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Auftritt beim Summerjam-Festival

Cologne Pride: Wir werden Buju Banton weiter beobachten

Für die CSD-Organisatoren ist der jamaikanische Künstler Buju Bunton, der in der Vergangenheit zur Ermordung von Homosexuellen aufgerufen hatte, auf Bewährung.


Buju Banton trat letztes Wochenende in der jamaikanischen Hauptstadt Kingston auf (Bild: Facebook / Buju Official)

Die Veranstalter des CSD Köln haben am Mittwoch erklärt, dass sie nach einem "konstruktiven Gespräch" mit den Summerjam-Organisatoren ihre Forderung nach einer Ausladung von Buju Banton ausgesetzt haben. Der 45-jährige Dancehall-Star soll beim parallel zum CSD stattfindenden Reggae-Festival als Headliner auftreten, obwohl er in seinem homophoben Song "Boom Bye Bye" zur Ermordung von Schwulen aufgerufen hatte. Am Dienstag veröffentlichte Summerjam aber eine Stellungnahme Bantons, in der er sich für den Hasssong zwar nicht entschuldigt, aber von ihm distanziert (queer.de berichtete).

"Wir waren uns alle einig, dass Homophobie und Aufrufe zu Gewalt und sogar Mord gegenüber LGBTIQ nirgendwo, egal ob in Köln oder in seiner Heimat, eine Bühne geboten werden darf", heißt es in der Stellungnahme der CSD-Organisatoren. "Uns wurde versichert, dass sich der Sänger weder homophob äußern wird, noch besagten Song spielt. Unsere und vor allem Eure Aufmerksamkeit gegenüber Künstlern wie Buju Banton zeigt eindrucksvoll, dass man nicht folgenlos und unbeachtet gegen LGBTIQ hetzen kann."

"Wir werden kommende Auftritte genau verfolgen"

Nun müsse man abwarten, ob sich Banton an seine eigene Erklärung hält. "Wir werden die kommenden Auftritte Bantons genau verfolgen und sehr darauf achten, ob Banton sich homophob äußert oder zu Gewalt gegenüber LGBTIQ aufruft. In diesem Falle wäre ein Auftritt Bantons beim Summerjam-Festival weiterhin untragbar", so die CSD-Organisatoren.

Liebe Pressevertreter_innen* und Interessierte, nach der berechtigten Kritik über den geplanten Auftritt von Buju…

Gepostet von Cologne Pride am Mittwoch, 20. März 2019
Facebook / Cologne Pride

Banton, der von 2009 bis 2018 wegen Drogenhandels in US-Gewahrsam saß, tourt inzwischen wieder. Laut Medienberichten hat er seit seiner Freilassung den homophoben Song aus dem Jahr 1992 nicht gespielt, es gibt auch keine Berichte über weitere homophobe Äußerungen.

Vor seiner Verhaftung hatte der Sänger immer wieder in Interviews gegen Homosexuelle gewettert. Den Song führte er damals regelmäßig in seinem Heimatland auf, verzichtete aber bei Konzerten in Europa oder Nordamerika darauf. Außerdem machte er damals immer wieder homophobe Äußerungen in Interviews: Nur wenige Wochen vor seiner Verhaftung in Florida erklärte Banton etwa, dass es zwischen ihm und "Schwuchteln" einen "endlosen Krieg" gebe (queer.de berichtete).

Jamaikanische LGBTI-Aktivisten hatten immer wieder vor Hasssängern wie Buju Banton gewarnt. Sie befürchten, dass damit die homophobe Atmosphäre auf Jamaika noch weiter angeheizt wird und zu Lynchmorden an Homosexuellen animiert werde. (dk)