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"Warum sollen wir durch die Hintertür gehen?"

Malaysischer Abgeordneter: Die queere Bevölkerung "stinkt"

Schmutzig und stinkend – das sind nach Meinung des Abgeordneten Noor Azmi Ghazali die Wesenszüge von Homo- und Transsexuellen. Toleranz mache Gott wütend, warnt der Politiker.


Noor Azmi Ghazali wirft sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten vor, Allah böse zu machen (Bild: Facebook / Noor Azmi Ghazali)

Ein malaysischer Politiker hat am Montag im Bundesparlament in Kuala Lumpur mit einer homo- und transphoben Tirade für Aufmerksamkeit gesorgt. Noor Azmi Ghazali, ein Parlamentarier einer erst vor zwei Jahren gegründeten nationalistischen Partei, beschuldigte die LGBTI-Community laut malaysischen Medienberichten, für HIV verantwortlich zu sein. Außerdem beklagte er, dass diese Minderheit mit ihrer "unnatürlichen Lust" ein "schmutziges" sexuelles Verhalten an den Tag lege. Dies dürfe "niemals" akzeptiert werden.

Noor Azmi verglich Homosexualität in einer schrägen Analogie mit dem Bau eines Hauses: "Wir bauen die Tür vorne hin. Wir stellen sicher, dass die Tür wunderschön ist. Wir malen sie an und besprühen sie mit Lufterfrischer", so der 57-Jährige. "Warum sollen wir dann durch die Hintertür gehen? Die Hintertür ist schmutzig, nicht zweckdienlich und sie stinkt." Sollte die Regierung nicht die LGBTI-Bevölkerung kontrollieren, müsse sie mit dem Zorn Allahs rechnen, so Noor Azmi weiter.

In Malaysia steht offiziell auf homosexuellen Verkehr eine Haftstrafe von bis zu 20 Jahren – das gleiche Strafmaß wie auf Vergewaltigung. Zwar gibt es in der relativ offenen Hauptstadt Kuala Lumpur eine pulsierende Szene, allerdings hat die Regierung immer wieder mit Repressionen auf eine zunehmende Liberalisierung reagiert. Im vergangenen Jahr wurde etwa eine Folterstrafe gegen zwei mutmaßliche Lesben verhängt: Sie wurden vor 100 Schaulustigen mit je sechs Stockhieben gezüchtigt (queer.de berichtete).

LGBTI-feindliche Tiraden sind an der Tagesordnung

Auch Politiker fallen immer wieder durch homophobe Tiraden auf: Im Herbst beschuldigte etwa Oppositionsführer Ahmad Zahid Hamidi Homosexuelle, die Schuld an einem Erdbeben zu tragen, das 2.000 Menschen tötete. Die Begründung: Ihr sündiges Verhalten habe Allah erzürnt (queer.de berichtete).

Anfang dieses Monats sorgte der malaysische Tourismusminister Datuk Mohamaddin bin Ketapi für Aufregung bei der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin: Er behauptete bei einer Pressekonferenz, dass es in seinem Land keinen einzigen Homosexuellen gebe (queer.de berichtete). Die ITB war zuvor scharf kritisiert worden, weil die Messe mit Malaysia einen homophoben Folterstaat zu ihrem Partnerland gemacht hatte (queer.de berichtete). (dk)



#1 Simon HAnonym
#2 MalayAnonym
  • 19.03.2019, 19:09h
  • Antwort auf #1 von Simon H
  • Ja, denn es gibt dort viel mehr zu sehen, als einen homophoben Provinzpolitiker. Ausländische Intermenschen kommen doch auch zu uns, trotz AKKs Äusserungen. Man sollte ein Land nicht vorverurteilen, nur weil die üblichen paar Hinterwäldler ihre Sprüche dort ablassen.
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#3 Puder BaerAnonym
  • 19.03.2019, 19:42h
  • Gut zu wissen, dass Allah (auch unter einem seiner vielen anderen Namen wie Gott, Zeus, Vishnu etc) gar nicht existiert.

    Kirchenaustritt.de
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#4 UebelAnonym
  • 19.03.2019, 19:51h
  • Das ist alles nur Machtgebaren. Er tut es, weil er es kann.

    Es wundert mich allerdings sehr, dass Berlin dieses Land als Partner ausgewählt hat. Das ist ja fast schon als fahrlässig zu bezeichnen.
    Ich finde es völlig verantwortungslos, die Bevölkerung im Glauben zu lassen, dass Malaysia eine Reise wert sei, wenn dieses Land die Menschenrechte verletzt. Egal ob das nur ein Teil der Gesellschaft betrifft. Verletzung der Menschenrechte ist Verletzung der Menschenrechte.
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#5 TheoAnonym
  • 19.03.2019, 21:49h
  • Ich kenne mich ja nicht mit malayischen Gepflogenheiten aus, aber Lufterfrischer auf Türen sprühen? Wer macht so was? Und warum?

    Und wenn mein Haus rechts und links von ganz vielen anderen Häusern umgeben ist, ich aber von der Rückseite komme, dann ist die Hintertür sehr wohl zweckdienlich!
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#6 Homonklin44Profil
  • 19.03.2019, 22:11hTauroa Point
  • Antwort auf #5 von Theo
  • Das ist ein Sinnbild für eine parfümierte Muschi und einen Arsch, weil die so direkt nicht über die Struktur einer Frau bzw. Heterosexualität reden können - das verbietet sicher ihr Gott. Und Homosex vergleichen sie mit Betreten durch die Hintertür, wo bei denen oft auch der Müll herum liegt oder die Kloake ist.
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#7 UebelAnonym
#8 tchantchesProfil
  • 20.03.2019, 00:03hSonstwo
  • Da kann mal mal wieder sehen, was Religion in den Köpfen von Menschen anrichtet.
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#9 la_passanteAnonym
#10 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 20.03.2019, 06:48h
  • Lieber Noor Azmi Ghazali,
    weißt Du, was mich wütend macht? Wenn Menschen wie Du sich erdreisten, andere zu verurteilen, ohne sie zu kennen. Wenn Menschen so voller bigotter Vorurteile sind, dass sie nicht merken, wie sehr diese Vorurteile sie unangenehm duften lassen, um nicht zu sagen, dass sie stinken.
    Denk mal darüber nach!
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