträgliche Diskriminierung" von Homosexuellen in der innerkirchlichen Missbrauchsdebatte kritisiert (queer.de berichtete).

"Grundlegende Wandlung" gefordert

Es gehe nun darum, eine gemeinsame Strategie zu erarbeiten, "die möglichst von allen getragen oder zumindest akzeptiert wird", sagte der Generalvikar. "Wir müssen zusammenführen, zusammenhalten, um weiterzukommen." Der Wille zu gestalten sei da, nun gehe es um mutige Veränderungen. "Wir glauben, dass Gott uns auf unserem Weg begleitet", so Beer. "Dann können wir, dann müssen wir zuversichtlich in die Zukunft schauen." Zur Glaubwürdigkeit der Kirche gehöre wesentlich auch, "wie wir mit Wandel umgehen: Sind wir zur Wandlung bereit, zu einer grundlegenden Wandlung, damit wir auch die Welt verwandeln können?"

Schwerpunkt der Frühjahrsvollversammlung des Diözesanrats unter dem Titel "Quo vadis, Erzdiözese?", zu der rund 170 Teilnehmer aus den Pfarrgemeinderäten und Verbänden in Oberschleißheim zusammenkamen, war die zukünftige Entwicklung der Erzdiözese München und Freising. Der Diözesanrat ist das oberste Laiengremium. (cw/pm)



#1 Ralph
  • 16.03.2019, 17:10h
  • Der Generalvikar hat offenbar immer noch nicht mitbekommen, dass es zu spät ist. Die Struktur der kath. Kirche lässt Reformen auf nationaler oder gar auf Diösezanebene nicht zu, und die Weltkirche verändert sich nicht. Dass er in Mitteleuropa im 21. Jh. einen Diskussions- und Reformprozess anschieben will, der in den 60er und 70er Jahren des vorigen Jh.s zu leisten gewesen wäre, kommt viel zu spät, abgesehen davon, dass ein solcher vom Vatikan ohnehin nicht zugelassen würde. Die kath. Kirche hat Frauen und Schwulen nichts zu bieten. Dass das so ist, gehört zum Wesenskern sowohl ihres Herrschaftssystems wie ihrer religiösen Dogmatik.
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#2 ZuSpätAnonym
  • 16.03.2019, 17:26h
  • Antwort auf #1 von Ralph
  • Das dachte ich auch gerade. Es ist zu spät.
    Und ich wollte ebenfalls die 60iger/70iger als Wandel in der Denkweise erwähnen. Die Kirchen haben sich nicht gegen den Paragraf 175 gestellt, ganz im Gegenteil.

    Und nun soll "Hand in Hand" mit der Kirche gegangen werden, obwohl sie immer noch gegen uns Stimmung machen?

    Ich gehöre nicht dazu. Da müssen sie sich andere suchen, die sich dem anbiedern.
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#3 AnaNymAnonym
  • 16.03.2019, 17:43h
  • Glaubwürdigkeit verlieren?

    * Bei den "bedauernswerten Menschen" ist die Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche auf Jahrhunderte hinaus bereits irreparabel beschädigt.
    * Bei "den eigenen Leuten" halten nur noch wenige (ultra-)konservative an der Glaubwürdigkeit fest, bei den übrigen mehren sich immer mehr Zweifel
    * Es gibt genug "einflussreiche" "Würdenträger" die alles daran legen die Glaubwürdigkeit weiter zu untergraben.
    * Die Ungleichbehandlung in der katholischen Kirche z.B. zwischen Mann und Frau befördert nicht deren Glaubwürdigkeit
    * Das wahllose "Wörtlichnehmen und zitieren" vs. "freie Interpretieren" von Bibelstellen, je nachdem wie es gerade passt? Glaubwürdigkeit.
    * Die meisten der darin aufgeführten "Strafen" und "Vergeltungsmaßnahmen" verletzen alles was wir an Menschenrechten und ähnlichen Regeln in unserer aufgeklärten Gesellschaft haben, etwa "Zu Tode Steinigen vor der Stadt bei Ehebruch?" Glaubwürdigkeit???
    Die Scharia "" sieht ähnliche "Strafen" vor.
    * Sobald man dieses alte Buch zitiert, etwa um Homosexualität zu verteufeln, ist es aus mit Glaubwürdigkeit.
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#4 Gott_mit_unsAnonym
  • 16.03.2019, 18:32h
  • Was für ein widerlicher Heuchler. Ich verstehe nicht, warum die belang- und substanzlosen Kontradiktionen dieser hoch-kriminellen Organisation, hier immer wieder und wieder zur Diskussion gestellt werden.
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#5 stephan
  • 16.03.2019, 18:46h
  • Dann stellt sich natürlich sofort die Frage nach den Konsequenzen:

