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Rechtsruck in der Union

JU-Deutschlandtag macht sich über Intersexuelle lustig

Der neue JU-Chef Tilman Kuban polterte gegen "Schultoiletten für das 3. bis 312. Geschlecht" und die "linke Intoleranzpolizei". Auch andere Redner spielten die Rechte intergeschlechtlicher Menschen gegen "wirkliche Probleme" aus.


Nach einer rechten Bierzeltrede wurde der niedersächsische Jurist Tilman Kuban zum neuen Bundesvorsitzenden der Jungen Union gewählt

Queerfeindlichkeit scheint zum neuen Markenkern der Union zu werden. Beim Deutschlandtag der Jungen Union (JU) am Samstag in Berlin verteidigten sowohl die Generalsekretäre von CDU und CSU als auch die beiden Bewerber um den JU-Vorsitz den Witz von Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer auf Kosten intergeschlechtlicher Menschen – und machten sich teilweise selbst über nicht-binäre Personen und ihre Rechte lustig.

"Ich finde es gut, dass Annegret Kramp-Karrenbauer da nicht eingeknickt ist, sondern gesagt hat, lasst uns über die wichtigen Probleme sprechen", meinte der neue CDU-Generalsekretär und ehemalige JU-Chef Paul Ziemiak in seinem Grußwort und beklagte eine "medial getriebene Kampagne" gegen seine Parteivorsitzende.

Ähnlich äußerte sich CSU-Generalsekretär Markus Blume. "Was sind wir für ein Land, wo man zwei Wochen über die Frage diskutieren kann, ob ein Faschingsscherz geglückt ist, ob Intersextoiletten richtig sind oder ein Faschingskostüm angesagt ist", fragte er in den Saal. "Ein solches Land, was es sich leisten kann, solche Probleme zu diskutieren, scheint keine wirklichen Probleme zu haben."

"Dann stehen wir auf und reden Klartext"

Richtig in Rage redete sich der niedersächsische JU-Landesvorsitzende Tilman Kuban. "Und wenn sich die Linken in unserem Land hinstellen und lieber für die Schultoilette des 3. bis 312. Geschlechts kämpfen oder sich um die Verkleidung am Karneval kümmern, dann stehen wir auf und reden Klartext", brüllte der 31-Jährige in seiner Bewerbungsrede für den JU-Bundesvorsitz – um gleich im nächsten Satz die Ausweisung straffällig gewordener Ausländer zu fordern. Die "linke Intoleranzpolizei" sei noch schlimmer als die "Schariapolizei", so Kuban unter stürmischem Beifall.

Video (45 MB) | Ausschnitte vom "Deutschlandtag" der Jungen Union: CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak, CSU-Generalsekretär Markus Blume und die Bewerber um den JU-Vorsitz Tilman Kuban und Stefan Gruhner. Quelle: Phoenix

Auch sein Gegenkandidat, der schwule Thüringer JU-Chef und Landtagsabgeordnete Stefan Gruhner, setzte in seiner Bewerbungsrede auf Bierzeltniveau und kritisierte die Jusos für ihren Einsatz für die Rechte von Frauen und intergeschlechtlichen Menschen: "Und wenn denen Diskussionen über veganes Essen oder das dritte Klo wichtiger sind als der Schutz des Lebens, dann kann ich nur sagen: Diese Chaoten dürfen niemals Verantwortung für unser Land tragen."

Kuban, der als Außenseiter gehandelt worden war, wurde anschließend mit 200 der 319 gültigen Stimmen oder 62,7 Prozent zum neuen Bundesvorsitzenden der Jungen Union gewählt. (mize)

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#1 Veganer_inAnonym
  • 17.03.2019, 14:04h
  • Da wurde wohl was nicht ganz richtig verstanden:
    Vegane Ernährung IST Schutz des Lebens und kein Gegensatz dazu. Aber um das zu verstehen, müsste man halt mal einen Moment nachdenken.
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#2 feli491Anonym
  • 17.03.2019, 14:17h
  • Kein Wunder, dass dieser Haufen verwöhnter Typen, die ihr Leben lang alles dahin geschoben bekommen haben, wo die Sonne (in ihren Fällen hoffentlich) nie hinkommt, jedes bisschen Empathie vermissen lassen.
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#3 goddamn liberalAnonym
  • 17.03.2019, 14:26h
  • Antwort auf #1 von Veganer_in
  • Ist schon klar!

    JU halt.

    Was will man von Urgermanen mit tschechischem Nachnamen, die 20 Jahre älter aussehen als sie sind und die mental in den 50er Jahren stecken, anderes erwarten.