    Wann werden da neue Richtlinien verbindlich veröffentlich?

    Wie werden die Mitarbeiterinnen aus Rom.-kath. Einrichtungen entschädigt, die in den letzten zehn Jahren noch rausgeworfen wurden?

    Mich könnten so wage Aussagen nicht bewegen, 'bei Kirches' zu arbeiten, aber der RKK muss man man laut und deutlich sagen: Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung! (Ist die Einsicht echt? Sind die Vorsätze ernst zunehmen? Werden die Erkenntnisse tatsächlich in praktisches Handeln umgesetzt? ... Ich zweifle auch noch daran!)
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#6 GlaubiAnonym
  • 16.03.2019, 21:19h
  • Wer an ein immaterielles Geistwesen mit magischen Eigenschaften glaubt, ist von vorneherein absolut unglaubwürdig.
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#7 Gerlinde24Profil
  • 17.03.2019, 06:03hBerlin
  • Mein Rat an alle Katholiban in der Kurie: Schafft den Zölibat ab, erlaubt Homosexuellen und Transsexuellen zu heiraten, schafft, die Hürden für Frauen und homosexuelle Priester ab, dann klappt es auch mit dem Nachwuchs!
    Und zeigt jeden an, der pädosexuell in Euren Reihen ist, das steigert die Glaubwürdigkeit. Vertuschungen tun das nicht!
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#8 goddamn liberalAnonym
  • 17.03.2019, 10:43h
  • Antwort auf #2 von ZuSpät
  • "Es ist zu spät."

    Die kath. Kirche ist aus altbewährter Taktik immer 'zu spät'.

    Das hat neben vielen Nachteilen den Vorteil, dass man auch gescheiterte Neuerungen nicht mitmacht. Ich denke an unsere homophobe ev. Pastorin Antje Vollmer und den homophoben Maoismus in den 70ern.

    Es kann jedenfalls nicht schaden, wenn sich braune Schreckensgestalten kein frommes Tarnkäppchen mehr aufsetzen können...
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#9 hugoAnonym
  • 17.03.2019, 13:54h
  • Das kirchliche Arbeitsrecht gehört schon längst abgeschafft, weil es auf Lügen aufgebaut ist!
    Wer lügt der bleibt.
    Wer ehrlich mit seiner Veranlagung umgeht der fliegt.
    Ausnahmen können in Bereichen gelten, wo aktiv für Meinungen geworben wird, die den Interessen des Arbeitgebers zuwiderlaufen.
    (Beispiel: Wenn ein Wurstverkäufer versucht, seine Kunden von vegetarischer Lebensweise zu überreden)
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#10 FinnAnonym
  • 17.03.2019, 15:29h
  • Jetzt, wo immer mehr Menschen diesen unchristlichen Verein verlassen und es finanziell spürbar wird, versucht man sich plötzlich liberal zu geben.

    Aber auch nur da, wo Hetze nicht gut ankommt. (Und auch da nur Gerede ohne echte Taten.) In den Staaten wo dieser Druck nicht da ist, hetzen die munter weiter.
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