    Das wirklich Abstoßende sind für mich die bei der Menschenfeindlichkeit hämisch mitlachenden und mitmachenden CDU-Schwulen, die von einem gesellschaftlichen Fortschritt profitieren, zu dem sie NICHTS beigetragen und den sie sogar aufgehalten haben.

    Aber auch das wundert mich nicht wirklich.
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#4 michael008
  • 17.03.2019, 14:32h
  • Die Union und deren "Jugend"organisation düst gerade im Sauseschritt zurück in die 50er.
    Bierzeltrethorik, Deutschtümelei und billiger Wertepoulismus brechen sich ungehindert Bahn.
    Das, liebe Frau Kramp-Karrenbauer ist ein Dammbruch, den sie mit ausgelöst haben. Nicht die "Ehe für Alle".
    Ein Dammbruch, der weit schlimmer ist, als alle dahin phantasierten Prophezeihungen, die Sie in Ihrer Ablehnung der "Ehe für alle" dreisterweise getätigt haben. Ein Dammbruch der dieses Land wieder in eine braune Zukunft führen kann.
    Und der "Ernst Röhm" aus Thüringen, übrigens Mitglied einer schlagenden Studenten-Verbindung, hat auch noch geglaubt, indem sich auch auf dieses rhetorische Niveau herablässt, würden ihm die Delegierten sein Schwulsein nachsehen. ARMSELIG.
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#5 KompassAnonym
  • 17.03.2019, 14:43h
  • Antwort auf #1 von Veganer_in
  • Das gehört zum "christlichen Menschenbild": Ein unförmiger Zellhaufen mit menschlichem Chromosomensatz ist "Leben, heilig, unantastbar, hallelujah und basta!", eine ermordete ausgewachsene Kuh ist "halt lecker".
    Das muss man nicht verstehen.
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#6 JettaAnonym
  • 17.03.2019, 15:24h
  • Antwort auf #1 von Veganer_in
  • Wobei hier wohl eher mit "Schutz des Lebens" gemeint ist, Frauen das Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch zu nehmen. Schön, wenn das von Männern kommt, die nie in diese Situation kommt. Noch schöner, wenn das von Männern (und auch Frauen) kommt, denen das Leben sofort nach der Geburt am A vorbei geht.
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#7 FinnAnonym
  • 17.03.2019, 15:26h
  • Da sieht man wieder mal, dass es nicht alleine AKK ist, die schon Koalitionen mit der AfD vorbereitet, sondern dass der Rest der Partei genauso ist.

    Sogar die kommenden Generationen in der Union machen sich über Menschen lustig, die eh schon Opfer von Spott und Mobbing sind und die sich oft genug deswegen das Leben nehmen.

    Diese Partei ist nicht nur zynisch und menschenverachtend, sondern ganz einfach nur stramm rechts.
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#8 DorfkircheAnonym
  • 17.03.2019, 15:30h
  • Antwort auf #5 von Kompass
  • Bei allem Verständnis für Vegetarier und Veganer, deren Entscheidung für ihre Ernährung mir

    a) bezüglich Tierschutz enorme Sympathien entlockt und
    b) auch aus ökologischen Gesichtspunkten meinen Respekt hat

    habe ich aber wenig Lust mich aufgrund meines zugegebenermaßen genussbetonten aber stark reduzierten Fleischkonsums mit Mord in Verbindung bringen zu lassen.
    Ich halte es da mit dem Bär, viel Pflanzennahrung und ab und zu mal Biofleisch.
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#9 SoSoAnonym
  • 17.03.2019, 15:33h
  • Antwort auf #7 von Finn
  • "Diese Partei ist nicht nur zynisch und menschenverachtend, sondern ganz einfach nur stramm rechts."

    Ach was.
    Hoffentlich begreifen jetzt auch die letzten CDU-Schwuppen in welchem Verein sie da gelandet sind.
    Allein mit fehlt der Glaube.
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#10 AFD-WatchAnonym
  • 17.03.2019, 15:35h
  • " Ein solches Land, was es sich leisten kann, solche Probleme zu diskutieren, scheint keine wirklichen Probleme zu haben."

    Immer dasselbe... Welche Probleme denn? Wo war denn die Erkenntnis, als die Union es für gaaaanz wichtig hielt, die Eheöffnung zu blockieren, Paare vom Standesamt fernzuhalten und Schikanen in kleinen Details einzubauen? Oder als die Schüler-Union es für gaaaaaanz wichtig hielt, dieses Thema in ihr Thesenpapier aufzunehmen und ihre Blockade damit hervorzuheben? Gab es keine wirklich wichtigen Probleme?
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